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Mehrwertsteuersenkung durch Konjunkturpaket ab 1. Juli 2020: Was Händler*innen jetzt wissen müssen [aktualisierter Artikel]

Dieser Artikel wird ständig aktualisiert und dient als erste Anlaufstelle für Händler*innen, die hier Antworten auf alle Fragen zum Thema temporäre Mehrwertsteuersenkung durch die Bundesregierung finden. Bitte schaut regelmäßig vorbei, da wir in Kürze weitere Ressourcen zum Thema anbieten werden.(letztes Update: 22.06.2020)

Du hast es bestimmt schon aus den Medien erfahren: Im Rahmen eines Konjunkturpakets mit einem Volumen von 130 Milliarden Euro senkt die Bundesregierung temporär zum 1. Juli 2020 die Mehrwertsteuersätze von 19 Prozent auf 16 Prozent und von 7 Prozent auf 5 Prozent.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Was bedeutet die Mehrwertsteuersenkung für Händler*innen?
  2. Was müssen Unternehmen bei der Mehrwertsteuersenkung rechtlich beachten?
  3. Wie müssen Shopify-Händler*innen mit der neuen Mehrwertsteuer umgehen?
  4. Wie passt man die Mehrwertsteuer bei Shopify an?

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1. Was bedeutet die Mehrwertsteuersenkung für Händler*innen?

Als Shopify-Händler*in betrifft dich diese Entscheidung ganz konkret. Bei sämtlichen Verkäufen deines Shops fällt nämlich die Mehrwertsteuer an und erscheint beispielsweise im Bestellprozess oder auf den Rechnungen für deine Kunden. Solltest du eine Buchhaltungssoftware verwenden, wird dir das Thema sicher begegnet sein. Und, last but not least, auch gegenüber dem Finanzamt hast du es im Rahmen der Umsatzsteuer-Erklärung mit diesen Steuern zu tun. 

2. Was müssen Unternehmen bei der Mehrwertsteuersenkung rechtlich beachten?

In diesem Exkurs der juristischen Expertin Sandra May vom Händlerbund klären wir einige rechtliche Fragen zur Mehrwertsteuersenkung. Der Händlerbund steht euch bei juristischen Fragen zur Seite und unterstützt euch mit umfangreichen Rechtsdienstleistungen. Mit dem Rabattcode  P2022#2018 erhaltet ihr einen Nachlass von 3 Monaten auf das Mitgliedschaftspaket eurer Wahl. Informationen findet ihr hier!

Muss die Mehrwertsteuer angegeben werden?

Die temporäre Senkung der Mehrwertsteuer kam überraschend und vor allem sehr kurzfristig. Viele Händler stehen vor der technischen Voraussetzung, die Mehrwertsteuer in der korrekten Höhe im Shop auszuweisen. Dabei sind sie zur Angabe der Höhe der Mehrwertsteuer gar nicht verpflichtet: Die Preisangabenverordnung schreibt lediglich vor, dass für den Verbraucher klar aus der Gestaltung hervorgehen muss, ob die Mehrwertsteuer bereits im Preis enthalten ist. Eine Darstellung der genauen Höhe ist daher nicht notwendig. Wird die Höhe der Mehrwertsteuer angezeigt, sollte diese Höhe allerdings korrekt sein.

Abmahnrisiko durch falsche Mehrwertsteuer?

Die Frage, ob eine falsch ausgewiesene Mehrwertsteuer abgemahnt werden kann, ist nicht einfach zu beantworten. Die Gretchenfrage, die sich hier stellt, lautet: Erlangt der Händler durch das Nichtanpassen des Steuersatzes einen Wettbewerbsvorteil? 

Mit guten Argumenten lässt sich hier vertreten, dass der Händler keinen Wettbewerbsvorteil hat. Weist der Händler die zu hohe Mehrwertsteuer aus, kann dies auf Kunden sogar abschreckend wirken. Schließlich will der Händler hier scheinbar mehr Geld verlangen, als notwendig. Außerdem muss der Händler die auf der Rechnung zu hoch ausgewiesene Steuer so auch ans Finanzamt abführen. Er zahlt unterm Strich also mehr. 

