Warum Überoptimierungen in Sachen SEO Onlinehändler viel Geld kosten und wenig Erträge bringen

Warum Überoptimierungen in Sachen SEO Onlinehändler viel Geld kosten und wenig Erträge bringen
Überoptimierung kostet Händler viel Geld und bringt wenig Erträge - Shopify.de

von Inara Muradowa

Zu viel des Guten ist schlecht. Das stimmt sowohl im wahren Leben, als auch im digitalen. Suchmaschinenoptimierungen sind klasse, doch zu viel davon und sie enden in Überoptimierungen, für die Online-Händler unter Umständen viel Geld bezahlen.

Suchmaschinen-Überoptimierung ist die Praxis, in der zu viele SEO-Verbesserungen vorgenommen werden. Und zwar bis zu dem Punkt, an dem diese vermeintlichen Verbesserungen anfangen, dem Onlineshop zu schaden.

Im früheren wilden Westen der SEO konnten Tricks wie Keyword Stuffing die Algorithmen der Suchmaschinen überlisten und bessere Ranking-Positionen erzielen. Heutzutage ist das kaum noch vorstellbar, seit das im August 2011 veröffentlichten Google Update namens Panda überoptimierte Webseiten rigoros vom Index ausgeschlossen hat.

Im Folgenden werden Maßnahmen der SEO-Überoptimierungen diskutiert, die auf den ersten Blick positive Erträge versprechen, doch beim näheren Hinsehen nichts weiter als Kosten verursachen.

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Es beginnt mit der Zielsetzung

Immer mehr Stellenanzeigen drehen sich um die falsche Annahme, dass SEO-Unternehmen als Selbstzweck dient.

Stellenausschreibung für SEO Texte

 

Die obige Stellenausschreibung verdeutlicht, worauf leider immer noch zu viele Händler setzen und was zu wenig Marketer schleifen lassen:

  1. SEO statt Zielgruppe
  2. Quantität statt Qualität
  3. Technisches SEO statt Content-Strategie

Ob Sie als Händler nun selbst Optimierungen vornehmen oder jemanden damit beauftragen, konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche und lassen Sie sich nicht von rechts und links ablenken. Und wenn doch, dann seien Sie sich dessen bewusst und korrigieren Sie Ihren Kurs. Vermeiden sollten Sie folgende Überoptimierungs-Aktionen.

1. SEO statt Zielgruppe

Nicht-relevante Keywords verwenden

Versuchen Sie nicht, für Keywords zu ranken, die für Ihren Webshop nicht relevant sind. Eigentlich ist das selbstverständlich, doch wird diese Aussage immer wieder falsch interpretiert.

Zum Einen bedeutet es nicht, dass Sie in Ihrem Blog nicht über Themen schreiben dürfen, die Ihre Zielgruppe interessiert. Zum Beispiel, indem Sie immer wieder nur über das Produkt schreiben, das Sie auch vertreiben. Lassen Sie das zweite bleiben, denn Blogs sind keine Werbetexte. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf Ihr Zielpublikum.

Die Shopify-Händler von Tapkey machen es vor. Sie vertreiben sogenannte Smart Locks und führen einen Blog zum Thema “Smarte Zutrittskontrolle”. Kunden und sonstwie Interessierte haben somit die Möglichkeit, sich zunächst unverbindlich über das Thema durch gut geschriebene Artikel zu informieren.

Shopify Händler Tapkey führen einen Corporate Blog

Auch Tastillery, die Kandidaten aus der Höhle der Löwen, setzen auf einen Unternehmens-Blog und nutzen diesen, um tolle Rezepte vorzustellen und Videos, die die beiden Gründer in Aktion präsentieren.

Shopify Händler Tastillery führen einen Rezepte-Blog

Zum Anderen bedeutet es aber auch nicht, dass Sie über absolut alle Themen schreiben sollen, mit denen Ihre Zielgruppe in Berührung kommt - das ist zu viel des Guten.

Was bedeutet es konkret? Ein Beispiel: Sie sind Shopify-Händler und vertreiben Babyschaukeln für Schreibabys. Da ist es natürlich sinnvoll, einen Blog über die Probleme mit schreienden Kleinkindern zu schreiben. Nicht so sinnvoll ist es, über verstopfte Rohre oder die Außenbeleuchtung für den Garten zu schreiben.

Wenn Google Ihre Webseite indexiert, registriert der Algorithmus alle Suchbegriffe, die Sie in Ihrem gesamten Shop nutzen und rankt diesen nach relevanten Suchanfragen. Zu viel irrelevanter Inhalt oder Suchbegriffe lenken von der Relevanz der eigentlichen Suchbegriffe ab und schwächen Ihr Ranking in den SERPs.

