Wenn aus dem Verkauf von selbst gemachten Produkten mehr wird: Eine Familie wechselt von Etsy zu Shopify

Wenn aus dem Verkauf von selbst gemachten Produkten mehr wird: Eine Familie wechselt von Etsy zu Shopify

von Dayna Winter

Zehn Jahre lange habe ich mein Geschäft nur auf Etsy betrieben. Es war für mich ein Nebenjob und ich brauchte die Einnahmen nicht zum Leben. Sie dienten lediglich dazu, mein Hobby zu finanzieren, kreativ zu sein und mich mit einer Community von Gleichgesinnten auszutauschen.

Jeder Artikel, den ich herstellte, war einzigartig und kostete mich viele Stunden Arbeit. Ich wäre mit dem Geschäft nie reich geworden. Aber das wollte ich auch gar nicht, denn ich hatte nicht vor, Näher einzustellen oder irgendwelche Arbeiten per Outsourcing zu vergeben. Deshalb war Etsy die perfekte Plattform für mich.

Andere Hersteller, wie die Familie Polder von Old World Kitchen um die es hier geht, verdienen mit dem Verkauf von handgefertigten Produkte auch ihren Lebensunterhalt. Wenn man sein Unternehmen für Selbstgemachtes vergrößern und damit eine Familie ernähren will, muss man meistens den beängstigenden Sprung vom vertrauten Marktplatz nach draußen wagen.

Hersteller wie die Familie Polder von Old World Kitchen verdienen mit dem Verkauf von handgefertigten Produkte auch ihren Lebensunterhalt.

Natürlich ist dieser Artikel ein ausführliches Plädoyer für den Wechsel von Etsy zu Shopify, aber ich möchte auch klarstellen, dass beide Plattformen eine wichtige Rolle für Unternehmen spielen können, die Handgefertigtes verkaufen.

Was für Etsy gilt, gilt natürlich auch für DaWanda: Lesen Sie hier, warum eine Händlerin aus dem schwäbischen Markt Wald von DaWanda zu Shopify gewechselt ist.

Eine Plattform wie Etsy ist durchaus ein gutes Sprungbrett für brandneue Unternehmen, da bereits 27 Millionen aktive Käufer die Plattform durchstöbern. Und das ist erheblich für unerfahrene E-Commerce-Händler. Allerdings können einzelne Händler in der Masse der Käufer und Verkäufer auch untergehen, wie man hier aktuell auf SPIEGEL ONLINE lesen kann.

“Wenn du was baust, werden sie schon kommen“ (frei nach Feld der Träume) gilt nämlich nicht unbedingt fürs Internet. Und wenn man ein neues Unternehmen aufbauen will, etwa auf Shopify, muss man aktiv Besuche generieren, sich mit SEO befassen und Zeit und Geld fürs Marketing einplanen.

Als die Polders beschlossen, ihre handgemachten Produkte, die sie bisher von Tür zu Tür verkauft hatten, online anzubieten, hatten sie zu Hause nicht mal einen Internetanschluss und nicht die leiseste Ahnung von SEO.

Lauren Polder, Tochter und Geschäftsführerin, weiß, dass sie es Etsy zu verdanken haben, dass das alles überhaupt möglich war. Denn dort lernte die Familie zunächst die Grundkenntnisse des E-Commerce.

Vor zwei Jahren dann machten sie ihren Etsy-Shop dicht und eröffneten einen Onlineshop mit Shopify - was sie nie bereut haben. Durch den Wechsel haben die Polders viel gelernt, ihre Conversions erhöht, in den Wiederverkauf von Produkten expandiert, einen E-Mail-Verteiler erstellt und die eigene Markengeschichte geschrieben.

Lesetipp: Erfolgsgeschichten von Shopify-Händlern in Deutschland, Österreich und der Schweiz finden Sie hier.

Was ist der Unterschied zwischen Etsy und Shopify?

