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Individuelles Design mit Startup-Budget: So optimierte Tastemaker seine Mobile User Experience

Tastemaker Uhren Stuttgart

Was haben Brezeln und Uhren gemeinsam? Beides - Uhren allerdings erst seit Neuestem - wird im Raum Stuttgart produziert und verkauft. Nach zwei Jahren Entwicklungszeit der Prototypen konnte Wolfgang Heinrich es kaum erwarten, seinen eigenen Onlineshop zu eröffnen und seinen Uhren damit einen Vertriebskanal zu bieten.

Damit realisierte er seinen Traum, eine Uhrenmarke im mittleren Preissegment zu entwickeln. Den Bau der Uhr beließ er mit der Prämisse, die Uhren in Deutschland für unter 200 Euro anbieten zu können. Wolfgangs lokale Verbundenheit repräsentiert das Logo von Tastemaker: eine Brezel – Stuttgarts lokale Spezialität.

Tastemaker ist jedoch viel mehr als Stuttgarts Liebe zum Laugengebäck. Das Label steht für Kunden, die modebewusst sind und sich als Trendsetter mit einer gewissen Offenheit für neue Marken außerhalb vom Mainstream verstehen.

Im Oktober 2018 ging der Shopify Onlineshop von Wolfgang Heinrich nach ausgiebiger Vorbereitung und Entwicklung durch Manuel Hügel von buero huegel live.

Uns berichteten die beiden im Gespräch, warum Shopify die richtige Wahl war, welche Funktionen individualisiert wurden, warum ein personalisierter Konfigurator insbesondere mobile Kunden besser abholt und wie Startups einen erfolgreichen Start hinlegen können.

Wolfgang Heinrich von Tastemaker

Wolfgang Heinrich, Gründer des Stuttgarter Startups Tastemaker

Eigentlich kommen Sie aus einer anderen Branche. Warum haben Sie sich für das Uhrmacher-Business entschieden?

Wolfgang: Ich komme aus der Marketingbranche und habe Medienwirtschaft studiert. Das ist allerdings schon 15 Jahre her. Danach habe ich verschiedene Positionen gehabt, unter anderem als Projektmanager in einer Online-Agentur.

Kurze Zeit später wechselte ich in die Industrie und besetzte Positionen zwischen IT und Marketing. Dort habe ich zum Beispiel Website Relaunches und digitales Marketing betreut. Mein Wunsch war jedoch immer, etwas Eigenes zu versuchen. Die Idee mit der Uhr schwebte mir schon lange Zeit vor. Ich wusste aber auch, dass dafür ein initiales Investment notwendig ist. Deshalb hat es eine Weile gedauert, bis ich diese Idee umzusetzen konnte. Jetzt betreibe ich Tastemaker nebenbei und habe ansonsten nach wie vor eine Festanstellung.

Die Uhren werden in Deutschland gebaut. Wie haben Sie den richtigen Standort für die Produktion gewählt?

Wolfgang: Ich kaufe so viel wie möglich aus Deutschland ein. Die Armbänder stammen aus Deutschland und die Uhren werden im Nordschwarzwald in Pforzheim gebaut. Der Ort ist bekannt für seine lange Uhren- und Schmuck-Tradition und er ist nah an Stuttgart. Manche Dinge muss ich natürlich aus dem Ausland beziehen, doch da versuche ich die Qualität stets hochzuhalten wie zum Beispiel mit dem Schweizer Uhrwerk. Insgesamt versuche ich so gut es geht den lokalen Gedanken umzusetzen.

Weitere Erfolgsgeschichten von Shopify-Kunden aus Baden-Württemberg:

Manuel: Pforzheim wird auch “Goldstadt” genannt. Mittlerweile produzieren die meisten großen Schmuck- und Uhrenfirmen aber auch in Asien und haben in Pforzheim nur noch die Verwaltung und ihre Designer sitzen. Im Stadtmarketing ist es nach wie vor ein präsentes Thema, unter anderem auch, weil Pforzheim einer der Orte mit einer Goldschmiede-Schule ist.

Manuel Hügel von buero huegel - Shopify.de

Manuel Hügel, der Shopify Experte von buero huegel

Was haben Sie sich vom Einstieg in den E-Commerce erhofft?