Konzentrieren Sie sich auf Ihre Nische und verlieren Sie nicht Ihren Fokus, indem Sie zu viel anstreben. Das wird Ihnen keine nachhaltigen Erfolge bescheren und kostet Sie nur unnötige Zeit und womöglich auch Geld.

Vollgestopfte Ankertexte für interne Links

Interne Links sind gut. Interne Links, die nur aus Keywords bestehen, sind kontraproduktiv. Das ist womöglich der häufigste Fehler, den Händler und Marketer im Optimierungs-Rausch begehen. Zwei Beispiele verdeutlichen den Fall:

Mehr Informationen dazu finden Sie in unserer “Rote-Schuhe”- Kollektion

Oder:

Sehr günstige rote Schuhe kaufen

[Link: beispiel.de/collections/rote-schuhe]

Offensichtlich sind die Hauptsuchbegriffe “Rote Schuhe” oder eben auch “Rote Schuhe kaufen”, doch Ankertexte, die dieselbe Wortwahl wählen wie die URL, zu der sie führen, werden von Suchmaschinen als Täuschungsversuch gewertet. Das Gleiche gilt für Ankertexte, die nur Keywords enthalten.

Natürlich sind interne Verlinkungen auch weiterhin sinnvoll und nützlich, worum es hier geht, ist lediglich der Ankertext, der Keywords missbraucht. Natürlich werden Ihnen einige Übereinstimmungen nicht sofort das Genick brechen. Wie mit allem muss hier die nötige Balance gewahrt werden. Lassen Sie diese Praktik nicht zur Gewohnheit werden, denn sie kann Ihr Linkprofil ruinieren.

Die viel gesündere Alternative zu den mit Keywords vollgestopften Ankertexten ist, ihren Ankertitel in einen natürlichen Satz zu verwandeln. Dieser kann zum Beispiel so aussehen:

Link zu dem Ausschnitt

Eine Ausnahme, die hier erwähnt werden muss, ist der Eigenname der Domain, der als Ankertext verwendet wird. Das ist erlaubt und schadet Ihrem Ranking nicht. Zum Beispiel:

Besuchen Sie meine Webseite Inara Schreibt für eine SEO-Beratung.

oder

Shopify.de führt seit Ende letzten Jahres einen deutschen Blog.

Haben Sie nicht mehr im Überblick, welche Ankertexte Sie verwenden, dann nutzen Sie die Search Console zur Überprüfung. Loggen Sie sich in Ihr Konto ein und klicken Sie auf “Suchanfragen” und “Links zu Ihrer Webseite”. In der Übersicht klicken Sie auf “Mehr” unter dem Bericht “So sind Ihre Daten verlinkt”.

Ankertexte in Google Search Console überprüfen

Dort sehen Sie nun alle Ankertexte, die im Gebrauch sind.

Keyword-URLs ohne Markennamen

In dem Bestreben nach einer mächtigen URL neigen einige Händler zur Übertreibung. Statt einer gesunden URL, die ihre Marke repräsentiert, wählen sie stattdessen überoptimierte URLs, wie “guenstigeschuhe.de”. Solch eine URL kann ihre Reize haben, doch strotzt sie nur so vor Überoptimierung.

Wenn Ihre Firma wirklich “Günstige Schuhe” heißt, dann könnte das ein sinnvoller Name für Ihre URL sein. Doch der Punkt ist, Sie sollten niemals eine URL nur nach den Keywords bestimmen. Ihr Markenname ist viel zu wichtig für billige Keyword-Kompromisse. Mit solchen Tricks lassen sich Suchmaschinen nicht überlisten und Nutzer werden bei einem solchen Anblick eher skeptisch.

Die Shopify Experten Eshop Guide haben weder Shopify, noch Deutschland in ihrer URL und ranken trotzdem für alle Hauptsuchbegriffe auf der ersten Seite. Warum? Weil sie wissen, dass guter Content schlussendlich gewinnt und nicht die Suchbegriffe in der URL.

2. Quantität statt Qualität

Wo bleibt die Tiefe?

Wenn Sie nicht gerade ein großes Unternehmen mit einer eigenständigen Content-Abteilung sind, bedeutet die Erstellung von drei bis sieben Artikeln pro Tag, dass unweigerlich die Qualität einbüßen muss. Wie oben erwähnt, sollen Inhalte in allererster Linie der Zielgruppe dienen, doch natürlich haben Marketer auch stets Suchmaschinen im Hinterkopf und diese folgen Links. Darum spricht ein gesundes Linkprofil für ein starkes Suchmaschinenranking.

So ein Linkprofil beinhaltet dabei sowohl Links, die in die Tiefe einer Webseite führen, als auch zu der Homepage. Doch die meiste Zeit führen die Links eines Onlineshops stets nur zur Startseite oder den Hauptseiten der Navigation.

