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Trotz Anti-Tracking in iOS 14: So verwertest du den Facebook-Traffic sinnvoll


Facebook ist und bleibt die unangefochtene Königin der sozialen Netzwerke. 1,73 Milliarden Menschen weltweit besuchen die Seite Tag für Tag; 63 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland geben an, aktive Nutzer:innen zu sein. Kein anderes Social Network generiert so viel Traffic.

Entsprechend hoch gestalten sich die Werbeeinnahmen, die der Konzern aus Menlo Park mit seinem Angebot erwirtschaftet. 17,44 Milliarden US-Dollar nahm das Unternehmen nach eigenen Angaben allein im ersten Quartal 2020 ein.

Tendenz… fallend? Tatsächlich ja.

Im zweiten Quartal 2020 sprach Facebook von einem „signifikanten Rückgang“ der Werbeeinnahmen gegenüber dem Vorjahr. Schuld daran sei die über den Globus hereinbrechende Corona-Pandemie. Zwar stabilisierten sich die Zahlen in den folgenden Monaten, allerdings erfolgte im Herbst 2020 die nächste Breitseite: Auf der Worldwide Developers Conference im Oktober kündigte Apple an, seine Maßnahmen zum Schutz vor Tracking in iOS-Apps noch dieses Jahr in die Tat umzusetzen.

Schlechte Nachrichten also. Nicht nur für Facebook, sondern vor allem für Händler:innen, die einen Großteil ihrer Kunden aus Werbeanzeigen bislang auf den Seiten des Konzerns für sich gewannen. Zu den Betroffenen gehörte auch Lalalulu, ein Label aus Zürich, das in seinem Shop selbstdesignte und nachhaltig produzierte Babykleidung anbietet.


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In der Schweiz allerdings warf man die Flinte nicht einfach ins Korn – im Gegenteil. Team Lalalulu ließ sich etwas einfallen, um seine Conversion Rate weiterhin hochzuhalten und auch Besucher von einem Einkauf zu überzeugen, die eher zufällig auf die Seite gestoßen sind.

Was das ist, wie gut es funktioniert und wie einfach du die Maßnahmen für deinen eigenen Shop umsetzen kannst, erfährst du in diesem Beitrag.

Technik-News aus Cupertino: Wie Apples Transparenz-Initiative Facebooks Werbung schadet

Falls du dich an dieser Stelle fragen solltest, was Apple angestellt hat, um Facebook die Werbesuppe zu versalzen – hier die Antwort:

Wahrscheinlich weißt du, dass Facebook Webnutzern durch große Teile des Internets verfolgt, ihr Surfverhalten aufzeichnet, analysiert und aufgrund dieser Daten personalisierte Werbung anzeigt. Im Fachjargon nennt sich das Tracking.

Der Apfel-Konzern allerdings kündigte 2020 an, gemeinsam mit dem neuen Betriebssystem iOS 14 das Framework App Tracking Transparency einzuführen: Fortan werden Apple-Nutzer:innen nicht mehr automatisch getrackt und können das Datensammeln nur durch eine Option tief in den Systemeinstellungen unterbinden. Stattdessen werden sie nun direkt beim erstmaligen Start eines Programmes in einer Dialogbox gefragt, ob sie ihr Einverständnis zur Verfolgung erteilen. Opt-in statt Opt-out, so wie wir es inzwischen auch von Cookies kennen.

Lesetipp: Wie du deinen Shopify-Store rechtssicher machen kannst, erfährst du übrigens hier.

Klar, dass zahlreiche Nutzer:innen auf Ablehnen klicken und der Spionage einen Strich durch die Rechnung machen – laut Schätzungen aus Cupertino sind es etwa 50 Prozent. Für Facebook und alle Händler:innen, die auf den Angeboten des Konzerns Werbung betreiben, bedeutet der Informationsverlust dreierlei:

  1. Das Schalten personalisierter Werbung ist nahezu unmöglich.
  2. Werbekampagnen lassen sich nur noch schwer optimieren, da wichtige Kennzahlen zum Surfverhalten der Nutzer:innen fehlen. 
  3. Die finale Datenauswertung, etwa zur Messung von Effizienz oder Erfolg einer Kampagne, ist deutlich schwerer.

Die negativen Auswirkungen für Händler:innen liegen da fast schon auf der Hand. Wenn ein Unternehmen, wie etwa Lalalulu, sich auf Babybekleidung spezialisiert hat, möchte es seine Werbung keinem männlichen Single präsentieren, der sich für Motorräder und Zigarren interessiert.