Wolfgang: Durch meinen Digital-Marketing-Hintergrund lag mir E-Commerce immer nahe. Zudem wollte ich die Uhren gern im mittleren Preissegment anbieten und dafür musste ich einige Zwischenstationen umgehen, um Kosten zu sparen.

Das E-Commerce-Konzept gibt mir die Flexibilität, das Projekt nebenbei aufzuziehen

Daher kam nur ein direkter Kundenvertrieb infrage, was genau im Online-Business geboten wird. Dort habe ich keine Mittelsmänner, an die ich Provisionen zahlen muss. Außerdem gibt mir das E-Commerce-Konzept die Flexibilität, das Projekt nebenbei aufzuziehen. Ein stationärer Shop wird sicher später einmal interessant, aber für den Start ist ein Onlineshop ideal.

Es wäre schön, irgendwann eigene Brand Stores zu haben, aber das ist zunächst noch eine Vision für die Zukunft.

Mein momentaner Fokus ist darauf ausgerichtet, Bekanntheit zu schaffen zum Beispiel durch lokale Magazine. Zudem habe ich ein bisschen mit Influencern und Rabattcodes experimentiert, was auch gut funktioniert hat. Doch das will ich nicht jeden Tag machen, sondern lieber klein und nachhaltig starten.

Wieso fiel Ihre Wahl des Shopsystems auf Shopify?

Wolfgang: Ich habe gezielt nach Anbietern recherchiert, die im Bereich Fashion bzw. Uhren aktiv sind und einen guten Eindruck machen. Alle haben Shopify eingesetzt. Mir war bekannt, dass es noch WordPress mit WooCommerce gibt und sicherlich auch andere Anbieter, doch für kleine Unternehmen kamen nur diese zwei Optionen infrage.

Shopify ist eine sichere und geschlossene Plattform und erfüllt alle meine Anforderungen.

Ich hatte bereits Erfahrung mit WordPress gemacht und auch eigene Blogs betreut. Um eine fundierte Entscheidung zu treffen, schaute ich mir auch WooCommerce an. Ich war jedoch nie sehr zufrieden mit WordPress, weil dort ständig Hacker am Werk waren. Shopify ist dagegen eine sichere und geschlossene Plattform und erfüllt alle meine Anforderungen.

Lesen Sie den direkten Vergleich zwischen Shopify- und WooCommerce in diesem Blogbeitrag.

Schweizer Uhrwerk in Deutschland produziert - Shopify.de

Schweizer Uhrwerk in Deutschland zu Tastemaker vollendet

Nachdem Sie die kostenlose Testversion von Shopify ausprobiert hatten, fiel Ihre Entscheidung. Warum haben Sie sich für eine professionelle Unterstützung durch einen Experten entschieden?

Wolfgang: Das war definitiv nötig, denn ich bin kein Entwickler oder Programmierer. Ich habe zwar ein paar HTML-Kenntnisse, aber wenn es an eine individuelle Theme-Entwicklung  geht, brauchte ich wirklich professionelle Hilfe. Deshalb habe ich auf der Shopify Partnerseite nach Partnern gesucht und bin so auf Manuel Hügel bzw. buero huegel gestoßen.

Das war ein glücklicher Zufall, weil er ebenfalls in Pforzheim saß, wo meine Uhren gebaut werden. Mir hat sein Ansatz gefallen, den ich aus seinen Referenzen erkennen konnte. Das Design war sehr reduziert und schlicht mit einem großen Fokus auf User Experience (UX). Die Vorgehensweise hat sehr gut zum Design der Uhr gepasst und ich habe mit meiner Wahl ins Schwarze getroffen.

Wie und wann Sie sich für einen Experten an Ihrer Seite entscheiden sollten, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag.

Welche Faktoren spielten für den neuen Onlineshop eine Rolle?

Wolfgang: Mir war wichtig, dass es innerhalb der Website einen Konfigurator gibt, mit dem man schnell ans Ziel kommt. Sodass die Kunden beispielsweise schnell das Armband wechseln können und live beobachten, was passiert.

Ich wollte auf der Startseite keine Listenansicht, die verwirrend ist. Der Nutzer sollte die Uhr schnell zusammenstellen können. Außerdem mussten die üblichen Zahlungsvarianten abgedeckt sein – das kommt bei Shopify zum Glück out-of-the-box. Im Nachgang hatten wir zudem noch eine Instagram-Integration, bei welcher der Instagram-Feed auf der Webseite angezeigt wird.

