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So vermeidest du die 6 häufigsten Fehler beim Schreiben von Werbetexten und machst mehr Umsatz

Werbetexte schreiben die verkaufen

Du schreibst und schreibst und schreibst. Dann schreibst du noch ein paar Werbetexte. Du feilst an deinen Unter-Webseiten. Du plagst dich ab mit endlosen Produktbeschreibungen. Du schreibst natürlich für Menschen, musst aber doch auch immer ein Auge auf die Suchmaschinen werfen.

Und in stillen Momenten fragst du dich doch, ob deine Texte tatsächlich gut genug sind, um aus Besuchern deiner Website oder des Onlineshops auch Käufer zu machen.

Lass uns deshalb sechs Fehler beim Werbetexten anschauen, die dich Conversions und Umsatz kosten können.

Denk immer daran, für wen du schreibst. Und nicht, auf wen du einredest. Starte eine Unterhaltung, keinen Monolog.

Fehler Nr. 1: Zu großer Fokus aufs Produkt

Dieser Fehler passiert schnell. Selbst erfahrene Werbetexter begehen ihn.

Als Verkäuferin und Firmeneigentümerin möchtest du natürlich jedem mitteilen, wie herausragend deine Produkte sind. Du willst über besondere Merkmale und großartige technische Details sprechen.

Aber weißt du was? Deine Käufer interessieren alle diese Funktionen und Daten gar nicht. Käufer wollen wissen, was sie davon haben. Jedes Mal, wenn du eine Besonderheit wie eine Fadendichte 400 erwähnst, verbinden sie es mit einem Mehrwert wie das Luxus-Gefühl, das einen besser schlafen lässt.

Eine Produkteigenschaft ist eine Tatsache über dein Produkt, ein Mehrwert erklärt, warum es dem Käufer etwas einbringt. Dieser Nutzen erläutert, wie dein Produkt das Wohlgefühl steigert oder eine Mühe vermindert. Das ist es, was deine Kunden und Kundinnen am meisten interessiert.

Dein Backofen zum Beispiel hat vielleicht eine schnelle Vorheiz-Funktion (eine Produkteigenschaft), die das Essen schneller auf den Tisch bringt (der Nutzen ist ein Genusszuwachs—du hast ein bisschen Zeit gewonnen) und deine Essensvorbereitung entstresst (der Nutzen ist, dass der Stress verringert wird).

Bevor du deine Produktseiten gestaltest, verfasse eine umfangreiche Liste von Merkmalen und Nutzen. Denk besonders an Nutzen, die Genuss bringen und Probleme lösen. Wenn du planst, was du zu schreiben hast, werden deine Texte überzeugender und du kannst sie schneller verfassen.

9 Tipps für das Schreiben besserer Produktbeschreibungen gibt es hier!

Fehler Nr. 2: Belangloses Gefasel füllt deine Seiten

Beliebte Begriffe wie “Premium-”, “Markt-führend” und “innovativ” sind mittlerweile so über-benutzt, dass sie kaum noch wirken. Sie erscheinen nur noch als Füllmaterial—sie nehmen Raum ein, ohne Bedeutung hinzuzufügen.

Spiel kurz des Teufels Advokat und hinterfrage jeden Satz und jedes Wort: Was bedeutet es? Wenn du diese Frage nicht genau beantworten kannst, dann kürze deinen Text, bis er konkret genug ist.

Belangloses Gefasel: "Innovative Schreibtischstühle eines weltweit führenden Herstellers."

Stattdessen: "Schreibtischstühle mit Lendenstütze, die in über 150.000 deutschen Büros stehen."

Belangloses Gefasel lenkt ab und ermattet deinen Leser. Zahlen und Fakten hingegen steigern deine Glaubwürdigkeit. Wenn immer möglich, setze Zahlen ein, besser als Ziffer (7) statt als Zahlwort (sieben), da Ziffern wandernde Augen einfangen.

Lass dich von Shopify-Händlern inspirieren. Hier gibt es viele Beispiele von Onlinehändlern, die erfolgreiche Webshops betreiben und dabei ganz ohne Gefasel auskommen!

Fehler Nr. 3: Du leidest an einer Überdosis Adjektive

Adjektive helfen uns zu erklären, wie unsere Produkte aussehen (Auftritt), was sie tun (Eigenschaften) und welche Gefühle sie bei deinen Käufern hervorrufen (Nutzen). In Maßen eingesetzt sind Adjektive hilfreich. Aber zu häufig eingesetzt, machen sie deine Leser schwindelig, weil der Content unlesbar wird. Ein Beispiel:

Diese entspannte, romantische Kollektion wunderschöner Kochgeräte hat einen einzigartigen Look, modern aber doch klassisch, der perfekt in deine Küche passt.