Etsy ist ein Marktplatz für handgefertigte und Vintage-Produkte (und seit 2015 auch für ausgewählte vom Erzeuger entwickelte Fertigprodukte). Alle Shops auf Etsy halten sich an eine festgelegte Vorlage und man kann den Marktplatz nach Artikeln durchsuchen. Über die Benachrichtigungsfunktion der Plattform kann man mit Käufern kommunizieren. Die Community ist dabei ganz wichtig, denn Etsy-Verkäufer können sich zusammentun und sich auf örtlicher Ebene organisieren.

Shopify ist ein komplettes Shopsystem, auf dem Händler online, im Geschäft, über soziale Medien, auf Messen und Märkten und auf alle möglichen anderen Arten verkaufen können. Ihr Shopify-Shop gehört Ihnen. Er existiert unter Ihrer Domain, spiegelt die Individualität Ihrer Marke wider und ermöglicht es Ihnen, einen Plan und eine Preisebene auszuwählen, die Ihren geschäftlichen Anforderungen am besten entspricht. Und wir blieben dabei ganz und gar im Hintergrund, kurbeln Ihren Umsatz an und stellen Sie ins Rampenlicht.

Shopify ist ein komplettes Shopsystem, auf dem Händler online, im Geschäft, über soziale Medien, auf Messen und Märkten und auf alle möglichen anderen Arten verkaufen können.

Ich habe mich mit Loran Polder darüber unterhalten, wie ihre Familie zu der Entscheidung kam, die Marke über Etsy hinaus zu vertreiben.

Das ist ihre Geschichte.


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Gestatten, Old World Kitchen

Vor acht Jahren entschied sich die Familie Polder dazu, Bauern zu werden. Sie lebten zu der Zeit in Florida an einem See und hatten keinerlei Erfahrung im Bereich Landwirtschaft. Der Vater wollte sich beruflich verändern. Doch anstatt ständig unterwegs zu sein, wollte er das Gegenteil tun: mit seiner Familie ein Unternehmen aufbauen. Damals war ihr Grundstück nur etwa 1.000 Quadratmeter groß, doch es bot genug Platz, um Kaninchen und Hühner zu züchten.

Die Familie – Mutter, Vater und eine ganze Schar von Kindern – stellte Eingemachtes her, wie Marmelade, Gelee und Würzsoßen, die sie nebst Tomatensetzlingen auf Bauernmärkten in der Umgebung verkaufte.

Wir haben einfach von heute auf morgen losgelegt. Wir wurden damit zwar nicht reich, aber es machte Spaß, es zusammen als Familie zu tun. Es war ein Schritt in die richtige Richtung. Wir fingen an, Markenkonzepte zu entwickeln und nannten das Unternehmen Old World Market. Zu Anfang hatten wir vor, viele verschiedene altmodische Fertigkeiten zu erwerben.

Die Familie zog Korbflechterei, Schmiedekunst und Lederwaren in Betracht, doch als der Vater mit der Holzschnitzerei begann, hatten sie ihr Handwerk gefunden. Die Polders fingen an, handgemachte Löffel auf Märkten zu verkaufen. Die Resonanz von Käufern war super positiv.

Die Löffel verkauften sich unheimlich gut und ständig wollten die Leute wissen, ob wir eine Website haben, doch wir hatten überhaupt keine Ahnung vom Online-Verkauf. Schließlich erstellte ich eine ganz schreckliche Website auf Vistaprint, die sich als totaler Flop herausstellte. Marketing war ein absolutes Fremdwort für uns. Wir waren völlig naiv und dachten, man stellt einfach eine Website ins Netz und dann besuchen die Leute sie schon irgendwie. Ganz schnell wurden wir dann jedoch eines Besseren belehrt.

Wir waren völlig naiv und dachten, man stellt einfach eine Website ins Netz und dann besuchen die Leute sie schon irgendwie.

Loran Polder

Die Löffel waren auf den Märkten aber so erfolgreich, dass die Familie schnell beschloss, mit der Gründung Ihres Online-Unternehmens ernst zu machen. Sie packten ihre sieben Sachen und zogen auf eine große Farm in Tennessee. Dort nahmen sie die Haltung von Milchkühen und Bienen ins landwirtschaftliche Repertoire auf.

