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Alles unter Kontrolle: ERP- und Warenwirtschaftssysteme im Vergleich

Warenwirtschaftssysteme Vergleich

Sobald der E-Commerce-Erfolg einschlägt, sieht der Alltag vieler Onlinehändler*innen ähnlich aus: zahlreiche einfliegende Bestellungen, viele Abverkäufe und lange Packlisten. Was für manche wie ein Traumszenario klingt, kann schnell ins Chaos umschwenken. Insbesondere wenn Bestellungen manuell exportiert werden oder händisch in andere Systeme übertragen werden müssen, überschattet der Stresspegel die Euphorie.

Genau aus diesem Grund setzen Unternehmen vermehrt auf Warenwirtschaftssyssteme bzw. ERP-Systeme, die direkt mit deren Onlineshop interagieren und für einen reibungslosen Ablauf sorgen.


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Was ein solches System kann, lässt sich simpel erklären: da diese Systeme mit dem eigenen Onlineshop verbunden sind, können sie die Bestellungen abholen und Zahlungen sowie Warenausgänge verbuchen und anschließend alle Unterlagen (Rechnungen, Lieferscheine, Versandetiketten etc.) für den Versand vorbereiten. Auch Nachbestellungen beim Lieferanten können durch solche Systeme ausgeführt werden. Oft passiert das alles vollautomatisiert. Ganz ohne ist dieses Thema jedoch nicht, denn die Auswahl an Anbietern ist groß. Genau deswegen haben wir dir ein wenig Arbeit abgenommen.

In diesem Artikel klären wir den Unterschied zwischen Warenwirtschaftssystemen, kurz WaWi, und ERP-Systemen, zeigen dir, warum sich der Einsatz für dich lohnt und stellen dir im übersichtlichen Vergleich elf der wichtigsten WaWi-Anbieter und deren Funktionsumfang vor. Los geht’s!


Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist der Unterschied zwischen Warenwirtschaftssystem und ERP?
  2. Warum sollte man als Händler ein WaWi-/ERP-System nutzen?
  3. Welches Warenwirtschaftssystem passt zu mir?
  4. Warenwirtschaftssysteme im Vergleich
  5. Kosten von WaWi-/ERP-Systemen
  6. Gibt es besondere Fallstricke, auf die Händler bei der Wahl eines WaWi-/ERP-Systems achten sollten?
  7. Welche Trends im Bereich WaWi-/ERP-System könnten zukünftig auf Händler zukommen?

1. Was ist der Unterschied zwischen Warenwirtschaftssystem und ERP?

Ist ein ERP-System das gleiche wie ein Warenwirtschaftssystem? Auch wenn beide Begrifflichkeiten häufig synonym verwendet werden, unterscheiden sie sich nach ihren betrieblichen Aufgaben.

Warenwirtschaftssystem

Ein Warenwirtschaftssystem ist eine Unternehmenssoftware, die vor allem den Warenfluss im Geschäftsprozess abbildet und somit für Handelsunternehmen mit zahlreichen Warenbewegungen große Relevanz hat. Innerhalb einer grafischen Benutzeroberfläche bilden diese Systeme Daten für folgende Kernbereiche ab:

  • Beschaffung
  • Bedarfsermittlung
  • Verkauf und Warenausgang
  • Logistik und Lagerung
  • Produktion: Verbrauchsermittlung, Entsorgung, Recycling

Auch automatische Aufgaben der Disposition, sowie Rechnungskontrolle und Kassenabwicklung können hierbei zum Tragen kommen.

