Warum Empfehlungsmarketing das schönste Kompliment an deine Arbeit ist

Mund zu Mund Marketing

Interview mit Shopify Partner Kadir Isik

Keine Werbung – und trotzdem volle Auftragsbücher? Dass das zusammenpassen kann, beweist studio hildesia Tag für Tag: Alle Projekte, an denen die Agentur aus Hildesheim arbeitet, hat sie über Word of Mouth gewonnen. Zufriedene Kund:innen werden dabei zu Multiplikator:innen – und zum Grundstein einer Erfolgsstrategie, die jedes kleinste Projekt als Investition in eine Empfehlung nutzt.

Webentwickler Kadir Isik erzählt im Interview, wie es ist, ganz ohne Marketingbudget eine erfolgreiche Agentur aufzubauen, und was erfolgreiches Empfehlungsmarketing für ihn ausmacht.


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Individuelle Onlineshops made in Hildesheim: studio hildesia

Gründer Kadir IsikKadir Isik, Gründer und Entwickler von studio hildesia.

„Marketing und ich, das ist so eine Sache“, erzählt Kadir Islik lachend. „Ich würde ja gern – aber ich komme irgendwie nicht dazu. Ich glaube, unsere Website fasst das am besten zusammen. Wer studio hildesia googelt, findet unsere recht rudimentäre Seite, auf der nur Kontaktinformationen und ein ewiges „under construction“-Schild stehen.“ 

Der Re-Launch steht schon lange auf Kadirs To-do-Liste. „Aber immer, wenn ich denke, dass ich jetzt endlich ein bisschen Zeit damit verbringen kann, kommt eine neue Anfrage rein. Und dann bleibt unsere Website doch wieder auf der Strecke.“

Als der Webentwickler beschloss, sich selbstständig zu machen, ahnte er nicht, dass er drei Jahre später eine dreiköpfige Agentur leiten würde, die unter anderem Projekte für internationale Marken wie Juicy Couture, den Sportartikelhersteller FILA und Shopify Plus Kunden wie Vaha betreut. Was Kadir noch viel weniger voraussehen konnte? Dass er all das ganz ohne Marketingbudget auf die Beine stellen würde – dank seiner Kund:innen, die nicht müde wurden, ihn zu empfehlen.

Durchstarten ohne Netz und doppelten Boden: der Schritt in die Selbstständigkeit

Kadir: Eigentlich war es nie mein Ziel, hauptberuflich selbstständig zu sein. Ich weiß, das ist das totale Klischee, aber: Das hat sich so ergeben. Während des Studiums habe ich damit angefangen, Websites zu bauen – erst mit WordPress, später mit Shopify. Dadurch habe ich Eshop Guide kennengelernt, mit denen ich von 2017 bis 2018 eng zusammengearbeitet habe.

Lesetipp: Kundenakquise dank Freelancer-Plattformen: Dieser Shopify Partner berichtet von seinen Erfahrungen

Die Jungs haben mir schlussendlich sogar einen Job angeboten. Nur hätte ich dafür nach Bochum ziehen müssen. Und das kam für mich nicht infrage. Meine Freundin studierte damals noch hier in Hildesheim. Allein wegziehen und hoffen, dass das mit der Fernbeziehung hinhaut? Keine Chance.

Also habe mir gesagt: „Okay, Kadir jetzt traust du dich und wirst Unternehmer oder du suchst dir hier in Hildesheim etwas Anderes.“ Was ich gemacht habe, das könnt ihr euch denken. Die Arbeit als Selbstständiger hat mir immer Spaß gemacht. Wenn ich nicht wenigstens versucht hätte, das zum Hauptberuf zu machen – ich hätte es vermutlich mein Leben lang bereut.

Zum Glück hatte ich direkt zu Anfang einen größeren Kunden, der mich voll beschäftigt hat. Aber wie es danach weitergehen würde, das war offen. Ich hatte weder einen konkreten Plan B noch Stammkund:innen, mit denen ich mich im Zweifelsfall hätte über Wasser halten können.

