Von Angesicht zu Angesicht: Warum es sich bei der App-Entwicklung lohnt, die Bedürfnisse der Händler zu kennen

App-Entwicklung mit HeartCoding

Preisfrage: Warum wurde das Smartphone zu einer unglaublichen Erfolgsgeschichte?

Wegen seiner Apps natürlich. Die kleinen Programme machen das Mobilgerät im Handumdrehen zum Entertainmentcenter, Börsenticker oder Fitnesstracker. Allein 2020 wurden weltweit 204 Milliarden Apps aus den großen Stores heruntergeladen.

Was das mit Shopify zu tun hat? Auch wir stellen für unsere Händler Apps in unserem Store zum Download bereit. So lässt sich ein Shop spielend einfach um Funktionen erweitern, mit denen unsere Plattform nativ nicht ausgestattet ist.

Diese nützlichen Helferlein programmieren wir allerdings nicht alle selbst. Unabhängige Entwickler rund um den Globus sind für die Konzeption und Programmierung verantwortlich und bieten ihre Kreationen in unserem Shop an. So unterstützen sie mit ihrem technischen Know-how nicht nur Shopify Händler auf der ganzen Welt, sondern verdienen mit jedem Download selbstverständlich auch Geld.


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Aber was ist das Geheimnis einer durchschlagenden Shopify App? Woher kommt die Idee zum Next Big Thing? Wir haben mit den Shopify Partnern von HeartCoding gesprochen: Norbert und Xavi arbeiten nicht nur für einen erfolgreichen Onlineshop, sondern entwickeln mit ihrem eigenen Unternehmen auch Apps für den Shopify App Store.

Projekt App-Entwicklung: Zwei Entwickler vorgestellt

Xavi ist Geschäftsführer und Gesellschafter von Distorted People, einem Onlineshop für Herrenoberbekleidung im Streetwear-Bereich. Norbert fungiert dort als CTO, Chief-Technical-Officer. 2018 haben sie gemeinsam ein weiteres Business gegründet: HeartCoding, ein Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von Shopify Apps spezialisiert hat.Die Gründer von HeartCodingDie Gründer von HeartCoding: Norbert Willi und Xaver Singer.

Ihr erfolgreichstes Programm ist der Sale & Discount Manager. Shop-Betreiber auf der ganzen Welt nutzen ihn zur Organisation von Rabattaktionen und Events wie dem Black Friday und Cyber Monday. Die App diskontiert automatisch und termingenau einzelne Artikel, Produktgruppen oder ganze Kollektionen und berücksichtigt dabei auch andere Preisnachlässe wie etwa Gutscheine.

Der Sale & Discount Manager ist zwar nicht die einzige App im Shopify Store, die derartige Funktionen bereitstellt, trotzdem gehört sie in diesem Bereich zu den beliebtesten und erfolgreichsten Programmen. Warum ist das so?

Nun, die Grundlage einer erfolgreichen App ist immer eine innovative Idee. Aber woher kommt so ein kluger Einfall?

Was Händler wollen: Bedürfnisse bedienen, Probleme lösen

„Den Sale & Discount Manager haben wir eigentlich zuerst für unseren eigenen Shop entwickelt“, erzählt Xavi. „Irgendwann kam uns der Gedanke, dass wir die App doch auch anderen Händlern zugängig machen könnten. Denn Rabattaktionen fährt jeder Store und viele Menschen würden von einer Automatisierung profitieren.“

Norbert ergänzt: „Wir haben das Rad mit unserer App natürlich nicht neu erfunden; als ich mit der Programmierarbeit angefangen habe, gab es schon Lösungen, die ähnliche Funktionen anboten. Aber die hatten einerseits Probleme, dass sie ins Theme eingriffen und dort Funktionen veränderten. Andererseits wurden Produkte bei der Rabattierung oft übersprungen. Diese Probleme sind uns besonders aufgefallen und daher haben wir uns hingesetzt und es besser gemacht. Ohne Eingriff ins Theme, nur mit nativen Shopify-Funktionen. Ich glaube, darauf haben Händler gewartet.“

Und tatsächlich, die App stand noch nicht lange im Store, da hatten etliche Shop-Betreiber sie bereits installiert und für gut befunden. Ihr Funktionsumfang wurde durch das Feedback der Händler-Community noch einmal deutlich erweitert.

