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Folge auf keinen Fall deiner Leidenschaft! Wie du Produkte für deinen Onlineshop findest

produkte finden für deinen onlineshop store

 

"Folge deiner Leidenschaft!" ist der schlechteste Ratschlag, den du je bekommen oder geben kannst. (Mark Cuban)

Von Andrew Youderian

Du hast sicher schon oft den Standardspruch “Folge einfach deiner Leidenschaft!” gehört. Aber ich muss Mark Cuban hier recht geben – das ist ziemlicher Käse.

Insbesondere gilt das, wenn es darum geht, etwas zu finden, was sich online verkaufen lässt. Auch wenn du dein Leben lang eifrig Star-Wars-Figuren gesammelt hast, heißt das noch lange nicht, dass die Figürchen eine geeignete Nische für deinen E-Commerce-Laden sind – sorry, Skywalker. Wenn dein Internetshop erfolgreich sein soll, musst du methodisch vorgehen und eine Nische wählen, die Erfolg verspricht.


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Ich werde in diesem Post sechs Strategien vorstellen, wie du am besten eine Nische und ein Verkaufsprodukt findest. Außerdem werde ich dir zeigen, wie du erkennen kannst, ob genug Nachfrage für dein Produkt besteht, und dir ein paar Tools zur Verfügung stellen, mit denen du die Konkurrenzsituation in dem Bereichen abschätzen kannst.

Podcast: Auch Janet Carstensen hatte den Traum vom eigenen Business. Sie hat systematisch nach trendigen Produkten gesucht - und zwei gefunden! Wie sie dabei vorgegangen ist und welche Tipps die sympathische Hamburgerin für euer Business hat, verrät sie hier. Außerdem erfahrt ihr, wie Janet bei "Die Höhle der Löwen" überzeugt hat.

6 Strategien, mit denen du ein Produkt findest, das du verkaufen kannst

Es gibt einige wichtige Aspekte, die du beachten musst, wenn du auf der Suche nach einer Verkaufs-Nische sind:

1. Nischen mit viel Zubehör: Unternehmen verdienen nur in Ausnahmefällen viel an teuren Verkaufsartikeln und erwirtschaften nur etwa 5 bis 10 Prozent ihrer Einnahmen mit Produkten wie Laptops oder Fernsehern. Richtig Geld hingegen machen sie mit dem Verkauf von Zubehör.

Auf Zubehör lässt sich locker eine Marge von 100 bis 1.000 Prozent draufschlagen und Kunden sind bei solchen Produkten viel weniger preissensibel. Wochenlang vergleichen sie Angebote von Fernsehern, ehe sie eine Entscheidung treffen. Bei einem HDMI-Kabel für 30 Euro hingegen zucken sie kaum mit der Wimper. (Obwohl es gut möglich ist, dass das Geschäft an dem Kabel fast so viel verdient wie am Verkauf eines Flachbildfernsehers.) 

Wenn du dich für eine Nische entscheidest, in der sich viel Zubehör und Klimbim verkaufen lässt, werden deine Einnahmen deutlich höher und die Käufer viel weniger preissensibel sein.

2. Kunden mit einer Leidenschaft oder einem Problem: Es ist unglaublich, wie viel Geld Leute oft für Hobbys ausgeben. Mountain-Biker blättern Hunderte für leichtgewichtiges Zubehör hin, nur damit ihr Fahrrad ein paar Gramm weniger wiegt. Begeisterte Angler investieren Zehntausende von Dollar in Boote und entsprechendes Zubehör. Und wenn du eine produktbezogene Lösung für ein ärgerliches Problem anbieten kannst, werden dir die Leute den Laden einrennen, also im übertragenen Sinne.

3. Die 100- bis 200-Euro-Spanne: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Preisspanne für den Erfolg eines E-Commerce-Unternehmens ideal ist. Sie ist groß genug, um vor der Bestellung einen annehmbaren Gewinn zu generieren, gleichzeitig klein genug, dass – vorausgesetzt, man hat eine hochwertige informative Webseite – die meisten Kunden vor dem Kauf nicht persönlich mit jemandem sprechen wollen. 

