Der Shopify Blog

Der zweite Tag der Shopify Unite 2019 - ein Erfahrungsbericht

JML auf der Shopify Unite 2019

Ein Erfahrungsbericht von Joscha Krug

Sie liegt bereits eine Woche hinter uns und dennoch bin ich nachhaltig beeindruckt: Die Shopify Unite 2019 in Toronto hat neue Maßstäbe gesetzt! Es war die Veranstaltung des Jahres für Shopify-Partner und -Entwickler. Viel wurde über die neuen Features geschrieben, die am ersten Tag präsentiert wurden und den Aktienkurs nach oben schnellen ließen.

Dabei war es vor allem der zweite Tag, der die Herzen der Techniker und Web-Enthusiasten zum Höherschlagen brachte. Jean Michael Lemieux, Shopifys CTO, führte hierbei routiniert und eloquent durch die ersten 30 Minuten des zweiten Konferenztages.

Im nachfolgenden Beitrag werde ich die wichtigsten Punkte der Konferenz und die angesprochenen Sachverhalte von Lemieux noch einmal Revue passieren lassen. 

Der Shopify-CTO verglich die vier wichtigsten Technologieparameter (das offene und freie Internet, Sicherheit und Datenschutz, Erweiterbarkeit sowie die globale Infrastruktur), die Shopify den Betrieb ermöglichen, mit den Kernbausteinen der Seidenstraße. Dabei beleuchtete er, welchen Beitrag und welche Anstrengungen Shopify im Hintergrund leistet, wenn auch von den meisten wohl unbemerkt, um den Händler eine solche Plattform bereitstellen zu können.

Das offene Internet

Das Internet zieht seine Freiheit aus den offenen Strukturen und Standards. Diese Basis erst erlaubt es uns allen, jederzeit eigene Ideen, Geschäftsmodelle, Apps oder Kunst weltweit zugänglich zu machen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass Shopify sich hier engagiert.

So arbeitet das Unternehmen mit anderen im Rahmen der W3C Web Payment Working Group an der Entwicklung des Paybuttons, der in Kürze in allen großen Browsern zur Verfügung stehen soll.

Die zweite Initiative für ein freies Internet, in der sich Shopify professionell einbringt, ist die Khronos Group. Unter anderem wird dort an der Möglichkeit der Anzeige von 3D-Objekten und Augmented Reality im Netz gearbeitet. “Wie wir alle wissen, werden 3D-Modelle Bilder im Internet ablösen” - Aussagen wie diese klingen heute noch ein wenig utopisch. Wenn man sich die bereits verfügbaren Modelle und Usecases von Shopify anschaut, ist das Ganze jedoch schon ziemlich greifbar.

Sicherheit und Datenschutz

Darin sieht man die enormen Vorteile einer SaaS-Plattform - Updates für alle und auf den Punkt.

Gerade in Deutschland und ganz Europa ist dieses Thema eines der ersten, das bei der Auswahl eines Cloudanbieters aus Übersee heiß diskutiert wird. Kein Wunder also, dass auch hierauf explizit eingegangen wurde.

Die grundlegende Neuerung besteht darin, alle einzelnen Accounts des eigenen Shopify-Universums in nur einem zu vereinen, um diesen zentral abzusichern.

Noch während der Konferenz wurden alle Shops aktualisiert, sodass die neuen Funktionen ab diesem Zeitpunkt allen Händlern zur Verfügung standen. Darin sieht man die enormen Vorteile einer SaaS-Plattform - Updates für alle und auf den Punkt.

Shopify setzt hier wieder einmal auf die Standards der W3C Web Authentication API, welche eine Integration auch mit hardwarebasierten Authentifizierungen ermöglicht.

Der abschließende Hinweis, auf eine 2-Faktor-Authentifizierung zu wechseln, rundet das Bild ab.

Den Zugang zu schützen und die eigenen Daten jederzeit erreichbar zu haben, scheint mir ebenso wichtig - gerade, wenn man sich “freies Internet” auf die Fahnen schreibt. Ja, die Daten liegen bei Shopify und ein Wechsel ist nicht ganz einfach. Dennoch bleiben die Daten, das Herz des Shops, jederzeit erreichbar und lassen sich im- und vor allem auch exportieren.

Dass dieser Aspekt von App-Anbietern auch ausgenutzt wurde, erfahre ich erst in späteren Unterhaltungen mit der Community. In der Keynote taucht das Thema dennoch auf: Welche Apps Zugriff auf welche Daten bekommen, soll ab sofort transparenter dargestellt werden. Es scheint nicht verwunderlich, dass das in einem System, in dem Drittanbieter mit einem Klick Erweiterungen aktivieren können, ein Problem darstellt. Auch hier gilt daher: Augen auf bei Zugriffssteuerung und Auswahl der Drittanbieter.