Ganz wie ihr altertümliches Vorgehen in Bezug aufs Unternehmen, war auch ihr erster Vertriebskanal  ein Relikt vergangener Zeiten: Die Polders verpackten ihren Honig und andere handgefertigte Produkte in Geschenkkörbe und verkauften sie von Tür zu Tür – so ähnlich wie Staubsaugervertreter ihre Geräte Mitte des letzten Jahrhunderts anboten.

Die Leute waren ganz fasziniert davon, weil es so anders war. Es kommt einfach nicht mehr oft vor, dass Leute ihre Produkte an der Haustür feilbieten. Manche Leute kauften uns Produkte im Wert von ein paar hundert Dollar ab. Wir waren Pioniere und hatten unkonventionelle Ideen.

Es war ein Risiko. Aber die “altbackene” Verkaufstaktik funktionierte für ein Unternehmen, das sich seines jahrhundertealten Handwerks rühmte. Die Polders hatten überraschend viel Erfolg mit ihrer Methode, allerdings war sie zeitaufwendig und nicht zukunftsfähig. Einige der Familienmitglieder waren ständig unterwegs und so hatten sie sich ihren Traum von der Zusammenarbeit als Familie nicht vorgestellt.

Da schlug ihnen ein Nachbar Etsy vor.

Wir hatten noch nie was von Etsy gehört und hatten damals nicht mal Internet bei uns zu Hause. Wir kannten uns gar nicht aus damit. Wenn wir unsere E-Mails lesen oder mal was online bestellen wollten, gingen wir in die örtliche Bücherei. Wenn ich jetzt daran denke, frage ich mich: ‘Wie haben wir das damals überhaupt gemacht?’ Wir erstellten also einen Shop auf Etsy und unsere Bilder waren fürchterlich. Keine Ahnung, wie wir was verkauft haben. Aber siehe da, drei Tage später erhielten wir unsere erste Bestellung. Und das machte uns ungeheuer Mut.

Wir hatten damals nicht mal Internet bei uns zu Hause. Wir kannten uns gar nicht aus damit.

Loran weiß, dass sie es Etsy zu verdanken haben, dass ihr Unternehmen überhaupt in die Gänge kam und sie in die Welt des E-Commerce eingeführt wurden. Das Marktplatz-Modell brachte ihnen ihre ersten Kunden und das ganz ohne Marketing-Knowhow.

Durch Etsy sind wir enorm gewachsen. Dort in den Foren haben wir wirklich viel gelernt und erfahren, wie wichtig Fotos, gutes Textmaterial und SEO sind.

Als sie ein Angebot für eine Pop-up-Partnerschaft erhielten, merkten sie in den darauf folgenden Gesprächen, dass sie sich bisher nicht genug Gedanken über ihre eigentliche Marke gemacht hatten. Die Überlegungen, wie sie ihr Unternehmen wirklich lebendig werden lassen konnten, halfen ihnen dabei, ihre Botschaft und ihre Vision für das Unternehmen als Ganzes zu definieren.

"Endlich konnten wir uns auf etwas einigen, das direkt aus “der alten Welt” stammte und gleichzeitig elegant und rustikal war. 200 Jahre alte italienische Hackblöcke, Kupferwaren, Kerzen und venezianischer Gips. Einfach altmodische rustikale Eleganz für Feinschmecker. Das mit dem Pop-up hat zwar nicht funktioniert, aber wir sind froh, dass wir das alles durchgegangen sind. Denn dadurch wurden wir gezwungen uns auf ein Konzept zu einigen und zu sagen: ‘Darum geht es bei uns.’

Sie richteten sich auf den kulinarischen Markt aus und spezialisierten sich auf Löffel, weshalb sie das Unternehmen in Old World Kitchen umbenannten. Die Marke wuchs und wuchs auf Etsy.

