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Die Top 10 Takeaways der Merchant Inspiration Live 2020

Digitale Konferenz MI Live

Fünf Wochen Webinar und Panel-Diskussionen nonstop bot die Merchant Inspiration Live ihren über 1300 Teilnehmern dieses Jahr. Die E-Commerce-Konferenz brachte die deutsche Shopify-Community trotz Corona noch enger zusammen und schaffte eine Plattform für den Austausch unter Händlern und Partnern.

Im Interview zieht Organisator und Gründer der Shopify Experten Agentur Tante-E Adrian Piegsa seine Bilanz aus der erstmals digitalen Konferenz. Für Shopify-Partner, die die MILive dieses Jahr verpasst haben oder nicht an allen Diskussionen teilnehmen konnten, hat er außerdem die zehn wichtigsten Takeaways aus allen Sessions zusammengefasst.

Die MILive 2020 im Überblick 

MVP für einen schnellen StartDie Bilanz der Merchant Inspiration Live

In insgesamt 25 Sessions haben sich Händler und Partner des deutschen Shopify Ökosystems digital zusammengefunden, um die Dos und Don’ts rund um den Erfolg im E-Commerce zu besprechen. Händler teilten ihre Erfahrungen mit Marketingstrategien wie Influencer-Kooperationen, Google Shopping oder Video Content und gaben zahlreiche Tipps zum Gründen einer D2C-Brand. 

Adrian war über die hohe Teilnehmerzahl der diesjährigen Konferenz besonders zufrieden. Denn die hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Trotz der Vielfalt und Fülle an Webinaren und Panel-Diskussionen, rückten einige Themen immer wieder in den Fokus. Im Interview nannte uns Adrian die zehn wichtigsten Learnings für Shopify-Partner, die sie im Umgang mit ihren Kunden berücksichtigen müssen.

#Lektion 1: As easy as that - Händler aufklären

Im Rahmen der Gespräche der Merchant Inspiration Live wurde schnell deutlich, dass vielen Shopify-Neulingen nicht bewusst ist, wie einfach es ist, einen Onlineshop mit Shopify aufzusetzen.

Oftmals sind sie überrascht, dass sie die meisten Elemente selbst ohne Coding in ihrem Shop umsetzen können. Shopify deckt alle grundlegende Funktionen ab, die ein Unternehmer zum Onlineverkaufen benötigt, wie beispielsweise den Checkout-Prozess. Durch das Installieren von Apps können diese Funktionen problemlos erweitert werden.

Partner sollten Händlern zu Beginn deshalb über die drei folgenden Vorteile der Plattform aufklären: 

  1. Shopify ist auch ohne IT-Kenntnisse einfach zu bedienen.
  2. Shopify ist im Vergleich zu anderen Shopsystemen mit ähnlichen Funktionen kostengünstig.
  3. Shopify hat bereits eine Vielzahl von grundlegend benötigten Shopelementen integriert.

#Lektion 2: Das Mantra “Unperfekt starten”

MVP für einen schnellen StartSauber und einfach - Das CBD-Startup Vaay startete schnell und unkompliziert

Ein Webshop muss nicht von Stunde eins an perfekt sein. Darüber waren sich Shopify Experte Patrick von E-Shop Guide, Morton von Shopify Partner mollie und Thomas der E-Commerce-Beratung Acommerce schnell einig. Der Go-live ist ein iterativer Prozess, bei dem nach und nach der Feinschliff vorgenommen wird.

Im Idealfall starten Händler mit einem MVP (Minimal Viable Product) und bauen den Shop im Anschluss Stück für Stück aus. Die Einrichtung eines Onlineshops wird so als fortlaufender Prozess betrachtet, statt einer abgeschlossenen Aktion. Die Erkenntnisse, die Händler durch die stufenweise Optimierung erhalten, sind unheimlich wichtig für den Erfolg der Marke und des Onlineshops. 

Je früher man live geht, desto schneller ist ein direktes Kundenfeedback möglich.

