Der Shopify Blog

E-Commerce für Ökos – Wie die Shopify-Agentur Greenblut die Welt grüner macht

Nachhaltigkeit und Leidenschaft, Green und Blut - das verbirgt sich hinter dem Namen der E-Commerce-Agentur, die 2013 von Christoph Dahn und seiner Frau Susanne gegründet wurde. Selbstständig gearbeitet haben die beiden schon immer. 2005 fiel dann die Entscheidung: die Spezialisierung auf grüne, nachhaltige Produkte. Damals noch als Vertriebsunternehmen und Importeur für Markenpioniere in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Betreuung einer Online-Plattform und von Markenshops gehörten zum Tagesgeschäft, doch E-Commerce entwickelte sich zu Christophs geheimer Leidenschaft.

Die Basis für das neue Unternehmen fand sich bereits in der alten Tätigkeit Christoph. Kunden konnten sich in Form von Beratungsmandaten bei der Entwicklung neuer Konzepte unterstützen lassen. Der Fokus richtete sich immer weiter auf D2C und digitales Wachstum aus, sodass der vollständige Übergang in dieses Gebiet, als naheliegender nächster Schritt erschien.

Nachdem Christoph viele Jahre in einem konventionellen Bereich der Textilindustrie gearbeitet und Marken wie Calvin Klein in Deutschland mit aufgebaut hatte, orientieren er und seine Frau sich heute an hochwertigen und nachhaltigen Produkten. Die Hauptstrategie vieler Marken, für die Qualität zweitrangig ist und die ihre Güter so billig wie möglich herstellen, war beiden zuwider. Austauschbarkeit und die künstliche Aufladung mit Bedeutung, um junge Menschen zu beeinflussen, war keine Option. “Es macht keinen Spaß Fake-Storys für bedeutungslose Produkte zu erfinden”, erklärt Christoph.

Der grüne Fokus auf Nachhaltigkeit

Hinter allen nachhaltigen Produkten stecken spannende und vor allem wahre Geschichten. Die Herausforderung, diese in eine packende Markenkommunikation zu übersetzen, nehmen Christoph und Susanne gerne an.

Heute versorgt Greenblut Kunden auf der ganzen Welt, darunter in Indien, London, den USA und in Deutschland. Die Aufgaben sind dabei gut verteilt: Christophs Partnerin ist für den Bereich Sharing Economy und Content verantwortlich, während Christoph das Gebiet abdeckt, in dem er groß geworden ist: Kommunikation, Markenstrategie und -wachstum.

Im Interview erzählt uns der Greenblut-Gründer, wie er und seine Frau ihren nachhaltigen Fokus mit Shopify umsetzen konnten, welche Erfahrungen sie dabei gemacht und wie sie altbekannten Brands wie Komodo und Newcomern wie Tassel Tales geholfen haben, sich auf dem Markt zu etablieren. Außerdem verrät Christoph, warum ein guter Händler wissen sollte, was im “Kleiderschrank seiner Kunden” fehlt und wie Unternehmer ihren USP finden können.

Christoph Dahn, Gründer Greenblut
Christoph Dahn, Gründer von Greenblut

Viele kleine Unternehmen meinen, sie könnten eine nachhaltige Produktion nicht von Anfang an finanziell stemmen. Glaubt ihr, das ist eine Ausrede?

Viele Endverbraucher suchen nachhaltige Alternativen zu Markenprodukten der großen Anbieter. Die meisten unserer Kunden spezialisieren sich deshalb auf Nischen und spezifische Produkte, zum Beispiel Jeans oder Sneakers. Auf diese Weise ist es möglich, den Überblick zu bewahren und nur mit wenigen Produktionspartnern zusammenzuarbeiten. Allgemein betrachtet, gibt es nicht die Nachhaltigkeit, sondern eher verschiedene metaphorische Abstufungen, die unter diesem Begriff vereint sind. Unternehmen nutzen diese folgendermaßen:

  1. Es gibt dunkelgrüne Produktionsabläufe, das heißt, dass sämtliche Schritte im Herstellungsprozess nachhaltig umgesetzt werden. Alle Zulieferer greifen auf ökologische Produkte zurück, alle Arbeitsschritte finden unter fairen Bedingungen statt. Dabei werden Zertifikate streng überprüft, um allen Anforderungen zu entsprechen.

  2. Hellgrüne Strategien verfolgen ebenfalls das Ziel, das Verfahren wertvoll und auf Basis nachwachsender Rohstoffe zu gestalten. Allerdings greifen sie alternativ bei fehlenden Ressourcen oder zu hohen Preisen auf herkömmliche Mittel und Zulieferer zurück. Die Unternehmen erklären dabei ihre Beweggründe und informieren die Kunden über die nächsten Schritte.