ERP

ERP steht für Enterprise Resource Planning (= Geschäftsressourcenplanung) und stellt ein erweitertes Warenwirtschaftssystem dar. Derartige Systeme fokussieren sich nicht bloß auf Warenbewegungen, sondern sämtliche Prozesse, die damit im Zusammenhang stehen. Diese Softwares sind wesentlich komplexer und sorgen für eine gesamtheitliche Ressourcenplanung und -steuerung. Zu den Funktionsbereichen von ERP-Systemen zählen:

  • Kapital
  • Vertrieb & Marketing
  • Beschaffung
  • Bedarfsermittlung
  • Logistik und Lagerung
  • Produktion
  • Materialwirtschaft
  • Personalwesen
  • Finanz- und Rechnungswesen
  • Controlling

ERP-Systeme entwickelten sich durch die zunehmende Komplexität in Unternehmen und das Zusammenspiel aus vielen, verschiedenen integrierten Systemen. ERP-Systeme sorgen dafür, dass alle Bereiche an einem Ort zentralisiert werden und Informationsflüsse optimiert werden können.

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Lade dir hier die Übersicht aller Warenwirtschaftssysteme herunter und vergleiche alle Features, die dir zur Verfügung stehen:

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2. Warum sollte man als Händler ein WaWi-/ERP-System nutzen?

Die Verwendung von Warenwirtschaftssystemen ist längst nicht mehr nur den großen Unternehmen vorbehalten, vielmehr haben sie sich in Unternehmen jeder Größe etabliert. Einen wichtigen Grund dafür sieht Dirk Haschke, General Manager DACH von Descartes Systems in der Auftragsentwicklung: „Online-Händler bzw. Direct-to-Consumer-Brands müssen sehr häufig extremes (bis zu Verzehnfachung des durchschnittlichen Versandvolumens!) volatiles Wachstum stemmen. Gleichzeitig steht das perfekte Kundeneinkaufserlebnis an oberster Stelle. Um diese Versprechen erfüllen zu können, sollten Händler Software-Systeme einsetzen, die einen reibungslosen Ablauf interner Arbeitsabläufe garantieren.“.

Warenwirtschaftssysteme sind kurz gesagt Zeitsparer, Kostenschoner und Aufwandsminimierer. Sie erleichtern zahlreiche Arbeitsschritte, die ansonsten manuell umgesetzt werden müssten und arbeiten exakter, schneller und umfangreicher, als das durch (Wo)Manpower realisierbar wäre.

Manuel Pietzsch, Product Owner der JTL-Wawi, fasst es wie folgt zusammen: „Da der Onlinehandel von sich wiederholenden und gleichzeitig ablaufenden Prozessen geprägt ist, kann eine Warenwirtschaft hier gezielt unterstützen. Sie hilft Händlern dabei, den Überblick zu behalten und Bearbeitungs- und Versandzeiten für ihre Kunden zu verkürzen“.

Vor allem wenn nicht nur ein Verkaufskanal zum Einsatz kommt, wird die Nutzung eines WaWi zum Knackpunkt, so Julian Hornung, Head of Development bei Tricoma: „Durch ein Multichannel-System ist die Verwaltung aller Verkaufskanäle über ein zentrales System um ein Vielfaches einfacher und schneller“.

Lesetipp: Warum Omnichannel der nächste Schritt für dein Business ist und wie du es mit Shopify umsetzt, liest du hier.

Betrachtet man einige Beispiele, wird diese Aufwandsverkürzung deutlich. Durch WaWis können z.B.

  • Rechnungen mit wenigen Klicks erstellt werden,
  • Warenein- und -ausgänge in Echtzeit vom System kontrolliert werden,
  • Entscheidungen für Nachbestellungen schneller getroffen werden,
  • Entscheidungen für die Verkaufsförderung bestimmter Produkte schneller gefällt werden.

Ertan Özdil, CEO von weclapp sieht in der Zentralisierung den größten Vorteil: „Mithilfe eines modernen ERP-Systems können Händler alle wichtigen Unternehmensprozesse optimieren und automatisieren. Die Konsolidierung aller relevanten Daten an einem zentralen Ort sorgt zusätzlich für mehr Transparenz und Überblick“. Aber auch folgende Vorteile sprechen für die Systeme.