Letztere können ab sofort eigene Attribute, welche über die App erzeugt wurden, von anderen Apps fernhalten. Geschützte “meta fields” sind nur für die erzeugte App zugänglich. So ist sichergestellt, dass diese nicht von anderen Apps weiter verwendet oder verändert werden können.

Erweiterbarkeit

Fast schon ein wenig schade, dass dieser wesentliche Teil am zweiten Tag nur sehr kurz kommt. Die Stabilität der APIs ist wichtiger Bestandteil für eine große Zahl an Erweiterungen im App Store des Shopsystems. Doch nicht nur nach innen, sondern auch nach außen: Gerade in der viel geführten Diskussion beim Thema “Headless E-Commerce” erlauben stabile und klare APIs die Erweiterung des Systems. Dass dies sogar weiter geht, als es die offizielle Dokumentation erlaubt, erfahre ich in der zweiten Hälfte des Tages im Gespräch mit der Product Managerin. Klares Signal: “Bringt ihr ein Usecase, für den ihr noch mehr Schnittstellen braucht, werden wir euch dabei unterstützen.” So baut man eine starke Community!

Globale Infrastruktur

Kapazität ist einfach für jeden normalen Händler jederzeit gegeben. DAS ist eben echte Cloud.

Wer mich kennt, weiß, dass ich mich seit langem sehr intensiv mit Ladezeiten und der Last, die Shops aushalten müssen, beschäftige. Daher ist dieser letzte Teil auch der Punkt, der mich nachhaltig am tiefsten beeindruckt hat. In meinen Augen wird es sich hierbei um einen echten Game Changer handeln, betrachtet man die Art, wie wir Onlineshops entwickeln und betreiben.

Als Cannabis in Kanada legalisiert wurde, musste die Plattform einen massiven Performance Peak in Kanada aushalten. Ich kenne solche Graphen vor allem aus dem Bereich der Fernsehwerbung oder von großen Social-Media-Aktivitäten. 

Es folgt das Spiel mit den Zahlen: Unglaubliche 8.000 Bestellungen pro Minute verzeichnet die Plattform. Wer mehr benötigt, sollte sich vorab bei seinem Ansprechpartner melden. Das ist der Punkt, an dem man es einfach nochmal hervorheben muss: Jedem Shop wird diese Option zur Verfügung gestellt. Es sind keine Abstimmungen mit dem Hoster oder ausführliche Lasttests im voraus einer größeren Kampagne nötig. Kapazität ist einfach für jeden normalen Händler jederzeit gegeben. DAS ist eben echte Cloud.

Der Aufruf an die Entwickler-Community, bei der App-Entwicklung die Performance im Blick zu behalten, klingt beinahe nebensächlich, wäre er nicht so gut eingebaut: “With great power...” und eine murmelnde Zuhörerschaft vollendet den Satz "... comes great responsibility". Lemieux ist einfach auch ein ziemlich unterhaltsamer Speaker.

Um an dieser Stelle die Entwickler weiter zu unterstützen, wird in den Partneraccounts ein Performance-Dashboard zur Verfügung stehen. Dieses hilft dabei, die Auswirkungen der eigenen Entwicklungen zu überprüfen und kontinuierlich zu verbessern.

Fazit

Ich bin mir sicher, dass Shopify und seine Community in den nächsten Jahren auch den deutschen E-Commerce kräftig umkrempeln werden. 

Zugegeben, ich bin ziemlich angefixt von dem, was mir in Toronto begegnet ist. Das unglaublich sympathische und professionelle Team von Shopify, das keineswegs abgehoben, sondern immer offen und gesprächsbereit war, hat es mir angetan. Schon merkwürdig, dass mir erst heute wieder diese Frage gestellt wurde: “Dieses Shopify ist schon so ein anderes Shopsystem, oder?”. Ich bin mir sicher, dass Shopify und seine Community in den nächsten Jahren auch den deutschen E-Commerce kräftig umkrempeln werden. Wir jedenfalls haben ab sofort ein neues Shopsystem im Portfolio, das uns noch einmal ganz anders denken lässt.

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Which method is right for you?Über den Autor: Joscha Krug, Gründer von marmalade, Makaira und anderen Unternehmen, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit E-Commerce aus unterschiedlichen Gesichtspunkten. Besonderen Wert legt er auf den effizienten Einsatz von Ressourcen und eine schnelle Time-to-market.