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7 Opt-In-Märchen, denen du nicht glauben darfst

Opt-In Mythen E-Mail-Marketing


Es war einmal im Mai 2018, als die DSGVO ihr Unwesen trieb und im ganzen Lande Angst verbreitete. Online-Shop-Betreiber, Marketer und Newsletter-Versender sowie viele andere hatten längst von der "geheimnisvollen" DSGVO gehört. Dennoch war ihnen nicht ganz klar, ob sie nun zu den "Guten" oder den "Bösen" gehört – und was der Einzug der DSGVO für das große Reich des E-Mail-Marketings bedeuten würde.

Morny Russell von CleverReach, einem Lösungsanbieter für E-Mail-Marketing, hat in diesem Gastbeitrag sieben Opt-in-Märchen für dich hervorgezaubert, von denen du dich besser nicht umgarnen lassen solltest, und diese mit praktischen Beispielen und Tipps angereichert.

So wirst du mit deinem E-Mail-Marketing bei Shopify ein Happy End erleben

Ungefähr ein Jahr nach der DSGVO haben sich viele vom "Schrecken" erholt und die Opt-ins sowie Double-Opt-ins gehören schon längst zum Alltag des E-Mail-Marketings. Doch viele fragen sich heute immer noch, was erlaubt ist und was nicht.

Die Frage aller Fragen: Geht es auch ohne Opt-in?

Oft steht die Frage im Raum: Geht es auch ohne Opt-In? Unter den Onlineshop-Betreibern herrscht seit der Einführung der DSGVO immer noch eine gewisse Unsicherheit. Kein Wunder, bei den zahlreichen Märchen die noch heute rund um Opt-ins & Co. herumgeistern.

Glaube den nachfolgenden Märchen nicht, damit du weiterhin erfolgreich und sicher deine Newsletter in deinem Shopify Onlineshop versenden kannst.

Lesetipp: Du willst deinen Shopify-Store rechtssicher machen? Kein Problem! In diesem Beitrag (inkl. Whitepaper und Webinar) erklären wir, wie es geht.

Märchen Nr. 1: Der Erhalt einer Visitenkarte erlaubt die Versendung eines Newsletters.

Wer’s glaubt, wird … hierbei nicht selig. Stellen wir uns mal folgende Situation vor: Du bist auf einer Messe und ein interessierter Messebesucher überreicht dir die Visitenkarte. Dann sagt er dir noch, dass er an deinem Newsletter interessiert ist. Du steckst die Visitenkarte ein und freust dich über die neu gewonnene Adresse. An dieser Stelle der Geschichte haben wir eine gute und eine weniger gute Nachricht für dich. Die Form, wie das Einverständnis zum Erhalt des Newsletters bestätigt wird, ist nicht festgelegt. Doch wer personenbezogene Daten erhebt, hat die Pflicht der Nachweisbarkeit. Erst dann ist das Opt-in DSGVO-konform.

Du hast die Einwilligung zur Verwendung der E-Mail-Adresse mit der Überreichung der Visitenkarte bekommen, so weit korrekt. Doch wie willst du später nachweisen, dass derjenige dir die Visitenkarte auch wirklich überreicht hat? Eine Visitenkarte kannst du auch auf der Straße finden, sie wurde irgendwo ausgelegt, eine dritte Person steckt sie dir einfach zu oder, oder, oder.

Fazit: Märchen Nr.1
Jeder muss nachweisen können, wie er E-Mail-Adressen gewonnen hat, und dass die Einwilligung freiwillig erfolgt ist - auch Jahre später. Der digitale Weg ist unseres Erachtens der einfachste und sicherste Weg.

Lesetipp: Was Onlineshop-Betreiber aus Sicht der DSGVO noch beachten müssen, liest du hier.

Märchen Nr. 2: Double-Opt-in ist in Deutschland Pflicht.

Das muss eine wahre Aussage sein, oder? Pflicht klingt doch immer richtig, könnte man meinen. Doch, auch dieses "Märchen" ist so nicht korrekt.

Üblicherweise erhält jeder, der sich für den Newsletter angemeldet hat, eine Bestätigung, in der er gebeten wird, seine Anmeldung zum Newsletter zu verifizieren. Für Onlineshops ein übliches Prozedere. Damit wird verhindert, dass eine dritte Person ohne Wissen des anderen sich mit dessen E-Mail-Adresse für den Newsletter anmeldet und somit Spam verursacht.

Double-Opt-in ist in Deutschland gesetzlich nicht zwingend. Verzichtest du jedoch auf das Double-Opt-in, kannst du im Zweifelsfall nicht nachweisen, ob eine dritte Person sich mit der E-Mail-Adresse für den Newsletter angemeldet hat.