Das Problem mit so vielen Adjektiven ist, dass es deine Besucher langsamer lesen lässt und sie verwirrt. Sag es doch einfach:

Dieses romantisches Kochgeschirr passt zu fast allen Kücheneinrichtungen.

Wenn du Adjektive benutzt, befolge folgende bewährte Regeln:

  • Vor jedes Nomen gehört nur ein Adjektiv. Also statt “entspannte, romantische Kollektion” einfach “romantische Kollektion”.

  • Benutze Adjektive nicht, um Offensichtliches zu benennen. Beschreibe nicht einfach, wie ein Produkt auf einem Bild aussieht.

  • Wähle sinnliche oder gefühlsbetonte Wörter. Diese lassen deine Leserin etwas fühlen. Wörter wie nett, gut oder effizient sind fad. Probier es mit reizvoll, bezaubernd oder verlockend

  •  Zu viele Adjektive machen deine Werbetexte unklar und unverständlich, aber ein gutes Maß an Adjektiven macht deine Texte überzeugend und unwiderstehlich.

Erwähnten wir schon, dass unsere Nutzer inspirierende Erfolgsgeschichten zu erzählen haben? Klick hier um 5 dieser beeindruckenden Geschichten in einer gut lesbaren Übersicht zu bekommen.

Fehler Nr. 4: Übermäßiges Vertrauen in faktische Informationen

Wenn potentielle Käufer Geschichten lesen, vergessen sie, dass jemand ihnen etwas verkaufen will. Ihre Schutzhaltung gegenüber deinen Werbebotschaften nimmt ab und dein Content wird fesselnder und schlagkräftiger.

Menschen denken nicht abstrakt und faktisch. Unsere Gehirne sind so verdrahtet, dass wir Geschichten denken. Geschichten geben deinem Content Sinn, indem sie deinen Lesern vor Augen führen, wie sie dein Produkt nutzen können.

"Fakten geben Geschichten Gewicht. Geschichten  geben Fakten Sinn." —Lee Lefever

Eine Geschichte kann super kurz sein. Stell dir vor, du verkaufst einen Schreibtischstuhl mit Lendenstütze. Erzähl eine einfache Geschichte über eine Kundin, die verschiedene Schreibtischstühle ausprobiert und immer noch unter Rückenschmerzen leidet. Das ist Sarah. Sarah kann sich nur schwer auf ihre Arbeit konzentrieren. Sie muss bei Meetings auf- und abgehen. Ihre Laune sinkt.

Dann, eines Tages, kauft Sarah ihren Stuhl und nach nur einem Monat sind ihre Rückenschmerzen endlich weg. Ihre Kollegen bemerken, dass sie im Büro fröhlicher ist. Ihre Chefin merkt an, dass sie produktiver ist. Und wenn sie nach Hause kommt, ist sie nicht so müde und ungehalten wie zuvor. Sogar der Hund schätzt die neue Sarah.

Eine einfache Geschichte kann möglichen Käufern helfen, sich den Nutzen deines Produkt konkreter vor Augen zu führen—besonders, wenn der Mehrwert komplex ist. Geschichten machen deinen Pitch aber auch persönlicher. Du kannst Geschichten erzählen über Entwicklung, Versuche oder Beschaffung, die deine Produkte spannender erscheinen lassen oder den Qualitätseindruck verstärken.

Befolge diese Tipps, um die verlockende Anziehungskraft von Mini-Stories zu nutzen:

  • Lerne von investigativen Journalisten. Grab tiefer, um beeindruckende Details herauszufinden. Sprich mit Zulieferern und Kundenberatern. Noch wichtiger: Sprich mit deinen Kunden. Je mehr du herausfindest, desto mehr Geschichten hast du zu erzählen.

  • Halte deine Geschichten präzise und konkret. Konzentriere dich in deiner Geschichte auf eine einfache Idee.

  • Vermeide Offensichtliches. Erzähl unerwartete Geschichten, um zu motivieren, unterhalten und zu verkaufen.

Wir sind alle daraus trainiert, uns auf Daten, Zahlen und Fakten zu konzentrieren. Fakten werten die Glaubwürdigkeit deiner Produktbeschreibung auf, aber Fakten allein machen deinen Content überzeugender. Fakten sind kalt, sie haben weder Seele noch Charakter.

Die überzeugendsten Produktbeschreibungen beinhalten sowohl eine Geschichte als auch Fakten. Geschichten nehmen den Leser für dich ein, Fakten helfen ihnen dabei, die Kaufentscheidung zu rechtfertigen.

Wie du  eine Marken-Story konstruierst und diese mitreißend kommunizierst, steht in diesem Blogpost!

Fehler Nr. 5: Der völlige Mangel an Charakter

Viele große E-Commerce-Sites kommen so rüber, wie sie sind: Große, seelenlose Konzerne. Sie stellen keine Verbindung her, sie motivieren nicht, sie verkaufen kaum den Wert ihrer Produkte. Sie bieten einfach Brot, Butter, Bier und Zahnpasta.

