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Visuelles Marketing: So funktioniert Visual Commerce

Das Auge shoppt beim Visuellen Marketing mit, hier eine Frau in rosabluse die eine bunte Kette in die Kamera hält

Wann das erste Bild ins Internet hochgeladen wurde, ist überraschend gut dokumentiert: Es war der Abend des 17. Juli 1992, als der Kernphysiker Silvano de Gennaro ein Foto der Band Les Horribles Cornettes ins Netz stellte und damit Geschichte schrieb. Auf vielen Seiten ist die furchtbar retuschierte Aufnahme im gif-Format immer noch zu bewundern.

Seitdem hat sich einiges getan. Zum Glück, möchte man fast sagen, denn ein Onlineshop ohne Bilder wäre eine ziemlich traurige Angelegenheit. Allerdings reichen eine Handvoll Produktbilder inzwischen immer seltener aus, um Verbraucherinnen und Verbraucher von deinem Angebot zu überzeugen. Wenn du Kund:innen wirklich für deine Produkte und deine Brand begeistern möchtest, solltest du heutzutage in die Trickkiste des Visual Commerce greifen.

Wie dieses Marketinginstrument funktioniert und warum es so wichtig ist, erklären wir die in diesem Beitrag. Als kleinen Leitfaden zeigen wir dir außerdem Best-Practice-Beispiele von Shopify-Stores, die Visual Commerce bereits erfolgreich einsetzen.


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Marketing-Latein: Was ist visuelles Marketing?

Natürlich können wir unsere Reise in die Welt des visuellen Marketings nicht antreten, ohne dir vorher zu erklären, was dieser Ausdruck bedeutet. Daher:

Visuelles Marketing, manchmal auch Visual Commerce oder Visual Marketing genannt, ist ein Sammelbegriff für jede Art darstellender Werbung, die über ein einfaches Produktfoto hinausgeht. Klingt ein wenig schwammig? Ist es auch, das liegt aber ein Stück weit in der Natur der Sache. Die Grenzen des visuellen Marketings werden nur durch deine eigene Fantasie gesetzt. Alles ist erlaubt – und was wir dir in diesem Beitrag vorstellen, sind die gängigsten und erfolgreichsten Methoden dieser Marketingstrategie.

Das erfährst du hier:

    Die Welt der Sinneseindrücke: Warum Bildsprache im E-Commerce so wichtig ist

    „Visuelles Marketing? Brauchen wir nicht. Wir haben das schon immer mit Produktfotos gemacht.“ - diese oder ähnliche Aussagen hast du wahrscheinlich auch schon gehört. Wir können euch mit Bestimmtheit sagen: Visual Commerce ist viel mehr  als das und sehr wohl wichtig. Warum? Weil wir Menschen nun mal Wesen sind, die sich von ihren Sinneseindrücken leiten lassen. Je mehr wir davon bekommen, desto stärker fühlen wir uns mit anderen Personen, Ereignissen und Orten verbunden.


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    Du kannst noch so viel über die Niagarafälle lesen, dir Dokumentationen ansehen oder den Reiseberichten anderer lauschen – nichts ist mit dem Moment vergleichbar, in dem du selbst am Rand der gewaltigen Wasserfälle stehst. Ganz ähnlich funktioniert das Prinzip des Visual Commerce: Je mehr Sinne du mithilfe deiner Marketingstrategie in deiner Kundschaft ansprichst, desto mehr Emotionen weckst du in ihnen. Und je mehr positive Gefühle mit einem Produkt assoziiert werden, desto eher wird es gekauft.

    Allerdings hat noch niemand das Internet mit Geruch erfunden. Auch mit dem Anfassen sind wir noch nicht wirklich weitergekommen. Deshalb müssen wir uns online auf das Sehen und Hören beschränken. Doch bieten diese zwei Sinne allein schon jede Menge Möglichkeiten, Emotionen wachzurufen.

    Lesetipp: Wie du mit interaktiver Produktvisualisierung die letzten Kaufzweifel beseitigen kannst, zeigen wir dir hier.

    Gefühle wachkitzeln: Visual Commerce in der Praxis

    Wie also kann Visual Marketing online aussehen? Wie sprichst du die Emotionen deiner Besucher:innen am besten an und verführst sie dazu, auf den Kauf-Button zu klicken?

