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Headless Commerce: Das Trendthema für Onlineshops genauer beleuchtet

Was ist Headless Commerce?

Im Shopify-Umfeld taucht immer öfter der Begriff “Headless Commerce” (auch “Headless eCommerce”) auf. Spätestens seit der Shopify Unite 2019 in Toronto ist dieses Thema in der breiten Öffentlichkeit angekommen. Seitdem hat der Headless Commerce nichts von seinem Status als eines der E-Commerce-Buzzwords schlechthin eingebüßt. Aber was steckt hinter dem Begriff und wie können Onlineshop-Betreibende von Headless Commerce profitieren? Das erklärt euch unser Gastautor Malte Dietrich in diesem Artikel.


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Inhaltsverzeichnis:

Headless Commerce - Definition des technischen Hintergrunds

Ursprünglich handelt es sich bei “Headless” um einen Architekturbegriff aus der IT. Die Headless Architecture zeichnet sich dadurch aus, dass Datenhaltung und Geschäftslogik (Backend) und Außenauftritt (Frontend) technisch voneinander getrennt sind. Shopsysteme und CMS liefern normalerweise Front- und Backend als ein Paket. Im Gegensatz dazu trennt Headless Commerce diese beiden und geht damit einen anderen Weg. Das Ergebnis sind viele kleine Insellösungen, die möglichst unabhängig voneinander funktionieren. Diese Insellösungen müssen natürlich trotzdem miteinander kommunizieren. Dies funktioniert über performante Schnittstellen (APIs), über die die einzelnen Komponenten verbunden werden.


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Bisher sind bei vielen Software-Lösungen Frontend und Backend fest miteinander verbunden. Das bedeutet, dass im Backend beispielsweise Produktdaten gepflegt und diese im Frontend nach festen Vorgaben angezeigt werden. Dabei ist auf dem Server oft dieselbe Software sowohl für das Speichern & Verarbeiten der Daten als auch für das Erzeugen des Frontends verantwortlich.

Das ist praktisch, wenn man den genauen Verwendungszweck einer Software kennt. Allerdings ist man in Sachen Funktionalität an die Vorgaben des technischen Ökosystems der Software-Herstellenden gebunden.

Das kann in der komplexen E-Commerce-Welt aber schnell zu einem Problem werden. Zwar kann man mithilfe von Plugins oft Funktionsumfänge erweitern, jedoch können diese nur im Rahmen aller Feinheiten und Möglichkeiten der Software entwickelt werden. Innovative Technologien bleiben dabei oft auf der Strecke oder können nur relativ kostenintensiv nach langer Warte- und Entwicklungszeit umgesetzt werden.

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Im Bereich Content-Management ist man sich dessen bereits vor einigen Jahren bewusst geworden. Es wurde zunehmend zur Herausforderung, Inhalte wie Bilder und Texte so zur Verfügung zu stellen, dass sie auf allen Betrachtungsmedien (Desktop-Rechner, Smartphones, Tablets, Smart TVs, Smartwatches usw.) optimal angezeigt werden können. Die Lösung bestand darin, Content-Management-Systeme zu entwickeln, die unabhängig vom Frontend funktionieren und passende Inhalte für jeden Kanal enthalten. Damit war das Headless CMS geboren.

Warum ist Headless Commerce gerade so präsent? 

Die Technologie entwickelt sich momentan rasend schnell weiter. Unternehmen setzten schon früh für ihre Online-Shops auf einen Full-Stack-Ansatz, bei dem Front- und Backend eng miteinander verbunden sind. Damals war das ein durchaus sinnvoller Ansatz, da es quasi nur ein Endgerät gab – den Desktop-PC. Heute sieht das aber ganz anders aus. Ein Unternehmen muss in der Lage sein, seinen Shop auf verschiedene Kanäle anpassen zu können um für eine einheitliche Customer Experience zu sorgen. 

Lesetipp: In diesem Beitrag findest du hilfreiche Tipps, wenn du ein Online Business aufbauen möchtest. 

Wer sich einen Wettbewerbsvorteil sichern möchte, setzt auf Headless Commerce. Durch den Ansatz kann im Frontend getestet und gearbeitet werden, ohne störende Auswirkungen auf das Backend und umgekehrt. So sind Unternehmen agiler und flexibler, wenn es um die Verbesserung ihres E-Commerce geht – und das ohne Mehrarbeit oder Probleme bei der Wartung. Die kanalspezifischen Benutzeroberflächen sind nicht voneinander abhängig, was auch für eine verbesserte Omnichannel Erfahrung sorgt. In unseren digitalen Welt, die stetig Veränderungen und Verbesserungen unterliegt, kann so besser auf die wachsende Anzahl von Kanälen reagiert werden.

