Erfolg im Dropshipping: So kalkulieren Sie Verkaufspreise richtig

Erfolg im Dropshipping: So kalkulieren Sie Verkaufspreise richtig

Dropshipping mit Shopify

Wer sich als Online-Händler für das Handelsmodell Dropshipping entscheidet, profitiert von vielen Vorteilen. Ganz von selbst läuft aber auch dieser Geschäftsansatz nicht. Voraussetzung für den Erfolg ist nämlich eine professionelle Kalkulation, die mitunter gar nicht einfach ist.

In diesem Gastbeitrag erklärt Ihnen Dropshipping-Experte Sebastian Huke, was Sie wissen müssen, um perfekt zu kalkulieren, und begleitet Sie durch den anspruchsvollen Prozess.

Shopify-Händler wissen ganz genau, dass Erfolg im Online-Handel immer auch eine Frage der Erfahrung ist. Man muss einfach bestimmte Ereignisse, Abläufe und Prozesse mehrfach erlebt haben, um souverän damit umgehen zu können. Trotzdem gilt aber auch Folgendes: Eine intensive Vorbereitung führt häufig ebenfalls zum Erfolg und kann Gründern und frisch gebackenen Unternehmern daher stark empfohlen werden. In einigen Bereichen braucht man allerdings handfestes Fachwissen, um den hohen Anforderungen, die heute an einen erfolgreichen Shop-Betreiber gestellt werden, genügen zu können.

Ein wichtiges und zentrales Beispiel für eine solche Disziplin ist die Kalkulation von Verkaufspreisen für den eigenen Shop.

Hier kann man nämlich eine ganze Menge falsch machen, wenn man sich nicht gründlich genug mit dem Thema beschäftigt. Und kleine Fehler haben in diesem Bereich teilweise erhebliche Folgen. Problematisch wirkt sich hierbei nämlich aus, dass ein Kalkulationsfehler das Unternehmen immer wieder und nicht nur einmalig trifft. Bei jedem einzelnen Verkauf wirkt sich der kalkulatorische Fehler schließlich erneut aus.

Aus diesem Grund möchten wir Sie in diesem Beitrag mit den Grundlagen der Preiskalkulation vertraut machen. Wir führen Ihnen hierzu noch einmal vor Augen, wie sich fehlerhafte Kalkulationen konkret auswirken, und sprechen mit Ihnen über die Unterschiede zwischen der klassischen Preiskalkulation und der Kalkulation fürs Dropshipping.

Hierzu versorgen wir Sie nicht nur mit erprobten Praxistipps, sondern stellen Ihnen auch eine umfangreiche Tabelle zur Verfügung, die Sie bei Ihrer nächsten Preiskalkulation optimal begleitet.

Lesetipp: Erfolgsgeschichten (mit und ohne Dropshipping!) von Shopify-Händlern in Deutschland, Österreich und der Schweiz finden Sie hier.

Preiskalkulation für Dropshipper: Ein entscheidender Erfolgsfaktor

Wer sich dazu durchgerungen hat, sein Geld künftig mit einem eigenen Unternehmen zu verdienen und hierzu einen großen Aufwand auf sich genommen hat, der will natürlich unbedingt, dass das Projekt maximalen Erfolg mit sich bringt. Im Business ist Erfolg vor allem dadurch definiert, dass das Unternehmen gute Umsätze und Gewinne erzielt. Ob der Traum vom beruflichen Erfolg letztlich in Erfüllung geht, hängt von ganz unterschiedlichen Faktoren ab. Shopify-Händler wissen ganz genau, dass hierzu zum Beispiel der Aufbau des Sortimentes, die Servicebereitschaft oder auch die Qualität der internen Prozesse gehört.

Nicht vergessen sollte man in diesem Zusammenhang aber einen Faktor, der eine stärkere Bedeutung hat, als viele andere: die Kalkulation der Verkaufspreise in Ihrem Shop.

Viele Händler setzen anstatt auf eine faktenbasierte Preiskalkulation auf ihr Bauchgefühl.

Viele Händler machen hier einen entscheidenden Fehler. Sie setzen an die Stelle einer sorgfältigen und vor allem faktenbasierten Kalkulation eine Preisfindung auf der Grundlage ihres Bauchgefühls. Intuitiv wird hierbei festgelegt, zu welchem Preis ein bestimmtes Produkt wohl angeboten werden kann. Und wenn dieser Preis über dem Einkaufspreis liegt, dann wird davon ausgegangen, dass schon alles in Ordnung sein wird. Negative Folgen sind vorprogrammiert.

