Möchtest du einen Onlineshop erstellen?

Die Gewerbesteuer im E-Commerce: Das solltest du wissen

Eine Person, von der nur die Hände sichtbar sind, bearbeitet Formulare zur Gewerbesteuer

Du willst dein eigenes E-Commerce-Business führen oder bist schon mitten im Aufbau deines Shops? Dann wirst du mit großer Wahrscheinlichkeit bald Gewerbesteuer zahlen müssen. Komplett davon befreit sind nur Freiberufler:innen sowie Forst- und Landwirtschaftsbetriebe. Da in Onlineshops aber in der Regel Waren verkauft werden, unterliegen diese der Gewerbesteuerpflicht. Was du als Händler:in über die Gewerbesteuer wissen musst, erfährst du in diesem Beitrag.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Was ist die Gewerbesteuer und wer muss sie zahlen?
  2. Gewerbesteuererklärung und -bescheid
  3. So wird die Gewerbesteuer berechnet

Auf ins E-Commerce-Business: Starte deinen eigenen Onlineshop mit Shopify und teste alle Funktionen 14 Tage lang kostenlos.


Was ist die Gewerbesteuer und wer muss sie zahlen?

Die Gewerbesteuer ist die wichtigste Einnahmequelle von Kommunen und wird von ihnen auf Basis deines Jahresgewinns erhoben. Fällig wird sie also, sobald du mit deinem Unternehmen Gewinne erzielst oder deine Gewinne den Gewerbesteuerfreibetrag (gilt nicht für KGs) übersteigen. Geregelt sind alle Details der Gewerbesteuer im Gewerbesteuergesetz (GewStG).

Musst du Gewerbesteuer zahlen?

Bei der Frage, ob du Gewerbesteuer zahlen musst, hilft dir eine simple Überlegung: musstest du für dein Unternehmen einen Gewerbeschein beantragen? Dann bis du in der Regel auch gewerbesteuerpflichtig. 

Die Rechtsform deines Unternehmens spielt hier allerdings noch eine wichtige Rolle. Bestenfalls zahlst du als Neugründer:in nur eine geringe oder gar keine Gewerbesteuer, denn Personengesellschaften, beispielsweise die GbR und die UG, sowie Einzelunternehmen profitieren vom Gewerbesteuerfreibetrag in Höhe von 24.500 €. Übersteigt deren Gewinn den Freibetrag nicht, fällt auch keine Gewerbesteuer an.

Kapitalgesellschaften wie die GmbH hingegen dürfen keinen Freibetrag nutzen, sondern müssen ihren kompletten Jahresgewinn versteuern.   

Lesetipp: Alles, was du über die Gründung eines Kleingewerbes wissen musst, haben wir in unserem Blog für dich zusammengestellt. 

Risiko für Freiberufler:innen 

Wie bereits erwähnt, sind Freiberufler:innen sowie Forst- und Landwirtschaftsbetriebe von der Gewerbesteuer ausgenommen. Zu diesen zählen Personen, die unabhängige Dienstleistungen anbieten, wie Ärzte bzw. Ärztinnen, im Journalismus Tätige oder Kunstschaffende.

Allerdings können Freiberufler:innen unbedacht schnell zu Gewerbetreibenden werden. Entschließt sich zum Beispiel eine Tierärztin dazu, in ihrer Praxis Futter oder Tierzubehör zu verkaufen, gilt dies als Gewerbetätigkeit, die eines Gewerbescheins bedarf und somit auch der Gewerbesteuerpflicht unterliegt.

Ein Hund wir von seiner Besitzerin mit einem direkt bei der Tierärztin gekauften Spezialfutter gefüttertSpezialfutter direkt bei der Tierärztin kaufen zu können erfreut Tierbesitzer:innen, bedeutet aber die Gewerbesteuerpflicht für die Händlerin.

Solltest du unsicher sein, ob du gewerbesteuerpflichtig bist, kannst du beim Finanzamt nachfragen.