  3. Das Green Washing hingegen beschreibt einen aktuellen, problematischen Trend: Firmen (insbesondere Konzerne), die bis vor einem Jahr auf Fast Fashion spezialisiert waren, springen innerhalb kürzester Zeit als Trittbrettfahrer auf den modernen Nachhaltigkeitszug auf oder werben damit, dass sie ihre Erzeugung bis 2020 auf eine klimaneutrale Herstellung umstellen. So schnell funktionieren die Änderungen aber nicht und trotzdem wird die Aufmerksamkeit von Anbietern, die wirklich nachhaltig produzieren, abgelenkt.

Von Anfang an grün herzustellen ist schwierig, weil sich das ökologisch und menschlich faire Konzept noch in der Entwicklungsphase befindet. Eine blaue Jeans aus Bio-Baumwolle nähen zu lassen, war vor 10 Jahren noch eine große Herausforderung. Nicht, weil die Bio-Fäden anders verarbeitet werden, sondern weil die Stoffweber häufig keine biologisch angebauten Waren vorrätig hatten.

Als Vorreiter auf einem Gebiet hat man es immer schwer, da man zunächst damit beschäftigt ist, alle Steine aus dem Weg zu räumen. Händler müssen sich durchsetzen und innovativ denken, wenn sie Bestand haben wollen.

Greenblut fördert das Wachstum nachhaltiger MarkenGreenblut fördert das Wachstum nachhaltiger Marken

Wie bewertet ihr und eure Kunden die Auslagerung der Produktion nach Asien?

In Asien zu produzieren bedeutet nicht zwangsläufig, dass Menschen ausgebeutet werden und unter miserablen Bedingungen arbeiten müssen. Es gibt auch dort gute Produzenten wie kleine Familienunternehmen. Natürlich ist die Arbeit auf einem anderen Kontinent schwer zu kontrollieren, doch viele große Unternehmen wissen nicht einmal, wer ihr Produkt herstellt. Oft sind viele Subunternehmer an dem Herstellungsprozess beteiligt und der Preis ist das Einzige, was zählt. 

Es ist der Druck auf die Kosten, der zu unmöglichen Bedingungen für die Arbeitnehmer und die Natur führt.

Zuschläge bekommt, wer den günstigsten Preis bietet. Wenn wir für ein T-Shirt nur 3 € zahlen, dann stimmt etwas nicht. In diesem Fall müssen andere den Preis zahlen. Unsere Kunden arbeiten meist seit vielen Jahren mit den gleichen Fabriken zusammen und kennen sie oft sogar persönlich. Der Aufbau einer Beziehung und von Vertrauen zum Ursprung der Produkte ist ihnen wichtiger, als die Möglichkeit eines schnellen Zuliefererwechsels, wenn Schwierigkeiten auftauchen.

Lesetipp: Fair produzieren und mit Shopify verkaufen - fairjeans macht es vor. Die Händlerstory, liest du hier.

Technisch verlasst ihr euch auf Shopify. Wie habt ihr das System entdeckt?

Hosting-Anbieter gibt es viele und wir sind häufig mit den üblichen Verdächtigen wie Magento, Wordpress und Shopware konfrontiert worden. Meine Beziehung zu Agenturen war damals von einer Hassliebe geprägt. Die Abläufe und Prozesse waren kompliziert gestaltet: Rücksprachen, Freigaben, Bürokratie. Es war zeitaufwendig und kostenintensiv. Dann kam Shopify.

Mein Aha-Erlebnis mit dem System war wie der Moment, in dem man auf einen Elektroschrauber umsteigt, nachdem man immer mit einem normalen Schraubenzieher gearbeitet hat.

Plötzlich standen nicht mehr die Technologie oder drei Nerds um einen Agenturtisch im Vordergrund. Ein Shop konnte schnell und unkompliziert aufgebaut werden. Mein Aha-Erlebnis mit dem System war wie der Moment, in dem man auf einen Elektroschrauber umsteigt, nachdem man immer mit einem normalen Schraubenzieher gearbeitet hat. Shopify war der Durchbruch für den E-Commerce, damit man sich auf das Wesentliche konzentrieren kann.

Wie seid ihr anschließend zu einem Shopify-Partner geworden?

Shopify-Partner zu werden, war für uns eine logische Folge. Inzwischen arbeiten wir seit vier Jahren mit dem System und haben gemerkt, dass wir auf diesem Weg die mit Abstand besten Ergebnisse für unsere Kunden erzielen. Anfangs war die Zusammenarbeit aufgrund der deutschen Gesetzgebung noch schwierig, aber seit Shopify offiziell in Deutschland vertreten und zertifiziert ist, hat sich die Lage deutlich verbessert.