Werfen wir, um dies anschaulicher zu machen, einen Blick auf die konkreten Konsequenzen, die mit kalkulatorischen Fehlern verbunden sind. Es liegt auf der Hand, dass wir dann ein ernsthaftes Problem haben, wenn der Erlös eines Produktes letztlich nicht ausreicht, um alle mit dem Verkauf verbundenen Kosten zu decken. Hierbei sprechen wir ganz bewusst von “allen Kosten” und nicht nur von den reinen Ausgaben für die Produktbeschaffung.

Diese gehen über den Einkaufspreis, den uns unsere Lieferanten gewähren, deutlich hinaus. Wenn es nun dazu kommt, dass wir eine Kalkulation erstellen, ohne hierbei sämtliche Kosten zu kennen und zu berücksichtigen, dann steigt das Risiko, dass wir damit bei jedem einzelnen Verkauf Verluste einfahren. Problematisch hierbei: Oft fällt es zunächst gar nicht auf, dass wir mit unserem Geschäftsergebnis langsam aber sicher ins Minus steuern. Schließlich werden die Kosten und Gebühren, die wir hier eigentlich berücksichtigen müssten, oft zu einer ganz anderen Zeit, nämlich deutlich später, abgerechnet. Kommt es gleichzeitig dazu, dass wir es mit einer Phase zu tun haben, in der wir steigende Umsätze erzielen, dann können sich Verluste sehr leicht hinter dem vordergründigen Anstieg der Geschäftsergebnisse verbergen.

Jeder einzelne Verkauf, über den wir uns als Unternehmer ja eigentlich freuen sollten, treibt uns dann immer tiefer ins Minus. Und während wir uns angesichts von hohen Besucherzahlen und steigenden Umsätzen erfolgreich wähnen, bewegen sich unsere Geschäfte immer weiter in den Verlustbereich. Es liegt auf der Hand, dass wir es als Shop-Betreiber auf keinen Fall so weit kommen lassen dürfen. Wir müssen uns also von Anfang an intensiv mit dem Thema Kalkulation beschäftigen und dürfen dabei keinen wichtigen Faktor außer acht lassen.

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Dropshipping vs. klassischer Online-Handel: Die Kalkulation unterscheidet sich

Der klassische Online-Händler, der zum Beispiel seinen Shop über Shopify darstellt, Produkte lagert und diese selbst an Kunden versendet, befindet sich in einer anderen Situation als der Dropshipper, der Lagerung und Versand von Waren seinem Lieferanten überlässt. Dieser entscheidende Unterschied in Bezug auf die konkrete Form der Abwicklung wirkt sich stark auf die Kostenstruktur und damit auch auf die Kalkulation aus. Betrachten wir die relevanten Faktoren näher, um einen Eindruck darüber zu gewinnen, was hier zu beachten und zu berücksichtigen ist.

Die Ursache für diese entscheidenden Unterschiede liegt in der unterschiedlichen Kostenstruktur begründet, die beide Handelsmodelle mit sich bringen. Auf der einen Seite finden sich bestimmte Kostenbereiche, die nur im Bereich Dropshipping eine Rolle spielen. Diese kann der klassische Händler einfach außer acht lassen. Auf der anderen Seite gibt es aber ebenso auch Kostenpotenziale, die nur den konventionellen Shop-Betreiber betreffen und die der Dropshipper nicht berücksichtigen muss. Es ist sehr wichtig, diese Unterschiede zu erkennen und zu berücksichtigen. Ignoriert man sie nämlich, können sich schnell Verluste in die Kalkulation einschleichen.

Schauen wir uns zunächst einmal die Kostenpositionen an, die nur den Dropshipping-Händler betreffen und die der klassische Händler nicht berücksichtigen muss.

Hierbei handelt es sich vor allem um die Gebühren, die der Dropshipper an seine Lieferanten bezahlt, damit sie für ihn den Versand direkt an seine Endkunden übernehmen. Hier kann man keine Standards benennen, da die Preisgestaltung immer eine individuelle Verhandlungssache zwischen Herstellern und Großhändlern auf der einen und dem Dropshipping-Händler auf der anderen Seite sind.

