Die besten Apps und Integrationen für Shopify Stores in Deutschland

Die besten Apps und Integrationen für Shopify Stores in Deutschland

Thomas Borowski ist ein in Eurasburg am Starnberger See ansässiger Shopify Experte. Er hat seit 2013 weit über einhundert Shopify-Onlineshops für Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz eingerichtet. Für die Leser des Shopify-Blogs stellt Thomas exklusiv die wichtigsten Apps und Integrationen für Shopify Shops in Deutschland vor.

Eine der größten Stärken von Shopify ist das umfangreiche "Ökosystem" aus Apps. Im Shopify App Store gibt es mittlerweile tausende von Apps, mit denen sich alle möglichen Funktionen und Integrationen in Ihrem Shop nachrüsten lassen.

Allerdings lassen sich nicht alle im App Store angebotenen Apps (sinnvoll) in einem Shop in Deutschland nutzen. Nicht jede App bietet z.B. die Möglichkeit, die von Kunden sichtbaren Inhalte zu übersetzen, manche Apps passen nicht zum deutschen Rechts- oder Steuersystem usw. Daher betrachtet dieser Artikel nur die Apps, die für Händler in Deutschland nützlich sind.

Da es nicht für jeden Bereich auch entsprechende Apps im App Store gibt, habe ich außerdem Apps aufgeführt, die nicht im App Store zu finden sind, die aber trotzdem mit Ihrem Shopify Shop integrierbar bzw. nutzbar sind. Somit sollten Sie in diesem Artikel einen guten Überblick darüber bekommen, wie Sie Ihren deutschen Shopify Shop um nützliche Features erweitern können, egal ob über den App Store oder auf anderem Wege.

Rechtssicherheit

Wer einen Onlineshop eröffnet, wird gleich zu Anfang mit einer ganzen Reihe rechtlicher Themen und Fragestellungen konfrontiert, die es zu beachten bzw. zu beantworten gilt. Dieser Artikel kann und will nicht alle rechtlichen Aspekte beleuchten, stattdessen beschränken wir uns hier auf Lösungen für die wichtigsten Punkte, die jeden Shopify-Nutzer in Deutschland betreffen.

Ein Warnhinweis vorab: Die hier dargestellten Informationen sind unverbindlich und stellen keine Rechtsberatung dar. Holen Sie bzgl. der für Ihren Shop geeigneten Lösungen auf jeden Fall den Rat eines Rechtsanwalts ein.

Rechtstexte

Ohne Rechtstexte, also üblicherweise Impressum, AGB, Widerrufsbelehrung, Datenschutzerklärung usw. kommt kein Onlineshop aus. Diese Dokumente sollte man unbedingt von Rechtsanwälten erstellen lassen. Davon, diese Dokumente selbst zu schreiben oder sie von anderen Onlineshops zu "leihen", kann nur abgeraten werden.

Früher, als die Welt noch unkomplizierter war, hat man üblicherweise einen Anwalt mit der einmaligen Erstellung der AGB für ein Unternehmen beauftragt. Mit diesen AGB lebte man dann über Jahre, ohne dass große Änderungen notwendig gewesen wären. Mittlerweile ist die Welt komplexer geworden und AGB und Co. haben oft eine Halbwertszeit von nur wenigen Monaten. Ständig treten neue Gesetze und Verordnungen in Kraft und Urteile werden gesprochen, die Anpassungen an den Rechtstexten erfordern. Mit der einmaligen Erstellung Ihrer Rechtstexte ist es daher nicht mehr getan.

Auf diesem Hintergrund sind in den letzten Jahren sog. "AGB-Services" entstanden. Diese von Anwaltskanzleien betriebenen Angebote bieten für eine monatliche Pauschale rechtssichere AGB und alle sonstigen rechtlichen Dokumente für Onlineshops inkl. Update-Service und Schutz vor Abmahnungen. Man füllt lediglich ein Formular mit Angaben zum Shop, für den die Dokumente erstellt werden sollen, und kopiert die generierten Texte an die entsprechenden Stellen im Shop-Backend.