Fazit: Märchen Nr. 2
Auch wenn das Double-Opt-in nicht verpflichtend ist, mit einer Double-Opt-in-Mail bist du als Onlineshop-Betreiber im Streitfall immer auf der sicheren Seite.

Märchen Nr. 3: Das Interesse an einem Newsletter darf mit einer E-Mail abgefragt werden.

Wahr oder falsch? Ganz klar falsch. Denn schon mit der ersten E-Mail, mit der du denjenigen um Erlaubnis bittest, hast du ihm ja bereits einen Newsletter geschickt. Das ist in etwas so, als wenn jemand bei dir Sonntagmittag an der Haustür klingelt und freundlich fragt, ob er dich am Sonntagmittag stören darf. Der Besuch hat dich ja bereits bei deinem Sonntags-Nickerchen gestört. Zudem fällt schon deine Nachfrage in den Bereich Werbung. Newsletter-Abonnenten müssen immer VORHER ihre Zustimmung für den Erhalt deines Newsletters geben, selbst wenn es nur um die Anfrage geht, ob Interesse besteht. Das gilt auch für alle anderen digitalen Formen wie soziale Netzwerke, SMS, WhatsApp & Co.

Fazit: Märchen Nr. 3
Schicke keinen Newsletter an potenzielle Abonnenten, um sie zu fragen, ob sie Interesse an einem Newsletter haben!

Märchen Nr. 4: Eine Newsletter-Einwilligung gilt zeitlich unbegrenzt.

Dieses Märchen lässt sich schnell durchschauen. Denn schon mit dem Widerruf des Abonnenten auf deinem Onlineshop oder deinem Newsletter wird die Einwilligung ungültig und die E-Mail-Adresse kann nicht mehr zum Versand eines Newsletters verwendet werden. Außerdem gibt es noch den Fall, wenn ein Abonnent über einen langen Zeitraum keinen Newsletter mehr erhalten hat. So hat das Amtsgericht Bonn 2016 entschieden (AG Bonn, Urteil vom 10.05.2016 – 104 C 227/15), dass eine ungenutzte Einwilligung jedenfalls dann ihre Wirksamkeit verliert, wenn zwischen der Erteilung und der (ersten) werbenden Nachricht vier Jahre vergangen sind. Aufgrund dieser Urteile wurde dazu geraten, mindestens einmal im Jahr einen Newsletter zu versenden, um den Verfall einer Einwilligung vorzubeugen. Anfang 2018 stellt der Bundesgerichtshof jedoch klar, dass die Einwilligung grundsätzlich nicht allein durch Zeitablauf erlischt. Hier ist also noch mit einer Anpassung der Rechtsprechung zu rechnen.

Fazit: Märchen Nr. 4
Dieses Märchen stimmt nicht und es gibt auch keine Ausnahmen. Sobald der Abonnent den Newsletter abbestellt, endet auch die Einwilligung.

Lesetipp: Wie du einen erfolgreichen E-Mail-Verteiler aufbaust, liest du hier.

Märchen Nr. 5: Gewinnspielteilnahme bedingt immer die Aufnahme in einem Newsletter-Verteiler.

Onlineshops setzen häufig Gewinnspiele ein, um ihren Umsatz zu erhöhen oder Newsletter-Anmeldungen zu generieren. Auch Onlineshop-Betreiber von Shopify sollten sich die Frage stellen, ob sie die Teilnahme an einem Gewinnspiel zwingend mit der Anmeldung zum Newsletter koppeln dürfen. Lange Zeit war dies nicht eindeutig festgelegt. Doch spätestens seit dem 25. Mai 2018 können wir ganz klar sagen, dass ein Gewinnspiel, das zwingend an einer Newsletter-Anmeldung verbunden ist, nicht DSGVO-konform ist. Es gibt auch keine Ausnahmen. Derjenige, der sein Glück versuchen und an einem Gewinnspiel teilnehmen möchte, darf sich bei Interesse natürlich für einen Newsletter anmelden. Die Zustimmung erfolgt jedoch immer freiwillig und in einem separaten Feld bzw. Kästchen.

Fazit: Märchen Nr. 5
Die Teilnahme an deinem Gewinnspiel darf nicht zwingend an die Zustimmung zum Erhalt bzw. Abonnement eines Newsletters gekoppelt werden.

Märchen Nr. 6: Ich darf meine Bestandskunden immer kontaktieren.