Schließlich kamen sie, wie so viele andere Unternehmen, die selbst produzieren, an einem Scheidepunkt an. Die Kapazitätsgrenze ihrer handgemachten Produktion war erreicht und sie fragten sich: Wie vergrößern wir uns weiter?

Die Kapazitätsgrenze ihrer handgemachten Produktion war erreicht und sie fragten sich: Wie vergrößern wir uns weiter?

Die Polders hatten damals zwei Möglichkeiten. Zuerst zog die Familie in Erwägung, Old World Kitchen mit einer Schwestermarke zu ergänzen. Sie sprachen darüber, in eine CNC-Maschine zu investieren, um eine weitere Produktlinie von Holzlöffeln zu einem niedrigeren Kostenpunkt herzustellen. Allerdings wäre dieser Schritt im Widerspruch zu all dem gestanden, was sie mit ihrer Marke unbedingt erhalten wollten und wofür diese stand. Die Alternative? Die Preise erhöhen. Stark erhöhen.

Es war total verrückt und beängstigend. Ich glaube, viele Kunsthandwerker sind der Meinung, dass sie arme, am Hungertuch nagende Künstler sein müssen, und es irgendwie falsch wäre, wenn sie sich überlegen würden, wie sie mit ihrem Unternehmen Gewinn machen könnten. Unsere Preise sind jetzt höher, als man es normalerweise für Holzlöffel erwarten würde. Aber unsere Kunden zucken nicht mal mit der Wimper. Ihnen gefällt die handschriftliche Notiz in der Schachtel. Sie freuen sich daran, dass unsere Familie ihre Liebe und Sorgfalt hineingesteckt und das Produkt für sie gemacht hat.

Ich glaube, viele Kunsthandwerker sind der Meinung, dass sie arme, am Hungertuch nagende Künstler sein müssen, und es irgendwie falsch wäre, wenn sie sich überlegen würden, wie sie mit ihrem Unternehmen Gewinn machen könnten.

Obwohl ihre Kunden zwar gerne die erhöhten Preise für die Waren bezahlen, haben andere Kunsthandwerker, die vergleichbare Produkte zu einem Bruchteil der Kosten verkaufen, zurückgeschlagen. Doch während diese Konkurrenten unter Umständen Not leiden, blüht Old World Kitchen förmlich auf. Wieso?

Weil Old World Kitchen nicht einfach einen Löffel verkauft. Sie verkaufen eine Lebensart, ihre Geschichte und ein Erlebnis.

"In Verbindung mit der Preiserhöhung haben wir beschlossen, dass wir unsere Verpackungen so toll wie möglich gestalten und den bestmöglichen Kundenservice anbieten wollen. Wir werden zu unseren Kunden eine bessere Verbindung als je zuvor herstellen, uns hohe Ziele setzen und unser Bestes geben.

Während sich ihre Marke immer mehr etablierte und definierte und sich ihre Preise zunehmend denen einer Luxusmarke anpassten, stellten sie fest, dass Etsy den Ansprüchen ihres wachsenden Unternehmens immer weniger gerecht werden konnte. Da ihre Geschichte mehr und mehr in den Vordergrund trat, wurden die Grenzen des Markplatzes und der Shop-Vorlage von Etsy zusehends deutlicher. Loran spürte, dass der typische Etsy-Kunde – jünger und kostenbewusster – immer weniger ihrer Zielgruppe entsprach.

Loran spürte, dass der typische Etsy-Kunde – jünger und kostenbewusster – immer weniger ihrer Zielgruppe entsprach.

Die Polders begannen, ihre sozialen Kanäle auszubauen, in dem Bemühen sich einen Kundenstamm außerhalb von Etsy aufzubauen. Sie probierten außerdem noch andere Marktplätze und Plattformen aus, ehe sie schließlich bei Shopify landeten.

Sie rüsteten ihre Kamera auf und lernten den Umgang mit einer Fotobearbeitungssoftware. Ihre neuen Bilder haben sie zeitgleich mit dem Start ihres Shopify-Shops auf der Website veröffentlicht.