Es gibt in Deutschland zahlreiche solche Anbieter, wobei aktuell nur einer eine Integrations-App für Shopify im Angebot hat. Die IT-Recht Kanzlei in München bietet neben der Erstellung der Onlineshop-Rechtstexte eine Rechtstexte-App an, mit der die Aktualisierung der Rechtstexte im Shop automatisiert werden kann. 

Rechtstexte-App der IT Recht Kanzlei

Bei jeder Änderung werden die aktuellsten Versionen aller Dokumente automatisch in den Shop übertragen. Damit ist ein wichtiger rechtlicher Aspekt Ihres Shops auf "Autopilot" gestellt, was Ihnen Arbeit spart und vor Fehlern schützt.

Prinzipiell können Sie auch die Rechtstexte anderer Anbieter wie dem Händlerbund, Janolaw oder Protected Shops nutzen. Allerdings müssen Sie in diesem Fall selbst dafür sorgen, dass die Rechtstexte in Ihrem Shop immer auf dem aktuellen Stand sind. Sie werden zwar von diesen Anbietern bei notwendigen Änderungen informiert, Sie müssen die aktualisierten Rechtstexte dann aber immer manuell in Ihren Shop übertragen.

Cookie-Hinweis

Ein weiterer wichtiger Punkt für jeden deutschen Shopify Shop ist die Einhaltung der sog. EU Cookie-Richtlinie. Diese schreibt vor, dass Besucher von Websites über den Einsatz von Cookies informiert werden müssen. Während aktuell noch ein Hinweis auf die Verwendung von Cookies genügt, den der Besucher bestätigt und damit einwilligt, wird ab Mai 2018 die explizite Zustimmung des Besuchers benötigt, um Cookies setzen zu dürfen.

Für die bislang akzeptierte Lösung – ein reiner Cookie-Hinweis mit Button zur Bestätigung – gibt es eine Reihe von Apps zur Integration eines entsprechenden Cookie-Banners in Ihrem Shop, manche sogar komplett kostenlos:

Die verschiedenen Apps lassen sich unterschiedlich umfangreich konfigurieren, z.B. hinsichtlich der Texte, Farben, Link- und Button-Beschriftungen, etc. Allen gemein ist aber, dass sie nur einen einfachen Banner einblenden, der Besuchern nur die Möglicheit gibt, den Cookie-Hinweis zu bestätigen.

EU Cookie Banner

Mit der bis zum 25. Mai 2018 umzusetzenden Datenschutz-Grundverordnung wird eine reine Bestätigung des Einsatzes von Cookies nicht mehr ausreichend sein. Die neue Verordnung verlangt, dass Besucher dem Einsatz von Cookies explizit zustimmen müssen. Vor dieser Zustimmung ist es Websites nicht gestattet, Cookies zu setzen.

Nun ist es aktuell noch so, dass Shopify selbst ohne Zutun von Ihnen als Shopbetreiber Cookies auf dem Rechner jedes Shop-Besuchers setzt. An einer DS-GVO-konformen Lösung wird aber gearbeitet, sodass jeder Shopify Shop rechtzeit zum Mai 2018 den neuen gesetzlichen Anforderungen entsprechen wird.

Bis dahin kann es aber definitiv nicht schaden, jetzt schon einen Cookie-Hinweis einzusetzen, der nicht nur einen Hinweis anzeigt, sondern die gesetzlich geforderte explizite Zustimmung des Besuchers einholt.

Von den o. a. Apps bietet aktuell leider keine diese Möglichkeit. Wer sich aber nicht scheut, ein paar Code-Schnipsel in das Theme seines Shops einzubauen, kann sich auch die Lösungen von Insites oder OneTrust anschauen. Diese bieten deutlich mehr Möglichkeiten als die o. a. Apps, erfordern aber eben die Code-Anpassung Ihres Themes. Wenn Sie diese Anpassungen nicht selbst vornehmen können oder wollen, hilft Ihnen ein Shopify Expert weiter.

