So kreiert man ein neues Produkt (vom Konzept zur Markteinführung)

Die eigene Vision für ein Originalprodukt umzusetzen, ist eine der größten Hürden für angehende Entrepreneure. Erfolgsgeschichten anderer Gründer bilden für sich keine durchgehende Blaupause für die Produktentwicklung. Allerdings offenbaren die Gemeinsamkeiten der Geschichten einige wichtige Schritte, die du für dich und dein Online Business adaptieren kannst. Welche das sind, verraten wir dir in diesem Beitrag.


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Inhaltsverzeichnis

Der Produktentwicklungsprozess in 6 Schritten

Die Entwicklung neuer Produkte ist der Prozess, in dem eine originelle Produktidee zur Marktreife gebracht wird. Obwohl er sich je nach Branche unterscheidet, lässt er sich im Wesentlichen in sechs Phasen unterteilen: Ideenfindung, Recherche, Planung, Prototyping, Beschaffung und Kostenkalkulation.

Im Folgenden erfährst du, wie du deine eigene originelle Produktidee entwickeln kannst und was du in jeder Phase beachten solltest.

1. Ideenfindung

Viele aufstrebende Entrepreneure bleiben in ihren Ideen stecken. Sie warten oft auf einen Geniestreich, der sie zum perfekten Produkt führen soll. Während die Entwicklung von etwas grundlegend „Neuem“ kreativ erfüllend sein kann, sind viele der besten Ideen das Ergebnis von Iterationen an einem bestehenden Produkt.

Das SCAMPER-Modell ist ein nützliches Werkzeug, um schnell Produktideen zu entwickeln, indem Fragen zu bestehenden Produkten gestellt werden. Jeder Buchstabe steht für eine Aufforderung:

  • Substitute/ Austauschen (z. B. Kunstleder statt Leder)
  • Combine / Kombinieren (z. B. eine Handyhülle und einen externen Akku)
  • Adapt / Anpassen: (z. B. ein BH mit Front-Verschlüssen zum Stillen)
  • Modify / Modifizieren (z. B. eine elektrische Zahnbürste mit einem schlankeren Design)
  • Put to another use / alternativer Verwendungszweck (z. B. Memory-Foam-Hundebetten)
  • Eliminate / Beseitigen (z. B. den Mittelsmann loswerden, um Sonnenbrillen zu verkaufen und die Einsparungen an die Verbraucher weitergeben)
  • Reverse/Rearrange / Umkehren/Neuanordnen (z. B. eine Reisetasche, die Anzüge nicht verknittert)

Wenn du diese Fragen stellst, kannst du neue Wege finden, um bestehende Ideen umzuwandeln oder sie sogar für ein neues Zielpublikum oder ein neues Problem anzupassen.


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2. Recherche

Mit deiner Produktidee im Hinterkopf fühlst du dich vielleicht geneigt, den Sprung in die Produktion zu wagen. Wenn du deine Idee nicht zuerst validierst, kann das jedoch schnell zu einem Fehltritt werden.

Die Produktvalidierung stellt sicher, dass du ein Produkt kreierst, für das die Leute auch Geld ausgeben werden, und dass du keine Zeit, Geld und Mühe für eine Idee verschwendest, die sich nicht verkaufen lässt. Es gibt mehrere Möglichkeiten, deine Produktideen zu validieren:

  • Mit Familie und Freunden über deine Idee sprechen
  • Versand einer Online-Umfrage, um Feedback zu erhalten
  • Start einer Crowdfunding-Kampagne
  • Erfragen von Feedback in Foren wie Reddit
  • Recherchieren der Online-Nachfrage mit Google Trends
  • Launch einer „Demnächst verfügbar“-Seite, um das Interesse über E-Mail-Anmeldungen oder Vorbestellungen abzuschätzen

Egal, für welche Methode der Validierung du dich entscheidest, solltest du von einem substanziellen und unvoreingenommenen Publikum Rückmeldung darüber erhalten, ob es dein Produkt kaufen würde. Du solltest hierbei jedoch Vorsicht walten lassen und nicht das Feedback von Leuten überschätzen, die „auf jeden Fall kaufen würden“. Fakt ist: Bis das Geld den Besitzer wechselt, kannst du niemanden als Kunden zählen.

