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Erfolg mit Re-Commerce: So mischen Second-Hand-Onlineshops den Markt auf

Re-Commerce - Second Hand Shops online


Flohmärkte – Der Urvater des Re-Commerce

Deutschland ist Europameister! Nein, nicht im Fußball, da hatte zuletzt Portugal die Nase vorn. Wir reden hier über die Produktion von Elektromüll. Stolze 22,8 Kilogramm hat jeder einzelne von uns 2017 zu verantworten – und in der Zwischenzeit ist es wohl eher mehr als weniger geworden. "Besser" sind in dieser Disziplin nur Japan, China, Indien und die USA.

Dabei ist vieles von dem, was wir wegwerfen, durchaus noch brauchbar. Oft bedarf es nur einer kleinen Reparatur und was gerade noch Müll war, ist wieder ein Stück wertvolle Ware.

Das Geschäftsmodell dahinter nennt sich Re-Commerce und funktioniert nicht nur für Elektroartikel, sondern auch für Kleidung, Möbel, Spielzeug und dutzende anderer Produkte.

Natürlich ist die Idee, mit dem scheinbaren Abfall anderer Menschen Geld zu verdienen, nicht neu. Flohmärkte und Schrottplätze gibt es seit Ewigkeiten. Aber heutzutage gewinnt sie immer mehr an Strahlkraft – und ist damit eine spannende Möglichkeit für dich, mit deinem Shop in ein neues Marktsegment vorzustoßen.


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Inhaltsverzeichnis:

  • 1. Re-Commerce erklärt
  • 2. Vorteile: Warum Re-Commerce
  • 3. Nachteile: Was ist schlecht am Re-Commerce?
  • 4. Wie funktioniert Re-Commerce?
  • 5. Woher bezieht ein Re-Commerce-Händler seine Ware?
  • 6. Re-Commerce-FAQ
  • 1. Re-Commerce kurz erklärt

    Der Begriff Re-Commerce ist eine Zusammensetzung aus E-Commerce, also dem elektronischen Handel, und der englischen Vorsilbe ‚re‘ für ‚wieder‘ oder ‚zurück‘. Der Begriff beschreibt also den Second-Hand-Handel im Internet.

    Seine Anfänge nahm der Re-Commerce hierzulande bereits 2003. Damals führte T-Mobile als erster Anbieter von Mobilfunkgeräten ein Rücknahmeprogramm für gebrauchte Handys ein. Inzwischen existiert eine Vielzahl größerer Plattformen für den Re-Commerce-Handel: etwa reBuy.de, wirkaufens.de oder Textilankauf.de.

    2. Warum Re-Commerce?

    Das Offensichtliche müssen wir wohl kaum erwähnen: natürlich lässt sich mit Re-Commerce Geld verdienen. Allerdings gibt es noch andere, gewichtige Gründe, die für einen Second-Hand-Onlineshop sprechen. 

    Da wäre der Umweltschutz

    Wir leben in Zeiten von Plastikinseln im Ozean und europäischen Müllbergen in Übersee. Re-Commerce hilft, sich diesen Umweltkatastrophen entgegenzustellen. Ein Produkt, das weiterverwendet wird, ist ein Posten weniger auf dem Abfallhaufen. Und da sich immer mehr Menschen Ökologie und Naturschutz auf ihre Fahnen schreiben, bekommst du gleichzeitig ein wertvolles Kaufargument geliefert, genau deinen Shop zu besuchen.

    Lesetipp: Der Shopify Store von the nu company ist ein Paradebeispiel für nachhaltige Produkte. Wie sie mit Schokolade die Welt ein kleines bisschen besser machen wollen, liest du hier.

    Der humanitäre Aspekt

    Elektroschrott wird häufig nicht in Deutschland recycelt, sondern zu einem Großteil nach Afrika exportiert. Dort wiederum werden Menschen – oft Kinder – von windigen Geschäftsleuten für einen Hungerlohn gezwungen, unseren Abfall nach noch brauchbaren Teilen zu durchsuchen. Um diesen Umstand langfristig abzustellen, reicht kein finanzielles Hilfsprogramm, sondern nur ein Umdenken in den reichen Industrieländern. Mit Re-Commerce trägst du zu einer Umstrukturierung bei.