Kostenlos und exklusiv für dich: Der Shopify-Starter-Guide (40-seitiges Ebook)

Die Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt dir, wie du deinen Onlineshop einrichtest!

Gewerbesteuererklärung und -Bescheid

Sobald du ein Gewerbe angemeldet hast und gewerbesteuerpflichtig bist, musst du eine Gewerbesteuererklärung für jedes deiner geführten Unternehmen abgeben. Einreichen musst du diese beim Finanzamt, auch wenn die Gewerbesteuer von den Gemeinden erhoben wird.

Das Finanzamt berechnet mithilfe deiner Angaben den entsprechenden Gewerbesteuermessbetrag (3,5 Prozent vom zu versteuernden Gewinn) und gibt ihn an die Gemeinde weiter, damit sie ihren individuellen Gewerbesteuerhebesatz (min. 200%) darauf anwenden kann. Aus diesem Grund bekommst du deinen endgültigen Gewerbesteuerbescheid auch von der Gemeinde und nicht vom Finanzamt.

Hinweis

Die Kommunen bestimmten den Gewerbesteuerhebesatz selbst. Führst du ein Unternehmen mit mehreren Standorten, wird dementsprechend für jeden Standort eine gesonderte Gewerbesteuer fällig. 

Fälligkeit der Gewerbesteuer

Hast du deinen Gewerbesteuerbescheid erhalten, zahlst du deine Gewerbesteuer auf dessen Grundlage im neuen Wirtschaftsjahr im Voraus. Diese Zahlungen sind viermal jährlich und immer in der Mitte jedes Quartals fällig, also am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und am 15. November.

Lesetipp: Um Zahlungen wie die obenstehenden zu tätigen, macht es Sinn ein eigenes Konto zu haben. Lies hier, wie du ein Geschäftskonto eröffnen kannst.

Anrechnung auf die Einkommenssteuer 

Einen kleinen Lichtblick gibt es noch für dich als Händler:in. Du darfst deine Gewerbesteuer auf deine Einkommenssteuer anrechnen. Wie viel du von der Einkommenssteuer abziehen kannst, berechnet sich nach dem Gewerbesteuermessbetrag, also dem Betrag, der vom Finanzamt ermittelt und auf den noch kein Hebesatz angewendet wurde.

Als Obergrenze ist das 3,8-fache des Gewerbesteuermessbetrags festgelegt. Das heißt: sobald der Hebesatz 380% nicht übersteigt, kannst du die komplette Gewerbesteuer von deiner Einkommenssteuer abziehen. Allerdings ist das eher die Ausnahme, da die meisten Kommunen einen höheren Hebesatz als 380% vorgeben. Dann bleibt dir eine anteilige Anrechnung.

So sieht die Formel für die Anrechnung auf die Einkommenssteuer aus:

Eine Grafik zeigt die Formel zur Verrechnung der Gewerbesteuer mit der Einkommenssteuer

Die Gewerbesteuer gilt als Privatentnahme und darf daher nicht als betriebliche Ausgabe von der Steuer abgesetzt werden.

Lesetipp: 5 Dinge, die du als Unternehmer:in lernen solltest, findest du in unserem Blog.

So wird die Gewerbesteuer berechnet

In die Berechnung des Gewerbesteuerbetrags fließen verschiedene Komponenten deines Unternehmens ein. Auch die Gemeinde, in der du ansässig bist, spielt eine wichtige Rolle. So berechnest du deine Gewerbesteuer Schritt für Schritt:

Schritt 1

Zu Beginn ermittelst du den Gewerbeertrag aus deinem Jahresgewinn, Hinzurechnungen und Kürzungen. Hinzugefügt bzw. abgezogen werden können zum Beispiel Zinsen, Mieten, Rentenzahlungen oder bestimmte Dividenden. Hier solltest du genau prüfen oder prüfen lassen, welche Beträge du angeben kannst oder musst. Danach ziehst du, falls du dazu berechtigt bist, den Freibetrag von 24.500€ ab. Runde nun noch auf die vollen hundert Euro ab und du erhältst deinen Gewerbeertrag.