Rechnungsstellung und Buchhaltung

Die Erstellung von Rechnungen ist eine der Tätigkeiten, die man gleich von Anfang an soweit wie möglich automatisieren sollte. Das manuelle Hantieren mit Word oder Excel oder der Übertrag von Bestelldaten per Copy & Paste in ein Rechnungsprogramm sind extrem ineffizient und fehleranfällig.

Rechnungen drucken und als PDF erstellen

Die einfachste Lösung hierfür ist die Erstellung von PDF-Rechnungen, welche mit der kostenlosen Order Printer App direkt aus Ihrer Shop-Administration heraus erstellt werden können.

Die bei der Order Printer App mitgelieferte Rechnungsvorlage ist etwas bescheiden, daher empfiehlt es sich, eine der schicken Vorlagen von Order Printer Templates zu kaufen. Es gibt hier Vorlagen für Rechnung, Lieferschein, Geschenkgutschein und Retourenschein in einheitlichen Designs, die in vielen Details angepasst und mit Ihren Rechnungsinformationen versehen werden können. Die fertig individualisierte Vorlage kopieren Sie dann einfach in die Order Printer App.

Order Printer Templates

Wenn Sie sich das Ausdrucken der Rechnung für Ihre Kunden sparen wollen, können Sie mit der Order Printer Emailer App in der Shipping Confirmation E-Mail-Vorlage (zu finden in Ihrem Shop unter Settings » Notifications) einen Link einfügen, über den Ihre Kunden sich ihre Rechnung im PDF-Format herunterladen können.

Buchhaltung

Wenn über die Rechnungsstellung hinaus auch eine Software für die Buchhaltung benötigt wird, bieten sich eher separate Lösungen wie Billbee, sevDesk oder Easybill an. Diese Apps bieten neben der Rechnungserstellung auch noch grundlegende Funktionen zur Buchhaltung bzw. DATEV-Export, sodass Sie die relevanten Daten Ihres Shops in digitaler Form an Ihren Steuerberater bzw. Buchhalter weitergeben können.

Für die Integration von sevDesk gibt es eine eigene App, die Anbindung Ihres Shops and Billbee und Easybill wird aus dem jeweiligen Backend heraus konfiguriert.

Versand & Fulfillment

Eine der zeitraubendsten Tätigkeiten beim Betrieb eines Onlineshops ist das Verpacken und Versenden der Bestellungen. Am Anfang, wenn die Zahl der Bestellungen noch überschaubar ist, kann man den Versand noch selbst erledigen. Sobald die Zahl der täglichen Bestellungen allerdings ein gewisses Maß überschreitet, sollte man sich nach einer Fulfillment-Lösung umsehen.

Eigenhändiger Versand

Wenn Sie Bestellungen selbst per DHL, DPD, Hermes etc. versenden, sollten Sie auf jeden Fall die Erstellung der Versandetiketten automatisieren. Die manuelle Erstellung per Copy & Paste kostet unnötig Zeit, da können Sie selbst bei nur wenigen Bestellungen pro Tag durch die Nutzung einer App schon bis zu einer Stunde sparen.

Für die Erstellung von Versandetiketten gibt es drei mit Shopify integrierte Lösungen:

Die Apps funktionieren alle nach dem gleichen Prinzip: Bestelldaten werden aus Ihrem Shopify Shop in die App importiert und von dort aus werden dann die Versandetiketten für den jeweiligen Versanddienstleister generiert. Die Etiketten können Sie dann als PDF herunterladen und ausdrucken.

SendCloud

Die Apps für SendCloud und Shippo sind kostenlos, da sie direkt vom jeweiligen Anbieter stammen. Die shipcloud-App ist allerdings kostenpflichtig, da sie nicht direkt von shipcloud stammt. Die Kosten für die App kommen in diesem Fall also zu den Versandkosten hinzu.