Die Leute sagten immer wieder, dass die Website jetzt aussähe wie Williams-Sonoma. Plötzlich machte sie ganz schön was her. Es hat uns total umgehauen, weil unsere Conversion-Rate wie wahnsinnig anstieg, und wir wussten, dass wir etwas richtig gemacht hatten.

Es hat uns total umgehauen, weil unsere Conversion-Rate wie wahnsinnig anstieg…

Loran führt diesen sprunghaften Anstieg der Conversion-Rate darauf zurück, dass zwar immer noch genauso viel Traffic in ihrem Shopify-Shop herrschte, die Leute jetzt aber ihre Seite vorsätzlich besuchen.  Auf einem Markplatz wird viel gebrowst, was dazu führt, dass Besucher oft auf Seiten mit ähnlichen Produkten und Marken landen.

Auf Etsy wird man sehr leicht abgelenkt. Es ähnelt eher einem Bummel über einen Kunsthandwerkermarkt, bei dem man von einem Stand zum nächsten schlendert.

"Auf Etsy wird man sehr leicht abgelenkt. Es ähnelt eher einem Bummel über einen Kunsthandwerkermarkt, bei dem man von einem Stand zum nächsten schlendert, anstatt dem Aufsuchen eines konventionellen Geschäfts. Mit Shopfiy kann man viel mehr Markentreue schaffen. Wir können eine echte Fangemeinde aufbauen, denen es wirklich um unsere Marke geht, anstatt uns mit Besuchern abzugeben, die sagen: ‘Ich liebe Etsy und dabei geht es mir gar nicht um euch.

Old World Kitchen hielt an den neuen Preisen fest und die Anzahl der Fans nimmt weiter zu. Das neue Preisgestaltungsmodell ermöglichte es Ihnen, sich zu vergrößern und ihrem Konzept der handgemachten Produkte treu zu bleiben. Jedes Jahr, immer wenn sie die Grenze ihrer Produktionskapazität erreicht hat, versammelt sich die Familie und bespricht, wie das Unternehmen  weiterhin wachsen kann, ohne seine Markenintegrität aufzugeben.

Letztes Jahr beschlossen die Polders, die Angebote von Old World Kitchen zu erweitern, indem sie sich mit anderen Komplementärmarken als Vertriebspartner zusammentun – noch eine Expansionsstrategie, die mit Etsy nicht möglich gewesen wäre. Die Familie wählte eine einzigartige Vorgehensweise, was die Zusammenarbeit mit anderen Anbietern angeht.

Alles, was wir verkaufen, gibt es exklusive in unserem Shop. Wir bieten nichts an, was irgendein anderer Laden verkauft, einschließlich der Kunsthandwerker selbst. Also müssen sie für uns was anderes herstellen. Wir bitten sie um ein Produkt, das unter Umständen höherwertiger ist, als was sie über ihre eigene Marke verkaufen, daher sind die Preise deutlich höher. Wir haben uns das Monopol mit den Holzsachen gesichert, aber wir haben Vintage-Kupfer und-Keramik aus Europa, feine handgemachte Messer und Kerzen im Angebot.

Loran musste zwar durch die zusätzliche Arbeit ihre Aufgaben ein wenig anders verteilen, aber die Familie arbeitet immer noch wie eine gut geölte Maschine (allerdings weiterhin ohne tatsächliche Maschinen).

Loran sorgt dafür, dass der Onlineshop gut läuft und kümmert sich von den sozialen Medien bis hin zum E-Mail Marketing um alles. Ihre jüngere Schwester wickelt Versand und Verpackung ab, während die meisten anderen Geschwister in der Herstellung tätig sind. Der Vater – ein Virtuose am Holz – leitet die Produktion. Und die Mutter? Sie ist die gute Seele, die alles zusammenhält.