Denn Annahmen darüber, was bei den eigenen Kunden gut ankommt, sind zwar wichtig, jedoch nicht immer richtig. Erst durch die echten Reaktionen von Shopbesuchern erhält man ein Feedback darüber, was wirklich funktioniert. Je früher man live geht, desto schneller ist ein direktes Kundenfeedback möglich.

Als Partner solltest du deinen Kunden deshalb ans Herz legen, schnell direktes Kundenfeedback einzuholen, statt eigene Hypothesen auf rigide Weise zu verfolgen.

Lektion #3: Den Versand nicht vergessen

Der Versand ist ein Thema, welches sehr viele E-Commerce Unternehmer umtreibt. Als Dienstleister verschaffst du dir am besten einen Überblick über die Möglichkeiten, die Shopify bietet und welche Tools für welche Art und Größe von Unternehmen sinnvoll sind.

Im Webinar zum Thema Versand stellte Kevin von Sendcloud verschiedene Optionen vor, die eine digitale Versandabwicklung erleichtern. Für manche Händler eignet sich ein komplexes System wie das von Sendcloud, für andere reicht aber auch schon eine Direktintegration von DHL. 

Ein Kernelement bei dieser Entscheidung ist die Fulfillment-Strategie. Manche Merchants kümmern sich selbst um das Fulfillment, steuern den Versand ihrer Produkte womöglich aus dem eignen Keller heraus und müssen lediglich Versand-Labels ausdrucken. Andere arbeiten hingegen mit Fulfillment-Dienstleistern und benötigen eine Lösung, die relevante Bestellinformationen direkt an den Versandpartner weiterleitet. 

In jedem Fall spielt der Versand eine wichtige Rolle. Denn läuft hier etwas schief, wirkt sich dies schnell negativ auf die Kundenbewertungen und somit die Reputation des Unternehmens aus.

Lektion #4: Ermutige Persönlichkeit zu zeigen

Durch die Corona-Krise ist die Verknüpfung von On- und Offlinehandel ein sehr präsentes Thema für viele KMUs. Wie schafft man es, die persönliche Interaktion, die man aus dem Ladengeschäft kennt, auf das Onlinegeschäft zu übertragen? 

Der E-Commerce wird oft fälschlicherweise als ein anonymer Markt betrachtet, bei dem der persönliche Kontakt zum Kunden fehlt. Am Beispiel von Maître Philippe et Filles, einem Feinkostladen für französische Spezialitäten, wurde jedoch deutlich, dass das Gegenteil möglich ist. 

Wie? Zum Beispiel fügt das Berliner Unternehmen seinen Onlinebestellungen persönliche Notizen und sogar Kostproben in der Versandbox hinzu. Ihre Website stellt im Laden aufgenommene Fotos dar, die zusammen mit Familienporträts die Seele ihrer Tätigkeit widerspiegeln. Diese kleinen, aber feinen persönlichen Elemente hinterlassen bei ihren Kunden Eindruck und schaffen Nähe.

Es ist also möglich, auch online eine persönliche Beziehung zu Kunden herzustellen. Ladenbesitzer sollten Wert darauf legen, die Geschichte ihrer Marke auf der Über-uns-Seite in Szene zu setzen, das Team hinter dem Shop vorzustellen und möglichst viel Menschlichkeit zu zeigen. Vor allem um gegen große E-Commerce-Konzerne bestehen zu können, müssen kleine Unternehmen ihre Zielgruppe gut kennen und Persönlichkeit in ihre Onlinepräsenz bringen.

Lektion #5: Zielgruppe mittels Content direkt ansprechen 

ooshi setzt auf mobile first

Die Gründerinnen von Ooshi kennen ihre Kundinnen und setzen deshalb auf mobile first.

Wer seine Zielgruppe gut kennt und keine Angst davor hat, direkt mit ihr in Kontakt zu treten, ist auf einem guten Weg, eine langfristige Kundenbindung zu schaffen. “Hierfür ist besonders die Erarbeitung einer Buyer Persona relevant”, erklärt SEO und Content Beraterin Inara Muradowa von inara schreibt. Händler*innen müssen wissen, wer ihre Kunden sind, wie man sie am besten anspricht und welchen Mehrwert das eigene Produkt konkret für diese Zielgruppe bietet.

