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Ausbildung im E-Commerce? Alles, was Sie zum neuen Berufsbild wissen müssen

Ausbildung im E-Commerce

Immer mehr Verbraucher setzen auf Online-Shopping. Bücher, Kosmetik oder Fashion: In nur wenigen Klicks lassen sich zahlreiche Produkte bequem nach Hause liefern. Keine Frage, der Onlinehandel boomt.

Da ist es kein Wunder, dass man in dieser Sparte des Einzelhandels nun auch offiziell eine Ausbildung absolvieren kann. Seit August 2018 ist es möglich, eine dreijährige Ausbildung zum Kaufmann bzw. zur Kauffrau im E-Commerce zu absolvieren.

Lange Zeit ließ dieser Schritt auf sich warten. Onlinehändler waren als Ausbilder nicht zugelassen, mit der Begründung kein stationäres Geschäft zu führen, in dem sich Beratungsgespräche abspielten. Doch da auch der Online-Marketing-Sektor rasant gewachsen ist und Live Chats, E-Mail-Kommunikation sowie telefonische Beratungsgespräche einen wichtigen Teil des täglichen Online-Geschäfts ausmachen, darf nun auch der Onlinehändler Azubis einstellen und ausbilden.

Prominente Unterstützung

Damit hat die Digitalisierung der Wirtschaft zurecht auch die kaufmännische Ausbildung und somit kommende Azubis erreicht. 30,5 Milliarden Euro wurden allein in 2017 mit physischen Gütern erwirtschaftet. Das ist ein Drittel des Gesamtumsatzes der Top 100 der größten Einzelhändler. Für viele Unternehmen lohnt sich der Schritt in Richtung World Wide Web und so wächst auch der Bedarf nach qualifizierten Kräften, die die Arbeit von Onlinehändlern unterstützen.

Um die neue Ausbildung voranzutreiben, hat die Firma plenty markets übrigens seine E-Commerce-ERP kostenlos als Schulungssoftware zur Verfügung gestellt. Mit dieser können verschiedene Aufgabenbereiche eines E-Commerce-Profis simuliert und mithilfe von Übungen erlernt werden. Das ist schon mal ein guter Einblick ins neue Berufsbild.

Im folgenden Beitrag nehmen wir den neuen Berufszweig noch genauer unter die Lupe und erläutern, welche Aufgabenfelder auf den Kaufmann bzw. die Kauffrau im E-Commerce zukommen, welche Bedingungen für den Händler oder Dienstleister an die Ausbildung geknüpft sind und welche Zukunftschancen die neue kaufmännische Ausbildung hat.

Wer jetzt noch weitere Inspiration sucht, kann auch hier Erfolgsgeschichten von Onlinehändlern nachlesen. 

Der Artikel beinhaltet:

Definition Kaufmann/Kauffrau im E-Commerce

Welche Aufgabenfelder gehören zur Ausbildung als Kaufleute im E-Commerce?

Für wen ist der Beruf als Kaufleute im E-Commerce geeignet?

Wer darf die Kaufleute im E-Commerce ausbilden?

Welche Berufe kann man mit der abgeschlossenen Ausbildung ausüben?

Die Fusion von Digitalisierung und Bildung

Was bedeutet Kaufmann/Kauffrau im E-Commerce?

Der Kaufmann bzw. die Kauffrau im E-Commerce ist für die Erstellung und Pflege des Onlineshops eines Unternehmens verantwortlich. Er verfolgt das Kundenverhalten im Webshop und erstellt analytische Berichte. Außerdem bearbeitet er Rechnungen, entwickelt Marketing-Konzepte und betreut die Kunden.

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Welche Aufgaben werden als Auszubildender Kaufmann/Kauffrau ausgeübt?

Die Verwaltung des Onlineshops und Kommunikation mit Dienstleistern

Von der Auswahl des richtigen Shopsystems (Shopify, was sonst?!) gemäß den Unternehmenszielen über die Zusammenstellung der Produktkollektionen, die Wahl des Lagers und des Versands. Die E-Commerce-Kaufleute haben die gesamte Wertschöpfungskette im Blick sowohl im Onlineshop als auch außerhalb. Die Auszubildenden koordinieren mögliche, externe Dienstleister und sorgen für eine effiziente interne und externe Kommunikation.  

Produktsortimente konzipieren und pflegen

Je nach Produktsparte und der Beliebtheit des Produkts kommen und gehen die Artikel im Onlineshop regelmäßig. Der Kaufmann pflegt neue Produkte im Onlineshopsystem ein, verwaltet entsprechende Bilder sowie Texte, hinterlegt die Preise, erstellt mögliche Angebote und Rabattaktionen, testet neue Methoden und wertet die Ergebnisse aus.

