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Wieso habe ich keine Verkäufe? 9 Aktionen, die dir helfen, online mehr zu verkaufen

Aktionen, die Ihnen helfen mehr zu verkaufen - Shopify.de

von Inara Muradowa

Laut einer Studie des A.T. Kearney Global Retail E-Commerce Index 2015 ist Deutschland einer der attraktivsten E-Commerce-Märkte weltweit, was sich in der Marktgröße und dem Innovationspotenzial niederschlägt. Allein 2016 wurden im E-Commerce in Deutschland rund 44 Milliarden Euro umgesetzt, 2017 stieg die Zahl auf 48,7 Milliarden Euro.

Die Online-Käufer in Deutschland sind von rund zehn Prozent im Jahr 2000 auf 67,6 Prozent im Jahr 2016 gestiegen. Bis zum Jahr 2022 wird die Anzahl der E-Commerce-Nutzer in Deutschland auf 54,25 Millionen anwachsen. Auch die Zielgruppe der mobilen Online-Käufer ist zunehmend gestiegen: Waren es im Jahr 2011 nur 23 Prozent der Smartphone- und Tablet-Besitzer, die ihre Geräte zum Einkauf online verwendet haben, ist der Anteil der Nutzer auf 69 Prozent im Jahr 2016 geklettert.

Der E-Commerce Markt boomt und dennoch beklagen viele Online-Händler dasselbe Problem: Der Traffic ist da, doch die Verkäufe bleiben aus.

Der E-Commerce Markt boomt und dennoch beklagen viele Online Händler dasselbe Problem: Der Traffic ist da, doch die Verkäufe bleiben aus. Während führende Onlineshops wie Amazon.de einen E-Commerce-Umsatz in Höhe von rund 8,12 Milliarden Euro verzeichnen, herrscht bei anderen tote Hose. Es ist schon komisch, dass sich bei durchschnittlich 100 Besuchern am Tag niemand für einen Kauf entscheidet. Was läuft da bloß schief?

Der ausbleibende Kauf kann vielerlei Ursachen haben, doch meistens hat es etwas mit fehlendem Vertrauen seitens der Verbraucher beim Online-Kauf zu tun und mit den fehlenden Vertrauensindikatoren seitens der Händler. Die meisten Verbraucher trauen es sich inzwischen zu, die Betrüger von den seriösen Händlern unterscheiden zu können. Diese subtile Einstufung erfolgt anhand von folgenden Kriterien:

  • Vertrauensbildung
  • Beziehung zum Kunden
  • Ein Angebot aus Qualität und Mehrwert
  • Professionalität
  • Suchmaschinenoptimierung

Anhand von neun praktischen Aktionen kannst du diese Kriterien ausbauen und damit deine Verkäufe steigern und Besucher in treue Kunden umwandeln.

 

1. Vertrauen ist dein höchstes Gut

Laut einer Studie des Branchenverbands Bitkom sind 98 Prozent der Internetnutzer auch Online-Käufer, was ungefähr 56 Millionen Bundesbürgern gleicht. Damit ist klar: Der Markt an deutschen Kaufwilligen im Netz ist da. Zwar macht die Online-Welt vieles anonym, was dem einen oder anderen unter Umständen gut in die Karten spielt. Doch sobald Geld fließt, bevorzugen die meisten Online-Shopper Transparenz.

Auch interessant: 6 Tipps für Onlinehändler - So machst du deine Webseite vertrauenswürdiger.

Der ausschlaggebende Grund, warum sich Nutzer gegen einen Kauf entscheiden, ist das mangelnde Vertrauen in dein Business. Denn die Besucher kennen weder dich, noch kennen sie dein Produkt beim ersten Besuch in deinem Shop.

Anhand von einem Gedankenexperiment wird verdeutlicht, was damit im Klartext gemeint ist. Stell dir einen Shopbesuch in der physischen Welt vor:

Bummler werden aufmerksam auf deinen Laden, sie kommen herein und schauen sich zunächst um. Natürlich ist das Produkt per se wichtig, doch beim ersten Eindruck zählen vor allem auch die äußeren Umstände. Letztendlich gehört das alles zum Gesamtpaket der Customer Journey, welche die Kunden in ihrer Entscheidung beeinflussen.