Das Wissen über die Zielgruppe dient auch der Optimierung der Website. Sowohl Empfehlungen zum Aufbau des Shops als auch zur optimalen Navigation können daraus abgeleitet werden. Aber vor allem für den Content und somit die Kommunikation nach außen ist die Buyer Persona der entscheidende Faktor. 

Ein Unternehmen, welches sich im Monolog-Stil durch eine authentische Story auf ihrer Über-uns-Seite vorstellt, bildet die Grundlage für einen Dialog mit seinen Kunden. Dabei gilt, je konkreter und authentischer die Ansprache, desto direkter kommen Händler in Kontakt mit ihren Kunden. 

Dein Kunde zweifelt die SEO-Leistung von Shopify an?

SEO-Ranking von Happy Coffee

Happy Coffee verbesserte sein Ranking nach der Migration zu Shopify

Dann kannst du ihn direkt vom Gegenteil überzeugen. Im Webinar mit Happy Coffee erklärt Gründer Christian, wie er mit seinem Blog von WordPress zu Shopify umgezogen ist und damit das Ranking seiner Website deutlich verbessert hat.

Lektion #6: Community aufbauen

Hat dein Kunde eine eigene Marke, kann er seine Kundschaft wiederum zu einer echten Community zusammenwachsen lassen. Für D2C-Brands sichert eine Fangemeinde nicht nur zukünftige Umsätze, sondern bildet auch eine wesentliche Marketinggrundlage. Denn treue Anhänger, die sogenannte Tribe, sprechen gern über die Produkte ihrer Lieblingsmarke.

Wildling Shoes-Gründerin Anna und Paul, CTO von Shaktimat, haben es geschafft, ihre Marke durch eine eigene Facebook-Gruppe aufzubauen und zu festigen. Als Shopify-Dienstleister kannst du deine Kunden deshalb darauf hinweisen, wie sie ihren Shop kinderleicht an Social-Media-Kanäle anbinden. So können anschließend auch Werbeanzeigen auf Facebook und Instagram geschaltet werden.

Dein Kunde hat eine lokale, statt digitale Community?

Einige Produkte aus dem stationären Handel können relativ einfach online verkauft werden. Schwieriger sieht es hingegen bei Geschäften wie Bäckereien und Cafés aus, die unter der aktuellen Lage besonders leiden. Eine Lösung ist, Facebook und Instagram Ads lokal auszuspielen, um somit genau die Zielgruppe zu erreichen, die normalerweise am Schaufenster vorbeigeschlendert wäre.

Lektion #7: Authentischer Video-Content zieht

Generation YES auf Youtube

Authentischer Content auf dem YouTube-Channel von Generation YES

Die Storefront eines Onlineshops funktioniert wie ein digitales Schaufenster. Immer häufiger wird Video-Content nicht nur in Werbeanzeigen verwendet, sondern auch zur Darstellung der Marke und Produkte im eigenen Onlineshop genutzt. Shopify sitzt damit am Puls der Zeit und bietet die dafür relevanten Funktionalitäten. 

Interessant ist, dass selbstgemachte Handyvideos oftmals sogar besser ankommen, als professionell gedrehte Videos. Diese Erkenntnis teilten sowohl Generation Yes als auch Stay cold Apparel. Der Grund: Händler kennen ihre Zielgruppe oftmals besser und können diese authentischer ansprechen. In Sachen Video-Content gilt deshalb, Authentizität ist wichtiger als Professionalität.

Lektion #8: Skalierungsmethoden kennen 

Nach der Optimierung ist vor der Skalierung. Steht die Onlineverkaufsfläche, geht es für viele Shop-Betreiber bald darum, mehr Besucher auf ihre Website zu holen und diese in Käufer umzuwandeln. Influencer Marketing, Google Shopping und Marktplatzintegration wurden als drei erfolgreiche Methoden genannt, die das Wachstum eines Onlineshops antreiben.