    Sei en vogue: Wegwerfen war gestern

    Immer mehr Konsumenten haben die Nase voll von ständigen Updates, von Produkten, die kaum ein Jahr alt werden – der sogenannten geplanten Obsoleszenz – und von fadenscheinigen Verkaufsargumenten für immer neue Konsumgüter. Lieber greifen sie zu einem Artikel, der weniger kostet, dafür aber lange hält. Mit Re-Commerce springst du auf genau diesen Zug auf und lieferst deinen Kunden hochqualitative Ware zu einem fairen Preis.

    Regionale Wirtschaft stärken

    Re-Commerce schafft Jobs. Und zwar nicht irgendwo, sondern genau dort, wo dein Unternehmen sitzt. Denn wenn dein Business erst einmal läuft, wirst du immer mehr Mitarbeiter brauchen, die dir helfen, deine Ware auf Vordermann zu bringen, sich um Verpackung, Versand und Kundenservice kümmern. Du bezahlst keinen ausländischen Großunternehmer oder Textilfabrikanten, deren Arbeitsbedingungen außerhalb deiner Kontrolle liegen, sondern die Menschen in deinem Heimatort.

    3. Was ist schlecht am Re-Commerce?

    Wo Licht ist, existiert leider auch Schatten. So bringt Re-Commerce ein paar spezifische Nachteile mit sich. Zum Beispiel:

    Kleinere Margen

    Niemand zahlt für ein gebrauchtes Produkt so viel wie für Neuware. Das bedeutet im Umkehrschluss zwar, dass auch du deine Artikel günstig beziehen kannst, allerdings darfst du die Zeit nicht außer Acht lassen, die du in Reparatur und Wiederaufbereitung investieren musst. Die Gewinnspanne, die du erzielen kannst, ist also mitunter etwas schmaler, als im klassischen Handel.

    Schrott-Risiko

    Insbesondere bei technischen Produkten kann es passieren, dass sie nicht mehr zu reparieren sind oder eine Instandsetzung einfach nicht wirtschaftlich ist. Stellst du also beispielsweise erst nach Ankauf eines TV-Gerätes fest, dass seine Zeit tatsächlich abgelaufen ist, bist du leider nur noch Besitzer eines teuren Haufens Altmetall.

    Des Ladenhüters Pechvogel

    Wenn du Neuware direkt vom Hersteller kaufst und weiterverkaufst, existieren in der Regel vertragliche Regelungen, die es dir erlauben, nicht abgesetzte Artikel an den Produzenten zurückzugeben. Das Risiko von Ladenhütern trägt hier also der Hersteller. Im Re-Commerce sieht diese Sache natürlich anders aus. Auf einem Artikel, der sich partout nicht verkaufen lässt, bleibst du schlicht und einfach sitzen.

    4. Und wie funktioniert Re-Commerce eigentlich?

    Die Idee dahinter, mit gebrauchter Ware Geld zu verdienen, lässt sich grob in drei Kategorien einteilen. Diese sind:

    Reiner Second-Hand-Handel

    Zuerst kannst du dich auf Produkte spezialisieren, die du direkt und ohne große Umschweife weiterverkaufen kannst. Dazu gehören Bücher, Kleidung, CDs, DVDs, Blu-rays oder Computerspiele. Aber sogar Lebensmittel eignen sich für den direkten Re-Commerce, wie du weiter unten erfahren wirst.

    Dein Hauptjob besteht bei diesen Artikeln vor allem in einer Zustandsbewertung: Sieht das Buch noch aus wie neu oder hat es bereits Eselsohren und Wasserflecken? Liegt der CD noch das Original-Booklet bei? Gibt es Kratzer, Verunreinigungen oder Gebrauchsspuren? Software sollte darüber hinaus vor einem Weiterverkauf immer getestet werden.

