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Auf der grünen Welle surfen: pandoo macht Nachhaltigkeit salonfähig!

Bambus als grüne Alternative

Nur zweieinhalb Jahre nach ihrem Startschuss hat sich pandoo nicht nur zu einer erfolgreichen Marke im E-Commerce-Multichannel etabliert, sondern wird auch deutschlandweit im Einzelhandel in über 1000 Läden vertrieben. Das grüne Start-up hat sich als Ziel gesetzt, die Schönheit der Natur zu bewahren und will deshalb die Umstellung auf ein umweltfreundlicheres Verhalten einfacher gestalten. 

Konsumgüter aus Bambus sollen Verbrauchern eine Alternative zu Plastik- und Papierprodukten bieten. Das Konzept scheint aufzugehen, denn pandoo verzeichnet ein stetiges Wachstum und ist sowohl auf Amazon, im stationären Handel als auch mit dem eigenen Onlineshop durchgestartet.

Im Interview verrät Gründer Salvatore Decker, was hinter pandoos erfolgreicher Multichannel-Strategie steckt und warum Umweltfreundlichkeit nicht gleich Verzicht heißen muss. 

Lesetipp: Amazon, Ebay oder eigener Shopify-Store: Wo sollten Onlinehändler verkaufen? Die Antwort findest du hier.

Warum wolltest du ein nachhaltiges Unternehmen gründen?

Salvatore Decker, Gründer von pandoo
Salvatore Decker, Gründer von pandoo.

Ich war schon immer der unternehmerische Typ.

Schon seitdem ich 16 war habe ich verschiedene Sachen ausprobiert – von Blogs über Affiliate Marketing bis zu Dropshipping. Vor pandoo war ich angestellter Ingenieur bei einem deutschen Sportwagenhersteller. Mein Job hat mir zwar Spaß gemacht, aber ich habe mir mehr Unabhängigkeit und Freiheit gewünscht. Als Angestellter arbeitet man oft am Traum eines anderen. Ich wollte meinen eigenen Traum erfüllen, auf meine Art und Weise. Ich bin jemand, der Dinge lieber versucht und auf die Schnauze fällt, statt sie gar nicht zu probieren.

‘Was soll einer alleine schon erreichen?’ fragte sich die halbe Menschheit

Angefangen hat alles mit dem Thema Nachhaltigkeit, welches mich schon lange Zeit beschäftigte. Irgendwann habe ich mich tiefgründiger mit physischen Produkten auseinandergesetzt, um Bereiche zu finden, die nachhaltiger gestaltet werden können. Als Reise-Fan waren die immer stärker vermüllten Strände schließlich der Auslöser, 2016 das Projekt “pandoo“ nebenberuflich zu starten. 


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Nachhaltigkeit hat viele Gesichter. Von Zero Waste über faire Arbeitsbedingungen bis hin zur ressourcenschonenden Produktion. Wie hast du die passende Strategie für dein Business gefunden? 

Pandoo bei Instagram
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Instagram Post

Ich habe viel recherchiert, ausprobiert und getestet. Am besten funktioniert für mich dafür autodidaktisches Lernen mit Onlineressourcen. Ich war auf der Suche nach einem Nischenprodukt und habe mich stattdessen für ein nachhaltiges Material entschieden. 2016 war ich in Malaysia im größten, noch existierenden Regenwald der Welt. Dort wurden Jahrhunderte alte Wälder abgeholzt, was in meinen Augen ein sinnloser Umgang mit wertvollen Ressourcen ist. 

Also habe ich mich gefragt, wie man Papier umweltschonender entstehen lassen kann. Küchenpapier benutzt man oft nur wenige Sekunden und wirft es dann weg. Ein Baum muss hingegen über viele Jahre lang wachsen, um schlussendlich für die Papierproduktion dran zu glauben. Die Nutzungsdauer einiger Produkte im Verhältnis zum Lebenszyklus des Materials sind in vielen Fällen in starkem Ungleichgewicht. Genau diese Produkte schauen wir uns bei pandoo an. 

Warum setzt dein Start-up gänzlich auf Bambus statt auf Kunststoff? 

Der größte Vorteil ist, dass es so schnell wächst. Außerdem ist es vielseitig einsetzbar. Als Ingenieur weiß ich, dass die Zugkraft von Bambus höher ist als bei Stahl. Deshalb wird es in Asien beispielsweise auch für Baugerüste verwendet.

pandoo Bambus Zahnbürste
Die Bambuszahnbürste – eines von vielen
nachhaltigen pandoo Produkten

Wie findest du einen zuverlässigen Hersteller, der deine “grünen“ Anforderungen erfüllt?

Es ist tatsächlich nicht leicht, einen zuverlässigen Hersteller zu finden. Wir haben mittlerweile eine Außenstelle in Hongkong und machen die Qualitätskontrolle vor Ort. Wir besuchen unsere Lieferanten und pflegen eine enge Zusammenarbeit.