Agile Arbeitsweisen mit Fokus auf Projekte  

E-Commerce-Kaufleute lernen, Projekte mithilfe von moderner Software und Projektmanagementtools zu planen und umzusetzen. Dabei werden Projektabläufe dokumentiert, englische Quellen herangezogen und eine dynamische Arbeitsweise gepflegt.

Vertriebskanäle analysieren und optimieren

Das oberste Ziel von Onlinehändlern ist stets, die Konversionsrate zu optimieren, um schlussendlich mehr zu verkaufen. Am besten funktionieren solche Optimierungen, wenn sie zielgerichtet sind. Dazu werden Analytics- oder shopeigene Berichte herangezogen, wichtige Kennzahlen identifiziert und mit entsprechenden Handlungsempfehlungen gedeutet. Dabei wird Verhalten des Kunden während der Customer Journey genau analysiert: Was machen Kunden, die den Kauf abbrechen? Warum werden Artikel wieder zurückgeschickt?

Rechnungseingänge und Rechnungsausgänge überwachen

Im Alltag eines Onlinehändlers werden Rechnungen erstellt und empfangen, womöglich Angebote geschrieben, die Bewegungen auf den Geschäftskonten werden überwacht und entsprechend für den Steuerberater festgehalten. Auch diese Aufgabe der Buchführung ist Teil der Ausbildung als Kaufmann und Kauffrau im E-Commerce.

Online-Marketing-Konzepte erstellen

Der Online-Marketing-Bereich ist sehr vielseitig. Von bezahlten Werbeanzeigen in sozialen Medien und in den Google-Suchergebnissen über Content Marketing in Form von Blogs oder Videos bis hin zu Influencer- und E-Mail-Marketing: Die auszubildenden Kaufleute im E-Commerce identifizieren zu gegebenen Zeitpunkten die richtige Strategie und betreuen die Umsetzung. Auch das Thema Datenschutz ist ein wichtiger Zweig, der während der Ausbildung thematisiert wird und im Online-Marketing berücksichtigt werden muss.

Man muss auch nicht unbedingt das Ende der dreijährigen Ausbildung abwarten, um im E-Commerce loszulegen - unser Selbsttest zeigt es. So haben wir einen Onlineshop in drei Tagen aufgezogen!

Kundenbetreuung

Zwar hat der Onlinehandel den Ruf, anonym zu sein, doch ist dieses Gerücht längst überholt. Der Kundenkontakt sowohl telefonisch als auch digital gehört zu einem guten Kundenservice dazu und wird in vielen Branchen erwartet. Denn es kann hin und wieder zu Verzögerungen im Bestellvorgang kommen, zu Problemen bei der Retoure oder es entstehen Fragen zum Produkt. So ist der E-Commerce-Kaufmann auch im Online-Business nah am Kunden und sammelt das wertvolle Feedback, das ebenfalls zu Optimierungen in den Prozessen führen kann.

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Für wen ist der Beruf als Kaufleute im E-Commerce geeignet?

Für diesen Ausbildungsberuf sollten Sie eine Art Büro-Allrounder sein. Analytisches Denken, technisches Verständnis und Organisationstalent gehören zu den Grundcharakteristika für die Ausbildung als E-Commerce-Kaufmann/-frau.

Analytisches Denken

Das analytisch Denken setzt voraus, dass Sie weder Berührungsängste mit Zahlen und Berichten haben dürfen, da dies die Buchführung erfordert, noch dürfen Sie Angst vor der Technik mitbringen, da Sie direkt im jeweiligen Onlineshopsystem arbeiten.

Technisches Verständnis

Arbeiten Sie in einem Betrieb, der Shopsysteme wie Shopify verwendet, so benötigen Sie zwar keine Coding-Erfahrungen, sollten dennoch das Interesse mitbringen, sich selbständig in die Dokumentationen einzulesen, um womöglich effizienter mit externen Dienstleistern zusammenzuarbeiten.

Organisationstalent

Das Organisieren sollte Ihnen im Blut liegen, denn mit der Verwaltung eines Onlineshops haben Sie schnelllebige Bereiche wie Liefertermine, Kundenanfragen oder neue Marketing-Maßnahmen, über die Sie Herr (oder Frau) werden müssen. Der Umgang mit Projektmanagementtools und eine strukturierte Arbeitsweise muss selbstverständlich sein, um aus dem Chaos, Ordnung zu schaffen.