Die Produktvalidierung stellt sicher, dass du ein Produkt entwickelst, für das die Leute auch Geld ausgeben werden.

Die Recherche im Rahmen deiner Validierung wird zwangsläufig auch Wettbewerbsanalysen beinhalten. Wenn deine Idee oder Nische das Potenzial zum Durchbruch hat, gibt es wahrscheinlich bereits Konkurrenten, die in diesem Segment unterwegs sind.

Lesetipp: Was treibt die Konkurrenz? Welche Schlüsse du aus einer Online-Wettbewerberanalyse ziehen kannst, erfährst du hier.

Wenn du die Website deiner Konkurrenten besuchst und dich in deren E-Mail-Liste einträgst, kannst du leicht nachvollziehen, wie sie Kunden gewinnen und Verkäufe tätigen. Ein weiterer Baustein für die Definition deines Wettbewerbsvorteils ist die Befragung deiner eigenen potenziellen Kunden, was sie an deinen Konkurrenten mögen oder nicht mögen.

Die aus der Produktvalidierung und Marktforschung gewonnenen Informationen ermöglichen es dir, die Nachfrage nach deinem Produkt und auch den Grad des Wettbewerbs einzuschätzen, bevor du dann mit der Planung loslegst.

3. Planung

Da die Produktentwicklung schnell kompliziert werden kann, ist es wichtig, sich vor der Entwicklung eines Prototyps ausreichend Zeit für die Planung zu nehmen.

Wenn du schließlich ohne konkrete Vorstellung vom Design und der Funktionsweise deines Produkts auf Hersteller zugehst oder dich auf die Suche nach Materialien machst, kann es leicht passieren, dass du dich in den nachfolgenden Schritten verlierst.

Der beste Startpunkt für deine Planung ist eine handgezeichnete Skizze, die das Aussehen deines Produkts zeigt. Die Skizze sollte so detailliert wie möglich sein, mit Beschriftungen, welche die verschiedenen Merkmale und Funktionen erklären.

product development sketches for hidden radio
Produktskizzen von der Crowdfunding-Kampagne für einen Bluetooth-Lautsprecher von Hidden Radio.

Du brauchst keine Zeichnung von professioneller Qualität, da du sie zu diesem Zeitpunkt nicht an einen Hersteller senden wirst. Wenn du dir jedoch nicht sicher bist, dass du ein lesbares Diagramm erstellen kannst, das den Sinn und Zweck deines Produkts vermittelt, kannst du über Plattformen wie Dribbble, UpWork oder Minty professionelle Illustratoren finden und beauftragen.

Versuche, anhand deines Diagramms eine Liste der verschiedenen Komponenten oder Materialien zu erstellen, die du benötigst, um das Produkt zum Leben zu erwecken. Die Liste muss nicht alle potenziellen Komponenten enthalten. Allerdings sollte sie es ermöglichen, einen Überblick über die für die Herstellung des Produkts benötigten Teile zu gewinnen.

Zum Beispiel könnte eine Zeichnung eines Handtaschendesigns durch diese Liste ergänzt werden:

  • Reißverschlüsse (groß und klein)
  • Silberne Verschlüsse
  • Lederriemen
  • Schutztasche
  • Geprägtes Etikett
  • Brieftasche innen

Zusammen mit den Komponenten solltest du auch den Verkaufspreis oder die Kategorie in Betracht ziehen, in die dein Produkt fallen wird. Wird das Produkt ein Alltagsgegenstand oder für besondere Anlässe sein? Wird es mit Premium-Materialien gefertigt werden oder umweltfreundlich sein? All dies sind Fragen, die in der Planungsphase zu berücksichtigen sind. Sie werden dir nicht nur bei der Produktentwicklung, sondern auch bei der Positionierung deiner Marke und Entwicklung deiner Marketingstrategie helfen.