Wenn man sich nicht ständig um das Qualitätsmanagement kümmert, bekommt man früher oder später Probleme damit.

Um Hersteller und Partner zu finden, die unseren Ansprüchen gerecht werden, haben wir eine Checkliste erstellt. Kommunikation und Vertrauen sind dabei besonders im Vordergrund. Deshalb treffen wir jeden Lieferanten persönlich. Soziale Verantwortung und Herkunft des Rohstoffs spielen ebenso wichtige Rollen. Aus diesem Grund gehen wir sicher, einen tiefen Einblick in jeden Schritt der Supply-Chain zu erhalten. 

Lesetipp: Auch das Unternehmen talmo setzt auf Produzenten in Asien. Wie sie diese fanden, erfährst du hier.

E-Commerce-Marktplatz, eigener Onlineshop oder Einzelhandel – wo hat alles angefangen?

Es sollte von Anfang an E-Commerce werden, weil man sich so nebenberuflich etwas aufbauen kann. Dank Automatisierungstools und Fulfillment-Anbieter funktioniert das ohne großen Arbeitsaufwand. Aufgrund der Einfachheit sind wir deshalb mit Amazon FBA (Fulfillment by Amazon) gestartet. Meine erste Lieferung habe ich an die Bordsteinkante von meinem Zuhause geliefert bekommen und die Kisten selbst in den Keller getragen. Da habe ich noch nicht so viel über Edeka & Co. nachgedacht. Langfristig wollte ich aber einen Multichannel-Vertrieb aufbauen, um weniger abhängig von Amazon zu sein. Der Grund für meine Selbstständigkeit war schließlich, freier zu sein.

Wir haben relativ schnell nach dem Start auf Amazon auch unseren eigenen Onlineshop gelauncht. Zuerst haben wir mit WooCommerce begonnen, später sind wir zu Shopify gewechselt. 

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Welche Vorteile hat Shopify für euch und wie verbessert es dein Business?

Shopify ist das einfachste All-in-one System. Skalierbarkeit war mir sehr wichtig. Ich wollte mich nicht alle paar Monate darum kümmern, das Ganze wieder neu einzurichten. Shopify bietet die Möglichkeit, langfristig zu wachsen – auch international.

Obwohl ich kein Webdesigner bin, habe ich den Shop selbst gebaut.

Mit Shopify ist es relativ einfach, etwas Schönes auf die Beine zu stellen. Seit Neuestem sind wir für den Wholesale auf Shopify Plus umgestiegen. 

Alternative zu Frischhaltefolie, Alufolie und Butterbrotpapier
Bienenwachstücher, eine grüne Alternative zur Frischhaltefolie

Ihr verkauft sowohl über den eigenen Onlineshop als auch über Marktplätze. Welche Vorteile siehst du im Multichannel-Vertrieb?

Es ermöglicht uns eine viel größere Reichweite und Brand Awareness. Für uns bedeutet Multichannel nicht, auf so vielen Kanälen wie möglich zu verkaufen. Stattdessen fokussieren wir uns auf ein paar ausgewählte Marktplätze, die zu unserer Produktkategorie passen. Das sind Amazon, Ebay und auch der Avocadostore. Durch den großen Konkurrenzkampf im Konsumgüterbereich, ist es wichtig, dem Kunden so oft wie möglich zu begegnen, damit man im Kopf bleibt. 

Leitfaden: Du willst dein Ladengeschäft online bringen? Wie du mit Shopify dein Onlinebusiness erfolgreich startest, erfährst du hier.

Für eure Warenwirtschaft und Rechnungserstellung verwendet ihr Billbee. Wie bist du auf das Automatisierungstool gekommen?

Zuvor hatten wir Easybill. Wir brauchten allerdings mehr Schnittstellen und eine Lösung für Umsatzsteuern innerhalb der EU. Ich bin ein Freund von einfachen Lösungen, mit einfacher Bedienung. Die Billbee-App ist mit seinem DIY-Ansatz geradeheraus, selbsterklärend und hat eine sehr angenehme User Interface. Durch einfache “Wenn, dann-Regeln“ kann man das System in wenigen Minuten einrichten. Bei uns hat die Implementierung knapp einen Tag gedauert.

Ich bin ein Freund von einfachen Lösungen, mit einfacher Bedienung.

Wir verwenden das Inventory Management und die Artikelstammdatenpflege von Billbee. Die Möglichkeit, Waren einzupflegen, Bestand zu überwachen und Schnittstellen zu unserem Logistiker herzustellen, war ein echter Pluspunkt. So haben wir auch einen Live-Abgleich von unserem Lagersystem. Zudem ist die Erstellung von Rechnungslayouts super leicht. Aufgrund der Vorschriften in der EU haben wir mittlerweile 60–70 verschiedene Layouts. 

Ich würde Billbee jedem weiterempfehlen, der im DACH-Bereich einen Onlineshop bzw. Multichannel-Vertrieb starten möchte. Auch denen, die schon ein Unternehmen führen und Probleme mit ihrer Warenwirtschaft oder Rechnungserstellung haben, weil ihr aktuelles System zu komplex ist. Ein entscheidender Vorteil ist außerdem der Preis. Ich empfinde Billbee als recht günstig im Vergleich zu anderen Lösungen.