Sie wissen nicht, welche internen und externen Links Sie haben? Um das zu prüfen, loggen Sie sich in Ihr Google Search Console-Konto ein. In der alten Übersicht klicken Sie auf “Suchanfragen” und dann auf “Links zu ihrer Webseite”. Hier sehen Sie nun alle Links, die auf ihren Shop verlinken.

Links zur ihrer Webseite - Bericht in Google Search Console prüfen 

 

Das ist normale Praxis, doch schwächt es das Linkprofil eines Shops. Warum? Während das Standard-Verhältnis dieser Links ungefähr bei 5:1 liegt, sollte es vielmehr ein 50:50 sein. Das heißt ein 1:1 Verhältnis der internen Links.

Eine starke Content-Marketing-Kampagne bringt viele tiefergehende interne Links mit sich. Denn, wenn Ihre Besucher Ihre Inhalte mögen, dann werden sie diese auch verlinken. Die Nutzer kreieren einen Link zu Ihrem Artikel, nicht zu Ihrer Homepage. Diese spezifischen Seiten haben das Potenzial viral zu werden.

Das Überoptimierungs-Problem taucht hier auf, wenn Marketer oder Händler selbst einen Haufen Links zu ihrer Homepage setzen oder zu Navigationsseiten wie der Kontaktseite oder der Über-Uns-Seite. Sie wollen zwar interne Links aufbauen, doch dafür müssen Sie keine Links zu diesen Seiten setzen (oder zumindest nicht so viele). Diese Seiten werden auch ohnehin schon verlinkt und gefunden. Stärken Sie lieber Ihr Linkprofil, indem Sie tiefergehende Links zu Ihren Produkten oder Ihren Artikeln setzen.

Zwielichtige Seiten verlinken

Die Seiten, die Sie verlinken, sind fast genauso wichtig, wie die Seiten, die auf Ihren Shop verlinken. Denn der gute “Linkjuice” fließt in beide Richtungen! Wenn Ihre Seite also auf eine Spam-Webseite verlinkt, dann tragen Sie die negativen Folgen. Wie kann so etwas entstehen?

Es gibt im Netz viele zwielichtige Anfragen von Webverantwortlichen, die Händler oder Dienstleister darum bitten, gegen Bezahlung auf Ihre Webseite zu verlinken. Es klingt zunächst wie ein verlockendes Angebot. Es ist ja nun wirklich kein Umstand einen Link für 80 Euro zu setzen - leicht verdientes Geld, könnte man meinen. Doch Vorsicht! Es gibt einen Grund, warum manche Leute sich genötigt fühlen, solche Angebote zu stellen, statt sie auf einem organischen Weg zu erlangen. Fallen Sie nicht darauf herein!

3. Der Fokus auf technischem SEO statt auf Content Marketing

Es gibt einen gemeinsamen Nenner beim Problem der Überoptimierung. Dieser gemeinsame Nenner entsteht, wenn Sie den Fokus zu sehr auf die technische Suchmaschinenoptimierung setzen statt auf eine nachhaltige Content-Strategie.

Das kann der Wunsch nach mehr Tags, Call-to-Actions oder Keywords sein.

Mehrere H1-Links auf einer Seite

Obwohl Shopify es seinen Nutzern sehr einfach macht, ist die Verwirrung dennoch da. Pro Seite sollte es lediglich eine H1-Überschrift geben. Leider denken viele Webmaster immer noch, dass zu einer SEO-Strategie die Nutzung von mehreren H1-Überschriften gehört. Diese Annahme ist falsch und ein typischer Fall von Überoptimierung.

H1 Title bei Shopify einpflegen

Es ist dagegen in Ordnung mehrere H2, H3 oder H4 Überschriften zu nutzen, um Ihre Texte sinnvoll zu strukturieren. Die Formatierung für diese Subüberschriften werden bei Shopify wie folgt eingepflegt:

H2 und weitere H-Tags bei Shopify einpflegen

Natürlich ist es wichtig auf bestimmte SEO-Formalien zu achten, die großartigen Content begleiten und diesen abrunden. Doch wenn einst alle Tags und Snippets gesetzt sind, konzentrieren Sie sich auf eine effektive Content-Strategie.

Denn ein Shop, der alle technischen SEO-Feinheiten beachtet, ist ein passabler Shop. Doch, wenn Ihr Shop so richtig abgehen soll, müssen Sie ein ausgefeiltes Content-Marketing betreiben.

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Aufmacherfoto von rawpixel auf Unsplash


Which method is right for you?Über die Autorin: Inara Muradowa ist Shopify Partner, SEO-Expertin und Corporate Blogger. Neben technischer Suchmaschinenoptimierung und SEO-Beratung steht sie Unternehmen mit Konzeption und Verfassen von professionellen Blogposts tatkräftig zur Seite.

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