Alles lief auf die Frage hinaus, ob ich genug neue Aufträge an Land ziehen kann, um mich als Shopify Partner zu etablieren. Man will ja nicht ewig der Student bleiben, der sich mühsam als Freelancer durchschlägt. Ab einem gewissen Punkt geht es schließlich ums Ankommen und darum, sich langfristig etwas aufzubauen.

Aus vorangegangenen Projekten neue Aufträge schöpfen

Kadir: Als kleiner Soloselbstständiger hat man in der Anfangsphase zumeist kein großes Marketingbudget. Trotzdem lässt sich gerade im Bereich Webentwicklung, auch ohne viel Geld, einiges auf die Beine stellen. Der E-Commerce boomt und die Nachfrage nach leistungsstarken Onlineshops ist groß. Sichtbarkeit ist für viele Freelancer:innen und Agenturen daher schon die halbe Miete.

Aus diesem Grund habe ich am Anfang immer wieder mit dem Gedanken gespielt, mir ein Profil auf einer Plattform für Freelancer:innen anzulegen. Das geht schneller, als eine Website aufzubauen und die Basic-Profile sind meistens kostenlos. Veröffentlicht habe ich diese Profile allerdings nie.

Aus den ersten paar Aufträgen, die ich noch während meiner Studienzeit bearbeitet hatte, entwickelte sich nämlich innerhalb weniger Wochen ein echter Selbstläufer: Immer mehr Onlinehändler:innen kamen direkt auf mich zu.

Empfehlungsmarketing 2.0: Wie Kund:innen im Internet von dir erfahren

Zufriedene Kunden empfehlen dich weiterKadir: Die Shopify-Community im Internet ist riesig. Das unterschätzt man gerade als frischgebackene:r Freelancer:in leicht. Viele Onlinehändler:innen stehen in einem regen Austausch miteinander – was vor allem dann wichtig ist, wenn jemand ein Problem hat oder etwas ändern möchte. 

Es gibt so viele Tausend Agenturen und Freelancer:innen: Wer hat schon die Zeit, alle Portfolios zu vergleichen? Aus diesem Grund fragen viele Händler:innen zuerst bei Kolleg:innen nach, die bestimmte Änderungen schon erfolgreich umgesetzt haben.

Meine Kund:innen waren so zufrieden, dass sie in Onlinegruppen davon erzählt haben.

Und genau so hat sich auch meine Arbeit herumgesprochen. Meine Kund:innen waren so zufrieden, dass sie in Onlinegruppen davon erzählt haben: „Dir gefällt mein Shop? Hat Kadir gemacht. Frag doch mal nach, ob der nicht auch ein bisschen Zeit hat, um deine Website neu einzurichten.“ 

Dieser Mechanismus war mir vorher gar nicht bewusst. Mir war immer wichtig, dass meine Kund:innen glücklich sind – weiter hatte ich gar nicht gedacht. Und plötzlich rollte dank Mund-zu-Mund-Propaganda eine regelrechte Auftragslawine auf mich zu.

Der Rekord lag bei fünf Projektanfragen innerhalb von 24 Stunden. Und das geht bis heute so: Jeden Tag erreichen mich ein bis zwei Nachrichten von Händler:innen, denen wir von Kolleg:innen empfohlen wurden.

Anreiz statt Steuerung: Was Word of Mouth von anderen Formen des Marketings unterscheidet

Kadir: Mund-zu-Mund-Propaganda ist keine Form des Marketings, die man zu 100 Prozent kontrollieren kann. Natürlich können wir unsere Kund:innen darum bitten, uns weiterzuempfehlen, ob sie das tatsächlich machen, hängt allerdings von zwei Faktoren ab: Erstens davon, wie gut sie mit anderen Onlinehändler:innen vernetzt sind, und zweitens von ihrer Zufriedenheit.