Hier wird noch einmal sehr deutlich, dass es für den Dropshipper unbedingt erforderlich ist, mit seinen Lieferanten sehr hartnäckig über diese Konditionen zu verhandeln. Doch nicht nur die Versand- und Verpackungskosten machen hier einen Unterschied aus. Häufig muss der Dropshipper für den Wareneinkauf auch ein wenig mehr bezahlen als der klassische Händler. Schließlich nimmt man als Dropshipper immer nur einen Artikel zur selben Zeit ab, während andere Händler größere Posten kaufen und dadurch bestimmte Rabatte erhalten. Auch dies muss in der Kalkulation berücksichtigt werden. Darüber hinaus muss immer geprüft werden, ob durch die Nutzung eines für Dropshipping geeigneten Systems nicht auch zusätzliche Kosten im Unternehmen entstehen, die in die Preiskalkulation einfließen müssen.

Werfen wir nun einen Blick auf die Situation des klassischen Händlers. Dieser wird nämlich mit einigen Kostenfaktoren konfrontiert, die seine Preiskalkulation stark beeinflussen. Denken Sie in diesem Zusammenhang nur einmal an die Ausgaben für das Lager, für die Lagernebenkosten, für das Logistikpersonal, das Verpackungsmaterial oder die Versandkosten. Darüber hinaus muss er jederzeit einen Teil seines Kapitals in den Einkauf von Warenvorräten investieren. Oft sind hiermit Finanzierungskosten verbunden, die ebenfalls berücksichtigt werden müssen. Man kann sich leicht vorstellen, dass wir es hier zusammengefasst mit sehr hohen Summen zu tun haben. Versäumt man es, diese komplett und akribisch innerhalb der Kalkulation zu berücksichtigen, kommt es schnell zu erheblichen Verlusten.

Wichtige Begriffe und Parameter für die Preiskalkulation im Online-Handel

Über die professionelle Kalkulation von Preisen herrschen bei Einsteigern im Bereich Online-Handel oft völlig verkehrte Vorstellungen. Neu-Online-Händler gehen oft davon aus, man müsse lediglich den Einkaufspreis eines Produktes ermitteln und hierauf einen bestimmten prozentualen Aufschlag berechnen, um einen vertretbaren und vernünftigen Verkaufspreis zu erhalten. Dies ist natürlich unsinnig, da man bei dieser Vorgehensweise die tatsächlichen Kosten im Unternehmen völlig ignorieren würde.

Es gilt also stattdessen, alle Kostenfaktoren im Unternehmen zu kennen, zu berechnen und zu berücksichtigen und diese letztlich anteilig in die Kalkulation von jedem einzelnen Preis einfließen zu lassen. Die unten stehende Tabelle zeigt Ihnen dabei ganz genau, wie dies optimal vonstatten geht. Im Folgenden wollen wir Ihnen noch exakt erklären, um was es sich bei den verschiedenen Kostenpositionen in der Tabelle im einzelnen handelt.

Bruttopreise vs. Nettopreise

Als gewerblicher Händler müssen Sie selbstverständlich immer zwischen Nettopreisen und Bruttopreisen unterscheiden. Enthält ein Preis bereits die gesetzliche Umsatzsteuer, die in den meisten Fällen bei 19 Prozent liegt, dann sprechen wir von einem Bruttopreis. Wurde die Umsatzsteuer dem genannten Preis noch nicht hinzugefügt, dann haben wir es mit einem Nettopreis zu tun. Wichtig in diesem Zusammenhang: Im geschäftlichen Kontakt zwischen Businesspartnern, also zum Beispiel zwischen Ihnen und Ihren Lieferanten, spricht man grundsätzlich immer von Nettopreisen. Diese enthalten also noch nicht die gesetzliche Umsatzsteuer. Spricht man dagegen mit einem Endkunden über einen Preis, dann verwendet man den Bruttopreis, der die Umsatzsteuer bereits beinhaltet.

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Dies liegt daran, dass die Umsatzsteuer für Geschäftsleute lediglich ein durchlaufender Posten ist, den Sie sich im Rahmen der Umsatzsteuererklärungen vom Finanzamt zurückholen. Der Endkunde dagegen erhält die Umsatzsteuer nicht zurück. Für ihn ist sie ein fester Bestandteil des Preises.

Es ist üblich und sinnvoll, mit jedem Lieferanten immer über die konkreten Einkaufskonditionen zu verhandeln. 