Mama sorgt dafür, dass alle ihre Arbeit machen – sie ist unsere wichtigste Qualitätskontrolle. Wenn jemand nachlässt, lässt sie es ihn wissen. In der Vorweihnachtszeit versucht sie, das Ganze so festlich wie möglich zu gestalten. Sie versorgt uns mit Snacks und heißem Kakao, während wir in der Werkstatt schnitzen und Musik hören. Obwohl es wahnsinnig stressig ist, weil wir natürlich alle Bestellungen vor Weihnachten fertig haben wollen, haben wir auch eine Menge Spaß.”

Im Unternehmen der Familie Polder ist viel Platz für nachfolgende Generationen, damit zukünftige Ehepartner und Kinder auch mitmischen können. Durch das Vordringen in die weite unbekannte Welt des Internets und ihre Haltung ihrer Marke gegenüber haben sie ihren Traum, als Familie zusammenzuarbeiten, endgültig verwirklicht.

Wann man von Etsy zu Shopify wechseln sollte

Die Polders wissen, dass sie es Etsy zu verdanken haben, dass der Familienbetrieb überhaupt ins Rollen kam. Auf der Plattform kann man hervorragend mit E-Commerce herumexperimentieren. Man lernt, welche verschiedenen Nuancen der Online-Kundendienst mit sich bringt und wie man sein Produkt einer bereits bestehenden Zielgruppe am besten vorstellt.

Doch irgendwann entwuchs das Unternehmen dem Marktplatz.

Wann Sie einen Schlussstrich unter Etsy ziehen und zu Shopify wechseln sollten, hängt von ihren Zielen ab, und davon, ob Etsys Einschränkungen in Sachen Produkte oder Zielgruppen verhindern, dass Ihr Unternehmen wachsen kann.

Möglicherweise sind Sie bereit für den Wechsel, wenn:

  • Ihre Marke wesentlich für das ist, was Sie tun. Also: was Ihre Geschichte angeht oder wie Sie etwas herstellen oder wer Sie sind. Übertragen Sie Ihre Produkte auf eine Seite, auf der Sie Ihre Markengeschichte erzählen können können und wo Sie das Erlebnis auf Ihre Kunden anpassen können;
  • Sie sich vergrößern wollen und aus Ihrer handgefertigte Produktion einen Betrieb (außerhalb der eingeschränkten Möglichkeiten bei Etsy) machen wollen. Die meisten industriell gefertigten Produkte sind auf Etsy nämlich nicht erlaubt;
  • Ihre Zielgruppe sich außerhalb der Etsy-Community befindet. Dies könnte der Fall sein, wenn Sie zum Beispiel mit Ihrer Marke mehr auf luxusorientierte Kunden abzielen wollen;
  • Sie Ihre Marke auf Produkte ausdehnen wollen, die Sie nicht selbst machen. Etsy verbietet den Wiederverkauf mit Ausnahme von Vintage-Produkten.  

Oftmals beschließen Händler, ihre Etsy-Shops weiter aufrechtzuerhalten, während sie ihre Shopify-Shops einrichten und ausbauen. Das Unternehmen Corbé ist ein gutes Beispiel dafür. Es bleibt mit der Erzeuger-Community über Etsy in Verbindung und lässt diesen Vertriebskanal weiterlaufen. Unter Umständen ist das eine gute Strategie, wenn Sie auf Etsy eine bedeutende Anzahl von Anhängern haben und Sie diese Beziehungen aufrechterhalten wollen.

Mit einer App wie StitchLabs können Sie Ihre Verkäufe und Ihr Inventar bei Etsy und Shopify synchron erfassen.

Shopify lässt sich auch mit anderen Marktplätzen, wie Wanelo, kombinieren. Dadurch können Sie Ihren eigenen unabhängigen E-Commerce-Shop betreiben und haben zugleich Zugang zu einer aktiven Käufer-Community.

Vorteile eines Wechsels von Etsy zu Shopify

Durch die Freiheit und Flexibilität, die man mit einem Geschäft auf Shopify hat, lassen sich Handarbeitsbetriebe gut vergrößern und E-Commerce-Vorgänge automatisieren, damit sich Hersteller auf das konzentrieren können, was sie am liebsten tun: herstellen.