Die Vorteile auf einen Blick:

  • Bessere Kommunikation einzelner Unternehmensbereiche
  • Lagerbestände jederzeit im Blick
  • Unterstützung im Einkauf
  • Vertriebskanäle werden synchronisiert
  • Versandabwicklung funktioniert automatisiert
  • Vereinfachung von Verkaufsprozessen
  • Einsparung von Kosten, Zeit und Aufwand
  • Schnellere Versandzeiten und reduzierte Versandfehler führen zu mehr glücklichen Kunden
  • Geringer Personaleinsatz im Lager und damit Erhöhung des Gewinns
  • Bessere Lagerplatzausnutzung und damit weniger Lagerkosten
  • Geringerer Personaleinsatz bei Retouren und schnellere Abarbeitung

Glückliche Kunden und optimierte Prozesse stehen auch bei Frank Oddey, Geschäftsführer von DreamRobot an oberster Stelle:Eine WaWi hilft, Fehler zu vermeiden und stets den Überblick zu behalten. Die gefürchteten Überverkäufe werden vermieden, z.B. durch einen portalübergreifenden Mengenabgleich. Auch kann man mit einer WaWi den hohen Ansprüchen moderner Marktplätze gerecht werden, was schnelle Lieferzeiten und späte Cut-Offs betrifft. So wird höchste Kundenzufriedenheit garantiert“.

Was durch die Nutzung von Warenwirtschafts- oder ERP-Systemen bleibt, ist mehr Zeit für die Skalierung, die Entwicklung neuer Geschäftsfelder und frische, einschlagende Ideen. Das bestätigt auch Benedikt Sauter, CEO von xentral: „WaWi- bzw. ERP-Systeme denken für euch mit, synchronisieren verschiedene Vertriebskanäle wie Shop, Amazon oder LEH, automatisieren z. B. die Versandabwicklung oder Produktion – sie vernetzen alle Geschäftsbereiche an einem Ort. So habt ihr neben einem allumfassenden Überblick auch mehr Zeit für Euer Wachstum, brainy Ideen und neue Geschäftsfelder“.


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3. Welches Warenwirtschaftssystem passt zu mir?

Vielleicht haben wir dich an dieser Stelle schon vom Einsatz eines derartigen Systems überzeugt. Jetzt beginnt allerdings erst die Recherchearbeit für dich, denn du musst evaluieren, welches System zu dir passt und deine Anforderungen erfüllen kann. Um dich an dieser Stelle nicht mit stundenlanger Anbietersuche allein zu lassen, haben wir die elf größten WaWi-Anbieter beleuchtet und möchten dir diese kurz vorstellen, bevor du in unserer umfangreichen Vergleichstabelle erfährst, was jeder einzelne mit sich bringt.


xentral
:

xentral ist eine vollumfängliche Business Software, die es modernen Teams ermöglicht, ihre Produkte und Services zentral abzubilden und zu managen und so noch erfolgreicher mit der Welt zu teilen. Startups und etablierte Unternehmen aller Branchen greifen mit xentral auf mehr als 1.000 Funktionen rund um die Bereiche Vertrieb, Produkt, Logistik, Finance, Team- und Projektmanagement zu. Shopify-Händler wie Bitterliebe, Y-Food oder Lizza setzen bereits auf das System.


plentymarkets
:

plentymarkets ist ein E-Commerce ERP-System der plentysystems AG aus Kassel, das Warenwirtschaft mit Shopsystem und Omni-Channel-Vertrieb inkl. POS-System verbindet. Dank umfangreicher Funktionen und Schnittstellen lässt sich mit der online-basierten Software der gesamte On- und Offline-Handel voll automatisiert umsetzen, die Anbindung an Marktplätze ist dabei die Kernkompetenz der cloudbasierten Lösung. Der Shopify-Store von Shape Republic nutzt das ERP-System bereits.

Zur Erfolgsstory von Shape Republic und der Anbindung von Drittsystemen an Shopify gelangst du hier. 