Manuel: Es war bekannt, dass der meiste Traffic über Instagram und andere mobile Kanäle kommt, daher war mir wichtig, dass der Shop eine lupenreine mobile Nutzerfreundlichkeit hat und sich anfühlt wie eine native App.

Brezel und Uhr, das ist Tastemaker - Shopify.de

Die Stuttgarter Brezel steht für die lokale Nähe des Startups zur Region

Konnten Sie dabei auf Shopify-Funktionen zurückgreifen oder musste etwas Individuelles her?

Manuel: Was das Frontend angeht, ist alles individuell gemacht. Shopify stellt Skelett-Themes für Entwickler zur Verfügung, auf die man gut aufbauen kann. Dafür gibt es Softwares, die mir helfen, die Themes mit dem Shop zu verknüpfen, obwohl ich auf meinem lokalen Rechner programmiere. Shopify macht es für die Entwickler in der Theme-Entwicklung sehr einfach.

Shopify macht es für die Entwickler in der Theme-Entwicklung sehr einfach.

Auch die Integration des Instagram Feeds ist eine individuelle Programmierung. Das ist eine Javascript Library, die sich die Bilder vom Instagram-Account herunterzieht. Die Einbindung in den Shop ist komplett benutzerdefiniert und involviert keine App aus dem App Store.

Warum haben Sie ein benutzerdefiniertes Theme gebraucht?

Manuel: Ich wusste, dass ich bei einem bestehenden Theme sehr viele Anpassungen vornehmen muss, um den Look, den das Corporate Design vorgibt, 100 Prozent zu treffen. Außerdem war die Unterstützung von Swipe-Gesten für mich ein Umsetzungs-Muss. Zusätzlich kam noch das Konfigurator-Modul dazu, welches ebenfalls eine Menge individuellen Code mit sich trug.

Irgendwann kommt man bei der Entwicklung an einen Punkt, an dem es einfacher ist, alles von Grund auf zu machen, weil man sich dadurch besser in der Programmierstruktur auskennt. Nimmt man sich ein Theme und baut dieses so sehr um, dass davon am Ende nichts mehr übrig bleibt, dann ist es sinnvoller, das Theme ganz von vorne anzufangen.

Welche Funktionen hat das benutzerdefinierte Theme letztendlich abgedeckt?

Manuel: Das Theme hatte vor allem den Konfigurator integriert. Auch wenn man im Shop 100 Uhren sehen kann, sind es aus der Perspektive der Datenbankstruktur nur sechs Produkte. Die werden allerdings ganz anders ausgegeben, als es normalerweise in einem Theme der Fall ist.

Folgende Funktionen beinhaltet das benutzerdefinierte Theme:

  • Swipe-Gesten
  • Produktkonfigurator
  • Verändertes Grid-System (verhält sich mobil anders, als die großen Templates)

Mittels des Konfigurators kann man die Uhr komplett individualisieren. Die Kunden können die Farbe des Gehäuses und des Ziffernblattes verändern, ein Armband auswählen und auch die Größe der Uhr anpassen. Es gibt beispielsweise eine Damen- und eine Herren Variante, die in der Größe variiert.

Shopify hat aus Performancegründen ein Limit an verfügbaren Produktoptionen und -varianten und unser Konfigurator sprengt dieses Limit mit seinem vier Optionen und weit über 100 Varianten.

Shopify ist zum Glück sehr gut dokumentiert und verständlich aufgebaut.

Diese Verknüpfung der Varianten war schwierig, da die Darstellung zu den Angaben passen muss, die man datentechnisch auswählt. Das ist bei jedem System ein sehr komplexer Teil des Shops. Shopify ist zum Glück sehr gut dokumentiert und verständlich aufgebaut. Wenn man den Willen hat, sich kurz einzulesen, dann kann man das schnell nachvollziehen. Die Informationen in der Dokumentation sind immer aktuell – auch das ist nicht selbstverständlich.

Den Konfigurator kann man auf der Startseite benutzen, das funktioniert fast schon spielerisch. Wenn der Kunde das Produkt individualisiert, ist die Kauflust am Ende auch höher. Bei einer klassischen Produktauswahl müssen sie sich erst durch 100 Uhren scrollen, um am Ende eine zu wählen, die ihnen gefällt.