Es ist üblich und sinnvoll, mit jedem Lieferanten grundsätzlich immer über die konkreten Einkaufskonditionen zu verhandeln. Hierbei geht es vor allem um drei Positionen, um die sich der Einkaufspreis reduzieren kann, wenn Sie gut verhandeln:

Dies ist zunächst einmal der Rabatt, den Ihnen der Großhändler gewährt, weil Sie die eingekauften Waren weiterverkaufen. Zusätzlich können Sie einen bestimmten Bonus dafür erhalten, dass Sie zum Beispiel eine gewisse Anzahl an Produkten in einem fest definierten Zeitraum abnehmen. Und nicht zuletzt haben Sie das Recht, einen bestimmten Betrag vom Rechnungspreis abzuziehen, wenn Sie die Rechnung innerhalb einer vorgegebenen Zeit bezahlen. Diesen Nachlass bezeichnet man als Skonto.

Auf der anderen Seite wird Ihnen der Dropshipping-Lieferant aber wahrscheinlich auch einen Aufschlag dafür berechnen, dass er für Sie Lagerung, Verpackung und Versand der Produkte vornimmt. Innerhalb der Kalkulation ziehen Sie also auf der einen Seite alle Vergünstigungen vom eigentlichen Netto-Listenpreis ab und rechnen die anfallenden Aufschläge hinzu. Sie erhalten auf diese Weise den Bezugspreis, also den Preis, zu dem Sie tatsächlich einkaufen.

Darüber hinaus müssen wir im Rahmen der Kalkulation berücksichtigen, mit welchen weiteren Kosten wir es zu tun haben. Hierzu zählen die Handlungskosten, die Marketingkosten, die Ausgaben für Marktplätze oder Shopsysteme und die Gebühren für die Dienstleister, die Ihre Zahlungen im Shop abwickeln. Die Handlungskosten umfassen die allgemeinen Kosten und Verwaltungsausgaben. Teilt man deren monatliche Summe durch die Anzahl der monatlich verkauften Produkte, erhält man den Anteil, der je Artikel berücksichtigt werden muss. Die anderen Kostenpositionen erklären sich von selbst und müssen ebenfalls auf den Bezugspreis aufgeschlagen werden. Dies führt Sie zur Ermittlung des sogenannten Selbstkostenpreises. Auf diesen schlagen Sie nun abschließend zunächst den gewünschten Gewinn und dann die gesetzliche Umsatzsteuer auf. Am Ende dieses Prozesses erhalten Sie dann den Bruttoverkaufspreis.

Mit unserer Tabelle gelangen Sie Schritt für Schritt zur optimalen Kalkulation

Wir haben Ihnen bisher klar gezeigt, welche Folgen eine fehlerhafte Kalkulation im Unternehmen für Sie haben kann. Außerdem haben Sie alle wichtigen Begriffe und Größen kennen gelernt, die bei der Preiskalkulation eine Rolle spielen. Ab jetzt können Sie die folgenden Tabelle selbständig einsetzen, die Sie dabei unterstützt, die korrekten Verkaufspreise für Ihren Dropshipping-Shop zu kalkulieren. Sie finden hier alle Elemente wieder, die wir Ihnen zuvor vorgestellt und detailliert erklärt haben. Kurze Erläuterungen sorgen hier für ein optimales Verständnis. Damit Sie eine bessere Orientierung haben, geben wir bei den einzelnen Positionen bereits eine ungefähre Einschätzung vor. Wir zeigen Ihnen zusätzlich den konkreten Rechenweg und blenden für Sie exemplarische Ergebnisse ein, die Ihrer Kontrolle dienen sollen.

Im Alltag hat es sich bewährt, die einzelnen Kostenpositionen und die Rechenschritte in eine Tabellenkalkulation (zum Beispiel Excel) zu übertragen, um auf dieser Grundlage künftig alle Verkaufspreise berechnen zu können.