Actindo
:

Die 2007 gegründete Actindo AG aus dem bayerischen Ismaning gehört mit ihrem ERP-System zu den deutschen Cloud-Pionieren. Die Actindo Unified Commerce Suite unterstützt heute die gesamte Bandbreite klassischer ERP-Prozesse, schlägt eine Brücke zu Altsystemen und arbeitet gleichzeitig mit modernen Webshop-Systemen zusammen. Kunden profitieren so von einer digitalen Infrastruktur für reibungslosen Unified Commerce. Das Unternehmen hat über 2.600 Kunden im deutschsprachigen Raum.


Billbee
:

Billbee aus Detmold bietet eine umfangreiche, leicht zu bedienende Auftragsabwicklung, Warenwirtschaft und Automatisierungslösung für Verkäufer, die Produkte über einen oder mehrere (Online)-Kanäle verkaufen. Dabei können alle relevanten Prozesse im Handelsumfeld durch Billbee bzw. direkt angebundene und integrierte Partner abgebildet werden. Billbee richtet sich dabei ebenso an kleinere Unternehmen. Zahlreiche Shopify-Händler wie Paperlike, Kerbholz, pandoo, Sternglas, Happy Coffee oder Kavaj haben die Software im Einsatz.


Sternglas war übrigens auch schon im Shopify Podcast! Hier hörst du die Erfolgsgeschichte des Hamburger Gründers Dustin Fontaine. 

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      JTL

      Die JTL-Software-GmbH zählt zu den führenden Anbietern innovativer E-Commerce-Softwares im deutschsprachigen Raum. Im Zentrum der Produktpalette steht die Warenwirtschaft JTL-Wawi. Sie gehört zu den wenigen kostenfreien Warenwirtschaftssystemen auf dem deutschsprachigen Markt mit gleichzeitig großem Funktionsumfang. Die Wawi eignet sich sowohl für kleine Händler, die gerade erst im E-Commerce starten, als auch für große Unternehmen mit vielen Niederlassungen, Warenlagern und Vertriebswegen. JTL-Wawi ist mit zahlreichen Drittanbieter-Lösungen konnektierbar.


      DreamRobot:
      Die cloudbasierte E-Commerce-WaWi von DreamRobot, die bereits seit 2003 auf dem Markt besteht, ist ein Tool für Onlinehändler jeder Größe – egal ob Start-up oder bereits etabliertes Unternehmen mit hohen Auftragszahlen. Was einst als Lösung für eBay-Powerseller gedacht war, ist längst im Multichanneling angekommen und sorgt für eine Bestellabwicklung mit direkten Schnittstellen zu verschiedenen Marktplätzen und Shopsystemen. Shopify-Kunden wie Heim-Haus-Garten haben die Bielefelder Warenwirtschaft im Einsatz.

      Lesetipp: Wie DreamRobot mit Shopify ein perfektes Team für Unternehmen sein kann, haben wir hier beschrieben.


      VARIO:

      Die 1994 gegründete VARIO Software AG ist Hersteller von ERP-Software für kleine und mittelständische Handels- und Fertigungsunternehmen sowie für Dienstleistungsunternehmen in der gesamten DACH-Region. Das Unternehmen hat den Hauptsitz in Neuwied am Rhein bei Koblenz und greift auf Erfahrungen aus über 10.000 Kundenprojekten in den letzten 25 Jahren zurück. Das ERP-System von VARIO verbindet den Handel, aber vor allem den E-Commerce mit einem PPS-System, einer Werkstattsoftware, Verleihsoftware oder dem Field-Service.