    Qualität und Zustand deiner Ware bestimmen dann zum einen den Wiederverkaufspreis, zum anderen solltest du deine Kunden immer wahrheitsgetreu über die Produkte, die sie kaufen, informieren. Denn dem einen macht es nichts aus, wenn ein Kaffeefleck auf seinem Krimi prangt, für den anderen sind Bücher unantastbare Heiligtümer. Ehrlichkeit und am besten ein paar aussagekräftige Fotos des Artikels sind entscheidend für die Kundenbindung und langfristiges Vertrauen.

    Lesetipp: Wie du Produktbeschreibungen erstellst, die gut verkaufen, erklären wir hier.

    Refurbished Handel

    ‚Refurbished‘ ist das englische Wort für ‚renoviert‘ und bezieht sich im Re-Commerce auf alle Artikel, die du vor einem Wiederverkauf zuerst aufbereiten musst. Die geläufigsten Beispiele für diese Art von Waren sind Elektronik, Einrichtungsgegenstände oder Textilien.

    Die wenigsten Menschen werden eine Waschmaschine entsorgen, die noch tadellos ihren Dienst verrichtet. Wird sie abgegeben, weist sie in der Regel trotzdem irgendeinen Fehler auf und es liegt an dir, diesen vor dem Wiederverkauf zu beheben. Mit anderen Worten: Du renovierst den Artikel und bietest ihn erst dann deinen Kunden an.
    Refurbished Instrumente online anbietenWenn du dich auskennst, kann alles refurbished werden – auch Instrumente

    Das wiederum setzt natürlich an handwerklichem Geschick voraus. Ein guter Geschäftsmann oder eine gute Geschäftsfrau zu sein, reicht für den Refurb-Re-Commerce nicht aus. Du solltest schon selbst den Schraubendreher oder die Nähnadel schwingen können, bevor du dich an die Wiederaufbereitung gebrauchter Elektrogeräte oder Kleidungsstücke wagst – oder entsprechend versierte Mitarbeiter in deinem Team haben.

    Ausschussware

    Die dritte Variante ist eine Mischform aus Refurb und einfachem Weiterverkauf: das Erstehen und Handeln mit Artikeln, welche von regulären Anbietern aussortiert wurden. Denn häufig reicht bereits eine aufgerissene Verpackung, ein kleiner Druckfehler oder eine leichte Verfärbung, damit ein Produkt bei großen Anbietern aus dem Sortiment fliegt.

    Diese vermeintlichen Fehler zu sichten, zu dokumentieren und an deine Kunden weiterzugeben, ist für einen erfolgreichen Handel mit Ausschussware essenziell. Deine Kunden im Unklaren zu lassen, wäre ein absolutes No-Go. Alle elektronischen Geräte und Artikel wie Videos und Software, aber auch Spiele und Spielzeug solltest du außerdem auf Funktionstüchtigkeit und den vollen Umfang des Zubehörs überprüfen.

    Erst dann kannst du die Ware guten Gewissens in deinen Shop aufnehmen und als neuwertig verkaufen. Denn gerade beim Handel mit möglicherweise nicht mehr ganz einwandfreien Produkten ist ein guter Kundenservice ausschlaggebend für wiederkehrende Käufer und beste Onlinebewertungen.

    Lesetipp: Du willst mehr über Kundenbindung lernen? Hier geht's lang!

    Re-Commerce in Aktion bei Shopify

    Um dir ein Bild davon zu machen, wie ein erfolgreicher und attraktiv gestalteter Re-Commerce-Shop aussehen könnte, eignen sich natürlich am besten ein paar Beispiele. Wir empfehlen dir daher einen Besuch bei SirPlus, den Lebensmittelrettern, die abgelaufene, aber dennoch genießbare Waren kaufen oder sammeln und sie sowohl in ihrem Onlineshop als auch in eigenen Stores weiterverkaufen. 

