Intelligente Verzahnung mit Shopify Plus: Wie Shape Republic die Integration von plentymarkets, odc und Emarsys gelang

Multi-Channel-Vertrieb und Automatisierungen erfordern nicht selten ein komplexes Zusammenspiel von unterschiedlichen Partnerlösungen. Um das bestmögliche Kundenerlebnis für die eigene Zielgruppe zu schaffen, lohnt sich die Zusammenarbeit mit spezialisierten E-Commerce-Anbietern. Damit das neue Ökosystem rund um den Onlineshop auch von Erfolg gekrönt wird, muss die Verzahnung aller Beteiligten Hand in Hand gehen.

Auch Shape Republic entschied sich 2019 für die Einbindung des cloudbasierten ERP-Systems plentymarkets, die digitale Fulfillment-Lösung von ondemandcommerce (kurz odc) und die Emarsys Customer Engagement Plattform. Die Fitness-Food-Marke wurde erst 2017 aus der ProSiebenSat.1 Group heraus gegründet und ist innerhalb des 7NXT Ökosystems schnell gewachsen. Mit dem Wachstum kam auch der Wunsch zu mehr Automation und man entschied sich neben der initialen Migration von Magento zu Shopify Plus für die Integration der Partnerlösungen. Die Umsetzung erfolgte zusammen mit dem Shopify Partner Latori.

Wie der Wechsel von Magento zu Shopify Plus verlief, wie die Einbindung von plentymarkets, odc und Emarsys erfolgte und welche positiven Veränderungen sich dadurch für die Food Brand ergeben haben, erzählen uns im Interview E-Commerce Manager Arne Lorenz (Shape Republic), CEO Natascha Laußmann (Latori), Technical Consultant Patrick Grau (plentymarkets), Key Account Managerin Frederike Mann (odc) und Partner & Alliance Team Leader Katrin Dias Assis (Emarsys).

Inhaltsverzeichnis:

  1. Die Shape Republic Story
  2. Migration von Magento zu Shopify Plus
  3. Shopify und plentymarkets
  4. Shopify und odc
  5. Shopify und Emarsys
  6. Das Resümee

Lesetipp: 20 weitere herausragende Shopify-Stores als Inspiration findest du außerdem hier.

1. Die Shape Republic Story

Innerhalb von 2 Jahren habt ihr eine beeindruckende Fitness Food Marke aufgebaut. Was ist euer Erfolgsgeheimnis?

Arne (Shape Republic): Wir haben schon sehr früh definiert, wen wir genau ansprechen wollen und wie unsere Corporate Identity aussehen soll. Die Marke Shape Republic steht für Fitness, Wohlbefinden und einen gesunden Lebensstil für Frauen. Das reflektiert sich auch im gesamten Erscheinungsbild. Mit unserem Markenauftritt sprechen wir durch und durch weibliche Kunden an. Daher nimmt das Branding in unserer Strategie eine essenzielle Komponente ein.

Doch nicht nur das Aussehen, sondern auch die Produkte sind entscheidend für den Erfolg. Hier haben wir eigene Produktentwickler, die sich in ihrem Metier bestens auskennen. Sie kreieren die perfekten Zusammenstellungen aus Vitaminen und Mineralien, um bspw. das Immunsystem zu stärken oder abzunehmen. Auch hier ist uns wichtig, nur Produkte anzubieten, bei denen wir auch vollkommen dahinterstehen.

Eure Ambition ist es, den Fitness-Food-Markt für Frauen umzukrempeln. Dabei setzt ihr auf starke Partnerschaften, wie bspw. mit Sophia Thiel. Was macht eure Community aus?

Arne (Shape Republic): Sophia Thiel war von Anfang an mit dabei und hat uns sehr unterstützt. Darüber hinaus pflegen wir auch Kooperationen mit weiteren großen Influencern und arbeiten gern mit Microinfluencern zusammen, wenn wir das Potenzial sehen. Uns ist vor allem wichtig, dass sie die Shape Republic Brand reflektieren. Dazu zählen wir auch unsere eigenen KundInnen. Sie alle sind die Shape Girls und unsere Community.

Die Shape Girls – eine Community, die sich gegenseitig unterstützt und motiviert.

Welche Herausforderungen musstet ihr beim Aufbau eurer Marke und eures Onlineshops meistern?

Arne (Shape Republic): Die Haupt-Challenge im vergangenen Jahr lag in der Migration unseres Shops zu Shopify.

Wir hatten gerade einmal 2 Monate Zeit, um Produkte, Kundendaten, CRM-Infrastruktur und alle Prozesse zu migrieren.