      Descartes
      pixi:

      Als Mitglied der Descartes Systems Group ist die Descartes Systems (Germany) GmbH einer der führenden Hersteller für Warenwirtschaftssoftware und cloudbasierten Lagerlogistik-Lösungen im E-Commerce. Mit den Lösungen pixi WMS und pixi ERP deckt Descartes alle E-Commerce- und Omnichannel-Backend-Prozesse eines E-Commerce-Unternehmens ab. Neben dem Hauptsitz in Waterloo (Ontario, Kanada) unterhält das Unternehmen Niederlassungen und Partner auf der ganzen Welt. Shopify-Händler wie Snocks oder Twothirds vertrauen auf die Lösungen.


      faveo
      :

      Die faveo GmbH mit Sitz in Essen ist ein führender Anbieter von innovativer Cloud-ERP-Software speziell für den Handel. 1995 gegründet, ist faveo heute Teil der GWS-Unternehmensgruppe und zertifizierter Microsoft-Gold-Partner für ERP. Das rund 60-köpfige Team entwickelt und implementiert ERP-Lösungen auf Basis von Microsoft Dynamics 365 Business Central - immer mit dem Ziel, die Digitalisierung kleiner und mittelständischer Handelsunternehmen voranzutreiben und ihre Prozesse transparenter und effizienter zu gestalten.


      weclapp
      :

      weclapp gehört aktuell zu den am schnellsten wachsenden Cloud-ERP-Systemen in Europa und wurde bereits dreimal in Folge als ERP-System des Jahres ausgezeichnet. Seit 2008 hat sich weclapp das Ziel gesteckt, Unternehmen den Arbeitsalltag durch moderne Software spürbar zu vereinfachen. Egal ob CRM, Warenwirtschaft oder Buchhaltung – mit weclapp können Teams alle wichtigen Geschäftsprozesse intelligent in einer All-in-One-Software steuern.

      tricoma:

      tricoma entwickelt seit 2008 insbesondere im Bereich E-Commerce individuell auf Unternehmen zugeschnittene Softwarelösungen auf Cloud-Computing-Basis. Durch die Möglichkeit der Individualisierung durch tricoma oder in Form von Eigenentwicklungen vom Kunden kann das System auf jeden Kunden zugeschnitten werden. Die tricoma Online-Warenwirtschaft läuft betriebssystemunabhängig im Browser und verfügt über zahlreiche Schnittstellen.

      4. Warenwirtschaftssysteme im Vergleich

      Damit dir der Überblick über alle elf Anbieter leichter fällt, haben wir verschiedene Bereiche beleuchtet und tabellarisch für dich aufbereitet. Die Vergleichstabelle der einzelnen, hier vorgestellten Warenwirtschafts- und ERP-Systeme kannst du einfach kostenlos herunterladen. Sie gibt Aufschluss darüber, welchen Funktionsumfang jedes einzelne Tool mit sich bringt, welche Schnittstellen zu anderen Systemen bestehen, wie die Software mit Shopify verbunden werden kann, welche Kosten bei der Nutzung auf dich zukommen und welche Skalierungsmöglichkeiten es gibt.


      Lade dir hier die Übersicht aller Warenwirtschaftssysteme herunter und vergleiche alle Features, die dir zur Verfügung stehen:

      Kostenlos für dich: Der große Vergleich aller WaWi & ERP-Anbieter

      Welches WaWi & ERP-System passt perfekt für dein Business? Finde es heraus!


      5. Kosten von WaWi-/ERP-Systemen

      Die in der Tabelle angegebenen Kosten sind Richtwerte, die je nach Anbieter variieren können. Die Kosten sind abhängig von der Nutzerzahl, dem Funktionsumfang, der Betriebsgröße, der Abrechnungsperiode, der Vertragslaufzeit oder den Transaktionen (Bestellvorgänge) pro Monat. Einige Anbieter berechnen zudem einen bestimmten Wert pro Bestellung mit Kosten-Airbag, sodass die Kosten nicht ins Unendliche steigen.

      Des Weiteren kann man bei vielen der vorgestellten Anbieter zwischen dem Kauf der Software, einem Kauf-Leasing oder einer monatlichen Miete auswählen. Einige wenige Systeme sind zudem kostenfrei nutzbar, verfügen aber über kostenpflichtige Zusatzmodule.