    Sirplus Re-Commerce Onlineshop

    Der Shopify-Händler SirPlus macht re-Commerce mit Lebensmitteln vor

    Social Media Influencer leiden des Öfteren unter Platzmangel in ihren Kleiderschränken, denn abhängig vom Volumen ihrer Kooperationen, kann sich hier und da eine Menge Kleidung und Accessoires anstauen.
    Influencedby nutzt diesen Überfluss und handelt mit der Second-Hand-Ware von Influencern in ihrem Onlineshop. 

    Klassische Vintage-Artikel sind dagegen bei Vintage & Rags zu finden, deren Stores sich in großen Metropolen weltweit festgesetzt haben.

    5. Woher bezieht ein Re-Commerce-Händler seine Ware?

    Bevor du dich nun ins Re-Commerce-Geschäft stürzt, brauchst du natürlich Produkte, die du verkaufen kannst. Doch woher nehmen, wenn nicht stehlen? Keine Sorge, ein Meisterdieb muss aus dir nicht werden. Zur Beschaffung deiner Ware stehen dir zwei Möglichkeiten zur Verfügung:

    Schatzjäger werden

    Verstehst du dich selbst als kleinerer Anbieter, der mit wenigen, hochwertigen Produkten handelt, ist die Schatzjägervariante der richtige Weg für dich. Das bedeutet, du begibst dich selbst auf die Suche nach Dingen, die den Wiederverkauf wert sind.

    Goldgrube Trödelmarkt

    Erste Anlaufstelle hierfür sind Flohmärkte und Schrottplätze. An diesen Orten wird bereitwillig alles weiterverkauft, was der Wühltisch oder der Container hergibt und mit ein wenig Verhandlungsgeschick kannst du dabei das ein oder andere Schnäppchen an Land ziehen.

    Weiterhin sind Haushaltsauflösungen lohnenswerte Stationen – deine Tageszeitung oder das Schwarze Brett im Supermarkt sind dafür gute Informationsquellen. Muss eine Wohnung leergeräumt werden, sind die Betroffenen meist dankbar für jeden Gegenstand, den sie nicht selbst entsorgen müssen und du kannst oft gute Preise erzielen.

    Weiterverkaufen, was nicht online steht

    In größeren Städten besteht außerdem die Möglichkeit, den örtlichen Wertstoffhof anzusteuern. Denn dort gibt es häufig direkt nebenan einen kleinen Laden, der vor Ort genau das Gleiche tut, wie du es online vorhast: wiederaufbereitete Ware weiterverkaufen. Einen Webshop haben diese Geschäfte in der Regel nicht. Der kleine Kundenstamm dieser Unternehmen wiederum führt zu günstigen Preisen und einer hohen Gewinnmarge für dich.

    Ähnliches gilt zuletzt für Antiquariate. Auch hier besitzen die wenigsten Händler einen Onlineshop, um ihre Ware einem größeren Kundenkreis präsentieren zu können. So sitzt man dort häufig auf ganzen Kisten voller Bücher, für die sich einfach kein Abnehmer finden mag. Mit deinem Webshop bist du da natürlich einen Schritt weiter und findest für langjährige Ladenhüter schneller und einfacher Interessenten.

    Voll durchstarten – Re-Commerce als Großhändler

    Backst du nicht gerne kleine Brötchen und willst mit deinem Re-Commerce-Shop gleich groß einsteigen, existieren zahlreiche Möglichkeiten en gros an deine Ware zu kommen. Vergiss dabei nur deine eigene Logistik nicht. 

    Ein entsprechend großes Lager ist nur der Anfang. Denke auch an Personal und Fuhrpark. Denn wenn du mit zwei Mann und einem Kleintransporter anrückst, um irgendwo fünf Tonnen Bücher abzuholen, wirst du bestenfalls ausgelacht. Um Warenmengen in diesen Größenordnungen sinnvoll handhaben zu können, benötigst du wenigstens einen 7,5-Tonner und am besten einen Gabelstapler.