Im folgenden werden Gedankengänge aufgelistet, die bei einem Shopbesuch automatisch ablaufen. Daneben ist der analoge Gedankenverlauf eines Online-Shoppers:

  • Wie wirkt der Verkäufer auch mich? = Was sagt die Über-Uns-Seite?
  • Wie wirkt die Innenausstattung auf mich?  = Ist es ein harmonisches Design? 
  • Kann ich mich gut und instinktiv durch den Laden bewegen? = Ist der Shop benutzerfreundlich? 
  • Wie beliebt ist der Laden? Wie viele Menschen sind gerade hier drin?  = Wie haben andere Nutzer den Shop bewertet? 
  • Wie fühlt sich das Produkt in der Hand an? = Gibt es sehr gute Fotos, die auch eine 360° Perspektive abbilden? Was sagen die Produktbeschreibungen? Kann ich das mit bloßem Auge nachvollziehen?
  • Kann ich das Produkt in Ruhe anprobieren / ausprobieren? = Gibt es Videos, die das Produkt in Aktion zeigen? Womöglich Erklärvideos? 
  • Kann ich hier auch mit Karte zahlen?  = Kann ich mit PayPal bezahlen? 
  • Kann ich das Produkt umtauschen? = Wie kann ich es zurückschicken? Kriege ich einen Gutschein? 
  • Kriege ich eine hübsche, umweltfreundliche Tüte?  = Wie ist die Verpackung des Produkts? Wie erreicht es mich? 
  • Ich muss das Produkt erst bestellen. Wann kann ich es abholen? = Wann wird das Produkt geliefert?
  • Was passiert, wenn ich nicht zufrieden bin? = Was passiert, wenn ich negatives Feedback hinterlasse?

Mangelndes Vertrauen muss noch kein Misstrauen sein. Es wandelt sich erst in Misstrauen um, wenn bestimmte Dinge, welche die Nutzer erwarten, nicht zur Verfügung stehen. Solche Faktoren sind ein Regelwerk im Prozess des Online-Shoppers, daher müssen sie einen festen Platz in Ihrem Shop haben.

 Online Kauf basiert auf Vertrauen - Shopify.de

Quelle: Bitkom Analyse des Online-Konsumverhaltens

Wie oben in der Tabelle dargestellt, gehören dazu: das Verstehen der Sprache, Scannen durch Bewertungen, beliebte Zahlungsanbieter, konkrete Angaben zur Lieferung und eine verständliche Retourenpolitik. Sehen wir uns nun diese Faktoren, die Misstrauen gar nicht erst aufkommen lassen, genauer an.

2. Verkaufe auf Deutsch

Auf Deutsch verkaufen Shopify

Insbesondere im deutschsprachigen Raum verhalten sich Nutzer äußerst skeptisch gegenüber englischsprachigen Shops, die nach Deutschland verkaufen. Vor allem, wenn du kein hipper junger Mensch aus Berlin bist - und das sind die wenigsten - erzeugen englischsprachige Online-Shops, ohne ein vernünftiges (hoch-) deutsches Pendant dazu, nur Alarmglocken.

Zurück im Gedankenexperiment: Stell dir vor, du befindest dich in dem neuen physischen Laden und überall hängen nur englische Schilder und dann kommt der Verkäufer auf dich zu und spricht nur Englisch. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes für viele unverständlich.

Das fehlende Impressum tut sein übriges. Die Nutzer können nicht nachvollziehen, wo dein Unternehmen sitzt, warum der Shop nur in der englischen Sprache ist, alles wirkt auf einmal zwielichtig. Der sicherste Weg ist da, die Biege zu machen.

3. Integriere Kundenbewertungen

Zeige, dass du in Vergangenheit deine Versprechen eingelöst hast und verringere damit die Sorge deiner Kunden. Kundenbewertungen sind ein einfaches und sehr effektives Mittel, um die Verkäufe zu steigern. Gute Kunden- oder auch Produktbewertungen helfen, Skepsis bei deinen potenziellen Kunden zu beseitigen. 65 Prozent der Verbraucher informieren sich zuerst durch Kundenbewertungen über den jeweiligen Online-Händler, bevor sie schließlich bei ihm oder ihr kaufen.