    Die Methoden sind zahlreich und reichen von "einfach umsetzbar" bis hin zu "einigermaßen aufwändig". Folgende Auswahl haben wir für dich zusammengestellt.


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    Der Klassiker: Produktvideos

    Bereits einfache Produktvideos gehören in den Bereich des Visual Commerce. Unterschätze niemals die emotionale Macht des bewegten Bildes! Sagen wir, du verkaufst Gartenspielzeug. Dann sind ansprechende Fotos einer Schaukel im Grünen zwar hilfreich. Ein kleines Video von Kindern, die lachend auf- und abschwingen, um abschließend im hohen Bogen in Papas Arme zu springen, wirkt allerdings viel intensiver.

    Sofort springen im Kopf des Betrachtenden die Projektoren an und er oder sie sieht die eigenen Kinder auf der Schaukel spielen.

    Lesetipp: Willst du deine Produktvideos selber schneiden, brauchst du das passende Tool. 12 kostenlose Videobearbeitungsprogramme findest du hier.

    Einen etwas anderen Weg hat GAIAM, ein Shop für Yoga-Zubehör und ähnlichen Wellness-Bedarf, eingeschlagen. Hier findest du zu jedem Artikel ein kurzes Video, das entweder die richtige Anwendung des Produktes präsentiert oder dessen Vorzüge in einer Demonstration anpreist. Es fühlt sich ein wenig an wie ein Fachgespräch im stationären Handel – und auch das Gefühl, gut beraten worden zu sein, ist eine positive Emotion.

    Visual Commerce mit Produktvideos: Das Bild zeigt ein Video für eine Yogamatte.

    Zeige deinen Kunden, wie dein Produkt funktioniert.

    Andere arbeiten lassen: User Generated Content

    Marketing an sich ist ja gut und schön, entbehrt aber meist ein gewisses Maß an Authentizität. Schließlich müssen Verbrauchende befürchten, dass Händler:innen so ziemlich alles behaupten, um ihre Ware unters Volk zu bringen. Was läge daher näher als die zufriedene Kundschaft selbst zu Wort kommen zu lassen. Oder besser zu Bild, denn Rezensionen sind zwar nützlich, entfalten aber nicht die gleiche Wucht wie Fotos oder gar Videos.

    Eine ebenso einfache wie wirkungsvolle Art des Visual Commerce ist deshalb, deine Käuferschaft um ein Bild mit der erstandenen Ware zu bitten, um dieses dann mit einem entsprechenden Hinweis auf der Produktseite zu veröffentlichen. Klar, wenn du Hygieneartikel verkaufst, ist User Generated Content für dich vielleicht nicht die Marketingmaßnahme Nummer Eins. Aber wenn du im Modesektor unterwegs sein solltest, probiere es auf jeden Fall mal aus.

    Lesetipp: Hier findest du weitere Erfolgsgeschichten von Shopify-Händlern in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

    In der Boutique MONKI kannst du dir ansehen, wie das Ganze am Ende aussehen könnte. Die Jungs und Mädels dort müssen sich vor echten Models auf keinen Fall verstecken.

    Visuelles Marketing bei MONKI: Eine Kundin posiert in einer MONKI-Hose auf einer Steintreppe vor einer Laterne.

    Lass deine Kunden für dich und dein Produkt sprechen.

    Durchklicken: Shopability Layers

    Wo wir gerade über Mode reden: Weißt du, was gar keine positiven Emotionen weckt? Wenn du auf deiner Landingpage ein schickes Männermodel deine Kollektion präsentiert und dein Publikum dann raten muss, welche Kombination aus Weste, Hose und Schuhen der Herr da gerade trägt. Gut wäre es, wenn diese stattdessen einfach das Bild anklicken könnten, um anschließend nicht nur die genauen Artikel angezeigt zu bekommen, sondern diese auch direkt und vollständig in den Einkaufswagen packen können.