Wozu Headless Commerce?

Relativ schnell ist ersichtlich, dass die Herausforderungen, die zur Entwicklung von Headless CMS geführt haben, auch im E-Commerce existieren. Auch hier erfolgt der Verkauf über immer mehr Kanäle, die sich visuell stark voneinander unterscheiden. Heute sind beispielsweise die folgenden Kanäle extrem relevant oder zeigen sich als große Zukunftsperspektive:

  • Klassischer Onlineshop (Desktop & Mobile)
  • Marktplätze (Amazon, eBay etc.)
  • In-Store-Kiosks & -Displays
  • Individuelle B2B-Bestellportale
  • Smartwatches
  • Voice Commerce (z.B. Amazon Alexa)
  • Virtual Reality & Augmented Reality
  • IoT Devices
  • Lesetipp: In diesem Beitrag findest du einen Leitfaden dazu, wie du ein erfolgreiches Business im E-Commerce aufbauen kannst.

Für ein so komplexes Umfeld gibt es natürlich noch keine fertige All-In-One-Lösung. Schließlich zeichnet sich eine Standardsoftware dadurch aus, dass sie für viele Szenarien gleich einsetzbar ist. Der Großteil der oben genannten Kanäle ist aber eben noch nicht standardisiert oder wird es aufgrund der individuellen Anforderungen auch niemals sein.

Die verschiedenen Kanäle eines Headless E-Commerce Shops

Hinzu kommt, dass eine immer gezieltere Ansprache einzelner Kundengruppen erfolgen muss, um sich gegenüber der wachsenden Konkurrenz durchzusetzen. Somit werden einzelne Frontends nicht nur für die unterschiedlichen Kanäle, sondern sogar für Gruppen von Nutzerinnen und Nutzern entwickelt.

Lesetipp: Die Social-Media-Plattform TikTok bietet Marken ein breites, junges Publikum, um Anzeigen zu schalten und über die Funktion TikTok Shop zu verkaufen. 

Ein gutes Beispiel für die gezielte Ansprache einer Zielgruppe ist Catch by eBay, das mit starkem Fokus auf mobile Endgeräte entwickelt wurde. Hier werden ausgewählte Angebote von eBay.de dargestellt, die besonders attraktiv für ein junges Publikum sind. So will man diese Nutzer:innen besser erreichen, ohne den Erfolg bei der älteren Zielgruppe zu schmälern.

Headless Commerce Beispiel Catch by eBay

Das Ziel dieser Individualisierung ist natürlich ein möglichst begeisterndes Kundenerlebnis zu schaffen, das sowohl auf das Verkaufsumfeld (z.B. mobile Commerce, Ladengeschäft o.Ä.) als auch auf die Kundschaft ausgerichtet ist. Durch diese Fokussierung hebt man sich schlussendlich von der Konkurrenz ab und erzielt in der Regel auch nebenbei noch höhere Conversion Rates.

Wie unterscheiden sich Headless Commerce und Composable Commerce?

Composable Commerce hat mit dem Headless Commerce einiges gemeinsam. Dabei meint der Begriff Composable so etwas wie “zusammenstellbar”. Es handelt sich dabei um eine lediglich weniger weit verbreitete Bezeichnung. Bei dieser Architektur geht es ebenfalls darum, die Customer-Experience durch zahlreiche Komponenten zu optimieren, statt ein einziges Komplettsystem zu nutzen. Oft funktionieren diese in einer Cloud-nativen Umgebung. Der Begriff „Headless Commerce“ hat sich jedoch durchgesetzt und ist weiter verbreitet. 

Lesetipp: Was du beachten musst, wenn du deinen Onlineshop eröffnen willst, liest du in diesem Beitrag. 

Was ist der Unterschied zwischen traditionellen E-Commerce-Plattformen und Headless Commerce? 

Eine Headless-Commerce-Software ermöglicht durch die Zusammenarbeit über verschiedene Schnittstellen absolute Flexibilität. Traditionelle E-Commerce-Plattformen liefern hingegen alles als ein Komplettpaket. Anpassbar zu sein ist das höchste Gut, wenn es darum geht, Kund:innen zu gewinnen. Der größte Unterschied besteht also darin, dass eine traditionelle Plattform starr ist und sich hinderlich auf die Customer Journey auswirkt, während Headless Commerce alle Möglichkeiten offenhält und durch Schnittstellen verbindet. 