Vor dem Kauf konsultieren Verbraucher Online-Kundenbewertungen - Shopify.de

Für den maximalen Effekt sollten Kundenbewertungen von deiner Zielgruppe kommen, sodass potenzielle Kunden sich damit besser identifizieren können. Außerdem sollten aussagekräftige Bewertungen folgende Aspekte enthalten:

  • Die Vorteile, die dein Produkt bietet, d.h. wie es früheren Kunden geholfen hat bzw. das beeindruckende Feature des Produktes.
  • Ein Foto des Produkts aus der Sicht des Kunden verstärkt die Glaubwürdigkeit der Bewertung und zeigt dein Produkt in der realen Welt.
  • Eine Bewertung, die diese Skepsis vor dem Kauf aufgreift und erläutert, wie sie sich schnell aufgelöst hat.

Du hast bereits einen laufenden Shop und schon einiges verkauft? Sehr gut, frage deine früheren Kunden direkt nach einer Bewertung, sodass sie diese sofort in deine Seite integrieren kannst.

Für die zukünftige Handhabung etablierst du die Bitte nach Kundenbewertungen in deinen Prozessverlauf, nachdem der Kauf erfolgt ist. Das kann zum Beispiel durch Follow-up-E-Mails erfragt werden. Indem du die oberen Fragen in dieser E-Mail aufnehmen, erleichterst du deinen Kunden den Zugang zum Feedbackprozess. Damit setzt du dich wirklich mit deinem Produkt und der Erfahrung auseinander, die sie damit gemacht haben.

Wenn du ein Kleinunternehmer bist, der noch keine große Reputation genießt, dann integrierst du ausgewählte Kundenbewertungen als Referenz auf deiner Startseite; und zwar an einer oder mehrerer prominenter Stellen, so zum Beispiel auch auf Produktseiten, im Checkout und eventuell im Footer.

Die Shopify-Händler Maitre Philippe & Filles nutzt gesammelte Kundenbewertungen direkt auf der Startseite als Vertrauensindikator:

Kundenbewertungen richtig einsetzen

Aber auch auf den einzelnen Produktseiten machen sie von den individuellen Produktbewertungen Gebrauch, um ihren Produkten mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen:

Kundenbewertungen auf Produktseiten - Shopify

4. Keine Scheu vor negativem Feedback

Das Hauptargument, warum viele Online-Händler kein Bewertungssystem in ihren Shop integrieren, ist die Furcht vor negative Stimmen. Natürlich wird es diese früher oder später geben, doch das ist kein Untergang, sondern kann deinen Shop sogar einen guten Dienst erweisen.

Denn viele Nutzer schenken einem Shop eher Glauben, wenn unter den Bewertungen auch negative sind. Zum Beispiel wirkt ein Shop, der insgesamt 150 Bewertungen hat und davon 2 negative, glaubwürdiger als ein Shop mit zwanzig 5-Sterne-Bewertungen. Die volle 5 macht’s auch nicht immer, denn Händler, die eine 4,5-Sterne-Bewertung haben, verkaufen drei Mal mehr als ihre 5-Sterne Konkurrenten.

Schaden negative Bewertungen? Shopify

Quelle: WinLocal.de

Des Weiteren kannst du dieses negative Feedback als Podium nutzen, in aller Öffentlichkeit zu zeigen, wie professionell du mit unangenehmen Meinungen umgehen kannst. Dabei gilt: bleibe stets höflich und lösungsorientiert, unabhängig davon, wie irrational sich der Kunde verhält. Wende einen Konflikt so, dass die Wogen geglättet sind - ob mit einem Gutschein oder einem Geld-Zurück-Angebot - zeige dich großzügig und überzeuge potenzielle Kunden mit deiner Entspannungspolitik.

Im unteren Beispiel zeigt Anna von Five Skincare auf, wie sie mit negativem Feedback positive und nützliche Aufklärungsarbeit betreibt:

Negatives Feedback positiv beantworten - Shopify

5. Die Deutschen mögen Abzeichen

Erinnerst du dich noch an die Zeit des Seepferdchens? Zur Schulzeit stand dieses Ziel bei den meisten auf dem Programm. Und so sammeln wir Abzeichen, Zeugnisse und andere Zertifikate, die anderen sagen: “Alles ist okay!” Zumindest auf dem Papier.

Auch in der Online-Welt ändert sich nichts an diesem Wunsch, erst ein Zertifikat zu begutachten, um sich von den Qualifikationen der- oder desjenigen zu überzeugen.

