Der Shopify Blog

Diese Nomaden leben und arbeiten (fast immer) in der Wildnis - und sind gerade deshalb erfolgreich mit ihrem Onlineshop

Als Raphaëlle Gagnon und Mark Coelho an jenem Sommermorgen in ihrem Tiny House aufwachten, war alles wie immer. Nach dem Frühstück in dem umgebauten Vintage-Greyhound-Bus gingen sie in ihre Werkstatt: einen zum mobilen "Wildnislabor" umfunktionierten Transportanhänger, in dem sie botanische Seifen, Salze, Lotionen und Öle herstellen.

Das Pärchen-Team hinter dem Shopify Store Boreal Folk Apothecary war in den letzten paar Jahren zu  Dutzenden von Kanadas schönsten Plätzen gereist und hatte dort wildwachsende Pflanzen für Rezepturen gepflückt. Doch an diesem Morgen bot sich ihnen ein ganz besonderer Anblick: Keine 30 Meter von ihnen entfernt graste friedlich ein Dutzend Wildpferde vor dem Hintergrund der Rocky Mountains.  "Das war das Allergrößte", meint Mark. "In dieser Hinsicht sind wir uns absolut einig."

Raphaëlle und Mark nutzen Shopify für den Onlineverkauf - was genau das ist und was das System kann, steht hier.

Den Traum leben - Mark und Raphaëlle machen es wirklich

Als Mark und Raphaëlle sich 2014 kennenlernten, merkten sie sehr schnell, dass sie beide den gemeinsamen Traum hatten, so zu leben: selbstversorgend und in der freien Natur. Kein Wunder, dass ihr erstes Date eine zweimonatige Autoreise um Vancouver Island herum war.

Damals hatte die heute 30-Jährige Raphaëlle gerade ihre neunte Saison Bäumepflanzen hinter sich und machte sich Gedanken, was sie als Nächstes tun sollte. Sie hatte an einem Workshop zur Herstellung von natürlicher Seife teilgenommen, der ihr großen Spaß gemacht hatte. Es war Mark, ein "Alleskönner"-Designer, Macher und Handwerker, der ihr Hilfe anbot, um mit der Leidenschaft auch den Lebensunterhalt zu verdienen. "Ich versprach ihr, meinen Purolator-Transporter, der damals total schmuddelig war, in einen Lieferwagen umzubauen, in dem sie mit ihren Seifen zu Bauernmärkten fahren konnte", erzählt Mark.

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Mark hielt sein Versprechen. Im Jahr darauf studierte Raphaëlle Kräuterheilkunde und Bio-Hauptflege, während Mark seinen Transporter in ein Zuhause für zwei, einschließlich "kleinem Arbeitsbereich in der Ecke", verwandelte. Sie erwarben ein Grubenfeld in Norden von British Columbia und zogen dort im September 2015 hin. Zwei Monate lang pflückten sie Pflanzen und experimentierten mit Produkten herum, die auf den Bauernmärkten sehr erfolgreich waren.

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Illustration of a person's hands holding a basket and using scissors to harvest red berries.Die beiden reisten zu Dutzenden Orten auf der Suche nach wild wachsenden  Pflanzen für ihre Rezepturen. Alvaro Tapia Hidalgo

Das Unternehmen wuchs. Offensichtlich war der Bedarf an ihren Produkten groß. 2016 kauften sie den geräumigen Transportanhänger, den Mark innerhalb von sechs Monaten zu einem Wildnislabor umfunktionierte: inklusive einem neuen Quadratmeter großen Arbeitsbereich mit Spülbecken, Propangasbrennern und Solarstrom. "Er baute den ganzen Anhänger selbst um - damit meine ich, er verlegte jedes einzelne Rohr und so weiter", erklärt Raphaëlle. "Und er ist echt total toll geworden."

Mit seinem 100 Jahre alten Spülbecken, dem weißen Fliesenboden, den Edelstahltresen, den aufgearbeiteten Holzmöbeln und Kupfergeräten hat man eher das Gefühl in einem hippen Coffeeshop in Brooklyn zu sein, als in einem Kosmetiklabor mitten im Nirgendwo.

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Um komfortabler leben zu können, tauschten sie den Purolator-Transporter gegen einen alten Greyhound-Bus ein, der bereits umgerüstet war. 2017 war ihr erstes Jahr mit den neuen Fahrzeugen. Mit dem großen Dieselbus und ihrem Anhänger fuhren sie 7.000 Kilometer durch Alberta und BC. Aufenthalte im Hinterland, wo sie wochen- oder monatelang pflückten und Produkte herstellten (auf Kronland oder in Bereichen mit öffentlichem Zugang, wo das Pflücken erlaubt ist), wurden lediglich von Besuchen auf Märkten und Festivals in verschiedenen Städten unterbrochen.  Und das Geschäft blüht. Raphaëlle zufolge entspricht ihr Verdienst mittlerweile zwei ansehnlichen Vollzeitgehältern.

Illustration of Boreal Folk Apothecary founder Raphaëlle Gagnon making soap inside of her custom trailer lab, surrounded by wooden crates.
Raphaëlles "Wildnislabor" ist ein neun Quadratmeter großer handgefertigter Anhänger. Alvaro Tapia Hidalgo

Keine Adresse zu haben, ist "durchaus schwierig", erklärt Raphaëlle. Ihre Rohmaterialien müssen das ganze Jahr hindurch irgendwohin geliefert werden, und da sie so viel unterwegs sind, eignet sich dafür kein Postfach. Stattdessen lassen sie sich von Freunden und Familie helfen, die bereit sind z. B. 500 Pfund Gletschersalz oder Tonerde aus den Prärieprovinzen entgegenzunehmen.

Aufgrund ihres Lebens in der Wildnis sind sie auch oft offline.

Wenn man sich auf einen 50 Jahre alten Bus verlassen muss, um zum nächsten Verkaufsort zu gelangen, ist das manchmal recht nervenaufreibend.  "Bei einem so alten Fahrzeug geht immer irgendwas kaputt", erzählt Raphaëlle lachend. Mark könne zwar jedes mechanische Problem beheben, dadurch verlängere sich aber die  Fahrtzeit erheblich. Wenn die Fahrt zum nächsten Markt etwa offiziell acht Stunden dauere, planen sie zwei bis drei Tage dafür ein, erzählt Raphaëlle. "Diesen Sommer hatten wir nur ein paar sehr kleine Probleme", fügt sie hinzu.  "Und wir haben noch nie eine Veranstaltung verpasst."

Und was ist mit den persönlichen Herausforderungen, wenn man die ganze Zeit mit demselben Menschen auf so engem Raum zusammenlebt? Natürlich gibt es Momente, in denen einer von ihnen Abstand braucht und dann einen langen Spaziergang macht, doch sie reden immer über alles. Sie wissen jedoch auch, dass ihre Beziehung "von Anfang an ungewöhnlich war, sonst wäre es gar nicht möglich, diesen verrückten Traum gemeinsam auszuleben", bemerkt Raphaëlle.

Lies hier ein Beispiel für erfolgreiches digitales Nomadentum aus Deutschland: Christian Häfner beschreibt, wie er und seine Ehefrau es schaffen, die Welt zu bereisen und "nebenbei" einen Onlineshop mit sehr interessantem Kaffee-Abo-Modell zu betreiben. 


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Which method is right for you?Geposted von Hendrik Breuer: Hendrik ist Redakteur des deutschen Shopify-Blogs. Möchtest du einen Gastbeitrag veröffentlichen? Dann lies bitte zuerst diesen Leitfaden.

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf Englisch im Shopify.com-Blog und wurde übersetzt.