Die Verpackung, die Etiketten und die Gesamtqualität deiner Materialien sollte ebenfalls berücksichtigt werden, bevor du anschließend mit der Beschaffungs- und Kalkulationsphase fortfährst. All dies wird sich darauf auswirken, wie du dein Produkt an deine Zielkunden vermarkten wirst. Von daher ist es wichtig, diese Aspekte deines Produkts in der Planungsphase ebenfalls zu berücksichtigen.

Lesetipp: Verpackungen als Marketingwaffe: Wie du Kunden nachhaltig an dein Unternehmen bindest, erfährst du hier.

4. Prototyping

Das Ziel der Prototyping-Phase während der Produktentwicklung ist es, ein fertiges Produkt zu schaffen, das als Muster für die Massenproduktion verwendet werden kann.

Es ist unwahrscheinlich, dass du mit einem einzigen Versuch zu deinem fertigen und finalen Produkt gelangst. Beim Prototyping werden in der Regel mehrere Versionen deines Produkts ausprobiert, Optionen langsam eliminiert und Verbesserungen vorgenommen, bis du dann mit einem endgültigen Muster zufrieden bist.

razor prototypes
Mehrere Prototypen für den Angle Razor von Morrama.

Auch das Prototyping unterscheidet sich je nach Art des von dir entwickelten Produkts erheblich. Die billigsten und einfachsten Anwendungsfälle sind Produkte, die du selbst als Prototypen herstellen kannst, wie z. B. Lebensmittelrezepte und bestimmte kosmetische Produkte. Dieses Prototyping in Eigenregie kann sich auch auf Mode, Töpferei, Design und andere Segmente erstrecken, sofern du denn das Glück hast, in diesen Disziplinen ausgebildet zu sein.

Lesetipp: Einen Prototypen selbst erstellen? XOUXOU-Gründerin Yara Jentzsch Dib hat's gemacht. Ihre Geschichte liest und hörst du in diesem Beitrag.

In den meisten Fällen arbeiten Entrepreneure jedoch mit externen Partnern zusammen, um einen Prototyp ihres Produkts zu entwickeln. In der Mode- und Bekleidungsindustrie bedeutet dies in der Regel die Kooperation mit einer örtlichen Nähern oder Schneidern für Kleidung und Accessoires (so wie bei Karlswrong) oder Schustern für Schuhe. Solche Dienstleistungen können in der Regel durch eine schnelle Google-Recherche der lokalen Anbieter in der gegebenen Branche gefunden werden.

In den meisten Großstädten gibt es auch Kunst-, Design- oder Modeschulen, an denen Studenten in diesen Techniken ausgebildet werden (so wie es bei Josea Surfwear der Fall war). Administratoren dieser Universitäts- oder Fachhochschulprogramme können dir in der Regel Zugang zu internen Stellenbörsen gewähren, wo du eine Anfrage bzgl. Hilfe beim Prototyping einstellen kannst.

Für Objekte wie Spielzeug, Haushaltsaccessoires, Elektronik und ähnliche Objekte benötigst du für die Erstellung eines Prototyps möglicherweise ein 3D-Rendering. Künstler oder Ingenieure, die in computergestützter Design- und Zeichnungssoftware (CAD) ausgebildet sind, können mit UpWork oder Freelancer beauftragt werden. Es gibt auch benutzerfreundliche Online-Tools wie SketchUp, Tinkercad und Vectary, mit deren Hilfe Gründer lernen können, wie sie selbst 3D-Modelle erstellen können.

trifecto infininity pen
Ein 3D-Rendering für den Trifecto Infinity Stift.

Um einen 3D-Entwurf in ein physisches Modell zu verwandeln, mussten die Hersteller in der Vergangenheit für jedes Teil spezielle Formen anfertigen lassen. Solche Formen sind in der Regel teuer und umfassen Einrichtungsgebühren für Dinge wie Werkzeuge und Matrizen, die zum Schneiden und Formen von Teilen aus Kunststoff und anderen harten Materialien verwendet werden.

Glücklicherweise können mit der Innovation des 3D-Drucks Entwürfe zu viel geringeren Kosten und mit einer schnelleren Durchlaufzeit in physische Muster verwandelt werden.