Im E-Commerce sind das Äquivalent zum Seepferdchen die sogenannten Trust Badges oder auf Deutsch: Gütesiegel (von vertrauenswürdigen Bewertungsportalen).

Badges sind wichtig

Solche Trust Badges werden als eine Art Stempel (Widget) im Header oder im Footer präsentiert, und geben deinen Besuchern sofort zu verstehen: “Hier handelt es sich um einen vertrauenswürdigen Händler”. Das deutsche Gemüt ist beruhigt, es darf fröhlich weiter geshoppt werden.

Im unteren Beispiel siehst du Maitre Philippe & Filles und ihr Gütesiegel “Verified Reviews”, also verifizierte Bewertungen (vom Bewertungsportal Judge.me), den die Händler im Footer ihres Shops verbaut haben.

Gütesiegel auf Shopify Shop

Solche Gütesiegel müssen sich dabei nicht nur auf Kundenbewertungen beziehen, sondern können auch die Qualität des Produktes garantieren. Der Naturkosmetikhersteller Five Skincare bedient sich zu diesem Zweck des Siegels der “Vegan Society”:

Gütesiegel für veganische Waren - Shopify

6. Partnerschaften mit etablierten Akteuren

Kontakte zu knüpfen, ist nie verkehrt, insbesondere wenn du ein neuer Akteur in deiner Nische bist. Durch solche Kontakte erlangst du schnell Vertrauen in deiner Nische oder Community. Sei ein bisschen mutig, schreib deine direkten Konkurrenten an und bieten irgendeine Form von Zusammenarbeit an. Das können gefeaturte Produkte sein, ein Gastbeitrag im Blog des prominenten Partners, die Organisation einer gemeinsamen Veranstaltung oder eine Promotionaktion in sozialen Medien.

Hier ist deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt, denke nur daran, dass du für deinen Partner einen Mehrwert schaffst. So wie deine Kunden dich noch nicht kennen, kennen deine potenziellen Partner dich ebenfalls noch nicht. Gewinne zunächst deren Vertrauen und die Lorbeeren folgen.

7. Der Social Proof

Ja, wir leben inzwischen in einer Welt, in der wir unsere Existenz und Glaubwürdigkeit mithilfe eine Kontos in den sozialen Medien beweisen können und in einigen Fällen auch müssen, so zum Beispiel als Werbetreibende. Den Kunden von Online-Händlern ist es sehr wichtig geworden, auf eine aktive und lebendige Facebook Page oder den lebhaften Instagram Feed zu stoßen.

Deine Social-Media-Seiten sollten ein Stück weit persönlicher sein als dein Shop. Sie ermöglichen dir, dein Unternehmen zu vermenschlichen.

Das kann in Form von Fotos von Mitarbeitern passieren, oder als Aufnahmen hinter den Kulissen, jegliche interessanten Beiträge über dein Abenteuer im E-Commerce sowie Neuheiten über deine Produkte dürfen dort auch nicht fehlen.

Der Shopify-Händler Gornation macht es vor und baut auf Instagram mit tollen Fotos und Videos seine Beziehung zur Community aus:

Shopify Händler Gornation

Auch die Händler von Lizza pflegen ihren Facebook-Feed sehr sorgsam und lassen sich immer wieder mitreißende Aktionen einfallen, um Interaktionen in der Community anzuregen.

Lizza Shopify Händler

8. Beziehung zum Kunden aufbauen und pflegen

Eine ebenfalls gute Möglichkeit, die Beziehung zu deinen Kunden aufzubauen, kann durch altruistisches Verhalten erreicht werden. Das bedeutet, indem du deinen Kunden etwas umsonst anbietest, sind diese viel eher gewillt, bei dir zu kaufen, als wenn du einfach nur deine Produkte für sich sprechen lässt.

Denn den Kunden bist du noch gänzlich unbekannt, daher überzeugen deine Produkte noch nicht so sehr, wie du vermutlich hoffst. Doch das lässt sich schnell ändern. Zum Beispiel in Form von Inhalten, die nützlich sind und einen Mehrwert schaffen. Das können Blogartikel über Themen sein, die deine Kundschaft umtreiben, Erklärvideos zu akuten Fragestellungen oder Anleitungen, eine Bilderreihe, eine FAQ-Sektion in Form eines Blogs oder Videoblogs.