Und selbst wenn jemand durch Facebook-Werbung in den Shop gelockt wurde, fällt die Conversion Rate deutlich schlechter aus – ganz einfach, weil es nicht mehr ausschließlich ideale Kunden sind, die gezielt angesprochen werden. Von den Gefahren, das Marketingbudget aufgrund fehlender Messdaten sinnlos zu verpulvern, ganz zu schweigen.

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Zum Abschied ein Fenster öffnen: Wie Lalalulu aus Abspringern Kunden macht

Wie also gelingt es Lalalulu, auch jene Kunden, die den Shop ohne konkrete Kaufabsicht besuchen, vom eigenen Angebot zu überzeugen? Die Antwort ist ebenso einfach wie überraschend: mit einem Pop-up.

Moment? Pop-up? Das sind doch diese verhassten Fenster, die auf allen möglichen Webseiten ungefragt aufploppen und sich nur mit größter Präzision wieder schließen lassen. Selbst ihr Erfinder, Ethan Zuckermann, konnte sie nicht leiden und hat sie als „Erbsünde des Internets“ tituliert. Damit können Kunden geworden werden?

In der Tat! Nämlich dann, wenn du sie dosiert und zielgerichtet einsetzt. Folgendes Gedankenspiel hat Team Lalalulu gemeinsam mit Christoph Dahn von Greenblut zu ihrem ganz eigenen Pop-up inspiriert:

Stell dir vor, im stationären Handel hat ein Verkäufer die letzte Stunde damit verbracht, eine Kundin zu beraten. Auf dem Kassentresen liegt ein ganzer Berg an Waren, die der Dame gefallen haben. Aber bevor sie nun ihre EC-Karte zückt, zögert sie. Der Händler kennt den Ausdruck in ihrem Gesicht; Fragen schießen ihr durch den Kopf: Ist das nicht doch zu viel Geld? Brauche ich wirklich drei neue Blusen?

Wie reagiert der clevere Händler jetzt? Er lächelt und teilt seiner potenziellen Käuferin mit, dass er für so einen großen Einkauf gerne einen kleinen Rabatt gewährt. Und das Pflegeset für die Schuhe legt er gratis obendrauf. Mit einem kleinen Anreiz räumt er die Zweifel aus dem Weg und überwindet das letzte Hemmnis. Lieber ein kleines Bisschen weniger Umsatz machen, als gar keinen, denkt er sich.

Genau so funktioniert das Lalalulu-Pop-up. Es ist keines dieser aggressiven Fenster, die einen Besucher des Shops beim Stöbern nerven, sondern öffnet sich nur dann, wenn es fast schon zu spät ist, nämlich beim Warenkorb-Drop-Off. Erst, wenn eine Kundin bereits einen bestimmten Warenwert in ihren Einkaufskorb gepackt hat, nur um dann Anstalten zu machen, die Seite ganz ohne Transaktion wieder zu verlassen, erscheint das Pop-up mit seinem kleinen Angebot. Wenn die geschätzte Besucherin sich vielleicht doch noch umentscheidet und Lalalulu eine Chance gibt, erhält sie den Versand gratis oder bekommt einen Preisnachlass.

Das Baby-Ppo-up

Dass diese Offerte, passend zur Shop-Thematik, von einem herzzerreißend weinenden Baby unterbreitet wird, verstärkt es die psychologische Wirkung nur zusätzlich.

Wie gut funktioniert das Pop-up für mehr Conversion?

Vielleicht verzieht sich dein Gesicht nun in ein Stirnrunzeln und du stellst dir die Frage, ob ein einfaches Fensterchen wirklich in der Lage ist, die Conversion Rate eines Shops deutlich zu verbessern.

Für Lalalulu ist es das auf jeden Fall. Die Warenkorb-Abbruchrate konnte durch diese einfache Maßnahme um sagenhafte 33,5 Prozent reduziert werden. Das ist absolut beeindruckend.

Lesetipp: 10 Gründe für Warenkorbabbrüche und wie du diesen entgegenwirken kannst, zeigen wir dir hier.

Denn laut zahlreichen Studien, unter anderem von Google, Statista oder dem Institut für Handelsforschung in Köln, beträgt die durchschnittliche Konversionsrate eines Onlineshops branchenübergreifend etwa drei Prozent. Die Warenkorb-Abbruchrate dagegen liegt bei bis zu stolzen 70 Prozent.

33,5 % weniger Warenkorb-Abbrüche dank Pop-up

Wenn nun also 100 hypothetische Kunden einen Store besuchen, klicken sich nur drei von ihnen anstandslos bis zum Checkout durch. Potenziell 70 dagegen füllen ihren Warenkorb, um diesen anschließend einfach unbezahlt im Laden stehenzulassen.