Wolfgang: Man lädt die Seite und hat direkten Zugriff auf den Konfigurator, sodass man schnell seine individuelle Uhr zusammenstellen und kaufen kann. Dazu hat man gleich eine komplette Vorschau der Uhr. Das Coole dabei ist, dass wir Rendering eingesetzt haben, sodass am Ende nichts wackelt, wenn man beispielsweise das Ziffernblatt ändert. Zudem ist der Konfigurator sehr performant und springt nicht oder lädt die Seite zwischendurch neu.

Der Produktkonfigurator von Tastemaker

Individuelles Kauferlebnis dank des Produktkonfigurators

Warum war Shopify die richtige Lösung für Ihr Business?

Wolfgang: Für mich kamen nur zwei Optionen infrage: WordPress oder Shopify. Shopify hatte das Abo-Modell, was sich für eine kleine Marke erstmal teurer anhört. Bei WooCommerce hätte man aber ständig Plugins kaufen müssen und dazu noch die Unsicherheit gehabt, dass es gehackt wird.

Bei WooCommerce hätte man ständig Plugins kaufen müssen und dazu noch die Unsicherheit gehabt, dass es gehackt wird.

Manuel: Bei WooCommerce wäre auch die Systemwartung aufwändiger gewesen.

Wolfgang: Ich fand auch den Ansatz gut, dass das Hosting innerhalb Shopifys ist, sodass alles aus einer Hand kommt. Bei WooCommerce hätte ich das Hosting extern betreiben müssen. Es gibt zwar auch Nachteile bei einem geschlossenen System, aber vor allem gibt es Komfort.  

Mit einem anderen System hätte man einen so stark individualisierten Shop mit einem Startup-Budget gar nicht umsetzen können.

Manuel: Mit einem anderen System hätte man einen so stark individualisierten Shop mit einem Startup-Budget gar nicht umsetzen können. Das wäre viel aufwendiger in der Wartung, Pflege und Aufsetzung. Die Anpassung der Themes ist bei Shopify sehr zugänglich, sowohl für den Endverbraucher als auch für mich als Entwickler.

Lesetipp: Weitere Erfolgsgeschichten von Shopify-Händlern in Deutschland, Österreich und der Schweiz finden Sie hier.

Haben Sie ein Geheimrezept für die Umsetzung eines Online Business?

Geheimzutat 1: E-Commerce

Wolfgang: Wenn man eine Idee hat, sollte man versuchen sie umzusetzen. Bereuen wird man es nur, wenn man es nicht macht. Fehler macht man natürlich immer, aber sie führen auch zu wertvollen Lektionen. E-Commerce ist für den Anfang die beste Wahl, denn so kann man kostengünstig starten.

Geheimzutat 2: Lean Startup

Manuel: Mein Tipp für Startups ist, zunächst sehr schlank (zu Englisch: lean) zu starten. Dafür sollte man das, was man macht, richtig machen und nicht tausend Blogbeiträge schreiben, die nur durchschnittlich sind oder seinen Shop mit Dutzenden Features überladen, nur "weil die Großen das auch so machen". Das Gleiche gilt für das Produktsortiment und alles drum herum. Lieber weniger und dann richtig, als mehrere Baustellen aufzumachen und nichts davon vernünftig umzusetzen.

Geheimzutat 3: Feedback

Wolfgang: Das habe ich auch gemacht. Ich habe verschiedene Prototypen entwickelt, die im Vergleich zu den jetzigen Produkten, wirklich schlecht aussahen. Dazu habe ich in meinem privaten Umfeld nach der Meinung von Freunden und Familie gefragt. Feedback einzuholen ist sehr wichtig, ohne Kundenstimmen kann keine Entwicklung stattfinden und auch kein nachhaltiges Wachstum.  

Wie finde ich einen seriösen Shopify Experten in Deutschland, Österreich oder der Schweiz? 

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Which method is right for you?Über die Autorin: Inara Muradowa ist Shopify Partner, SEO-Expertin und Corporate Blogger. Neben technischer Suchmaschinenoptimierung und SEO-Beratung steht sie Unternehmen mit Konzeption und Verfassen von professionellen Blogposts tatkräftig zur Seite.