Im untenstehenden Video findest du ein Beispiel von den charmanten Schwestern von Maitre Philippe & Filles, die ihren Besuchern erklären, worauf es beim Käse ankommt:

Zusätzlich zum Videomaterial pflegen Maitre Philippe & Filles einen Blog über Weine aus Portugal, der ihrer Kundschaft nützlichen und unterhaltsamen Lesestoff bietet und somit auch ihre Verweildauer auf der Webseite verlängert:

Blog eines Shopify Händlers - Content Marketing

Auch übers E-Mail-Marketing lässt sich die Beziehung zu deinen Kunden aufbauen und regelmäßig pflegen, denn Emails mögen zwar für manche altbacken wirken, doch sind sie das mächtigste Marketing-Werkzeug, das wir derzeit besitzen.

E-Mails sind intim und vermitteln stets das Gefühl auf einer persönlicheren Ebene zu kommunizieren:

Email Marketing für deutsche Shopify Händler

Für welche Content-Art und Strategie du dich auch immer entscheidest, nutze diese Mittel nicht, um einen weiteren Werbetext zu verfassen oder ein Werbevideo zu drehen - das ist nicht das primäre Ziel.

Das Ziel ist, dass deine Kunden dich kennenlernen und dir vertrauen und das werden sie nur tun, wenn du ihnen einen Mehrwert bietest. Das heißt: schenken den Kunden mit deinem Inhalt einen konkreten Nutzen.

Genau, schenken - nicht verkaufen!

Der Verkauf erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt ganz natürlich, ohne dass du diesen forcieren müssen.

9. Alles fügt sich in der Suchmaschinenoptimierung

Das Thema SEO gleicht für viele Online-Akteure, ja sogar für Marketer selbst, einer Art Alchemie. Und kein Wunder, denn der Google-Algorithmus ist ein Mysterium für sich und ändert sich täglich, da er sich ständig weiterentwickelt und verbessert. Der Clou ist: Er wird immer menschlicher.

Was für den Menschen, bzw. deine Kunden wichtig ist, das haben wir oben bereits ausführlich diskutiert. Im Kehrschluss bedeutet es, wenn du alle oben genannten Maßnahmen zur Vertrauensbildung erfüllt hast und diese regelmäßig betreibst, dann ist deine SEO-Strategie und damit die Methoden, die dir helfen, qualitativen Traffic zu generieren und mehr zu verkaufen, erfüllt.

Natürlich gibt es technische und formale SEO-Feinheiten, über die du dir im Klaren sein musst, insbesondere bei der Erstellung von Inhalten, doch das ist lediglich der Feinschliff. Folgendermaßen helfen die oben stehenden Aktionen deiner SEO-Strategie:

Die deutsche Sprache hilft deiner SEO

Nutze die deutsche Sprache in deinem Shop, statt der Englischen, hilf Google, damit sofort zu verstehen, dass der deutschsprachige Raum für dich relevant ist. Damit erhöhst du die Wahrscheinlichkeit, dass dein Link in den Suchergebnissen weiter oben auftaucht.

Einige Shops entscheiden sich häufiger für einen Mix aus Englisch und Deutsch. Damit verwirren sie nicht nur Kunden, sondern ebenfalls Suchmaschinen. Entscheidest du dich (für den Anfang) für einen Markt und zieh es konsequent durch. Von deiner Entschlossenheit profitieren deine Kunden und dein SEO.

User Generated Content durch Online-Bewertungen

Hast du Kundenbewertungen integriert, spielt es auch einem besseren Ranking in die Karten, da regelmäßig neue Inhalte in Verbindung mit deinem Unternehmen eingepflegt werden. Auch das sieht Google gerne und stuft deinen Shop als nützlich ein. Darüber hinaus helfen Mikrodaten wie die 5-Sterne dir in den Suchergebnissen hervorzustechen.

Bewertung in Suchergebnissen - Shopify

Durch den Aufbau deiner Präsenz in den sozialen Medien animierst du deine Kunden dazu, sich an deiner Aktionen zu beteiligen. Kommen die Aktionen gut an, wird fleißig kommentiert, geliked und geteilt. Diese Partizipation oder User Generated Content (Was genau das ist, steht hier!) wird von Suchmaschinen ebenfalls durch ein höheres Ranking belohnt, da du damit signalisierst, dass sich in deinem Business etwas tut. Damit gibst du Google zu verstehen, dass du ein ernstzunehmender Akteur in deiner Nische bist, ergo: Dein Onlineshop taucht weiter oben in den Suchergebnissen auf.