Chris Little, der Gründer von Wintersmiths, hat sein Barzubehör mit Hilfe von Quickparts als Prototyp entwickelt und erklärt, dass er dies mit geringem Budgeteinsatz und innerhalb weniger Tage bewerkstelligen konnte. Alex Commons von Bulat Kitchen empfiehlt die Plattform 3D-Hubs, die er für den Prototyp eines Messers verwendete. Dabei bezahlte er lediglich etwa 30 Dollar pro 3D-Druckmodell.

3d printed knife product prototype
Ein 3D-gedrucktes Küchenmesser-Design von Bulat, hergestellt über 3D Hubs.

5. Beschaffung

Sobald du einen Produktprototyp hast, mit dem du zufrieden bist, ist es an der Zeit, mit der Zusammenstellung der Materialien zu beginnen und die für die Produktion benötigten Partner zu recherchieren. Dies wird auch als Aufbau deiner Lieferkette bezeichnet: die Anbieter, Aktivitäten und Ressourcen, die benötigt werden, um ein Produkt zu erstellen und es in die Hände der Kunden zu bringen.

Während diese Phase hauptsächlich die Suche nach produktionsbezogenen Dienstleistungen umfasst, kannst du auch Versand und Lagerhaltung in deine Recherche mit einbeziehen.


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In Shoe Dog, den Memoiren des Nike-Gründers Phil Knight, wird die Bedeutung der Diversifizierung der Lieferkette als Thema im Verlauf der gesamten Geschichte hervorgehoben. Wenn du mehrere Lieferanten für die verschiedenen von dir benötigten Materialien sowie verschiedene potenzielle Hersteller findest, kannst du die Kosten vergleichen. Falls einer deiner Lieferanten oder Hersteller ausfällt, hat es außerdem den Vorteil, eine Backup-Option zu haben. Die Erschließung mehrerer Optionen ist ein wichtiger Teil der langfristigen Sicherung deines Unternehmens.

Während der Produktentwicklung ist jeder Weg zu einem fertigen Produkt anders.

Bei der Suche nach Anbietern gibt es sowohl online als auch im persönlichen Kontakt eine Fülle von Ressourcen. Es mag altmodisch erscheinen, aber viele Geschäftsinhaber entscheiden sich für den Besuch von Messen, die sich der Beschaffung widmen. Fachmessen für Fertigung und Produktion bieten die Gelegenheit, Hunderte Anbieter auf einmal zu treffen, um Materialien zu sehen, zu berühren und zu besprechen und eine persönliche Beziehung zu den Lieferanten aufzubauen. Und das kann gerade bei Preisverhandlungen sehr wertvoll sein. Hannes Ott von Take a Shot dazu: 

Ein Messebesuch ist immer aufwendig, auch wenn man nur als Besucher hingeht. Aber wir hatten noch nie eine Messe, bei der wir die Teilnahme bereut haben. Bisher sind immer spannende Kontakte entstanden.

Während der Beschaffungsphase wirst du unweigerlich vor die Entscheidung gestellt werden, ob du dein Produkt vor Ort oder im Ausland produzieren lassen möchtest. Ein genauer Vergleich beider Optionen bietet sich an, da sie jeweils ihre eigenen Vor- und Nachteile haben.

Die am häufigsten verwendete Beschaffungsplattform für die Produktion im Ausland ist Alibaba. Alibaba ist ein Marktplatz für hauptsächlich chinesische Lieferanten und Fabriken, auf dem du Angebote für Fertigwaren oder Rohware durchsuchen kannst. Eine beliebte Methode, mit Alibaba einen Hersteller zu finden, besteht darin, nach Angeboten mit ähnlichen Produkten wie dem eigenen zu suchen. Anschließend kannst du den entsprechenden Anbieter kontaktieren, um zu sehen, ob er dein spezifisches Design herstellen kann.

Lesetipp: Alibaba betreibt den Marktplatz und Dropshipping-Anbieter AliExpress. Wie du diesen für dich nutzen kannst, erklären wir dir hier.