Das kleine Pop-up allerdings fängt 33,5 Prozent von ihnen ab und motiviert sie doch noch zum Kauf. In absoluten Zahlen also rund 24 Kunden. Achtmal so viele, wie ohne diese Maßnahme zu einer Transaktion bereit gewesen wären.

No Code: Die technische Umsetzung

Falls es dich ob dieser Zahlen nun in den Fingern juckt, einen eigenen Abbruch-Schutz in deinem Shop zu implementieren, haben wir gute Neuigkeiten für dich: den Quellcode deiner Seite musst du dafür nicht antasten.

Die Integration funktioniert selbsterklärend und anwenderfreundlich per App. Lalalulu zum Beispiel setzt ganz auf OptiMonk, um seine Exit Pop-ups zu generieren. Das Tool findest du unter anderem im Shopify App Store.

Solltest du dagegen kein Freund sich ungebeten öffnender Fenster sein und möchtest deinen Besuchern lieber auf anderem Wege ein Angebot unterbreiten, das sie nicht ablehnen können, wollen wir dir mögliche Alternativen nicht vorenthalten.

Denn neben Pop-ups kannst du deinen Beinahe-Kunden den letzten Anschubser auch auf zahlreichen anderen Wegen geben. Etwa als Browserbenachrichtigung oder Push-Notification, falls dir ein Pop-up ein wenig zu invasiv erscheint.

Auch eine persönliche Ansprache ist denkbar. Etwa als SMS, E-Mail oder WhatsApp-Nachricht – vorausgesetzt natürlich, du bist im Besitz von Telefonnummer oder E-Mail-Adresse deiner Kunden.

Lesetipp: SMS ist tot? Lang lebe die SMS! Wie du SMS-Marketing clever für dich einsetzt, liest du hier.

Eine pauschal richtige Methode existiert natürlich nicht, denn…

Rezept für den Erfolg: Verstehe deine Kunden

Wofür du dich letztendlich auch entscheidest – Christoph Dahn und Team Lalalulu haben einen letzten Tipp parat: Sprich die Sprache deiner Kunden.

Das Pop-up funktioniert hier deshalb so gut, weil es den richtigen Ton trifft. Die typischen Shop-Besucher:innen sind nun mal junge Mütter die, etwas klischeehaft formuliert, nicht nur sehr emotional auf ein weinendes Baby reagieren, sondern sich auch recht unbekümmert im Netz bewegen und keinen Anstoß an einem Pop-up nehmen.

Sprich die Sprache deiner Kunden.

Hast du dagegen einen Shop für Computerhardware, wirst du mit dem Extrafenster nicht viel erreichen. Nicht nur, dass IT-Fans ein Pop-up verabscheuen, wie der Sternekoch die Tütensauce; wahrscheinlich haben die meisten von ihnen sowieso einen Adblocker installiert.

Über den Erfolg deines eigenen Abbruch-Schutzes entscheiden also der richtige Kanal und die passende Ansprache. Ein Universalrezept existiert nicht. Versetze dich in den Kopf deines typischen Kunden und frage dich, was er sich wünscht und wie er surft. Je mehr du über deine Klientel weißt, desto leichter findest du die für dich passende Lösung.

Auf den Punkt gebracht

Langsam mögen Facebook also zwar nicht die Nutzer:innen, dafür aber die Werbeeinnahmen wegbrechen – und ob Apple mit seiner Transparenzoffensive nur das Wohl der Anwender im Sinn hat, wird heiß diskutiert. Fakt bleibt, dass es für Händler:innen schwerer geworden ist, Facebook-Werbung sinnvoll zu schalten und auszuwerten.

Deine Conversion Rate kannst du dennoch mit einfachen Maßnahmen optimieren und den Traffic, der deinen Shop erreicht, in Kunden verwandeln. Lalalulu hat es vorgemacht. Eine um 33,5 Prozent reduzierte Abbruchrate und daraus resultierend eine um den Faktor acht höhere Conversion Rate, einzig mithilfe eines einfach zu erstellenden Pop-ups, ist ein fantastischer Wert.

Die Tools dazu findest zum Beispiel im Shopify App Store. Vergiss bei der Kreation deines eigenen Sicherheitsnetzes nur nicht, die Wünsche und Bedürfnisse deiner Kunden zu berücksichtigen. Sprich ihre Sprache, dann bleiben sie dir treu.

Wir wünschen viel Erfolg bei der Umsetzung.


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Which method is right for you?Über die Autorin: Inara Muradowa ist SEO & Content Beraterin. Ihr Schwerpunkt ist der Bereich E-Commerce. Im Shopify-Blog porträtiert sie am liebsten erfolgreiche Gründer*innen und gibt Insider-Tipps zu aktuellen Trends.