Eigentlich bräuchte man dafür viel mehr Zeit, also haben alle mit Hochdruck daran gearbeitet. Das Zweite war natürlich, dass wir uns neu erfinden wollten in der gleichen Zeit, also Rebranding im Rahmen des Relaunches mit vorantreiben wollten. D.h. nicht nur unsere Techniker, sondern auch unser Design- und Marketing-Team hat auf Hochtouren gearbeitet. Hier hat uns Shopify in die Karten gespielt. Das System ist sehr flexibel, um einfach verschiedene Themes auszuprobieren oder verschiedene Grafikstrukturen zu testen.

2. Migration von Magento zu Shopify Plus

Der Umzug von Magento zu Shopify Plus – Was war hauptausschlaggebend für den Wechsel?

Arne (Shape Republic): Unser alter Magento-Shop lief damals noch über einen Kooperationspartner. Uns war Unabhängigkeit mit dem neuen Shop sehr wichtig und wir wollten auch selbst in der Lage sein, Änderungen vorzunehmen. Shopify ist natürlich im Gegensatz zu Magento wesentlich flexibler und intuitiver, sodass auch Leute, die nicht unbedingt Webdeveloper sind, damit arbeiten können.

Die größte Herausforderung bestand darin eine Bundle-Lösung anzubieten, bei der unsere Kundinnen Produkte mit einer Vielzahl an Varianten zusammenstellen können, egal ob es sich dabei um fixe, optionale oder gratis Produkte handelt.

Mit dem Shopify-System und vor allem mit Shopify Skripts hat man auf der technischen Seite unendliche Möglichkeiten, vor allem wenn man eine gute Agentur hat. 

Agentur ist ein gutes Stichwort. Natascha, welche Rolle habt ihr mit Latori eingenommen und wie verlief die Migration zu Shopify?

Natascha (Latori): Als Shopify Plus Partner haben wir eine zentrale Rolle bei dem Projekt eingenommen und haben uns neben der Koordination aller Beteiligten, auch intensiv um die Schnittstellenanbindungen und Migration gekümmert.

Die Bundle-Thematik war ein zentraler Bestandteil beim Aufbau des neuen Shopify-Stores. Die Möglichkeit, eigene, individuelle Pakete zu schnüren, gibt es als solche Grundfunktion nicht. Deshalb haben wir uns auch für die Umsetzung mit Shopify Plus entschieden. Hier war vor allem die Übermittlung an das ERP-System sehr wichtig, da Warenbestände von Einzelprodukten abgeglichen werden müssen. Dies erforderte ein perfektes Zusammenspiel von der Bestellung im Shop über den Abgleich in der Warenwirtschaft bis hin zur Auslösung der Fulfillment-Dienstleistung.

Die Shape-Pakete und -Programme individuell zusammenstellen.

Unabhängig von den Bundles und Schnittstellen, welche Highlights gibt es im neuen Shop?

Natascha (Latori): Neben dem individuellen Design und den Produkten wird auch das Thema Upselling sehr groß geschrieben. Es gibt spezielle Aktionen, bei denen bspw. ab einem bestimmten Warenwert im Warenkorb Zusatzprodukte gratis angeboten werden. Hier steckt natürlich eine Programmierung dahinter, die den Warenkorb ausliest und dann je nach Wert bestimmte Benefits für den Kunden anbietet.

Lesetipp: Latori unterstützte bereits Babbel für Unternehmen erfolgreich. Wie diese Zusammenarbeit ablief, liest du hier.

3. Shopify und plentymarkets

Die Entscheidung für plentymarkets kam erst mit dem Wechsel zu Shopify. Welche Beweggründe hattet ihr mit Shape Republic für die Einführung des neuen Systems?

Arne (Shape Republic): Plentymarkets ist ein ERP-System, was wirklich stark ist, wenn man auch auf anderen Plattformen wie Amazon und eBay verkaufen und gleichzeitig einen umfassenden Lagerbestand pflegen möchte. Die Herausforderung bestand also darin, alle Systeme vereinbar zu machen. Auf der einen Seite hatten wir plentymarkets im Einsatz und auf der anderen Seite unseren Onlineshop und odc. Die Systeme müssen untereinander perfekt kommunizieren und die entsprechenden Informationen senden und verarbeiten.


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Patrick, wie kann man sich diesen Prozess aus Sicht von plentymarkets und im Zusammenspiel mit Shopify vorstellen?

Patrick (plentymarkets): Wenn im Shopify-Store von Shape Republic ein Kauf zustande kommt, wird der Auftrag automatisch über die Schnittstelle zu plentymarkets geladen. Ist der Auftrag in Ordnung, wird er in einen speziellen Status verschoben, sodass odc sich den Auftrag ziehen kann. Dort ist man anschließend verantwortlich für das Picken, Packen und Versenden.