    Am einfachsten haben es – zumindest bei der Beschaffung ihrer Ware – diejenigen, die sich auf gebrauchte Kleidung spezialisieren. Denn hier existieren zahlreiche Anbieter, die wiederaufbereitete Textilien containerweise verkaufen, das endgültige Aussortieren und das stilvolle Präsentieren allerdings ihren Abnehmern überlassen. Für ein paar Euro mehr findest du allerdings auch Händler, die eine Vorauswahl für dich treffen, oder sich ganz einfach einem sozialen Gedanken verpflichtet haben.

    Gebrauchte Kleidung für den Wiederverkauf bereit

    Gebrauchte Kleidung – gewaschen, sortiert und bereit für den Wiederverkauf

    Etwas schwieriger gestaltet sich die Situation bei Elektroartikeln. Hier ist der Markt umkämpfter und die Zahl der Anbieter deutlich geringer. Den größten Erfolg hast du auf deiner Suche nach attraktiver Ware auf Portalen wie kalaydo.de oder restposten.de. Dort wird so gut wie alles angeboten – vom neuen Job bis zum lahmen Rennpferd. Und damit auch immer wieder große Mengen an Elektroausschuss, Restposten und Rückläufern.

    Ähnlich verhält es sich mit Möbeln. Auch hier wirst du ein wenig suchen müssen, um auf aussichtsreiche Angebote zu stoßen. Neben den bereits erwähnten Portalen kann es sich dabei auch lohnen, die Augen nach Geschäftsauflösungen und Firmenumzügen offenzuhalten. Wenn ein Unternehmen Insolvenz anmeldet, wird das Inventar häufig paketweise versteigert; ein Großkonzern, der in neue Geschäftsräume zieht, trennt sich zeitgleich gerne von seinem Mobiliar.

    Auch Medien wie Bücher oder CDs sind in großen Mengen auf dem direkten Weg eher schlecht zu beziehen. Allerdings existiert gerade die Buchbranche schon sehr lange und hat sich mittlerweile den einen oder anderen Trick einfallen lassen: Kontaktiere Institutionen, die häufig Buchspenden erhalten. Etwa Krankenhäuser, Kinderheime, aber auch die örtliche Bibliothek. Denn tatsächlich ist es häufig so, dass sich diese Einrichtungen vor milden Gaben kaum noch retten können. Neuen Platz im Keller tauscht man dort gerne gegen ein wenig flüssiges Kapital und du bekommst kistenweise frische Ware.

    Geheimtipp Tauschhandel

    Eine abschließende Möglichkeit, permanent an neue Artikel zu gelangen, die sich für große wie kleine Händler anbietet, möchten wir nicht unerwähnt lassen: das Tauschprogramm.

    Im Klartext bedeutet das: Dein Kunde erhält deine Artikel nur, wenn er dir im gleichen Zug ein identisches, aber defektes Produkt zusendet. Sagen wir also, dein Kunde hätte gerne eine Playstation aus deinem Shop. Diese bekommt er für vergleichsweise kleines Geld, wenn du dafür seine alte, defekte Playstation erhältst. Diese kannst du dann reparieren und wiederum anbieten.

    Zahlreiche große Unternehmen nutzen diese Methode schon länger. Die Computerspielekette GameStop nimmt beispielsweise nur allzu gerne gebrauchte Spiele oder Konsolen beim Kauf eines neuen Artikels zurück, um diese dann als Refurb erneut anzubieten.

    Dieses Quidproquo garantiert dir, dass dein Lager immer gut gefüllt ist. Dein Kunde dagegen erhält das Beste aus zwei Welten: Neuwertige Ware und gleichzeitig einen Mehrwert für seinen defekten Artikel. Dir bleibt dabei nur überlassen, sicherzustellen, dass du die in Empfang genommene Ware auch wirklich reparieren kannst.

    Du brauchst jetzt nur noch Inspiration für deinen eigenen Onlineshop? Wir haben da was vorbereitet...

    Zu den Shopify-Beispielen

    6. Die kleine Re-Commerce-FAQ

    Wie ein Second-Hand-Laden im Web funktioniert, weißt du jetzt. Was noch fehlt, ist die Beantwortung der häufigsten Fragen. Legen wir los.