Orientiere dich an den Bedürfnissen der Zielgruppe: Shopify Händler kennen

Die Zielgruppe und ihre Bedürfnisse im Blick„Wir bekamen zahlreiche Anfragen, ob es nicht möglich sei, dass unsere App zukünftig auch im Zusammenspiel mit anderen Preisnachlässen funktioniert“, berichtet Norbert. „Wenn ein Kunde also etwa einen Discount-Code besitzt, soll dieser nicht für bereits rabattierte Produkte einlösbar sein. Oder vielleicht nur Gültigkeit für bestimmte Kollektionen besitzen. Das konnte unsere Software anfangs nicht. Inzwischen hat sie es aber drauf.“

Die Idee zu einer erfolgreichen App wird nicht am Reißbrett entwickelt, sondern orientiert sich immer an realen Bedürfnissen.

Was lernen wir also daraus? Die Idee zu einer erfolgreichen App wird nicht am Reißbrett entwickelt, sondern orientiert sich immer an realen Bedürfnissen. Aus ihrer eigenen Erfahrung als Onlinehändler wussten Xavi und Norbert um die Herausforderungen, mit denen Onlinehändler sich tagtäglich konfrontiert sehen und konnten so fast instinktiv eine passende Lösung entwickeln. Oder, um es mit Xavis Worten zu sagen: „Wer das Shopify-Universum nicht kennt, hat wahrscheinlich gar keine Idee zu einer App.“

Sammle Erfahrungen und Informiere dich über die Plattform und die Community

Natürlich soll das nicht bedeuten, dass du dich gar nicht erst an der Entwicklung einer eigenen App versuchen solltest, wenn du selbst kein Händler bist. Einschlägige Erfahrung ist zwar nützlich, allerdings keine Grundvoraussetzung. Wichtig ist, dass du dich ausgiebig mit der Materie auseinandersetzt.

Knüpfe Kontakte zu Händlern, lies dich in unserem Community Forum ein oder tritt einer Shopify Facebook-Gruppe bei. Identifiziere, was Shop-Betreibern Kopfzerbrechen bereitet. Und selbst wenn bereits eine App existiert, die sich dieser Probleme annimmt, heißt das nicht, dass es kein Verbesserungspotenzial mehr gibt. Der Sale & Discount Manager ist dafür ein gutes Beispiel. 

Händler-Probleme erkennen und mit einer App lösen

Natürlich gab es vor seiner Veröffentlichung schon Rabatt-Apps. Diese entsprachen in der Implementierung und im Funktionsumfang aber nicht dem, was Händler wirklich brauchten.

Norbert und Xavi bemerkten diese Missstände vor allem, weil sie die angebotenen Lösungen für ihren eigenen Shop ausprobierten. Da aber nicht jeder Entwickler gleichzeitig Händler ist, bieten wir für alle Shopify Partner unsere Development Shops an. Dort können Programmierer nicht nur ausgiebig an einem Prototypen feilen, bevor sie ihn an ihren Kunden übergeben. Vor allem haben sie die Möglichkeit, Apps und Themes auf Herz und Nieren zu testen.

Die Idee zu einer erfolgreichen App – sei sie nun etwas völlig Neues oder einfach ein Einfall, der etwas besser macht, als die Konkurrenz – wird dir also höchst selten einfach aus dem Nichts heraus einfallen. Vielmehr ist sie das Ergebnis von Recherche, Kommunikation, Erfahrung und dem Selbstversuch. Oder anders ausgedrückt: Vor einer guten Idee steht immer ein gutes Stück Grundlagenarbeit.

Assistierte Handarbeit: Die Entwicklung einer App

Apps konzeptionierenWenn du nun also einen Gedankenblitz zur nächsten Super-App hattest – sei es aufgrund deiner eigenen Erfahrungen oder aus deinen Gesprächen mit Onlinehändlern – folgt im nächsten Schritt die Umsetzung. Wenn du ein wenig Programmiererfahrung hast, geht das allerdings einfacher, als du vielleicht denkst.