Die Kommunikation mit dem Kunden funktioniert größtenteils über plentymarkets.

Wenn der Versand erfolgt ist, wird die Paketnummer von odc an plentymarkets zurückimportiert. Wir können dann den Shopify-Store informieren "Hey, wir haben es verschickt" und senden parallel eine E-Mail mit der Rechnung zu, die von plentymarkets automatisiert erstellt wurde.

Shopify und plentymarkets – zwei starke Cloud-Systeme miteinander verbinden.

Gerade im Hinblick auf die Übermittlung spezieller Bundle-Produkte, gab es sicherlich einiges zu beachten. Wir erfolgte die Integration von plentymarkets in Shopify?

Patrick (plentymarkets): Wir haben auf Seiten von plentymarkets bereits einen Standard Shopify Connector, der sich kinderleicht einrichten lässt. Zudem haben wir noch eine REST-API, bei der sich die Programmierer komplett austoben können. Im Fall von Shape Republic lief es Hand in Hand mit der Agentur Latori, wobei wir die Grundeinrichtung vorgenommen haben und individuelle Anpassungen für Shopify seitens Latori erfolgten. Hier wurde gemeinsam parallel getestet, angerufen und zielorientiert umgesetzt.

Es war genau genommen wirklich ein Vorzeigeprojekt.

4. Shopify und odc

Bei der Wahl des Fulfillment-Dienstleisters fiel die Entscheidung auf das OTTO-Tochterunternehmen ondemandcommerce (odc). Wie kam es dazu?

Arne (Shape Republic): Odc war zu unserer Einführung noch ein relativ neuer Fulfillment-Dienstleister. Uns gefiel die unglaubliche Flexibilität und auch die Tatsache, dass sie ein frischer Anbieter waren. Sie haben sich auf digitale Fulfillment-Lösungen für den E-Commerce spezialisiert und nicht zuletzt ist die Benutzeroberfläche sehr intuitiv zu bedienen. Nun galt es unseren Shopify-Store, plentymarkets und odc reibungslos miteinander zu verbinden.

Lesetipp: Auch das Traditionsunternehmen Giesswein setzt mittlerweile auf Shopify Plus. Warum, erklären sie in diesem Interview.

Frederike, ihr seid mit odc über plentymarkets an den Onlineshop angebunden. Welche Vorteile ergeben sich daraus und wie erfolgte die Verzahnung?

Frederike (odc): Der erste Schritt ist das technische Onboarding, sprich die Integration des Kundensystems. Dadurch, dass wir diverse Standardschnittstellen mit vielen relevanten Shopsystemen und ERP-Systemen haben, ging dies recht zügig. Alle Bestellungen, die in plentymarkets auflaufen, also sei es von Shopify oder z.B. Amazon, werden automatisch importiert und an das Warehouse übergeben.

Mit unserer Multichannel-Fulfillment-Lösung hat Shape Republic keinen manuellen Aufwand und alles funktioniert automatisiert.

Im Vorfeld war es sehr wichtig, gemeinsam zu schauen, wie z.B. Artikel in Shopify angelegt werden müssen, damit sie in plentymarkets richtig ankommen und wiederum richtig an uns übergeben werden. Dabei lag der Fokus auch auf den Produkt-Bundles. Wir haben mit den IT-Verantwortlichen geschaut, wie sich das technisch abbilden lässt, damit bspw. der unterschiedliche Zahlungsstatus oder auch individuelle Kundenrabatte sauber übergeben werden.

Welche weiteren Highlights gab es bei der Anbindung an Shopify?

Frederike (odc): Mehrmals täglich werden die Bestände und Bestellungen an plentymarkets zurückgespielt. Dies hat den Vorteil, dass fehlerhafte Bestellungen nicht nur in unserem odc-Portal sichtbar sind, sondern die Information direkt an plentymarkets geschickt werden. So sieht man jederzeit, bei welchen Bestellungen es noch ein offenes To-Do gibt, wie bspw. eine fehlende Hausnummer, die im Shopify nicht angegeben wurde. Mit diesen Informationen kann Shape Republic auf den Endkunden zugehen und schafft ein positives Kundenerlebnis.

5. Shopify und Emarsys

Für die Marketing-Automatisierung setzt ihr mit Shape Republic auf den Anbieter Emarsys. Welche Vorteile ergeben sich daraus für euch?