    1. Welche rechtlichen Verpflichtungen gehe ich mit einem Re-Commerce ein?Ob du eine Garantie auf deine Ware gibst, bleibt im Großen und Ganzen dir selbst überlassen. Dies fällt also eher in die Kategorie Kundenservice, als rechtliche Verpflichtung.Zwei Dinge musst du trotzdem beachten: Erstens, dein Kunde hat, wie bei jedem Onlinekauf, ein vierzehntägiges Rückgaberecht. Dabei muss er nicht angeben, warum er die Ware zurückschickt. Die Versandkosten trägt in der Regel der Käufer. Zweitens musst du bei jedem einzelnen Artikel darauf hinweisen, dass es sich um gebrauchte Ware handelt – und zwar auf Deutsch. Der Begriff ‚Refurbished‘ klingt zwar cooler, wurde von unseren Gerichten aber nicht als Kennzeichnung akzeptiert. Lass dich hier unbedingt noch einmal von einer Rechtsberatung unterstützen! Allgemeine rechtliche Ressourcen, die dir helfen, einen Onlineshop aufzubauen, findest du hier und hier.

    2. Gibt es besondere Anforderungen, auf die ich in meinem Re-Commerce-Shop achten muss?
    Der größte Unterschied zwischen einem regulären Onlineshop und einem Re-Commerce-Shop ist, dass du deine Artikel nur in geringer Stückzahl, womöglich sogar als Unikat, anbietest. 
    Damit es also nicht zu erzürnten E-Mails von enttäuschten Beinahe-Käufern kommt, musst du dein Angebot immer "on-the-fly", also im laufenden Geschäft, aktualisieren. Eine Ware, die verkauft wurde, hat nicht mehr im Schaufenster zu stehen. Das lässt sich natürlich durch viel Handarbeit realisieren. Wir empfehlen dir allerdings eine technische Lösung.
      3. Kann ich neue und gebrauchte Ware gleichzeitig anbieten?
      Natürlich kannst du das. Amazon macht es schon seit Jahren. Ob es allerdings ratsam ist, steht auf einem anderen Blatt. Denn nur allzu schnell verliert dein Shop durch diese Art von Mischhandel seinen Charakter und womöglich das Alleinstellungsmerkmal. Niemand nimmt deine soziale Mission noch ernst, wenn du neben aufbereiteten Pullovern auch die neue Kollektion frisch aus einer chinesischen Textilmanufaktur anbietest.
      Handelt es sich bei deiner Neuware dagegen um Strickwesten aus der Schafwolle des örtlichen Biobauern, wird natürlich ein ganz anderer Schuh draus. Achte in so einem Fall aber immer auf eine deutliche Trennung zwischen neuen und gebrauchten Artikeln – und vergiss vor allem eine entsprechende Kennzeichnung nicht.

      Allerhand aus zweiter Hand

      Ob es nun Refurb, Second Hand oder Re-Commerce heißt, der Handel mit wiederaufbereiteter Ware ist eine Chance, Marktnische und eine ökologisch sinnvolle Idee in einem kompakten Paket. Immer mehr Menschen entdecken das Wieder- und Weiterverwenden gebrauchter Waren für sich und haben keine Lust mehr auf ein kurzes Produktleben und Schafherdenkonsum. 

      Dein eigener Shop rettet vielleicht nicht die Welt, aber er trägt seinen Teil dazu bei. Gleichzeitig ist das Feld neu genug für spannende Einfälle und erdbebenartige Visionen – vielleicht ist dein Re-Shop-Durchbruch also nur einen Gedanken weit entfernt. Go RE!


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      Which method is right for you?Über die Autorin: Inara Muradowa ist SEO & Content Beraterin. Ihr Schwerpunkt ist der Bereich E-Commerce. Im Shopify-Blog porträtiert sie am liebsten erfolgreiche Gründer*innen und gibt Insider-Tipps zu aktuellen Trends.