Weitere Vorteile:

  • Stellen Sie Ihre Marke neuen Zielgruppen vor. Nehmen Sie neue Kunden außerhalb von Etsys Community ins Visier und überzeugen Sie sie. Ihre E-Mail-Liste ist ein wertvolles Marketinginstrument, mit dem sich Loyalität und Folgegeschäfte aufbauen lassen.
  • Übernehmen Sie die Kontrolle über das Design und die Funktion Ihrer Website. Es ist gut möglich, dass Sie bereits in einem von Shopify angetriebenen Geschäft geshoppt haben, ohne es gemerkt zu haben. Unsere zahlreichen Theme-Optionen lassen Ihre Marke im vollen Glanz erstrahlen. Sie können sogar zusammen mit einem Entwickler ein Theme ausarbeiten, das ganz Ihren Bedürfnissen angepasst ist.  

Es ist gut möglich, dass Sie bereits in einem von Shopify angetriebenen Geschäft geshoppt haben, ohne es gemerkt zu haben.

  • Bringen Sie Ihre Marke auf kundenspezifische und professionelle Art rüber. Verschaffen Sie Ihrer Marke mit Ihrer eigenen Domain Geltung.
  • Wiederverkaufen, en gros verkaufen, kuratieren, herstellen! Bauen Sie Ihre Marke über die Grenzen von Etsy hinaus aus, indem Sie andere kuratierte Marken mit aufnehmen, Login und Preise für Großhändler hinzufügen oder Ihre Produktion in einen Herstellungsbetrieb verlegen.
  • Verbessern Sie Ihre Content-Strategie mit einem Blog. Wie im Fall von Amalie Beauty kann ein Blog ein riesiger Verkaufstreiber sein. Inhaberin Megan Cox baut Markenvertrauen auf, indem Sie als Beauty-Expertin in ihrem Blog die Wissenschaft hinter den Produkten erklärt. Neue Kunden erreicht sie über organische Suche, indem Sie regelmäßig Bewertungen von Kosmetikprodukten postet und so Leser zu ihrem Shop lenkt.
  • Führen Sie E-Mail-Kampagnen durch, um Umsatz und Traffic zu steigern. Auf Etsy kann man nur dann mit Kunden kommunizieren, wenn es direkt um eine Bestellung geht. Durch Shopifys Integration von E-Mail-Apps wie Mailchimp können Sie regelmäßig mit Kunden und Abonnenten Verbindung aufnehmen – durch Blog-Posts, Verkaufsanzeigen, exklusive Angebote und neue Produkte.
  • Erzählen Sie Ihre Markenstory, und zwar auf Ihre Art. Fügen Sie mehrere Seiten hinzu. Vielleicht haben Sie unter “Über uns” ein Dropdown-Menü, das Kunden zu Seiten wie “Das Team”, “Unsere Geschichte”, “Unsere Philosophie” etc. weiterleitet. Auf Ihrer Homepage kann Ihre Story auch im Vordergrund stehen. Mit Apps wie Snappt können Sie Ihre aktuellsten Instagram-Fotos übertragen oder verwenden Sie Lookbook, um Lifestyle-Fotos zu teilen, damit Kunden Ihren Stil und Ihre Inspiration kennenlernen können.

Die Geschichte der Familie Polder entspricht ganz und gar ihrer Marke. Daher ist es für das Überleben der Marke und den Erhalt ihres Vermächtnisses unerlässlich, dass diese Geschichte überall auf ihrer Website erzählt wird.

Entscheidend ist, dass wir unsere Story besser erzählen als andere Leute ihre.

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Which method is right for you?Geposted von Hendrik Breuer: Hendrik ist Redakteur des deutschen Shopify-Blogs. Möchten Sie einen Gastbeitrag veröffentlichen? Dann lesen Sie bitte zuerst diesen Leitfaden.

Dieser Artikel von Dayna Winter erschien ursprünglich auf Englisch im Shopify.com-Blog und wurde übersetzt von Freddie Debachy.

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