Folgende Voraussetzungen sollten Sie für den Start mitbringen:

  • Pflichtschulabschluss oder Abitur
  • Kaufmännisches Interesse
  • Interesse an E-Commerce, Online-Marketing und Online-Trends (Tipp: Abonnieren Sie unseren Newsletter, um immer auf der Höhe der Entwicklung zu sein.) 
  • Grundlegendes technisches Verständnis (EDV)
  • Kenntnisse in Microsoft-Office-Anwendungen (Excel etc.)
  • Bereitschaft zu weiterbildenden Maßnahmen
  • Softskills: Eigenständiges Arbeiten, Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit

Wer darf Kaufleute im E-Commerce ausbilden?

Prinzipiell dürfen primär Einzel-, Groß-, und Außenhandelsbetriebe Kaufleute im E-Commerce ausbilden. Doch auch andere Unternehmen wie Dienstleister oder Unternehmen der Tourismusbranche, Logistik- und Mobilitäts- oder Finanzdienstleister, die Onlineshops betreiben, dürfen als Ausbilder fungieren.

Die Mindestvoraussetzungen für Unternehmen, die ausbilden wollen, sind dabei:

Tipp: Haben Sie Interesse auch in Ihrem Betrieb auszubilden, so melden Sie sich bei Ihrer zuständigen IHK und prüfen Sie, ob Ihr Betrieb für Ausbildungen geeignet ist.

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Welche Berufe kann man mit der abgeschlossenen E-Commerce-Ausbildung ausüben?

Aufgrund der Vielfältigkeit der Aufgabenfelder haben die ausgebildeten E-Commerce-Kaufleute diverse Möglichkeiten, die sie nach der Ausbildung verfolgen können. Je nach persönlicher Stärke und Präferenz in dem jeweiligen Feld können E-Commerce-Kaufmänner/-frauen in sämtlichen Branchen Beschäftigung finden. Ob Gewerbe, Industrie, Tourismus, Dienstleister oder Einzelhandel – die Auswahl ist groß.

Dabei können mögliche Einsatzfelder wie folgt aussehen:

Onlineshopverwaltung

Die Arbeit und die Pflege des Onlineshops hat Ihnen besonderen Spaß bereitet und Sie entscheiden sich für diesen Schwerpunkt. Sie betreuen alle oder ausgewählte Prozesse, die sich rund um den Onlineshop drehen. Ob als E-Commerce-Manager, Onlineshopadministrator oder E-Business-Manager, Sie haben die Qual der Wahl.

Sales und Performance Optimierung

Sie haben ein ausgeprägtes analytisches Denken und die Kennzahlenanalyse sowie die daraus deduktiven Schlüsse haben Ihnen besonderen Spaß bereitet, dann können Sie womöglich als Onlineshop Sales Consultant oder Onlineshopverkäufer Karriere machen.

Online Marketing

Haben Sie Ihr Talent eher im Bereich des Online Marketings entdeckt, so können Sie sich möglicherweise als Onlineshop Content Manager beweisen und qualitativ hochwertigen Traffic vorantreiben.

Customer Relationship

Lag Ihre Stärke eher in der Kundenkommunikation, dem Einholen und Verarbeiten von Feedback, so könnte Ihre Qualität in der Stärkung der Kundenbindung liegen. In enger Zusammenarbeit mit dem Marketingteam entwickeln Sie Konzepte und gestalten die Brand Strategie für Ihr Unternehmen.

Die Fusion von Digitalisierung und Bildung

Mit dem neuen Berufsbild “Kaufmann/Kauffrau im E-Commerce” wurde nun auf die Digitalisierung des Handels reagiert, der inzwischen einen großen wirtschaftlichen Zweig darstellt. Fachkräfte sind in diesem Bereich überaus gefragt und auch die Auszubildenden profitieren sehr von diesem modernen Arbeitsprofil.

Agile Arbeitsweise statt starre Rahmenbedingungen ermöglichen den Lehrlingen Vielfalt und Dynamik, was dem Wunsch vieler junger Menschen nach Moderne in der Arbeitswelt bestärkt. Als Quereinsteiger haben Sie in den drei Jahren genügend Zeit, um Ihre Stärken herauszukristallisieren und neue Interessensgebiete zu entdecken. Weitere Informationen für Lehrende und Lehrlinge finden Sie in diesem Ausbildungsleitfaden für E-Commerce Kaufleute vom Bundesinstitut für Berufsbildung.

In diesem Erklärvideo wird die neue Ausbildung kurz zusammengefasst:



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Which method is right for you?Über die Autorin: Inara Muradowa ist Shopify Partner, SEO-Expertin und Corporate Blogger. Neben technischer Suchmaschinenoptimierung und SEO-Beratung steht sie Unternehmen mit Konzeption und Verfassen von professionellen Blogposts tatkräftig zur Seite.