Du bist viel effizienter, wenn du die meisten Bestellungen online abwickelst, anstatt viel Zeit am Telefon investieren müssen. Bei Produkten, die 500 Euro oder mehr kosten, wünschen sich viele Kunden einen persönlichen Kundendienst, ehe sie ihre Kreditkarte zücken.

4. Vor Ort schwer zu finden: Wenn du Gartengeräte brauchst, fährst du vermutlich zu deinem Gartencenter oder Heimwerkermarkt vor Ort. Aber was tust du, wenn du Überwachungsanlagen oder Zauberartikel benötigen? Vermutlich würdest du online einkaufen gehen. Wenn du Nischenprodukte anbietest, die an den meisten Orten schwer zu finden sind, garantiert dir das guten Traffic auf deiner Webseite. 

Vergiss aber auch nicht sicherzustellen, dass für dein Nischenprodukt, das nur schwer zu beschaffen ist, auch genug Bedarf besteht! Das kann unter Umständen ein sehr schmaler Grat sein. Weiter unten werden wir näher auf dieses Problem eingehen.

5. Kaum Änderungen am Produkt: Wenn du deine Produktreihe Jahr für Jahr änderst, ist das möglicherweise sehr zeitintensiv. Verkaufst du jedoch eine konstante Produktreihe, die sich wenig ändert, könntest du in eine informative Webseite investieren, die du jahrelang benutzen könntest.

6. Verbrauchsartikel oder Einwegprodukte: Wiederkehrende Kunden sind für jedes Unternehmen unentbehrlich und es ist VIEL leichter bestehenden Kunden, die dir vertrauen, etwas zu verkaufen als möglichen Neukunden. Wenn dein Produkt regelmäßig neu bestellt werden muss – und du es schaffst, die Kunden zufriedenzustellen – bist du auf dem richtigen Weg, ein lukratives Geschäft mit wiederkehrenden Umsätzen aufzubauen.

Ein tolles Produkt zu finden, ist allerdings nur die halbe Miete. Auch wenn die Nische, die du ausgewählt hast, all die obigen Kriterien erfüllt, ist sie eine schlechte Wahl, wenn keine Nachfrage besteht oder die Konkurrenz enorm ist. Um eine informierte Entscheidung zu treffen, ist es ungeheuer wichtig, dass du dich mit der Nachfrage, Konkurrenz und den Anbietern eines Produkts vertraut machen.

Hot off the press!! 10 Produkte, die du im Jahr 2020 unbedingt verkaufen solltest, findest du hier!

Besteht genug Nachfrage nach deinem Produkt?

Am besten kannst du die Nachfrage für ein Produkt mit Googles Keyword Tool messen. Es liefert Einzelheiten darüber, wie viele Leute nach einem bestimmten Begriff suchen. Wenn du keine Erfahrung mit diesem Tool hast, empfehle ich dir, sich das folgende Video darüber, wie man nach Schlüsselworten sucht, anzusehen:

 
Kurz gesagt, sorge dafür, dass du:
  • “Phrase” verwendest oder eine [exakte] Übereinstimmung, da diese die genauesten Ergebnisse liefern;
  • dir die örtlichen und nicht die globalen Ergebnisse ansiehst;
  • nach Stichwörtern mit vielen “Long-Tail”-Variationen suchst.

Würden wir z.B. Sonnenbrillen verkaufen, wären “Sonnenbrillen für Brillenträger” und “reduzierte Oakley-Sonnenbrillen” Beispiele für Long-Tail-Variationen. Die sind entscheidend, denn dein primäres Stichwort (hier “Sonnenbrillen”) wird nur zu einem kleinen Teil deines Traffics führen. Selbst mit einem Nummer-1-Ranking bei Google kannst du von Glück sprechen, wenn du 30 Prozent des Traffics dieses Keywords bekommst!