6. Kostenrechnung

Nachdem Forschung, Planung, Prototyping und Beschaffung abgeschlossen sind, solltest du eine klarere Vorstellung davon haben, was die Herstellung deines Produkts kosten wird. Bei der Kostenkalkulation werden alle bisher gesammelten Informationen zu den „Kosten der verkauften Waren“ (Cost of Goods Sold, COGS) addiert, sodass du dann einen Verkaufspreis und deine Bruttomarge bestimmen kannst.

Beginne mit der Erstellung einer Tabellenkalkulation, in der alle Kosten als separate Einzelposten aufgeführt sind. Dies sollte alle Rohmaterialien, Einrichtungskosten der Fabrik, Herstellungskosten und Versandkosten beinhalten. Außerdem ist es wichtig, alle zu zahlenden Versandkosten, Einfuhrgebühren und Zölle zu berücksichtigen, da diese Gebühren je nach Herstellungsort des Produkts erhebliche Auswirkungen auf deine „Kosten der verkauften Waren“ haben können.


Ein Beispiel für die Produktkostenrechnung. Du kannst das Beispiel anzeigen oder kopieren und anpassen, um deine eigene Tabelle zu erstellen.

Konntest du während der Beschaffungsphase mehrere Angebote für verschiedene Materialien oder Hersteller einholen, kannst du für jede Position verschiedene Spalten einfügen, um darüber die Kosten zu verglichen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, eine zweite Version der Kalkulationstabelle zu erstellen, sodass du die lokale Produktion mit der Produktion im Ausland vergleichen kannst.

Sobald du deine Produktionskosten berechnet hast, kannst du einen Verkaufspreis für dein Produkt festlegen und die Kosten von diesem Preis subtrahieren. So erhältst du deine potenzielle Bruttomarge bzw. deinen Gewinn für jede verkaufte Einheit.

Produktentwicklung in beliebten Branchen

Der Produktentwicklungsprozess wird natürlich von Branche zu Branche unterschiedlich sein. Im nächsten Schritt möchten wir einen kurzen Blick darauf werfen, was man in drei der größten und etabliertesten Branchen beachten sollte: Mode und Bekleidung, Schönheit und Kosmetik sowie Lebensmittel und Getränke.

Dank der vielen gut dokumentierten Fallstudien, die zur Inspiration genutzt werden können, zeichnen sich diese drei Branchen durch einen relativ einfachen Weg zur Produktentwicklung aus.

Hörtipp: In unserem Podcast haben wir ständig Gründer verschiedenster Branchen zu Gast. Lass dich von ihren Geschichten inspirieren und hol dir nützliche Tipps. 

    Abonniere den Shopify Podcast hier:

    Mode und Bekleidung

    In der Modebranche beginnt die Produktentwicklung in der Regel nach alt bekanntem Muster: mit einer handgezeichneten Skizze oder dem digitalen Äquivalent, das mit einem Programm wie Procreate erstellt wird.

    Eine Skizze wird dann mit Hilfe eines Schnittmustermachers oder einer Näherin zu einem Muster entwickelt. Während der Prototyping-Phase wird ein Größensatz erstellt, d. h. eine Reihe von Mustern mit unterschiedlichen Abmessungen für jede Größe, die verkauft werden soll. Sobald der Größensatz fertiggestellt ist, wird er in Produktion gebracht.

    Anstatt das Produkt herzustellen, entscheiden sich einige Mode- und Bekleidungsunternehmen anfangs für ein Print on Demand-Modell. Print-on-Demand ermöglicht dir das Hochladen von Designs in eine App eines Drittanbieters, die deinen Shop mit einem Lager und einer Siebdruckanlage verbindet. Wenn dann eine Bestellung aufgegeben wird, wird dein Design auf einen vorhandenen Bestand an T-Shirts, Pullovern und verschiedenen anderen angebotenen Artikeln gedruckt. So entsteht ein fertiges Produkt, ohne dass das gesamte Kleidungsstück entworfen werden muss.