Bei herkömmlichen E-Commerce-Systemen sind Änderungen im Frontend meist sehr aufwändig, da sie die Datenbanken, den Code und das Frontend gleichzeitig betreffen. Dadurch sind Entwickler:innen in ihrem Handlungsspielraum eingeschränkt. Bei einem Headless-Commerce-System müssen sich diese im Unterschied keine Gedanken über das Änderung von Datenbanken im Backend machen, da lediglich ein einfacher API-Aufruf eingeplant werden muss. Das Einkauferlebnis kann von Grund auf neu gestaltet oder verändert werden, da es mehr Kontrolle auf das Erscheinungsbild der Commerce-Plattform ermöglicht. 

Lesetipp: Wir zeigen dir, wie du in 9 Schritten deine Website erstellen kannst.

Worin liegen die Vorteile eines Headless Shopsystems?

Der große Vorteil von Headless Commerce ist die Flexibilität, die man als Anbietender erhält. Gerade heute verändert sich die Welt in rasanter Geschwindigkeit. Nur die Firmen, die sich am schnellsten und besten auf die immer neuen Gegebenheiten einstellen können, werden langfristig Erfolg haben.

Mit Headless Commerce kann man in Form von Microservices schnell neue Vertriebskanäle aufsetzen und testen. In Kombination mit leanen und agilen Prinzipien schafft man in hohem Tempo hochmoderne Absatzkanäle. Bei Erfolg kann man diese Kanäle optimieren und perfekt auf die jeweilige Zielkundschaft zuschneiden. Im Ergebnis steigert man die Conversion Rates und damit den Firmenerfolg.

Durch ein Headless-Backend kannst du Omnichannel (also über Mobilgeräte, Smartwatches, Desktop oder Augmented Reality) passend für die jeweilige Zielgruppe ansprechen. Eine zielgruppengerechte Ansprache wird außerdem durch das Aufsetzen verschiedener Frontends ermöglicht, die keine Auswirkungen auf das Backend haben.

Zusammengefasst ergibt sich durch Headless Commerce ein klarer Wettbewerbsvorteil, da man schneller und effizienter sein kann als die Konkurrenz und bei neuen Entwicklungen immer als eine btw. einer der Ersten von deren Vorteilen profitiert.

Lesetipp: Du willst deine Konkurrenz jederzeit im Blick haben? Dann erfahre in diesem Beitrag, wie du in 5 Schritten eine Wettbewerbsanalyse durchführen kannst. 

Der Nachteil von Headless Commerce ist direkt mit den Vorteilen verbunden. Um einzigartige und individuelle Inhalte zu schaffen, muss natürlich viel Zeit und Energie in die einzelnen Kanäle gesteckt werden. Das erfordert viel technische Kompetenz und verursacht hohe Kosten. Jedoch lässt sich eine eigenständige Headless-Commerce-Lösung auch oft erheblich günstiger umsetzen als einem komplexen System neue Funktionen hinzuzufügen.

Lesetipp: Wir zeigen dir, wie du ein gutes Produkt für den Onlineshop finden kannst. 

Natürlich muss man nicht jede einzelne Funktion einer Headless-Commerce-Lösung komplett individuell entwickeln. Bei vielen Features ist es bereits heute möglich, sie zu standardisieren, sodass sie nicht in jedem Projekt neu erstellt werden müssen.

Wenn beispielsweise ein Kauf ermöglicht werden soll, dann steht am Ende in der Regel ein immer sehr ähnlich ablaufender Checkout-Prozess, der mit dem Abfragen der Adresse und Zahlung einhergeht. Solche standardisierten Funktionen können gut durch fertige Headless-Commerce-Tools bereitgestellt werden, was den individuellen Erstellungsaufwand reduziert.

Weitere Tipps und Tricks haben unsere Podcast-Gäste für dich. Hör rein!

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    Shopify als Headless-Commerce-Tool

    Shopify hat sich bereits heute als starke Headless-Commerce-Plattform aufgestellt. Mit den performanten GraphQL APIs (insbesondere der Storefront API) sind sämtliche Optionen für Custom Frontends oder Integrationen in andere Softwarelösungen gegeben.