Realistisch erhalten die meisten E-Commerce-Webseiten 80 bis 90 Prozent deines Internetverkehrs über Long-Tail-Stichwörter. Je mehr Long-Tail-Variationen einem primären Stichwort zugeordnet sind, desto mehr potenziellen Verkehr kannst du erzeugen. Als Faustregel gilt: mindestens 3.000 genaue Übereinstimmungen in lokalen Suchen für das primäre Stichwort einer Nische und im Idealfall ein Dutzend oder so Long-Tail-Variationen. Ohne genügend Suchvolumen bewerte ich eine Nische erst gar nicht nach anderen Kriterien.

Kannst du erfolgreich konkurrieren?

Du wirst den Marktbedarf gegen die Macht der etablierten Konkurrenz abwägen müssen. Schlüsselwörter wie “Netbook” und “Babykleidung” tauchen tonnenweise in Suchen auf, aber gegen ganze Horden von Unternehmen anzutreten, die in diesen Branchen bereits etabliert sind, wäre extrem schwierig, besonders für ein neues Unternehmen. 

Can You Effectively Compete?Um die Konkurrenz zu messen, solltest du dir die drei Kennzahlen für Unternehmen ansehen, die bei Google die Top Ten in deiner Nische bilden.

Inbound (eingehende) Links: Mit einer Seite wie Open Site Explorer kannst du sehen, wie viele andere Domains mit der Konkurrenz verlinkt sind. Die Top-Konkurrenten in jeder Nische haben mindestens ein paar hundert eingehende Links und das sollte dich nicht abschrecken. Aber wenn jedes Unternehmen mehr als 1.000 eingehende Links hat, solltest du dir ernsthaft Gedanken machen, ob sich der Aufwand für dich überhaupt lohnt.

Verlässliche und kompetente Anbieter sind das A und O, wenn man einen neuen E-Commerce-Store eröffnet, und das solltest du bei der Nischenauswahl unbedingt berücksichtigen. Das ist besonders beim Dropshipping wichtig, denn dein Anbieter wird zugleich Lager und Fulfillment-Center sein. Ein schlechter Anbieter bedeutet endlosen Ärger von verpfuschten Lieferungen bis zu fortwährend vergriffenen Artikeln.


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PageRank: Nicht alle Links sind gleich. PageRank ist eine Kennzahl, die die Qualität der eingehenden Links miteinkalkuliert. Sie zeigt auch an, wie viel Einfluss eine Webseite hat. Es gibt eine ganze Reihe von Browser-Plugins, um den PageRank zu messen, einschließlich PageRank Status für Chrome und Search Status für FireFox.

Homepages mit PageRanks von 3 und 4 sind allgemein die Norm und vermutlich der Mindesteinstiegspunkt für profitable Nischen. Wenn du Homepages mit einem PageRank von 5 oder höher übertreffen willst, erfordert das deutlich mehr Arbeit und eine SEO-Kampagne, die sich dem Erlangen hochwertiger Backlinks verschreibt.

Qualität der Seite: Diese Kennzahl ist unter Umständen die wichtigste. Browse die Webseiten deiner Konkurrenz und stell dir dabei folgende Frage: 

Wie wahrscheinlich wäre es, dass ich auf dieser Seite etwas kaufe?” 

Wenn die meisten Unternehmen schlecht gestaltete Webseiten haben, die wenig Informationen anbieten, ist das deine Chance ihnen Konkurrenz zu machen. Aber wenn es in der Nische schon haufenweise professionell entworfene Webseiten gibt, die produktaufwertend sind, wird es für dich äußerst schwierig, sich mit deiner Webseite von diesen abzugrenzen. Sieh dir diesen (englischen) Artikel über acht Tools an, die bei der Recherchen über deine Konkurrenz helfen.


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Ein schlechter Anbieter bedeutet endlosen Ärger von verpfuschten Lieferungen bis zu fortwährend vergriffenen Artikeln. Es ist völlig egal, ob du Windeln oder Zahnprothesen verkaufst: Wenn du ein erfolgreiches E-Commerce-Unternehmen um eine Nische herum aufgebaut hast, wirst du auch ganz sicher eine Leidenschaft dafür entwickeln.Sourcing Your Products

Ich empfehle dir dringend, mindestens zwei Anbieter für jeden neuen E-Commerce-Store zur Hand zu haben. Wieso?