Hier glaubt man beinahe, dass da etwas Wahres dran sein könnte. Denn immerhin haben deine Kunden bereits etwas in deinem Onlineshop gekauft. Somit gehören sie potenziell zu den Interessierten, denen man einen Newsletter schicken darf. So schön dieses Märchen auch klingt, auch diese Aussage ist so nicht korrekt. Denn natürlich müssen auch deine Kunden dem Erhalt eines Newsletters eingewilligt haben.

Doch es gibt eine Ausnahme. Das ist das Ausnahmegesetz §7 Abs. 3 UWG. E-Mail-Adressen kannst du z.B. beim Kauf eines Produktes gewinnen. Dabei gibt es jedoch strenge Regeln zu beachten. Der Shop-Betreiber muss bei der erstmaligen Erhebung der E-Mail-Adresse auf die Direktwerbung für ähnliche Waren oder Dienstleistungen deutlich hinweisen. Kauft der Kunde z.B. eine Jeans, darfst du ihm keinen Newsletter mit Angeboten zu Parfüms oder Sonnenbrillen zusenden. Du darfst nur Produkte und Dienste bewerben, die dem gekauften Produkt ähneln. Zudem muss eine Widerrufsbelehrung angegeben werden. Ganz wichtig: Es muss in jedem Fall ein Kauf stattgefunden haben. Eine kostenlose Registrierung für ein Produkt reicht da nicht aus, da es sich dann nicht um einen Kauf handelt.

Fazit: Märchen 6
Bevor du deinen Bestandkunden einen Newsletter zusendest, benötigst du in jedem Fall eine Einwilligung. Da die Gesetzesauslegung zu schwammig ist, würden wir dir nicht empfehlen Gebrauch von der Ausnahmereglung zu machen.

Du hast weitere Fragen zur DSGVO? Hier beantwortet ein Volljurist Unklarheiten zum Thema Datenschutz.

Märchen Nr. 7: Nicht EU-Länder müssen die DSGVO nicht beachten.

Klar ist, dass die DSGVO in allen 28 Staaten der Europäischen Union gilt. Doch was ist mit den Ländern, die sich außerhalb der EU befinden? Schauen wir uns die These mal genauer an. Dürfen Unternehmen aus Drittländern, also aus Staaten, die sich außerhalb der EU befinden, die DSGVO wirklich einfach ignorieren?

Das können wir kurz und knapp mit einem Nein beantworten. Hat das Unternehmen beispielsweise eine Niederlassung in der EU und verarbeitet dort auch personenbezogene Daten, muss dieses Unternehmen die DSGVO-Richtlinien einhalten.

Doch was ist, wenn ein Shopify Onlineshop-Betreiber aus den USA keine Niederlassung in der EU hat und nur die Daten von Newsletter-Abonnenten oder Käufern verarbeitet, die in der der Europäischen Union leben? Gerade Onlineshops tracken häufig die personenbezogenen Daten ihrer Abonnenten und Käufer, um ihre Produktangebote oder den Inhalt ihres Newsletters anzupassen. Hier gibt es eine klare Regel: Sofern du als Shopify-Store personenbezogene Daten von Personen verarbeitest, die sich innerhalb der EU befinden, muss du dein Onlineshop die Geschäftsabläufe, wie z.B. das E-Mail-Marketing an die Richtlinien der DSGVO anpassen.

Dies gilt auch, wenn nur der Datenverarbeiter in der EU ansässig ist. Wenn z. B. ein Kunde aus den USA ausschließlich US-Empfänger verwendet, aber einen EU-Dienstleister wie CleverReach nutzt, muss das Unternehmen die DSGVO beachten.

Fazit: Märchen 7
In vielen Fällen (wie oben beschrieben) müssen auch Unternehmen, die außerhalb der EU ansässig sind, die DSGVO beachten. Dies gilt auch, wenn lediglich der Datenverarbeiter in der EU ansässig ist.

Das Fazit zu den Opt-in-Märchen:

Die DSGVO gehört zu den Guten und macht das E-Mail-Marketing für deinen Shopify-Store heute sogar einfacher und sicherer denn je. Lass dich von kursierenden Opt-in-Märchen nicht verunsichern. Erhebst du deine Daten DSGVO-konform, dann bist du immer auf der sicheren Seite und erlebst ein Happy End mit deinem E-Mail-Marketing.


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Which method is right for you?Über die Autorin: Morny Russell arbeitet im Marketing beim E-Mail-Software-Anbieter CleverReach in Rastede. Als kreative Textjongleurin und Über-den-Tellerrand-Guckerin verfasst sie Texte rund um das Thema E-Mail-Marketing.