    Das Kern-Feature, dass Shopify für Headless-Commerce-Lösungen bereitstellt, ist die Bestell- & Zahlungsabwicklung sowie Daten- & Produktmanagement. Eigens entwickelte Verkaufskanäle können durch diese Integration ganz einfach Transaktionen inklusive Checkout und Bezahlung abwickeln. Der simpelste Weg dafür sind die bereits durch Shopify bereitgestellten Buy Buttons, die kinderleicht in andere Frontends integriert werden können.

    Auch die Produktverwaltung ist ein sinnvolles Feature, das Shopify in Headless-Commerce-Projekte einbringen kann. Dank Custom Products muss man allerdings nicht zwingend auf die Shopify-Produkte zurückgreifen, was wiederum genau die Freiheit in der Umsetzung bietet, die für Headless-Projekte notwendig ist.

    Lesetipp: Shopify bietet Unternehmer:innen viele Möglichkeiten. In diesem Beitrag haben wir für dich alle Vorteile des All-Inclusive Shopsystems auf einen Blick.

    Headless Commerce Beispiele

    Zum Schluss noch ein paar Headless-Commerce-Stores, die mit Shopify umgesetzt wurden:

    Rachio

    Rachio verkauft smarte WLAN-Bewässerungssysteme. Die Website ist dank einem Headless Frontend rasend schnell. Im Hintergrund laden die Produkte aus einem Shopify-Store. Auch die Kaufabwicklung erfolgt auf diese Art und Weise.

    Headless Commerce Beispiel Rachio

    Clare

    Clare ist ein Headless Webshop für Farbe. Besonders beachtenswert ist die Funktion Clare Color Genius, die der Kundschaft dabei hilft, die passende Farbe für das jeweilige Projekt zu finden. Im Hintergrund werden Shopify für den Shop und Contentful als CMS eingesetzt.

    Headless Commerce Beispiel Clare

    PGM

    PGM Art World ist ein Kunstverlag, der hochwertige Kunstdrucke anbietet. Für seine Vertriebspartner:innen bietet PGM einen Headless-B2B-Katalog an, der von den Partner:innen als Whitelabel-Lösung verwendet werden kann. Die Produktdaten im Katalog kommen aus dem Shopify-Store von PGM.

    Headless Commerce Beispiel PGM

    Aufbau des B2B-Katalogs von PGM

    In unserer Blogreihe findest du hilfreiche Vergleich für die verschiedensten Website-Baukästen: 

    Habt ihr bereits Erfahrungen mit Headless Commerce gesammelt? Wir freuen uns auf eure Kommentare!


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    Häufig gestellte Fragen zum Headless Commerce

    Was ist Headless Commerce?

    Headless Commerce ist eine E-Commerce-Architektur, bei welcher Frontend und Backend, also User Interface und zentrale Schaltstelle, unabhängig voneinander operieren. Dadurch kann gleichermaßen eine stabile Basis und eine technische Flexibilität, die E-Commerce-Landschaft zu individualisieren, gewährleistet werden. Mehr zum Thema erfährst du in diesem Beitrag.

    Was sind die Vorteile von Headless Commerce?

    Headless Commerce bietet die Möglichkeit, Onlineshops zu individualisieren, die Performance zu verbessern und die User Experience zu optimieren. Alles Weitere rund ums Thema Headless Commerce, erfährst du im Beitrag.

    Wie unterscheiden sich traditionelle E-Commerce-Plattformen von Headless-Commerce-Softwares?

    Im Vergleich zu traditionellen E-Commerce Plattformen, die alles aus einer Hand liefern, bieten Headless-Commerce-Softwares deutlich mehr Möglichkeiten in Sachen Individualisierung. Insbesondere bei der Costumer Journey kann es beispielsweise sinnvoll sein, individualisierte Lösungen anbieten zu können. Im Beitrag haben wir alles Wichtige für dich zum Thema Headless Commerce zusammengefasst.

    Ist Shopify ein Headless CMS?

    Shopify ist eine E-Commerce-Plattform, die sich gut für ein Headless-Setup eignet. Händler:innen können Anwendungen von Drittanbieter:innen verwenden, um die Front-End-Präsentationsschicht zu erstellen und Daten von Shopify über die GraphQL Storefront API zu beziehen.

    Which method is right for you?Über den Autor: Malte Dietrich ist Mitinhaber der Headless Commerce Agentur Especial.digital, Shopify Partner und seit einigen Jahren in der E-Commerce Branche aktiv.