Faktoren der Preiskalkulation Rechenschritt [€]
Netto-Listeneinkaufspreis 100
- Rabatt 5.00% 100,00 * 0,05 -5
- Bonus 2.50% 100,00 * 0,025 -2.5
= Zieleinkaufspreis 92,50
- Skonto 2.00% 92,50 * 0,02 -1.91
= Einkaufspreis 90,59
Großhändler-Gebühren für DropShipping-Handling bis zu 20 € je Sendung, hier 7 € 7 7
= Bezugspreis 97,59
+ Handlungskosten Alle Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten (im Monat) je verkauften Produkten (im Monat) 5.100€ : 1.500 verkaufte Produkte 3.4
+ Marketingkosten Je nach Werbekanal zwischen 3% und 100%, hier 20% 97,59 * 0,20 19.52
+ Gebühren Shopsystem/Marktplatz Abhängig von diversen Faktoren, hier shopify 29$/Monat¹ + 2,0% des Verkaufspreises (29€ : 1.500 verkaufte Produkte) + (194,40 * 0,02) +3,91²
+ Gebühren Zahlungsanbieter hier PayPal mit 1,9% des Verkaufspreises + 0,35€ je Zahlungsvorgang (194,37 * 0,019) + 0,35 +4,19¹
= Selbstkostenpreis 128,61
+ Gewinn Je nach Produkt zwischen 5% und 100%, hier 27% 128,61 * 0,27 34.72
= Barverkaufspreis 163,33
+ Umsatzsteuer 19.00% 163,33 * 0,19 31.03
= Brutto-Verkaufspreis 194,36

¹ bei der Umrechnung den Tageswechselkurs berücksichtigen. ² Falls Brutto-Verkaufspreis noch nicht bekannt, ist hier ein kalkulatorischer Näherungswert einzusetzen.

5 Tipps für eine optimale Preiskalkulation im Dropshipping

Um die Verkaufspreise für Ihren Dropshipping Shop optimal berechnen zu können, benötigen Sie auf der einen Seite die fachlichen Grundlagen, die wir Ihnen bisher vermittelt haben und auf der anderen Seite ein wenig Übung. Die folgenden Tipps und Ratschläge unterstützen Sie aktiv dabei, das Erlernte schnell im eigenen Unternehmen umsetzen zu können.

Tipp 1: Erfolg setzt eine einwandfreie Kalkulation voraus

Die professionelle und umsichtige Kalkulation der Verkaufspreise in Ihrem Dropshipping Shop zählt zu den wichtigsten Faktoren in Bezug auf Ihren Erfolg. Dies sollten Sie sich immer wieder ganz klar vor Augen führen, wenn Sie einmal in Versuchung sind, die Preise einfach aus dem Bauch heraus festzulegen. Eine fehlerhafte Kalkulation kann Sie und Ihr Unternehmen finanziell schnell ruinieren. Machen Sie sich das immer wieder klar und legen Sie Wert darauf, in Ihrem Unternehmen persönlich für dieses wichtige Thema zuständig und verantwortlich zu sein.

Tipp 2: Der Verkaufspreis als Marketingfaktor

Das Thema Kalkulation ist noch deutlich vielschichtiger, als man annehmen könnte. Es beschränkt sich nicht auf die Frage von Gewinn oder Verlust im Unternehmen. Die Verkaufspreise wirken darüber hinaus auch als Marketing-Instrument und haben einen großen Einfluss darauf, wie erfolgreich im Shop verkauft wird. Schauen wir uns in diesem Zusammenhang ein kleines Beispiel an. Unter Experten in Sachen Preisgestaltung herrscht schon lange Einigkeit darüber, dass Konsumenten dazu neigen, zu Produkten zum mittleren Preis zu greifen. Wenn Sie also in einem Regal drei ähnliche Produkte sehen, die zu einem niedrigen, einem hohen und einem mittleren Preis angeboten werden, dann greifen Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit zu dem mittleren Angebot. Diesen Effekt nutzen Händler aktiv, um die Verkäufe für bestimmte Artikel zu erhöhen.

Man kann hieran erkennen, dass es jenseits der eigentlichen Kalkulation durchaus Faktoren geben kann, die dafür sprechen, in Einzelfällen vom Ergebnis der Preisberechnung abzuweichen, wenn man hiermit einen bestimmten Effekt erzielen will.

Tipp 3: Preiskalkulationen müssen immer streng systematisch erfolgen

Händler, die es gewohnt sind, ihre Verkaufspreise mehr oder weniger aus dem Bauch heraus festzulegen, werden es vielleicht belächeln, wenn wir an dieser Stelle ganz entschieden dazu raten, stattdessen auf eine systematische und standardisierte Kalkulation zu setzen.

Machen Sie es sich zur Pflicht, die Verkaufspreise für Ihren Shop immer systematisch und standardisiert zu kalkulieren. Wenn Sie sich an diese Vorgehensweise erst einmal gewöhnt haben, dann geht Ihnen die Nutzung einer entsprechenden Tabelle schon bald sehr schnell von der Hand.