    Shopability Layer nennt sich dieses Prinzip und steckt tatsächlich noch ein wenig in den Kinderschuhen – vor allem, weil die technische Umsetzung über das Frontend nach wie vor kompliziert ist. Einige große Modeketten haben allerdings schon mit der Methode experimentiert und positive Erfahrungen gemacht. Sobald wir dir mehr zu dem Thema berichten können, informieren wir dich in unserem Blog darüber. 

    Was ist anderen Händler:innen beim Marketing wichtig? Erfahre es aus eigener Hand in unserem Podcast!

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      Kunterbunt: Visual Configuration

      Visual Configuration bezeichnet die Möglichkeit, ein Produkt optisch nach deinen eigenen Vorstellungen anzupassen und das Ergebnis direkt präsentiert zu bekommen. Dabei reicht das Angebot von einfachen Varianten wie der Farbauswahl eines Paars Socken über das Material einer Couch bis hin zum kompletten Design-Kit, das dich von der Sohle bis zum Schnürsenkel deine eigenen Sneaker gestalten lässt.

      Lesetipp: Völlig von den Socken: Wie SNOCKS mit einem Nischenprodukt in den ersten beiden Monaten €10.000 Umsatz machte.

      Und was könnte dich tiefer mit einem Produkt verbinden als die Möglichkeit, es selbst zu designen? Immerhin hast du gerade ein Unikat kreiert, wie es sonst kein Mensch auf der Welt besitzt. Allerdings musst du deine Kundschaft gar nicht in diesem Ausmaß kreativ werden lassen, um eine emotionale Verbindung mit deinem Angebot zu knüpfen. Bereits die Möglichkeit eines personalisierten Schriftzuges oder eine Gravur reichen aus, um die gewünschten Gefühle zu wecken.

      Ein besonders schönes Beispiel für diese Art der einfachen aber effektiven Visual Configuration hält CannyCollars bereit. Dort bekommst du spezielle Geschirre für Hunde, die sich vor Leinen fürchten. Aber als ob die freundlichen Vierbeiner an sich nicht schon ein emotionales Thema wären, kannst du nicht nur die Farbe deiner Leine auswählen, sondern sie auch mit einem eigenen Schriftzug beflocken lassen. Das schafft Verbindung.

       

      Visual Commerce bei CannyCollars: User können eigene Hundeleinen erstellen, das Bild zeigt einen Hund mit einer lila Leine.

       

      Ermögliche es deinen Kunden, ihr Lieblingsprodukt ihren Wünschen anzupassen.

      Cyberspace: Augmented Reality

      Die letzte Art des Visual Commerce, die wir dir vorstellen möchten, setzt ganz auf einen der emotionalsten Orte in unserem Leben: unserem Zuhause. Denn wie wäre es, wenn du die neue Stehlampe nicht nur von allen Seiten und in 3D betrachten, sondern gleich ausprobieren könntest, wie sie in deinem Wohnzimmer wirkt?

      Augmented Reality (AR) macht’s möglich. Mithilfe deiner Smartphone-Kamera platzierst du deinen Traumartikel ganz einfach in deinen eigenen vier Wänden, kannst Fotos deiner neuen virtuellen Einrichtung schießen und dir einen plastischen Eindruck vom neuen Hundebett, Sessel oder Beistelltisch verschaffen. So ringst du dem stationären Handel einen seiner größten Vorteile – das Anfassen und Ausprobieren – beinahe gänzlich ab. Denn welches Einrichtungshaus lässt dich schon einen Lampenschirm ausleihen, um mal zu gucken, wie der sich so in deiner Küche macht?


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      Möchtest du diese Strategie selbst einmal ausprobieren, dann empfehlen wir dir einen Besuch bei HORNE. Denn der finnische Store für Wohnaccessoires bietet nicht nur zeitlos schöne Möbel, sondern vor allem Augmented Reality nach neuesten technischen Maßstäben.

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      Eine junge Frau sitzt vor ihrem Laptop und schreibt nebenbei auf einem Tablet

      Nutze Visual Commerce und ziehe Kunden an.

      Bei allen technischen Möglichkeiten kann Visual Commerce das klassische Produktbild natürlich nicht ersetzen. Gerade im mobilen Bereich haben Menschen häufig nicht die Geduld, die Bildschirmgröße oder das Datenvolumen für aufwändige Produktpräsentationen. 