Arne (Shape Republic): Wir haben uns dafür entschieden, eine neue CRM-Infrastruktur mit Emarsys und Shopify aufzusetzen. Emarsys war auch vor dem Wechsel zu Shopify schon die CRM-Plattform unserer Wahl – wir standen nun von der Herausforderung, unser gesamtes CRM-Setup neu zu denken und in kürzester Zeit zu realisieren.

Auf den ersten Blick erscheint die Integration von Emarsys in Shopify sehr einfach. Ein von Emarsys bereitgestelltes Plugin übernimmt einen sehr großen Teil der Integration. Jedoch ist es absolut notwendig den automatisierten Datentransfer sehr detailliert zu betrachten, zu verstehen und auch individuell anzupassen. CRM und Datenschutz sind nicht erst seit der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) untrennbar miteinander verknüpft. Jedes Unternehmen, das mit Emarsys und Shopify arbeitet, sollte den Datentransfer sehr genau verstehen und sich ein geeignetes Newsletter Opt-In-Konzept erarbeiten.

Die Umsetzung des Datentransfers bzw. die Datenstruktur stellte für uns den zeitaufwendigsten Teil der gesamten Integration dar, dennoch haben wir es mit Shopify und Emarsys geschafft innerhalb von nur zwei Monaten ein komplett neues CRM-Setup aufzusetzen. Bereits zum Launch konnten wir mit allen automatisierten Lifecycle-Kampagnen starten. In so kurzer Zeit und mit so wenig personellem Aufwand ist das meiner Meinung nach ein sehr beeindruckendes Ergebnis. 

Katrin, wie genau erfolgt das Zusammenspiel der Emarsys Customer Engagement Plattform mit Shopify?

Katrin (Emarsys): Das Emarsys-Shopify Plugin ist auf den nahtlosen Datenaustausch zwischen beiden Systemen ausgelegt und holt sich out-of-the-box alle relevanten Daten von Shopify, die man für die hoch personalisierte Marketingkommunikation mit den Endkunden benötigt.

Das Plugin unterstützt Händler und Marken in ihrem Omnichannel Approach.

Der Händler kann somit mit den Endkunden nicht nur per E-Mail, sondern auch über personalisierte Banner oder Overlays auf der Website, über Social Media, Print, SMS oder mobile Kanäle kommunizieren.

Speziell für Shopify Plus bietet Emarsys eine E-Commerce Integration. Was ist dazu notwendig und wie erfolgte die Verzahnung beider Systeme?

Katrin (Emarsys): Die Integration von Emarsys mit Shopify ist sehr einfach und kann innerhalb eines Tages, bzw. weniger Stunden erfolgen. Der Implementierungsprozess startet mit der zertifizierten Emarsys-App über Shopify. Auf Emarsys Seite generiert man die API-Credentials. In der Shopify-UI für Emarsys füllt man die Credentials aus, startet das Mapping und aktiviert die Synchronisation aller benötigten Daten.

Die Emarsys Customer Engagement Plattform (dieses Bild spiegelt Beispieldaten wider).

6. Das Resümee

Was hat sich durch den Wechsel zu Shopify und durch die Einbindung der Partnerlösungen verändert?

Arne (Shape Republic): Wir sind in unserer Arbeitsweise viel flexibler, schneller und dynamischer geworden und können dadurch Kampagnen in einer kürzeren Zeit umsetzen.

Durch die gesteigerte Produktivität können wir unsere Ressourcen nun dafür verwenden, um das zu machen, wobei wir wirklich gut sind – nämlich Produkte entwickeln und unser Branding aufbauen.

Wo geht’s hin mit Shape Republic?

Arne (Shape Republic): Unser oberstes Ziel ist natürlich, so vielen Frauen wie möglich zu helfen, damit sie ihre Ziele erreichen und sich in ihrem eigenen Körper wohlfühlen. Darüber hinaus wollen wir unser Produkt-Sortiment erweitern und natürlich Shape Republic in die Welt hinaustragen. Einen ersten Schritt haben wir mit dem Launch unseres italienischen Shops bereits getan und es werden noch weitere folgen!


Weitere geniale Shopify Stores und deren Gründer*innen aus dem deutschsprachigen Raum stellen wir übrigens auch in unserem Podcast vor. Hier könnt ihr ihn hören!


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Which method is right for you?Über die Autorin: Alice Viete ist Marketing Beraterin mit Schwerpunkt E-Commerce und Online Marketing. Als Inhaberin einer Agentur ist sie bereits seit über 12 Jahren in der Branche tätig. Im Shopify-Blog schreibt sie über erfolgreiche Händlerinnen und Händler sowie aktuelle Themen im Onlinehandel.