Im Partnerprogramm erfahren wir, wie andere die Software nutzen und können von ihrem Know-how profitieren. Heute ist es nicht mehr die Technologie, die Unternehmen vor Engpässe stellt. Es ist vielmehr zu einem generellen Problem geworden, dass es zu viele Optionen und Angebote gibt. Von anderen Mitgliedern des Programms können wir neue Techniken lernen und uns ansehen, wie sie es schaffen, sich zu fokussieren.

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Was unterscheidet euch von anderen Shopify-Experten?

Neben der Nachhaltigkeitsthematik konzentrieren wir uns auf das Wachstum unserer Kunden. Sie sollen die Möglichkeit haben, ihre Zeit in ihr Produkt zu investieren, während es unsere Aufgabe ist, ihre Geschäftsmodelle ins Digitale zu übersetzen. Wir machen die Technologie unsichtbar oder wenigstens leicht bedienbar.

Dabei verfolgen wir ein Stufenkonzept, bei dem wir uns folgende Fragen stellen:

  1. Wo steht der Kunde aktuell in seiner Entwicklung?
  2. Was ist das nächste Ziel?
  3. Wie verhelfen wir dem Kunden zum richtigen Zeitpunkt auf das richtige Pferd zu setzen? 

    Ein Beispiel: Es gibt Kunden, die am Anfang ihrer Markenentwicklung mit Traffic-Maßnahmen beginnen möchten, ohne zu wissen, wie ihre Konversionszahlen aussehen. Dabei geben sie viel Geld für Traffic aus, aber nur wenige Interessenten werden tatsächlich zu Kunden. Es ist unser Ziel, dass sie richtige Investitionen tätigen und ihr Geld sinnvoll einsetzen, um ihr Geschäft zu fördern.

  4. Was ist eine gute Wachstumsstrategie und worauf sollte sich das Unternehmen fokussieren?
  5. Welche Werkzeuge können zur Erreichung der Ziele eingesetzt werden?
Greenblut Stufenkonzept für Wachstum

Das Greenblut Stufenkonzept für ein nachhaltiges Wachstum

Wenn ein Kunde zu uns kommt, hat er nicht den Wunsch einen Shopify-Store aufzubauen, sondern möchte in den meisten Fällen ein Problem lösen. Er wendet sich an uns, weil er eine Empfehlung bekommen hat und wir starten mit einer Basisanalyse: Was ist die aktuelle Grundlage des Unternehmens und welche Möglichkeiten hat es, sich zu entwickeln? Oft ist die einfachste Lösung die Entwicklung eines neuen Shops oder die Optimierung eines bereits bestehenden.

Lesetipp: Weitere Storys unserer Shopify-Partner findest du hier.

Gibt es unternehmerische Highlights oder Projekte, die euch im Gedächtnis geblieben sind?

Wir bauen eine Beziehung zu unseren Kunden auf und stehen selbstverständlich persönlich hinter dem Nachhaltigkeitsgedanken, der all unsere Projekte verbindet. Unsere Tätigkeitsbereiche sind vielseitig. Vor allem bedienen wir die Textilschuh- und Accessoires-Branche, arbeiten aber auch mit Winzern und Health Unternehmen zusammen. Gute Beispiele für Kunden, die wir betreuen, sind Komodo, ein seit 18 Jahren bestehender Anbieter aus London und Tassel Tales, ein Newcomer aus Wien, der seinen Shop erst vor kurzer Zeit gelauncht hat.

Komodos Organic SocksKomodos Organic Socks

Komodo ist eine etablierte Marke, die sehr produktfokussiert arbeitet. Das Unternehmen war digital nicht besonders stark verankert, betrieb einen kostenlosen XT-Commerce-Shop und erkannte, dass die Integration eines gut funktionierenden Onlineshops ein notwendiger Schritt war. Vor drei bis vier Jahren haben wir dann den ersten Shopify-Store eingerichtet. Heute gibt es einen für den internationalen Markt und einen für Großbritannien.

Mit Shopify konnten wir Veränderungen schnell und agil umsetzen und die Funktionalität des Shops leicht überprüfen.

Das Unternehmen hatte keine riesige E-Commerce-Abteilung und verfügte aufgrund der teuren, nachhaltigen Produktion über ein überschaubares Budget. Mit Shopify konnten wir Veränderungen schnell und agil umsetzen und die Funktionalität des Shops leicht überprüfen. Der Ansatz, den wir verfolgen, ist die für uns typische Vorgehensweise einer langfristigen Zusammenarbeit mit einem monatlichen Wachstums- und Optimierungsziel. Dabei entwickeln wir infolge von Analysen des Kaufverhaltens der Shop Besucher neue Konzepte und arbeiten so zusammen mit Komodo an einem stetigen Wachstum.