      Für die Desktopvariante deines Shops allerdings empfehlen wir dir uneingeschränkt, dein Marketing mit ein wenig Visual Commerce aufzupeppen. Denn das verleiht deinem Store nicht nur mehr Professionalität – vor allem ist es die beste Möglichkeit, die Emotionen deiner Zielgruppe anzusprechen und sie von einem Kauf bei dir zu überzeugen.

      Welche Methode – Videos, User Generated Content, Visual Configuration oder Augmented Reality – für dich die beste ist, hängt dabei vor allem von deinem Angebot ab. Wahrscheinlich interessieren sich die wenigsten Menschen für die Farbe ihres neuen Schleifgerätes, ein anschauliches Produktvideo allerdings könnte auch Heimwerkermuffel zu Interessenten machen.

      Vielleicht fallen dir sogar ganz neue Formen des Visual Marketing ein, denn die Grenzen dafür setzt nur deine eigene Fantasie. Wir wünschen gutes Gelingen bei der Umsetzung!


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      Häufig gestellte Fragen zum visuellen Marketing

      Was ist visuelles Marketing?

      Visuelles Marketing, auch Visual Marketing oder Visual Commerce, beschreibt jede Art von Werbung, die potenzielle Kundinnen und Kunden durch optische Reize anspricht und dabei mehr ist als ein einfaches Produktfoto. Die optischen Reize können auf unterschiedlichste Weisen ausgelöst werden. Einige davon haben wir dir im Beitrag einmal vorgestellt.

      Warum ist Visual Marketing wichtig?

      „Das Auge kauft mit.“ Eine ansprechende Artikelpräsentation kann das Absatzpotenzial enorm steigern. Das gilt vor allem im E-Commerce, wo interessierte Kundschaft deine Produkte nicht anfassen, geschweige denn ausprobieren kann. Da auch der Geruchssinn im Onlinehandel nicht funktioniert, braucht es das visuelle Marketing, um das neben dem Gehör einzig verfügbare Sinnesorgan möglichst überzeugend anzusprechen: das Auge. Bilder, Videos und dergleichen transportieren Emotionen und zeigen, wie dein Produkt das Leben deiner Kundschaft verbessert. Shopbetreiber:innen sollten der Bildsprache ihres Onlinestores deshalb größtmögliche Beachtung schenken.

      Wie funktioniert Visual Marketing online?

      Visual Marketing kann auf unterschiedlichste Arten funktionieren, die sich in Aufwand und Wirkung mitunter sehr voneinander unterscheiden. Eine der einfachsten Möglichkeiten des visuellen Marketings praktizierst du womöglich schon, indem du deinem Shop neben Produktbildern auch eine Reihe anderer Fotos und Illustrationen hinzufügst, um eine gelungene Bildsprache zu erzeugen. Hier können Stock Images eine gute Content-Quelle sein. Andere Methoden wie eigene Produktvideos oder die Einbindung von Augmented Reality sind aufwendiger und setzen entsprechende Technik voraus. Diese und weitere Möglichkeiten stellen wir dir in unserem Blog einmal ausführlich vor.

      Was muss ich beim Visual Commerce beachten?

      Visual Commerce sollte immer auf die Zielgruppe und deren Nutzungsverhalten abgestimmt sein. Wenn der Großteil deiner Kundschaft beispielsweise über mobile Geräte auf deinen Shop zugreift, lohnt es womöglich nicht, über technisch anspruchsvolle Gimmicks wie Augmented Reality oder dergleichen in deinem Shop nachzudenken, weil die Ladezeiten zu hoch und die Internetverbindung zu schlecht wären. Visuellem Marketing geht daher für gewöhnlich eine genaue Zielgruppenanalyse voraus.

      Which method is right for you?Über die Autorin: Inara Muradowa ist SEO & Content Beraterin. Ihr Schwerpunkt ist der Bereich E-Commerce. Im Shopify-Blog porträtiert sie am liebsten erfolgreiche Gründer*innen und gibt Insider-Tipps zu aktuellen Trends.

      Titelbild von Ron Lach. Screenshots aus den Websites von GAIAM, Monki und CannyCollars. Weiteres Bild von Ketut Subiyanto.