Allerdings ist nicht auszuschließen, dass Abmahnverbände und spezialisierte Anwälte ihr Glück am 1. Juli versuchen.

Wann zählt welcher Steuersatz?

Spannend ist hier natürlich auch die Frage, wann welcher Steuersatz Anwendung findet. Gemeint sind damit solche Fälle, wo der Kunde die Ware im Juni erwirbt, aber erst im Juli erhält. Für die Frage nach der Höhe des Steuersatzes ist weder die Abgabe der Bestellung noch der Zeitpunkt der Lieferung relevant. Es kommt darauf an, wann der Händler seine Leistung erfüllt hat und dies ist steuerrechtlich dann der Fall, wenn er die Ware an den Lieferanten übergeben hat. Es kommt also auf den Tag der Versendung an.

Interessant ist hier auch das Thema der Retouren: Wird eine Ware im Juni geliefert und im Juli retourniert, ist der Zeitpunkt der Lieferung ausschlaggebend. Bei der Gutschrift wird also der 19-prozentige Mehrwertsteuersatz verwendet. 

Warenkorbrabatte und Streichpreise

Auch wenn Händler nicht dazu verpflichtet sind, die Steuerersparnis an den Kunden durchzureichen, haben dennoch viele Unternehmer das Bedürfnis, ihren Kunden in der Hinsicht etwas Gutes zu tun. Wer nicht alle seine Brutto-Preise bequem anpassen kann, greift daher auf einen Warenkorbrabatt zurück. Wichtig ist an dieser Stelle, dass transparent kommuniziert werden muss, in welchem Zeitraum ein solcher genereller Rabatt gewährt wird. Dabei muss natürlich darauf geachtet werden, dass preisgebundene Ware, wie Bücher, nicht ohne Weiteres mit einem Rabatt belegt werden dürfen.

Vorsichtig sollten Händler mit Streichpreisen walten lassen: Hier wurde bereits gerichtlich festgestellt, dass ein Streichpreis über die Dauer von 12 Wochen rechtswidrig ist. Hintergrund ist der, dass der rabattierte Preis nach einer gewissen Zeit offensichtlich der normale Preis sein soll und der Händler so schnell nicht zum durchgestrichenen, ursprünglichen Preis zurückkehren wird. 

3. Wie müssen Shopify-Händler*innen mit der neuen Mehrwertsteuer umgehen?

Gemeinsam mit unseren Partnern von Billbee, Netshake und Onlineshop Upgrades haben wir ein Webinar auf die Beine gestellt, das euch auf die neue Situation vorbereiten wird. 

Hier könnt ihr euch eine Aufzeichnung des Webinars vom 11. Juni ansehen:

4. Wie passt man die Mehrwertsteuer bei Shopify an?

Im Shopify-Backend kannst du den Mehrwertsteuer-Satz pro Land einfach eintragen. Dieser gilt dann für alle Produkte deines Shops. Zusätzlich hast du die Möglichkeit, sogenannte Steuerüberschreibungen anzulegen, um Ausnahmen zu definieren. Letzteres ist beispielsweise erforderlich, wenn du Produkte wie Bücher zu einem reduzierten Satz verkaufen möchtest.

Geh dazu im Backend auf Einstellungen und öffne den Punkt Steuern. Mit Klick auf Einrichtung öffnet sich die unten aufgezeigte Seite, wo du die Anpassungen vornehmen kannst. Achtung: Zum 1. Juli wird Shopify automatisiert den regulären Steuersatz von 19 % in 16 % umwandeln, du hast also keinen manuellen Mehraufwand. Individuelle Änderungen bleiben davon jedoch unberührt, d.h. verkaufst du Artikel zum reduzierten Satz, musst du diese Änderungen selbst durchführen. 


Weitere hilfreiche Beiträge für Einzel- und Onlinehändler*innen, um durch die Corona-Krise zu kommen:


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Which method is right for you?Geposted von Hendrik Breuer: Hendrik ist Redakteur des deutschen Shopify-Blogs. Möchtest du einen Gastbeitrag veröffentlichen? Dann lies bitte zuerst diesen Leitfaden.