Fulfillment

Wenn die Anzahl Ihrer Bestellungen den eigenhändigen Versand zunehmend zeitaufwändiger macht, bieten sich diverse Fulfillment-Lösungen an. Von mit Shopify kompatiblen Fulfillment-Anbietern gibt es in Deutschland eine ganze Reihe:

Das Prinzip ist bei allen gleich: Sie lagern Ihre Waren direkt beim Fulfillment-Anbieter ein und lösen den Versand dann aus Ihrer Shop-Administration heraus aus. Hierfür bieten die Anbieter alle entsprechende Integrationen, allerdings nicht in Form von Apps. Detaillierte Informationen zu den jeweiligen Integration erfragen Sie am besten direkt bei den Anbietern.
Aber selbst ohne Shopify-Integration können Fulfillment-Dienstleister angebunden werden.

Hierfür müssen diese lediglich Versandaufträge per E-Mail akzeptieren. In Shopify können Sie nämlich einen eigenen Fulfillment-Service konfigurieren, der beim Erfüllen von Bestellungen per E-Mail benachrichtigt wird. Den Inhalt und das Format dieser E-Mail bestimmen Sie selbst, indem Sie unter Settings » Notifications die E-Mail-Vorlage Fulfillment request entsprechend anpassen.

Newsletter

Grundsätzlich kann jeder Newsletter-Anbieter mit einem Shopify Shop integriert werden, zumindest was Opt-In-Formulare angeht. Hierfür muss lediglich ein HTML-Snippet im Theme Ihres Shop integriert werden.

Einige Integrationen gehen aber noch einen Schritt weiter und verknüpfen Ihren Shop mit dem Newsletter-System so, dass Kunden, die im Checkout die Newsletter-Checkbox aktivieren, automatisch auf einer Liste im Newsletter-System landen.

Der bekannteste Anbieter von Newsletter- und Autoresponder-Lösungen dürfte wohl Mailchimp sein. Dank der offiziellen Mailchimp App ist die Integration in einem Shopify Shop kinderleicht. Ist die App im Shop eingerichtet, werden zum einen alle Kunden, die ihr Einverständnis gegeben haben, in die Mailchimp-Liste importiert, die Sie bei der Einrichtung der App angegeben haben. Außerdem trackt Mailchimp auch die Umsatzdaten Ihres Shops, sodass Sie z.B. sehen können, welche Umsätze Ihr Newsletter generiert.

Ein weiterer Anbieter ist MailerLite. Die offizielle MailerLite App verknüpft genau wie die Mailchimp App Ihren Shop mit Ihrem MailerLite-Account und segmentiert darüber hinaus Kunden automatisch in verschiedene Gruppen und erlaubt auch die Erstellung von Newsletter-Popups.

Sprachen und Währungen

Shopify Shops unterstützen von Haus aus jeweils nur eine Sprache und eine Checkout-Währung. Aber mit zusätzlichen Apps kann man einen Shop auch mehrsprachig betreiben und einen Währungsumschalter einbauen, der die Preise im Shop zumindest informationshalber in anderen Währungen darstellen kann.

Mehrsprachigkeit mit Langify

Die dienstälteste und solideste Mehrsprachigkeits-App ist Langify. Entwickelt in Deutschland von Johannes Hodde bzw. Lovely Apps lässt sich mit Langify der gesamte Shopify Shop (aufgrund technischer Beschränkungen bis auf die Produktnamen im Checkout) in beliebig viele Sprachen übersetzen. Im Theme bereits vorhandene Übersetzungen können importiert werden.

Langify

Die Auswahl der Sprache trifft der Shop-Besucher über ein frei platzierbares Dropdown-Menü, optional wird die Sprache auch automatisch anhand der Sprache des Browsers des Besuchers ermittelt. Schließlich lassen sich den einzelnen Sprachen auch eigene Domains zuordnen. So können Sie den deutschsprachigen Shop unter www.ihrshopname.de betreiben, die englischsprachige Version unter www.ihrshopname.com.

Währungsumschalter

Auch wenn Ihr Shop im Checkout alle Preise nur in der im Shop eingestellten Währung anzeigt und auch in dieser Währung abrechnet, kann es doch sinnvoll sein, Besucher die im Shop angezeigten Preise in ihre jeweilige Heimatwährung umrechnen zu lassen. Das erlaubt Besuchern zumindest eine preisliche Einordnung, ohne zum Taschenrechner greifen zu müssen.

