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Digitales Nomadentum: Dieser Unternehmer führt sein Business vom Fahrrad aus

Jesse Herbert war Anfang 30, als er seinen Job als Umweltingenieur bei der Regierung an den Nagel hängte. Es war zwar ein Beruf, der ihn absicherte, jedoch wollte er mehr reisen und Zeit mit Familie und Freunden verbringen. Seit seiner Kindheit stellte Jesse gerne Dinge selbst her, und nach der Kündigung machte er sein Hobby endlich zu seinem Beruf.

Im Jahr 2010 startete Jesse das Unternehmen Oopsmark mit Shopify. Eins seiner ersten Designs – ein handgemachter Weinflaschenträger aus Leder, der sich am Fahrrad befestigen lässt – wurde sofort ein Hit und erschien in Zeitschriften wie Playboy und Wired. Während Oopsmark immer erfolgreicher wurde, steckte Jesse genau so viel Zeit in seine Werkstatt wie in seine Produkte. In seinem großen Künstleratelier standen nicht nur Arbeitstische und Werkzeug, es war auch genügend Platz für eine Küche, eine Lounge, ein Hydrokultursystem für Pflanzen und einen Bereich zum Trainieren. Aus dem Fenster hatte man einen tollen Ausblick auf das Mile-End-Viertel in Montreal. Das Atelier verkörperte also den Stil und die Zweckmäßigkeit, die auch die Produkte von Oopsmark so beliebt machten. Und es war alles, was ein Zellenbüro eben nicht war.

Close up of Oopsmark founder Jesse Herbert's hands, examining a series of leather straps on a tabletop.
Jesse Herberts erstes Design, ein handgemachter Weinflaschenträger aus Leder, war sofort ein Hit.

Aber das Atelier wurde auch bald zur Falle. Als Jesse die Verantwortung für den Unterhalt der großen teuren Räumlichkeiten zu viel wurde, verbrachten er und ein kleines Team ein paar hektische Monate damit, Inventar für mehrere Jahre herzustellen. Anschließend kündigte er den Mietvertrag, zog in ein viel kleineres Atelier, lagerte den Versand seiner Produkte aus und brach zu einer viermonatigen Fahrradtour durch Europa auf. Jesse erklärt in diesem Kurzinterview, wie er das alles umsetzte und was er daraus gelernt hat, ein Unternehmen vom Fahrrad aus zu führen.

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Fiel es dir schwer, ein so tolles Atelier aufzugeben?

Manchmal übertreibt man es und produziert Dinge, ohne überhaupt zu überlegen, ob man diese herstellen sollte oder nicht. Mir macht besonders die Produktion Spaß und ich dachte: "Ich kann das hinter mir lassen." Ich wäre nicht frei gewesen. In ein kleineres Atelier umzuziehen, war das Beste überhaupt, denn das meiste Geld ging für Miete drauf. Mein Ziel ist es, fast gar keine Räumlichkeiten zu brauchen. Irgendwann werde ich wieder mehr Platz benötigen, denn ich bin ein Macher und es liegt in meiner Natur immer an neuen Dingen zu basteln. Aber zurzeit will ich möglichst kleine Räumlichkeiten, damit mir diese nicht zur Last werden.

Ich wäre nicht frei gewesen.

Wie viel hast du während deiner Fahrradreise tatsächlich gearbeitet?

Am Telefon oder am Computer habe ich sehr wenig gearbeitet. Das habe ich auf ein absolutes Minimum reduziert. Während der letzten Fahrradreise durch Argentinien habe ich meinen Laptop fast gar nicht benutzt. Mein Ziel war es sogar, fast nur über das Telefon zu arbeiten. Aber auf solchen Fahrradreisen kann es wirklich schwierig sein, Strom zu finden.

Wie hast du es arrangiert, dein Unternehmen mobil zu machen?

Die ganze Zeit nur zu produzieren, lenkt unheimlich ab. Also haben wir uns eine Weile lang ausschließlich auf die Herstellung konzentriert, um das hinter uns zu bringen. Den Versand und das Fulfillment haben wir an andere Firmen ausgelagert. Wir schicken ihnen unser Inventar, denn selbst das lagern wir nicht mehr selbst. Sie laden sich alle Bestellungen einfach von meiner Website herunter und versenden die Produkte.

Lesetipp: Wie du als digitaler Nomade von überall arbeiten kannst und damit erfolgreich bist, liest du hier.

Jesse Herbert, founder of Oopsmark, walking in his studio next to his bicycle.
Jesse ging es in seinem Beruf darum "eine bessere Lebensqualität zu schaffen".

Was musst du noch selbst machen?

Eigentlich nur die Content-Erstellung, das Marketing und die Kontoführung. Und was ist Arbeit überhaupt? Ich denke beim Fahrradfahren oft darüber nach, Dinge auf die eine oder andere Weise zu machen.

Was hast du daraus gelernt, dein eigener Chef zu sein?

Für mich ging es darum, eine bessere Lebensqualität zu schaffen.

Ich habe gemerkt, dass ich entwerfen kann, was ich will und vor allem herstellen kann, wie ich will. Wenn ich der Chef bin, wie wird dann der Job sein? Für mich ging es darum, eine bessere Lebensqualität zu schaffen und Zeit mit den Leuten zu verbringen, mit denen ich gerne Zeit verbringe. Im Grunde genommen habe ich mir einfach mehr Zeit verschafft. Das ist für mich das Wertvollste.

Fotos von Richmond Lam und Oopsmark


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Which method is right for you?Geposted von Hendrik Breuer: Hendrik ist Redakteur des deutschen Shopify-Blogs. Möchtest du einen Gastbeitrag veröffentlichen? Dann lies bitte zuerst diesen Leitfaden.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf Englisch im Blog von shopify.com und wurde übersetzt.