Backlinks des Vertrauens

Mit einer eingebauten Trust Badge symbolisierst du nicht nur deinen Kunden, dass du ein vertrauenswürdiges Geschäft führst, sondern auch Suchmaschinen, denn dieses Widget verlinkt auf deinen Shop von der Zertifikatsseite des Bewertungsportals aus.

Das bedeutet, wenn das Bewertungsportal vertrauenswürdig ist, genießt es bereits eine gewisse Netzautorität. Und von dieser Netzautorität profitierst du, da ein Backlink von dort aus zu deinem Shop führt und dich auf diese Weise von diesem “Linkjuice” ziehen. Backlinks sind ein großer Faktor im Suchmaschinen-Ranking und insbesondere Backlinks von einer Webseite, die eine starke Stellung in ihrer Nische hat, sind von größter Relevanz für deine SEO-Strategie.

Daher sind Gastbeiträge bei beliebten Partnern in deiner Nische auch so wertvoll. Nicht nur hilfst du deinem Partner und deren Zielpublikum durch einen mehrwertschaffenden Beitrag, du setzt einen Link unter diesem Beitrag, der zu deinem Shop führt und voilà: noch ein wertvoller Backlink.

Eine konstante Content-Strategie für qualitativen organischen Traffic

Zu guter letzt und eines der wichtigsten Punkte auf deiner Agenda: die regelmäßige Veröffentlichung relevanter Inhalte. Doch aufgepasst, es handelt sich hier nicht um Werbetexte. Blog- oder Videobeiträge sind für dein Publikum da und nicht, um dir als weitere Produktvermarktung zu dienen. Die Beiträge sind die Brücke, die du bauen musst, um mit deinen Kunden zusammenzukommen und schlussendlich mehr zu verkaufen.

Erst wenn du auf regelmäßiger Basis deinen potenziellen Kunden etwas schenkst, ob Blogposts oder Videos, werden Suchmaschinen dir die nötige Aufmerksamkeit schenken. Durch das Lesen oder das Ansehen der Videos vergrößert sich automatisch die durchschnittliche Verweildauer auf deiner Seite - das gibt Google zu verstehen, dass sie sehr gute Inhalte produzieren. Somit wird der Link zu deinem Shop im oberen Bereich der SERPs platziert.

Es ist nicht das Ziel, einmalig Verkäufe zu erzwingen und deine Kunden danach nie wieder zu sehen. Das Ziel ist aus Kunden Markenbotschafter zu machen und das erreichst du nur durch eine emotionale Verbindung zu deinem Unternehmen.

Zum Schluss ein Bonbon

Das Bonbon zur Rechnung im Restaurant - Shopify.de

Gib nicht unnötiges Geld für Werbung aus, insbesondere nicht, wenn du ein relativ unbekannter Akteur bist. Setze nicht auf kurzfristige Erfolge, denn das ist schlussendlich der Grund dafür, warum du noch keine Verkäufe erzielt hast.

Zwar ist es verlockend schnellen Traffic zu generieren, doch es ist utopisch zu glauben, dass durch das bloße und kurze Reinschauen, die Nutzer direkt zum Kauf animiert werden. Wann hast du das letzte Mal, nur weil du eine Facebook-Werbeanzeige gesehen hast, sofort gekauft? Wahrscheinlich nie. Wenn Verbraucher in Kauflaune sind, dann fangen sie an zu googeln und Bewertungen zu lesen.

Vergiss nicht: das Bonbon zur Rechnung im Restaurant - eine simple Geste und doch so mächtig, denn es hinterlässt ein Gefühl der Süße in einer sauren Zeit, der Zeit des Geldausgebens. Biete deinen Kunden ein Bonbon in Form eines Gutscheins auf den nächsten Einkauf oder ein Dankeschön in Form eines Samples und die erste emotionale Saat ist gesät.

Aufmacherfoto von Thought Catalog via Unsplash


Which method is right for you?Über die Autorin: Inara Muradowa ist Shopify Partner, SEO-Expertin und Corporate Blogger. Neben technischer Suchmaschinenoptimierung und SEO-Beratung steht sie Unternehmen mit Konzeption und Verfassen von professionellen Blogposts tatkräftig zur Seite.