Lesetipp: Mehr zum Thema Multichannel Retailing mit Billbee, erfährst du hier.

Mit euren plastikfreien Produkten liegt ihr voll im “grünen Trend“. Was bedeutet Nachhaltigkeit für dich?

Ich würde es nicht Trend, sondern Grüne Bewegung nennen. Ich sehe Nachhaltigkeit als eine notwendige Entwicklung, die uns alle betrifft. 

Bambustrinkhalm von pandoo

Ab 2021 gibt es EU-weite Regulierungen und Verbote in Bezug auf Einwegplastik.

Menschen verändern ihr Verhalten nur, wenn man es ihnen möglichst einfach macht. Aus diesem Gedanken ist unser Konzept entstanden. Wir wollen klassische Produkte, die nicht nachhaltig produziert werden, substituieren. So entsteht kein Verzicht, sondern eine bessere Alternative. Umweltsensibilisierung funktioniert nur über Bildung und Aufklärung, weshalb wir großes Potenzial im Bereich Content Marketing sehen. Wir glauben daran, dass Wandel eher intrinsisch geschieht und nicht einfach durch Gesetze und Regulierungen umgesetzt werden kann.

Bambus gilt als nachhaltig. Besteht die Gefahr, dass die Industrialisierung auch diesen Rohstoff erreicht und er nicht länger nachhaltig ist?

Natürlich kann man auch mit Bambus die Umwelt verschmutzen, wenn man nicht aufpasst. Wir sind uns dieser Verantwortung sehr bewusst. Unser Bambus kommt aus Asien, weil er vor allem dort wächst. Deshalb sind wir vor Ort und kontrollieren die komplette Supply-Chain, vom Anbau bis zur Lieferung zum Kunden. 

Wir unterstützen Umweltprojekte, um unseren CO2-Ausstoß zu kompensieren.

Zudem unterstützen wir Umweltprojekte wie Waldprojekte in Brasilien und Windprojekte in China, um den entstandenen CO2-Ausstoß zu kompensieren. Durch QR-Codes auf unseren Produkten können Kunden nachverfolgen, wie viel CO2 beim Transport ausgestoßen wurde und durch welche Projekte kompensiert wird.

Ist unsere Zukunft grün oder wird sie immer schwärzer?

Unsere Vision ist eine Welt ohne Verschmutzung durch Konsumgüter. Wir werden uns weiterhin auf klassische Konsumgüter fokussieren, das heißt Produkte mit einer Lebensdauer von null bis drei Jahren. Dabei haben wir vor allem den DACH Raum im Visier, werden aber auch weiterhin in Europa wachsen. 

Lesetipp: Schokolade gegen den Klimawandel: Wie ein nachhaltiges Social-Start-up aus Dresden den Schokoriegel neu erfindet erfährst du hier.

Wir verfolgen einen Multichannel-Ansatz, um nicht alle Eier in einen Korb zu legen. 

 Aufgrund der Produktart ist und bleibt der Einzelhandel ein wichtiges Standbein in unserem Multichannel-Ansatz. Wattestäbchen beispielsweise wird man auch in Zukunft im Laden kaufen. Außerdem sehen die Verbraucher die Marke so regelmäßig beim Shoppen. Dieser Effekt hat sich bereits deutlich auf unsere Traffic-Zahlen ausgewirkt. 

To plant a garden is to believe in tomorrow - pandoo

[Instagram Post]

Nachhaltigen Start-ups, die noch am Anfang stehen, rate ich, kontinuierlich Zeit und Aufwand zu investieren und beharrlich zu bleiben, auch wenn der Erfolg noch nicht sichtbar ist. Behaltet eure Bissigkeit, denn irgendwann summieren sich die kleinen Erfolge auf. 

Lerne auf die Schnauze zu fallen

Auch wir haben auf unserem Weg ein paar Fehler gemacht. Ich finde es wichtig, diese Fehler zu machen und verschiedene Sachen auszuprobieren und sie genau zu hinterfragen. Mein Geheimnis zum Unternehmertum ist die Überzeugung, dass aufgeschobene Belohnungen besser sind, als Instant-Belohnungen. So lernt man, geduldig zu bleiben. Manchmal hilft es, Aufgaben und Erledigungen im Kalender zu streichen, um sich zu zeigen, dass man etwas geschafft hat. Später erntet man die Früchte seiner Arbeit und sieht, dass der Aufwand sich gelohnt hat und die Zukunft grün schimmert.


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Which method is right for you?Über die Autorin: Inara Muradowa ist Shopify Partner, SEO-Expertin und Corporate Blogger. Neben technischer Suchmaschinenoptimierung und SEO-Beratung steht sie Unternehmen mit Konzeption und Verfassen von professionellen Blogposts tatkräftig zur Seite.