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    Weitere Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt:

    • Hängeetiketten. Die Markenetiketten, die an einem Kleidungsstück hängen und normalerweise Informationen wie Preis, Größe usw. enthalten.
    • Labels. Die in ein Kleidungsstück eingenähten oder eingeprägten Labels, die in der Regel Informationen über den Stoff und Pflegehinweise enthalten.
    • Waschtests. Waschtests deines Produkts, um zu verstehen, ob es sich mit der Zeit hält und wie es gepflegt werden sollte.
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    Schönheit und Kosmetik

    Die Schönheits- und Kosmetikbranche umfasst eine breite Palette von Produkten, die aufgrund von Wellness- und Pflegetrends ständig erweitert wird. Von Make-up über Badeprodukte bis hin zur Hautpflege konzentrieren sich viele Schönheitsmarken auf rein natürliche Inhaltsstoffe und Nachhaltigkeit. Das macht es wiederum einfacher, ein Produkt mit alltäglichen Inhaltsstoffen selbst zu entwickeln.

    Lesetipp: Wie Anna Pfeiffer ihre Naturkosmetikprodukte erstellt hat, kannst du hier nachlesen.

    White Labeling ist auch in der Schönheits- und Kosmetikbranche populär. White Labeling beschreibt den Prozess, ein bestehendes Produkt oder einen Hersteller zu finden und dann die bereits produzierten Produkte markenspezifisch aufzubereiten und zu verpacken. Für welchen Weg du dich auch entscheidest, die Massenproduktion für Kosmetika erfolgt in der Regel in Zusammenarbeit mit einem Labor und einem Chemiker. Nur so kann letztlich sichergestellt werden, dass die Qualität auch bei entsprechender Skalierung konstant bleibt.

    Weitere Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt:

    • Etiketten und Warnhinweise. Identifiziere alle im Produkt verwendeten Materialien und mögliche Reaktionen.
    • Gesetze und Vorschriften. Recherchiere behördliche Vorschriften und wie sie sich auf dein Produkt und deine Verpackung beziehen, sowohl dort, wo sie produziert werden, als auch dort, wo sie verkauft werden sollen.
    • Haltbarkeit. Führe entsprechende Tests durch und füge den Produkten die erforderlichen Ablaufdaten hinzu.

    Lebensmittel und Getränke

    Lebensmittel- und Getränkeprodukte gehören zu den Produkten, mit deren Entwicklung man am einfachsten beginnen kann, und zwar zu niedrigen Kosten und bequem von zu Hause aus. Die Kreation eines neuen Energieriegels kann so einfach sein wie der Kauf von Zutaten und das Anpassen des Rezepts in der eigenen Küche. Genau so ging auch Lara Merriken vor, als sie Lärabar gründete.

    Um vom Rezept zu verpackten Waren zu gelangen, die du in Geschäften oder online verkaufen kannst, musst du eine Großküche finden, die für die Herstellung von Lebensmitteln zugelassen ist und eine Gesundheits- und Sicherheitsprüfung bestanden hat.

    Diese Küchen sind in der Regel mit großen Öfen und Kochgeräten ausgestattet, um große Chargen zu verarbeiten. Wenn du aber eine Massenproduktion und -verpackung in Betracht ziehst, könnte ein Co-Produzent die bessere Option sein. Dabei handelt es sich um Produktionsstätten, die sich auf die Verarbeitung von Rohstoffen und die Herstellung von Lebensmittel- und Getränkeprodukten in großem Maßstab spezialisiert haben.

    Weitere Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt:

    • Etiketten und Warnhinweise. Du musst Zutatenlisten und Nährwertinformationen auf der Verpackung angeben.
    • Gesetze und Vorschriften. In vielen Ländern gibt es Vorschriften zu Ernährungsinformationen, Allergenhinweisen und gesundheitsbezogenen Angaben, die du einhalten musst.
    • Ablaufdatum. Du musst deine Produktlebensdauer kennen und wissen, wie du das Produkt entsprechend herstellen, verpacken und lagern wirst.

    Was wirst du auf den Markt bringen?