Ob uns Onlinehändler:innen weiterempfehlen, hängt von zwei Faktoren ab: von ihrem Netzwerk und von ihrer Zufriedenheit.

Die Vernetzung der Händler:innen untereinander ist eigentlich immer gegeben. Jeder kennt schließlich irgendwen. Deshalb kann sich auch ein kleiner Auftrag im Nachhinein als großer Volltreffer entpuppen.

Stell dir beispielsweise vor, du richtest den Onlineshop eines Start-ups ein. Daran verdienst du vielleicht nicht so viel, aber du weißt noch gut, wie es war, als du dein eigenes Unternehmen gegründet hast, und deshalb hängst du dich für diesen Auftrag so richtig rein.

Und drei Wochen nachdem du einem begeisterten Gründer seinen ersten Onlineshop übergeben hast, stellt sich raus: Der kennt die Inhaberin eines großen Unternehmens und hat in höchsten Tönen von dir geschwärmt. An wen denkt diese Unternehmerin wohl als erstes, wenn der Re-Launch ihrer eigenen Website ansteht?

Woran wir als Agentur arbeiten können und müssen, ist also die Zufriedenheit unserer Kund:innen. Deshalb sehen wir jeden Auftrag als Investition in unsere Zukunft – denn wie viel Potenzial sich dahinter verbirgt, das stellt sich eigentlich immer erst im Nachhinein heraus.

Die Kunst, dich ins Gespräch zu bringen

Kadir: Anfangs sind wir recht passiv auf der Empfehlungswelle gesurft und haben uns einfach darüber gefreut, dass unsere Arbeit für uns spricht. Heute nutzen wir Word of Mouth Marketing ganz gezielt, indem wir versuchen, mehrere miteinander vernetzte Entscheidungsträger:innen von uns zu überzeugen: Je mehr Leute gleichzeitig für uns sprechen, desto größer sind schließlich unsere Chancen.

Lesetipp: Das Freelancing-ABC: Wie man Marketing für ein kleines Unternehmen betreibt

Einen unserer aktuell größten Aufträge – den neuen Onlineshop von FILA – haben wir so für uns gewonnen. In den letzten Jahren haben wir mehrere Projekte für den Markeninhaber von FILA und für den Inhaber der UK-Lizenz übernommen. Das waren kleinere Aufgaben, aber auch bei denen haben wir uns ins Zeug gelegt, damit unsere Auftraggeber rundum zufrieden sind. 

So konnten wir uns sicher sein: Wenn in Zukunft im Unternehmen ein neues Projekt ansteht, sind die beiden sich einig, wer den Job übernehmen soll.

Das schönste Kompliment? Eine Empfehlung unter Kolleg:innen

Ganz gleich, ob Kadir Isik und sein Team einen vollkommen neuen Onlineshop einrichten oder einem bestehenden System zu neuem Look und stärkerer Performance verhelfen: Für studio hildesia steht stets die Zufriedenheit ihrer Kund:innen im Mittelpunkt. 

Starker Service und intensive Kommunikation mit den Auftraggeber:innen sind für sie nicht nur selbstverständlich, sondern haben sich längst zum Grundpfeiler einer erfolgreichen Marketingstrategie entwickelt.

Gerade unter den Shopify Partnern gibt es ja nicht nur hierzulande echte E-Commerce-Champions, sondern auch internationale Größen, mit denen wir konkurrieren. Dass wir uns als kleiner Drei-Mann-Betrieb in diesem Wettbewerb dank Empfehlungsmarketing behaupten können, macht uns stolz.

„Entsprechend wichtig ist uns, für jedes Projekt 100 Prozent und dann noch das gewisse Extra obendrauf zu geben. So zeigen wir unseren Kund:innen, dass ihr Vertrauen in die Kolleg:innen, die uns empfohlen haben, gerechtfertigt ist und dass wir ihre Unterstützung zu schätzen wissen.“


Titelbild von Timothy Dykes. Weitere Bilder von Kadir Isik und Bruce Mars.



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