„Shopify gibt den Shop-Betreibern recht viel an die Hand“, so Norbert. „Es existieren inzwischen zahlreiche Bibliotheken für Entwickler, die direkt und ohne große Vorarbeiten nutzbar sind. Etwa für den Authentifizierungsprozess, den ich bei unserer ersten App noch selbst mühsam aufbauen musste. Mittlerweile lässt er sich fast von allein implementieren und man muss nur noch die Datenbank aufsetzen.

Gemeinsam für starke Apps: Hilfsmittel für App-Entwickler

Mit Ruby on Rails nutzt Shopify außerdem eine Programmiersprache, die die Arbeit flüssig macht. Ich selbst komme aus der Python-Historie, aber wenn ich noch mal eine Sprache lernen würde, wäre es Ruby. Zuletzt existiert mit Polaris ein Styleguide, der dafür sorgt, dass jede App wunderschön aussieht.“

Xavi und Norbert verweisen außerdem auf die zahlreichen Plattformen, auf denen Entwickler sich austauschen können: „Es gibt natürlich Facebook-Gruppen und das Entwickler-Forum (engl.). Besonders interessant war für uns auch das Shopify Meetup in München, auf dem wir mit vielen anderen Entwicklern ins Gespräch kamen.“

Du stehst in der Entwicklungsarbeit also keinesfalls ganz allein dar. Wir sind stolz auf unsere starke Community, die sich gerne gegenseitig unterstützt. Noch mehr Informationen zur Kreation deiner eigenen App findest du außerdem in den zahlreichen Blogbeiträgen auf unserer Homepage.

Mache die Sache global: Apps in mehreren Sprachen anbieten

Apps lokalisierenDu hast jetzt also aus deiner genialen Idee eine App gezimmert. Bevor du sie der Welt in unserem Store präsentierst, gibt es nur noch ein paar Kleinigkeiten zu beachten. Shopify wird in zahlreichen Ländern benutzt, wie steht es also beispielsweise mit einer Lokalisierung?

Dazu sagt Xavi: „Natürlich bieten wir unsere Apps als Muttersprachler neben Englisch auch auf Deutsch an. Wenn ich aber auf die Gesamtzahlen blicke, würde ich sagen, dass 99 Prozent unserer Kunden die englischsprachige Variante nutzen. Natürlich ist es denkbar eine weitere Sprachgemeinschaft zu bedienen, Spanisch zum Beispiel, aber momentan läuft es mit Englisch sehr gut.“

Englisch ist und bleibt nun mal jene Weltsprache, die fast jeder, von Brasilien bis Südkorea, zumindest rudimentär beherrscht. Für den internationalen Erfolg ist ein wenig Übersetzungsarbeit also Pflicht. 

Die Gemeinschaft stärkt den Rücken: Neue Apps für die Community

Fassen wir also zusammen: die Idee zu einer wirklich erfolgreichen App wird höchst selten auf der grünen Wiese geboren. Vielmehr ist sie fast immer das Ergebnis eigener Erfahrungen oder zumindest einer Analyse der Bedürfnisse von Menschen, die tagtäglich im E-Commerce arbeiten. 

Identifiziere deswegen das Problem von Händlern und verkaufe die Lösung.

Die technische Umsetzung wird mit zahlreichen Werkzeugen und umfassende Dokumentationen zum Kinderspiel; außerdem wirst du schnell Teil einer großen und hilfsbereiten Entwickler-Community, in der kaum eine Frage unbeantwortet bleibt.

Und für den ganz großen Erfolg solltest du schlussendlich niemals die Lokalisierung deiner App außer Acht lassen. Manch ein Japaner möchte ebenfalls deutsche Weihnachten feiern, vielleicht stehen Mexikaner auch auf das Oktoberfest oder Australier auf Karneval. Englischsprachig sollte deine App aber auf jeden Fall sein.

Ganz in diesem Sinne werkeln Xavi und Norbert auch schon an ihrem nächsten Stück Software. Diesmal soll es eine App werden, die Mengenrabatte und Give-aways ab bestimmten Bestellmengen automatisiert und so Kunden noch stärker an einen Shop bindet.

Nun bist du dran. Wir sind gespannt auf deine Idee!


Titelbild von Tianyi Ma. Weitere Bilder Heartcoding, ThisisEngineering RAEng, Kelly Sikkema und Dmitry Ratushny.



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