      6. Gibt es besondere Fallstricke, auf die Händler bei der Wahl eines WaWi-/ERP-Systems achten sollten?

      Damit die Wahl für ein ERP-System nicht zur Falle wird, gibt es vor der Entscheidung einige Dinge zu beachten. „Viele Unternehmen nutzen nicht das volle Potenzial ihres WaWi- bzw. ERP-Systems aus - schätzungsweise nicht einmal 60 %. Deshalb sollte ein klares Augenmerk auf guten Service gelegt werden“, so Hendrik Schneider, zuständig für Business Development bei VARIO. Wenn es um die Auswahl des richtigen Warenwirtschaftssystems geht, ist es wichtig, dass sich Onlinehändler*innen vor der Anschaffung einige essenzielle Fragen stellen. So zum Beispiel:

      • Wo sehe ich mein Unternehmen in zehn Jahren?
      • Welche Arbeiten möchte ich noch selbst erledigen, welche sollen automatisiert erfolgen?
      • Ist die WaWi auf Prozesse im E-Commerce ausgelegt?
      • Kann ich wiederkehrende Arbeitsabläufe digitalisieren und automatisieren?
      • Kann ich Versand-Peaks ohne Performance-Einbußen abwickeln?
      • Kann ich sicherstellen, dass ich immer die richtige Ware versende und Barcodes unterstützt werden?
      • Kann ich Retouren-Prozesse effizient, ohne manuelle Manpower abbilden?
      • Wie einfach und schnell kann ich neue Mitarbeiter einlernen?
      • Hilft mir die WaWi dabei, Kunden an mich zu binden, damit sie zu Wiederkäufern werden?
      • Kann die Warenwirtschaft flexibel mit meinem Unternehmen und meinen Prozessen wachsen und problemlos durch Add-ons, zusätzliche Tools und Eigenentwicklungen erweitert werden?
      • Besitzt das System ein ausgereiftes Supportmodell?
      • Ist das Warenwirtschaftssystem am Markt etabliert und somit tendenziell zukunftssicherer?

      Am wichtigsten ist es für Händler*innen genau zu wissen, welche Ziele sie verfolgen und welche Anforderungen sie an ein Warenwirtschaftssystem oder ERP stellen. Welche Funktionen besonders wichtig sind, hängt dabei immer von den eigenen Verkaufskanälen und Absichten ab. Hier bietet es sich an, verschiedene Systeme vorab zu testen, denn ein Wechsel im laufenden Betrieb kann sich als schwierig entpuppen. Das sieht auch Renée Kreijkes, Marketing Lead bei Billbee so: „Generell empfehlen wir den Händlern immer sich mehrere Systeme anzuschauen und auszuprobieren. Jeder hat andere Präferenzen und jedes System hat seine Vor- und Nachteile, oder einen anderen Fokus. Da muss der Händler schauen, wo er den meisten Mehrwert für sich ziehen kann“.

      Lesetipp: Wie Shopify-Händler*innen leicht Partner in ihrer Nähe finden können, haben wir hier beschrieben.

      Dass es aber nicht ausschließlich auf den Funktionsumfang ankommt, gibt Tobias Burger, Head of Product bei faveo, zu bedenken: „Schaut euch das Unternehmen hinter der Software an. Die Erfahrung des Anbieters in eurer Branche spielt eine entscheidende Rolle für den erfolgreichen Einsatz eines Warenwirtschaftssystems. Es ist wichtig, dass der Anbieter sicher aufgestellt ist und zukunftsorientiert arbeitet. Nur so könnt ihr sicherstellen, dass ihr auch morgen noch einen verlässlichen Partner mit einer topaktuellen und zuverlässigen Software an eurer Seite habt“.