Schritt 2

Weiter geht’s mit der einheitlichen Steuermesszahl von 3,5 %. Die multiplizierst du mit deinem Ergebnis aus Schritt 1 und erhältst den Gewerbesteuermessbetrag,

Schritt 3

Jetzt wird’s individuell. Für den letzten Schritt benötigst du nämlich den Gewerbesteuerhebesatz und der kann für jede Gemeinde unterschiedlich sein. Vergewissere dich also, welcher Hebesatz für dich und dein Unternehmen gilt und multipliziere ihn mit dem Gewerbesteuermessbetrag aus Schritt 2.

Zusammengefasst sieht die Formel für die Ermittlung der Gewerbesteuer so aus:

Eine Grafik zeigt die Formel zur Berechnung der Gewerbesteuer

Beispiel

In folgender Tabelle findest du ein Rechenbeispiel zu einer Personengesellschaft mit einem Jahresgewinn von 120.000 € und Sitz in Berlin.

Eine Grafik zeigt die Formel zur Berechnung der Gewerbesteuer und eins zugehöriges Beispiel

Fazit:
Bist du ein Händler oder eine Händlerin, mit mehr als 24.500€ Jahresumsatz, musst du die Gewerbesteuer auf deinen Jahresgewinn abgeben. Diese ist dabei sehr individuell und hängt von einigen Faktoren ab. Wir hoffen, dass du die Berechnung deiner eigenen Gewerbesteuer durch unseren Beitrag besser verstehen konntest und raten dir, dich bei tiefergehenden Fragen an das Finanzamt zu wenden.


Starte deinen eigenen Onlineshop mit Shopify!

14 Tage lang kostenlos testen—keine Kreditkarte erforderlich.


Häufig gestellte Fragen zur Gewerbesteuer

Was ist die Gewerbesteuer?

Die Gewerbesteuer ist die wichtigste Einnahmequelle von Gemeinden und bezieht sich auf den Jahresgewinn eines Unternehmens.

Wer ist von der Gewerbesteuer befreit?

Von der Gewerbesteuerbefreit sind Freiberufler:innen sowie Forst- und Landwirtschaftsbetriebe. Liegt der Jahresgewinn eines Unternehmens, das keine Kapitalgesellschaft ist, unter dem Freibetrag von 24.500 €, wird ebenfalls keine Gewerbesteuer fällig.

Wer erhebt Gewerbesteuer?

Erhoben wird die Gewerbesteuer von der Gemeinde, in der ein Unternehmen ansässig ist. Die Gewerbesteuererklärung muss dennoch beim Finanzamt abgegeben werden. Den Gewerbesteuerbescheid stellt die Gemeinde aus.

Wie hoch ist die Gewerbesteuer?

Die Höhe der Gewerbesteuer ist für jedes Unternehmen unterschiedlich und berechnet sich aus den Jahresgewinnen, der einheitlichen Steuermesszahl von 3,5% und dem individuellen Hebesatz der ansässigen Gemeine von mindestens 200%. Personengesellschaften und Einzelunternehmen profitieren zusätzlich von einem Freibetrag von 24.500 €.

Wann ist die Gewerbesteuer fällig?

Fällig wird die Gewerbesteuer für jedes gewerbetreibende Unternehmen, sobald der Jahresgewinn eines Unternehmens den Freibetrag von 24.500 € übersteigt. Zu zahlen ist die Gewerbesteuer im Voraus für das Folgejahr. Bezahlt wird in der Mitte jedes Quartals, also am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und am 15. November.

Which method is right for you?Über die Autorin: Caroline Dohrmann ist Online-Marketing-Managerin und Content-Enthusiastin. Wenn sie nicht gerade Shopify-Händlern und Händlerinnen die besten Geheimtipps in Interviews entlockt, schreibt sie im Blog über die Shopify-Community, Social Media und was das Online-Marketing gerade bewegt.