In vielen Themes ist bereits ein Währungsumschalter eingebaut. Für alle anderen Themes gibt es die kostenlose Multi Currency App von Bold. Diese bietet neben einem Auswahlmenü für Währungen auch eine automatische Erkennung des Herkunftslandes von Besuchern aufgrund der IP-Adresse. Außerdem können die umgerechneten, meist krummen Preise auf Wunsch z.B. auf ,99 aufgerundet werden.

Die App geolizr vom Langify-Entwickler enthält ebenfalls einen Währungsrechner, darüber hinaus ermöglicht sie die ortsabhängige Anzeige von Popups und Weiterleitungen, was nützlich sein kann, wenn man mehrere Shops für unterschiedliche Länder betreibt.

Bei Währungsrechnern ist generell zu beachten, dass die im Shop angezeigten Preise niemals 100% den vom Kunden tatsächlich bezahlten Preisen entsprechen werden. Der Kunde zahlt im Checkout, wie schon erwähnt, in der Shop-Währung und die Umrechnung in seine Heimatwährung wird vom Zahlungsanbieter (z.B. PayPal oder Stripe) vorgenommen, und zwar in der Regel zu Umrechnungskursen, die nicht den offiziellen Kursen entsprechen, die von den Währungsumschaltern verwendet werden.

B2B

Wer seine Produkte erfolgreich an Verbraucher verkauft, bei dem entsteht bald der Wunsch, über seinen Shopify Shop auch an Gewerbekunden wie z.B. den Einzelhandel verkaufen zu wollen. Hierfür gibt es meist zusätzliche Anforderungen, die mit entsprechenden Apps erfüllt werden können.

Wholesale Hero

Einzelhändler und andere Wiederverkäufer brauchen für den Verkauf Ihrer Produkte eine Marge und erwarten daher natürlich andere Preise als die, die Endverbraucher zahlen. Mit Wholesale Hero definieren Sie Rabattgruppen für Produkte und Collections und weisen diese dann über Tags identifizierten Kunden zu.

Wholesale Hero

Im einfachsten Fall könnten Sie z.B. Kunden mit dem Tag "Reseller" einen Rabatt von 50% auf das gesamte Produktsortiment geben. Es sind aber auch komplexere Szenarien realisierbar, z.B. mit genauen Preisen anstatt prozentualen Rabatten, Mindestbestellmengen und Mengenrabatten. Bestimmte Produkte, die nur für Händler gedacht sind, können sogar vor Endkunden versteckt werden. Im "Professional"-Tarif taggt die App Kunden außerdem automatisch nach verschiedenen Kriterien.

Exemptify: Steuerbefreiung für EU-Gewerbekunden

Der Verkauf an Händler im Inland ist meist unkompliziert. Gewerbekunden in der EU erwarten aber, dass sie in Ihrem Shop unter Angabe ihrer Umsatzsteuer-ID zu Nettopreisen einkaufen können.

Mit der Exemptify App können sich EU-Händler in Ihrem Shop registrieren und in ihrem Kundenkonto ihre Umsatzsteuer-ID hinterlegen. Die USt.-ID wird auf Gültigkeit geprüft und bei erfolgreicher Validierung wird das Kundenkonto als steuerbefreit markiert.

Damit diese Kunden dann auch tatsächlich zu Nettopreisen einkaufen können, müssen Sie allerdings alle Preise in Ihrem Shop in Nettopreise umrechnen und unter Settings » Taxes einstellen, dass Ihre Preise keine Steuern enthalten.

Steuer-Einstellungen in Shopify

Wenn Sie im selben Shop an Endverbraucher verkaufen, muss außerdem Ihr Theme so angepasst werden, dass im Shop trotz eingestellter Nettopreise alle Preise inkl. MwSt. angezeigt werden. Wenn Sie diese Anpassungen nicht selbst vornehmen wollen, können Sie einen Shopify Expert damit beauftragen.