Gezieltes Wachstum durch Influencer Marketing

Hierbei kommt es darauf an, wer die Kunden sind und inwiefern Influencer Marketing zur Marke passt. Entscheidend ist auch hier, wie authentisch die Zusammenarbeit mit Influencern auf den Endkunden wirkt. Richtig umgesetzt, kann diese Methode zu einem Anstieg an hochwertigem Traffic führen.

Mehr Reichweite durch Google Shopping

Neben Facebook Ads und anderen Social-Media-Kanälen spielt auch Google eine wichtige Rolle im Markenwachstum. Die direkte Integration von Google Shopping verschafft Produkten mehr Sichtbarkeit, mehr Klicks und schließlich mehr Sales.

Bessere Conversion durch Marktplatzintegration

Shopify bietet ebenfalls direkte Integrationen zu Marktplätzen, so zum Beispiel zu Ebay. Weitere Marktplätze können über Drittanbieter verknüpft werden. Solche Plattformen sind eine gute Möglichkeit, die Reichweite der Marke zu vergrößern und kaufbereite Besucher in den Shop zu holen. Konsumenten, die auf Marktplätzen nach Produkten suchen, sind oftmals bereit eine Kaufentscheidung zu treffen und können deshalb schneller in Kunden umgewandelt werden.

Lektion #9: Keine Angst vorm Wachsen

Hat dein Händler die richtigen Skalierungsmethoden entwickelt, kann es schon einmal vorkommen, dass die Umsätze durch die Decke gehen. Im MILive Sonderformat Female Founders erzählten unter anderem die Gründerinnen von XbyX und dem Period-Panty Startup Ooshi von ihrem exponentiellen Wachstum der letzten Monate. Technische  Schwierigkeiten oder eine Überlastung des Systems waren bei keiner der Marken ein Thema.

Shopify wächst mit den Händler*innen mit

Denn weder überdurchschnittlicher Traffic noch eine rasant ansteigende Anzahl an Bestellungen ist für einen Shopify-Shop problematisch. Unternehmer brauchen sich keine Sorgen darüber zu machen, ab einer bestimmten Größe zu einer anderen E-Commerce-Plattform wechseln zu müssen. Shopify wächst mit den Händler*innen mit.

Lektion #10: Shopify ist für alle da

Ob klein oder groß, Shopify passt zu jedem. Selbst für die ganz Großen bietet das Shopsystem eine Lösung. Shopify Plus ist das Go-to für komplexe E-Commerce-Strukturen. Die steigende Nachfrage und Beispiele wie Urbanara und Vaay zeigen, dass Shopify auch in der Welt der Konzerne relevant wird. 

Je nach Größe und Produktkatalog kannst du gemeinsam mit deinen Kunden entscheiden, welches Shopify-Paket für sie passend ist. Das Gute: Entscheidet sich ein Händler für einen Plan, hat zu einem späteren Zeitpunkt jedoch andere Anforderungen, kann er jederzeit up- oder downgraden.

Shopify Deutschland - In kurzer Zeit eine große Community 

Die Merchant Inspiration Live ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie viel Potenzial und Gemeinschaftsgeist in der deutschen Shopify-Community steckt. Wir sind dankbar für den offenen Umgang mit den Learnings und Erfahrungswerten der Speaker, die ermöglichen, dass auch andere Shopbetreiber von ihrem Wissen profitieren können. 

Die Fülle an Erfolgsgeschichten unter den Female Founders hat außerdem gezeigt, dass Gründerinnen mit Shopify richtig durchstarten. Wir hoffen, dass in Zukunft noch mehr Händler*innen und hoffentlich auch ein paar Partnerinnen dem Shopify-Kosmos beitreten.

Für noch mehr Händler-Insights kannst du dir die Wiederholungen der Merchant Inspiration Live Sessions anschauen.


Coverbild von Austin Distel



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