Niemand redet aber gern mit einem gesichtslosen Großunternehmen. Niemand ruft gern bei einem anonymen Call-Center an. Warum also Texte verfassen, die sich nach langweiligem Unternehmen anhören?

Um mit deinem Leser wirklich in Verbindung zu treten, braucht es eine Prise Individualität auf deiner E-Commerce Site. Denk an den Tonfall —wenn deine Website eine wirkliche Verkaufsperson wäre, die mit Kunden redet, wie sollte sie sich idealerweise anhören? Welche Geschichten würde sie erzählen? Welche Witze würde sie erzählen? Welche Worte würde sie wählen?

"Texten ist eine direkte Unterhaltung mit dem Kunden."
—Shirley Polykoff

Bevor du deinen Tonfall festlegst, überleg dir, für wen du schreibst. Versuche, dir eine Kundin vor deinem geistigen Auge konkret vorzustellen – wie würdest du im wirklichen Leben mit ihr reden? Hör dir nicht wie ein Konzern sondern wie ein Mensch an. Denn nur so kommst du an potentielle Käuferinnen heran.

Oder fällt es dir schwer, deinen Besuchern zu verklickern, warum sie bei dir einkaufen sollen? Verfasse ganz klare Value Propositions! Hier steht, wie das geht.

Fehler Nr. 6: Du brauchst zum Gegenlesen nur 5 Minuten

Professionelle Werbetexter haben einen Plan. Sie schreiben. Sie redigieren. Wenn du nicht über Superkräfte verfügst, solltest du deinen Content auch sorgfältig redigieren.

Stell dir vor, du redest mit deiner Lieblingskundin. Lies deinen Werbetext jetzt laut vor. Lacht deine Lieblingskundin über deine überfrachteten Phrasen? Schaut sie mehr auf ihr Handy, weil ihr langweilig ist?

Schreibe deinen Text um und verfeinere ihn so lange, bis du deine Lieblingskundin überzeugen kannst, dein Produkt zu kaufen:

  • Welche Bedenken hat deine Lieblingskundin, dein Produkt zu kaufen? Hast du alle Bedenken angesprochen?

  • Der Preis ist oft ein Thema, stell also sicher, dass du deinen Preis gut mit dem Kunden-Mehrwert begründest.

  • Überprüfe dein Engagement. Ist dein Content auf deine Kunden fokussiert? Zähl mal nach, wo oft du “Ich”, “mir”, “wir”, “uns” sagen versus “du”.

  • Sorg dafür, dass jedem Produktmerkmal ein Nutzen zugeordnet ist.

  • Kürze unnütze Wörter. Reduziere die Anzahl deiner Adjektive. Streiche Adverbien wie “gerade”, “wirklich” und “eigentlich”, weil sie keine Aussage hinzufügen.

  • Lies deinen Text rückwärts, dadurch fallen dir Tipp- und Grammatikfehler eher auf. Noch besser: Bitte eine Kollegin oder einen professionellen Redakteur, deinen Text zu lektorieren.

Es geht nicht darum, wieviel Talent du beim Schreiben hast. Was zählt ist, ob du eine gute Redakteurin bist und den Unterschied kennst zwischen einem schlechten, guten und einem genialen Text. Wenn du einmal verstanden hast, was einen guten Werbetext ausmacht, setz dich daran, deine Texte nach und nach noch besser zu machen.

Oder benötigst du externe Hilfe? Hier steht, wie du passende Experten findest, die bereits mit Shopify vertraut sind:

Seriöse Shopify-Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz findest du in unserer englischen Expertensuche.

Die Wahrheit übers Werbetexten für den Onlinehandel

Viele große E-Commerce-Sites sehen ihre Besucher nur als Statistik. Da kannst du dich bewusst abgrenzen und hervorstechen. Menschlich erscheinen. Unverwechselbaren Charakter zeigen. Und damit potenzielle Käufer motivieren und begeistern.

Dein Ausgangspunkt sollte immer dein idealer Kunde sein. Bewirb den Mehrwert, der ihn am meisten anspricht. Denk immer daran, für wen du schreibst. Und nicht, auf wen du einredest. Starte eine Unterhaltung, keinen Monolog. Berate. Sei hilfreich und verbindlich. Deine Kunden werden es dir danken.


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Which method is right for you?Geposted von Hendrik Breuer: Hendrik ist Redakteur des deutschen Shopify-Blogs. Möchtest du einen Gastbeitrag veröffentlichen? Dann lies bitte zuerst diesen Leitfaden.

Dieser Artikel von Henneke Duistermaat erschien ursprünglich auf Englisch im Shopify.com-Blog und wurde übersetzt.