Kundenbewertungen

Social Proof, also der Beweis für die Qualität eines Produkts in Form von Kundenbewertungen und Rezensionen, sind essenziell für die Steigerung der Kaufabschlüsse in jedem Shop. Gerade bei noch wenig bekannten Shops oder Produkten können positive Bewertungen anderer Kunden darüber entscheiden, ob ein Besucher in Ihrem Shop kauft oder ob er Ihren Shop ohne etwas zu kaufen wieder verlässt.

Bei der Einbindung von Kundenbewertungen in Ihren Shopify Shop gibt es grundsätzlich zwei Varianten. Entweder Sie erweitern Ihren Shop um die Möglichkeit, eine Bewertung ausschließlich im Shop zu hinterlassen, oder Sie binden Kundenbewertungen aus externen Portalen ein.

Shopify Product Reviews

Die Product Reviews App von Shopify gehört zur ersten Variante. Sie ermöglicht es Besuchern und Kunden, in Ihrem Shop Bewertungen zu Produkten zu hinterlassen. Die Bewertungssterne erscheinen zwar dank Rich Snippets in der Google-Suche, ansonsten bleiben die Bewertungen aber ausschließlich in Ihrem Shop.

Trusted Shops

Trusted Shops Produktbewertungen

Trusted Shops ist wohl eine der bekanntesten Plattformen für Bewertungen und Käuferschutz in Deutschland. Mit der offiziellen Trustbadge App ermöglichen Sie Ihren Kunden, Ihren gesamten Shop oder einzelne Produkte zu bewerten, wobei sämtliche Bewertungen im Trusted Shops Portal zusammenlaufen. Die Einbindung der Bewertungen kann dann im Shop z.B. auf der entsprechenden Produktseite oder im Footer des Shops erfolgen. Zudem wird nach dem Checkout eine Bewertungsaufforderung angezeigt.

ShopVote

Ein weiteres System für Shop-Bewertungen ist ShopVote. Der Funktionsumfang ist allerdings geringer als bei Trusted Shops, der Fokus liegt hier klar auf den Bewertungen.

Die Einbindung in Ihrem Shopify Shop erfolgt im Gegensatz zu Trusted Shops nicht über eine App sondern über ein Code-Snippet. Für den Einbau werden also grundlegende Kenntnisse im Umgang mit dem Theme Editor oder der Einsatz eines Shopify Experts benötigt.

Yelp

Das weltweit sicher bekannteste Portal für Kundenbewertungen von physischen Shops, Dienstleistern, Restaurants, etc. dürfte Yelp sein. Wenn Sie zusätzlich zu Ihrem Onlineshop also ein Ladengeschäft haben, für das es auf Yelp Kundenbewertungen gibt, können Sie diese mit der Yelp App in Ihren Shop einbinden.

Sonstiges

Zum Abschluss sei noch eine App erwähnt, die beim Export von Daten aus Shopify sehr nützlich sein kann. Mit der Xporter App können Sie alle in Shopify verfügbaren Daten in einem beliebigen Format exportieren. Sie stellen das Export-Format selbst visuell zusammen, indem Sie die Quell-Datenfelder aus Shopify den gewünschten Ziel-Datenfeldern zuordnen. So können Sie für so gut wie jedes System, in das Sie Daten aus Ihrem Shop importieren möchten, und für die es keine dedizierte App gibt – z.B. System zur Buchhaltung, Warenwirtschaft / ERP, etc. – eine Exportdatei erstellen.

Fazit

Ein "nackter" Shopify Shop, also ohne Apps, bietet fast alles Wesentliche für den Aufbau Ihres Onlineshops. Mit einigen kostenlosen Apps erweitern Sie Ihren Shop schnell und einfach um weitere grundlegende Funktionen, und für den individuellern Bedarf gibt es eine große Auswahl an kostenpflichtigen Apps.

Und selbst wenn es mal keine App für ein bestimmtes Szenario gibt, lässt sich die gewünschte Integration entweder mit etwas technischen Kenntnissen selbst, oder mit der fachkundigen Hilfe deutschsprachiger Shopify-Experten bewerkstelligen.

 


Which method is right for you?Über den Autor: Thomas Borowski ist Shopify Experte und hat seit 2013 für weit über einhundert Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz Shopify Stores eingerichtet.

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