Lesetipp: Weitere Erfolgsgeschichten von Shopify-Händlern in Deutschland, Österreich und der Schweiz findest du hier.

Wie war die Entwicklung von Tassel Tales als Newcomer auf dem Markt?

Tassel Tales ist eine sehr junge Marke, die seit einem Jahr von drei Schwestern betrieben wird. Sie gehören zur Generation der Digital Natives und sind sehr aktiv auf Instagram und Co. Ihren ersten Shop haben sie via Squarespace betrieben, weil das visuelle System gut zu ihnen passte. Die Umstellung auf Shopify erfolgte im Rahmen unseres Wachstumsprogramms für kleine Marken. Unser Fokus für das Start-up liegt auf der Stärkung der Konversionsrate. Wenn das geschafft ist, nehmen wir uns den Traffic vor. Natürlich möchten die drei so schnell wie möglich planbare Umsätze erzielen und dabei nicht zu viel Geld für sinnlose Maßnahmen verbrennen.

Tassel Tales Ohrringe

Tassel Tales setzt auf organische Fair Fashion.

Newcomern steht beim Markteintritt meist nur ein geringes Budget zur Verfügung. Darum lassen wir Händlern kleiner Marken vorbereitete Videos zukommen, die Basisinformationen vermitteln. Nachdem das Tassel Tales Team die Aufnahmen durchgearbeitet hat, besprechen wir gemeinsam die Details. Mit dieser Methode können wir die jungen Unternehmerinnen kostengünstiger beraten, als es in persönlichen Gesprächen möglich wäre und gleichzeitig in einem engagierten Miteinander die Entwicklung der Marke vorantreiben.

Umsatzwachstum für nachhaltige Marken from Christoph Dahn on Vimeo.

Was hat euch dazu motiviert, neben der intensiven Arbeit mit den Kunden, das erste Shopify-Meetup in Freiburg zu organisieren?

Unsere Kunden sind international verstreut, aber natürlich sind auch in der Region viele Unternehmen ansässig, zu denen wir die Fühler ausstrecken möchten. Die Shopify Meetups sind dazu hervorragend geeignet und fördern den Austausch untereinander. Dort werden immer interessante Vorträge von Sponsoren gehalten und Projekte von erfolgreichen und kreativen Shopbetreibern vorgestellt.

Der Austausch ist das perfekte Mittel für die eigene Weiterentwicklung und darum geht es bei den Meetups.

Das Meetup in Freiburg war ein erster Versuch und ich war begeistert. Die Kommunikation mit unseren Kunden führen wir häufig über Screenshare. Der persönliche Kontakt und die Gespräche von Angesicht zu Angesicht, wie sie bei einem Treffen möglich sind, bilden deswegen eine willkommene Abwechslung. Der Austausch ist das perfekte Mittel für die eigene Weiterentwicklung und darum geht es bei den Meetups. Auf das Nächste, das im Oktober 2019 stattfindet, freue ich mich schon sehr.

Alle bevorstehenden Shopify Meetups findest du auf dieser Seite.

Was lernen andere Händler bei den Meetups von euch?

Wer die Wünsche seiner Kunden nicht punktgenau trifft, hat schlechte Chancen, auf dem Markt zu bestehen. Darum ist es wichtig seine Kunden zu kennen und zu wissen, worum es ihnen bei der Auswahl eines Produkts geht. Wenn eine junge Frau vor dem Kleiderschrank steht und sich fragt, was sie für den Tag in der Geschäftswelt anziehen soll, muss der Onlinehändler, der nachhaltige Business-Schuhe anbietet, ihre Fragen beantworten können – am besten bevor sie sie gestellt hat.

Wer die Wünsche seiner Kunden nicht punktgenau trifft, hat schlechte Chancen auf dem Markt zu bestehen.

Außerdem sprechen wir uns für einen schnellen Geschäftsstart aus, bei dem der USP im Vordergrund steht. Unternehmen arbeiten erfolgreich, wenn sie ihr Alleinstellungsmerkmal gefunden haben. Auch hierfür müssen sie mit den Kunden sprechen und herausfinden, was in ihrem Kleiderschrank fehlt.


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Which method is right for you?Über die Autorin: Inara Muradowa ist Shopify Partner, SEO-Expertin und Corporate Blogger. Neben technischer Suchmaschinenoptimierung und SEO-Beratung steht sie Unternehmen mit Konzeption und Verfassen von professionellen Blogposts tatkräftig zur Seite.