  • Du bist nicht von einem Anbieter allein abhängig;
  • Höhere Erfüllungsraten und weniger Risiken, dass Artikel in zwei Lagern vergriffen sind;
  • Bessere Preisgestaltung, da Anbieter um dein Geschäft konkurrieren.

Einen Moment noch! Geduld IST unerlässlich

Vielleicht war ich etwas zu voreilig, als ich dich davor gewarnt habe, deiner Leidenschaft nachzugehen. Um erfolgreich zu sein, sollte man nämlich unbedingt mit Leidenschaft dabei sein. Allerdings machen neue E-Commerce-Entrepreneure oft den Fehler, dass sie ihre Leidenschaft in die Produkte stecken, die sie verkaufen wollen, statt mit Leidenschaft ein florierendes profitables Geschäft aufzubauen.

Noch ein heißer Tipp

Sieh dir Oberlo an – ein Marktplatz mit Produkten, die du online verkaufen kannst. Du solltest auch mal unseren (englischen) Post “Wie du das perfekte Produkt findest” durchlesen – ein ausführlicher Leitfaden, wie du ein Produkt zum Verkaufen findest.

Further Learning

Häufig gestellte Fragen zu den besten Produkten, die online verkauft werden

Was wird am meisten verkauft?

Bei den meistverkauften Artikeln im Onlineshopping stehen Modeartikel an erster Stelle, darauf folgen Dienstleistungen und Eintrittskarten, beispielsweise für Events, Kino, etc. Auch Kosmetik, Bücher und Musik sind sehr beliebt. Die beiden letztgenannten werden aber immer mehr als digitales Produkt konsumiert, Anbieter wie Spotify, Kindle oder Audible machen dies möglich.

Was kaufen Deutsche am liebsten?

Die Deutschen folgen den allgemeinen E-Commerce-Trends und kaufen vor allem Mode, Eintrittskarten, Reisen und Bücher im Internet. Auch Elektronik-Artikel sind in Deutschland sehr gefragte E-Commerce-Güter. Darüber hinaus lässt sich auch ein Anstieg bei Foods und Gesundheits-Artikeln feststellen. Hier treten auch immer mehr Anbieter auf den Plan.

Welche Produkte 2021 verkaufen?

Es gibt eine ganze Reihe von Produkten, die 2021 aller Wahrscheinlichkeit nach sehr gefragt sein werden. Darunter vor allem Haustierartikel, deren Nachfrage immer weiterwächst. Andere Artikel werden nicht zuletzt wegen der weltweiten Corona-Pandemie, die auch 2021 relevant ist, immer mehr zu Trendprodukten. Ein Paradebeispiel sind Yoga-Matten für den Workout zuhause. Grundsätzlich gilt, was in den eigenen vier Wänden, allem voran im Homeoffice, ein nützliches Tool ist, kann 2021 nicht verkehrt sein. Außerdem ein klarer Trend, der jedoch nicht erst 2021 zu erkennen ist, sind nachhaltige Produkte. Mit besonders umweltschonenden Herstellverfahren und/oder einer ökologischen Verpackung triffst du auch in diesem Jahr den Geschmack deiner Kunden.

Wie finde ich passende Produkte für meinen Shop?

Passende Produkte für deinen Shop kannst du auf vielerlei Weisen finden. Ein guter Indikator ist beispielsweise Google Trends. Das kostenlose Tool spiegelt das allgemeine Interesse zu bestimmten Suchthemen wider. Bei deiner Recherche könntest du dich auch auf Marktplätzen umsehen – Produkte mit vielen positiven Bewertungen besitzen ganz offensichtlich eine hohe Nachfrage. Ein nützliches Tool ist zudem die Shopify-App Oberlo, mit der du Produkte suchen und direkt in deinen Shop überführen kannst.

Which method is right for you?Geposted von Hendrik Breuer: Hendrik ist Redakteur des deutschen Shopify-Blogs. Möchtest du einen Gastbeitrag veröffentlichen? Dann lies bitte zuerst diesen Leitfaden.

Dieser Artikel von Andrew Youderian erschien ursprünglich im englischen Shopify-Blog und wurde übersetzt von Freddie Debachy.

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