      Je komplexer die Prozesse im Unternehmen und je mehr Verkaufskanäle dazu kommen, desto sinnvoller ist es, ein ERP- oder Warenwirtschaftssystem zu nutzen und eine gezielte, personalisierte Automatisierung einzuführen. Die Systeme werden sich jederzeit weiterentwickeln. Boris Krstic, Vorstand der Actindo AG dazu: „Der Trend geht hin zu einem Unified Commerce mit gezielter und personalisierter Ansprache über alle Vertriebskanäle hinweg. Die Umsetzung ist bei mittelständischen Unternehmen durch die Vielzahl an unterschiedlichen Bestandssystemen häufig jedoch schwierig. Damit diese Strategie sauber funktionieren kann, ist es sinnvoll einen zentralen Datenhub zu etablieren anstatt viele fehleranfälligere Punkt-zu-Punkt-Verbindungen“.

      Tendenziell werden ERP-Systeme stärker an Bedeutung gewinnen, weil sie im Kontrast zu starren Softwarelösungen stehen und die Agilität in einem skalierbaren Unternehmen unterstützen.

      Geht es um Trends, stehen viele weitere Themen auf der To-Do-Liste, wie Bernhard Weiß, Vorstand der plentysystems AG, erläutert: „Zukünftig wird die automatisierte Abwicklung komplexerer Geschäftsprozesse im Rahmen einer Multichannel-Strategie noch wichtiger werden. Außerdem wird der Datenschutz sowie steuerliche Aspekte weiter in den Fokus rücken, gerade für Händler mit internationaler Ausrichtung. Auch die Themen Business Intelligence und KI/ML werden die Branche zukünftig mehr und mehr in unterschiedlichsten Unternehmensbereichen unterstützen“.

      Lesetipp: Welche Trends den E-Commerce 2020 in Atem halten werden, haben wir hier aufgeschlüsselt.

      Aber auch folgende Trendthemen werden für Händler, die ein Auge auf ERP- und Warenwirtschaftssysteme geworfen haben, in den nächsten Monaten an Bedeutung gewinnen:

      Einfachheit: Die Lösungen werden zukünftig so aufgebaut werden, dass sie es dem User noch einfacher machen, Entscheidungen auf Basis von Vorschlägen der Software zu treffen.

      Datenaustausch: Transparente Lieferketten sind enorm wichtig. Deswegen muss der Datenaustausch zwischen einzelnen Systemen in Echtzeit stattfinden, um das Einkaufserlebnis zu maximieren. Dazu gehören sowohl die Echtzeit-Verfügbarkeitsanzeigen im Shop als auch die zu erwartende Lieferzeit und Track and Trace bis zur Haustür.  

      Social Distancing: Corona hat den kompletten Handel aufgemischt und gezeigt, wie wichtig es ist, schnell reagieren zu können. Diese Maßnahmen werden noch länger anhalten. Die WaWi muss Social Distancing durch wenig Administrationsaufwand ermöglichen. Schichtarbeiten im Lager, um Mitarbeiter pro Fläche zu reduzieren und trotzdem ein hohes Versandvolumen zu bewältigen, stehen dabei an oberster Stelle.  

      Individualität: Intelligente Apps sowie ein stetiger Funktionszuwachs für mehr Individualität gehört zum Trendthema Nummer eins. Hier wird auch in Zukunft stetig Neues dazukommen.


      Unternehmen, die zukunftsfähig sein wollen und ihre Zeit und Energie nicht in die Administration etlicher Prozesse und Systeme stecken möchten, sollten sich jetzt mit der Nutzung von Warenwirtschaftssystemen auseinandersetzen. Unsere Vergleichstabelle hilft euch hoffentlich dabei, die richtige Wahl für euer Unternehmen zu treffen!


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      Which method is right for you?Über die Autorin: Caroline Dohrmann ist Online-Marketing-Managerin und Content-Enthusiastin. Wenn sie nicht gerade Shopify-Händlern und Händlerinnen die besten Geheimtipps in Interviews entlockt, schreibt sie im Blog über die Shopify-Community, Social Media und was das Online-Marketing gerade bewegt.