    In der Produktentwicklung ist jede Reise zu einem fertigen Produkt anders. Wenn es darum geht, etwas Neues zu schaffen, hat jede Branche ihre eigenen, einzigartigen Tücken. Wenn du Schwierigkeiten hast, all diese Puzzleteile zusammenzufügen, solltest du an Folgendes denken: Jedes Produkt, das vor deinem kam, hatte genau die gleichen Herausforderungen zu bewältigen.

    Wenn du die hier beschriebenen Schritte während deines eigenen Produktentwicklungsprozesses befolgst, kannst du die überwältigende Aufgabe, ein neues Produkt auf den Markt zu bringen, in besser überschaubare Phasen unterteilen.

    Wenn du alle notwendigen Vorbereitungen triffst – durch Recherche, Planung, Prototyping, Beschaffung und Kalkulation – kannst du ganz unabhängig von deiner Idee Kurs auf ein erfolgreiches Endprodukt setzen.

    Illustration von Pete Ryan


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    Häufig gestellte Fragen zur Produktentwicklung

    Welche Schritte gibt es bei der Produktentwicklung?

    Die Entwicklung eines neuen Produktes lässt sich grundsätzlich in sechs Schritte bzw. Phasen aufteilen. Das sind:

    • Ideenfindung
    • Recherche
    • Planung
    • Prototyping
    • Beschaffung
    • Kostenplanung

    Im Beitrag haben wir jeden dieser Schritte noch einmal ausführlicher beschrieben.

    Was kostet die Produktentwicklung?

    Pauschal lässt sich diese Frage kaum beantworten, denn welche Entwicklungskosten in deinem Produkt stecken, hängt von vielen Faktoren ab. In welcher Branche bewegst du dich? Willst du etwas völlig Neues kreieren oder eine bestehende Idee aufgreifen und verbessern? Gab es zur Produktentwicklung zuvor schon einmal Ideen oder befindest du dich bei deiner Planung noch ganz am Anfang? Selbst wenn all diese Fragen geklärt sind, verbleiben im Entwicklungsprozess immer noch einige Unbekannte, bspw. die Frage, wie lange es dauert, bis du einen Prototyp zur Produktionsreife weiterentwickelt hast. Wenn du dir über die Entwicklungskosten deiner Produktidee im Unklaren bist, solltest du einen sachkundigen Berater hinzuziehen. Für viele Bereiche sind Ingenieursdienstleister hierbei eine gute Adresse.

    Wo kann ich Ideen für die Produktentwicklung finden?

    Wenn du noch nach Ideen für die Produktentwicklung suchst, macht es Sinn zu schauen, was es schon gibt. Das geht u.a. bei der Konkurrenz, denn gut kopiert ist immer besser als schlecht selbst gemacht. Schau dir an, was die Produkte deiner Konkurrenten auszeichnet, worin ihre Schwächen liegen und wie sie sich verbessern lassen. Gute Alternativen für die Ideenfindung sind auch Keyword-Recherchen und Google Trends, denn was häufig gesucht wird, stößt ganz offensichtlich auf ein großes Interesse bei potenziellen Kunden.

    Kann ich ein neues Produkt entwickeln lassen?

    Für die Entwicklung eines neuen Produktes lassen sich eine ganze Reihe an externen Beratern hinzuziehen, theoretisch ließe sie sich auch ganz outsourcen. Für die Entwicklung und Optimierung per se wären Designer, Ingenieurbüros und/oder spezielle Entwicklungsfirmen gute Anlaufstellen. Für die Kostenplanung kannst du dich an Finanzdienstleister, Banken oder Unternehmensberatungen wenden. In vielen Fällen macht es auch Sinn, sich rechtlich abzusichern und einen Juristen zu konsultieren.


    Which method is right for you?Geposted von Hendrik Breuer: Hendrik ist Redakteur des deutschen Shopify-Blogs. Möchtest du einen Gastbeitrag veröffentlichen? Dann lies bitte zuerst diesen Leitfaden.

    Dieser Artikel erschien ursprünglich auf Englisch im Shopify.com-Blog und wurde übersetzt.