Plus: Wenn Sie aus strategischen Gründen einmal von einem kalkulierten Preis abweichen wollen, dann kann es nicht schaden, exakt zu wissen, wie weit Sie dadurch ins Minus geraten.

Tipp 4: Behalten Sie das Marktgeschehen und die Konkurrenz immer im Auge

Wir haben uns bisher vor allem mit der Frage beschäftigt, wie eine professionelle und seriöse Preiskalkulation für den Online-Handel eigentlich aussieht. Sie wissen daher nun ganz genau, wie Sie die Verkaufspreise für Ihren Shop so kalkulieren können, dass Sie damit Gewinne erwirtschaften.

Allerdings sind Sie als Dropshipper natürlich nicht alleine auf der Welt, sondern von vielen Konkurrenten umgeben. Dies hat konkrete Folgen in Bezug auf die Preise, mit denen wir uns an dieser Stelle beschäftigen wollen. Das Internet ist als Marktplatz moderner Verbraucher extrem transparent. Selbst unerfahrene Anwender haben keine Mühe damit, auf die Schnelle Preise zu vergleichen und günstige Händler ausfindig zu machen. Eine Chance auf erfolgreiche Verkäufe haben Sie als Händler nur dann, wenn Sie nicht teurer sind als Ihre Mitbewerber. Sie müssen Ihre Gewinnvorstellungen daher immer exakt an die jeweilige Marktsituation anpassen, wenn Sie dauerhaft erfolgreich sein wollen.

Daher ist es für jeden Händler unverzichtbar, sich regelmäßig und ausführlich mit dem aktuellen Marktgeschehen zu beschäftigen und dabei vor allem die Preise der direkten Konkurrenten im Auge zu behalten. Nur wenn Sie wissen, was um Sie herum geschieht, können Sie angemessen reagieren und Ihre Preiskalkulation an die aktuellen Gegebenheiten anpassen.

Tipp 5: Es gibt gute Gründe für Abweichungen vom Preisstandard

Wenn wir Ihnen in diesem Artikel bisher immer wieder klar vor Augen geführt haben, wie wichtig es ist, sich in Bezug auf die Kalkulation von Preisen an klare und systematische Vorgaben zu halten, dann betraf dies den Regelbetrieb Ihres Shops.Im Großen und Ganzen sollte man hiervon nicht sonderlich abweichen.

Es gibt allerdings Situationen, in denen es sinnvoll ist, bewusst mit der Regel zu brechen. Dies gilt zum Beispiel dann, wenn Sie kurzfristig einen bestimmten Marktbereich erobern oder einen Konkurrenten auf seinen Platz verweisen wollen. In dieser Situation ist es möglich, die kalkulierten Preise mehr oder weniger zu unterschreiten, um auf diese Weise mehr Verbraucher auf sich aufmerksam zu machen.

Auch in dieser Situation sollten Sie allerdings nicht darauf verzichten, die korrekten Preise in einem ersten Schritt zu kalkulieren. Nur auf diese Weise können Sie genau berechnen, welche Kosten dadurch entstehen, dass Sie besonders günstige Preise anbieten. Es versteht sich von selbst, dass Sie zu solchen Möglichkeiten nur in Ausnahmefällen und nur für kurze Zeit greifen sollten, um Ihr Geschäftsmodell nicht zu gefährden.

Bleiben Sie in Bezug auf die Preiskalkulation dauerhaft motiviert

Natürlich wird es Sie im Laufe der Zeit reizen, in der einen oder anderen Situation auch einmal auf den vorgeschriebenen Kalkulationsweg zu verzichten und einen Preis doch rein aus dem Bauch heraus festzulegen. Sie werden schließlich unter dem Gefühl stehen, dass Sie mit der Zeit viele Preise rein intuitiv beurteilen und festlegen können. Und doch wollen wir Ihnen eindringlich raten, auch in solchen Fällen nicht darauf zu verzichten, den Preis per Eingabe in die Kalkulationstabelle zu überprüfen. Nur so können Sie gewährleisten, immer mit sicheren Preisen zu arbeiten und das Risiko von sich einschleichenden Verlusten zu minimieren.

Ein interessanter Nebeneffekt dieser Vorgehensweise besteht darin, dass Sie jederzeit einen Überblick über die Kostenstruktur in Ihrem Unternehmen behalten. Dies kann einen sehr guten Anlass bieten, Ihre Ausgaben immer wieder zu reduzieren. Auf diese Weise können Sie Ihren Gewinn deutlich erhöhen, ohne die Preise in die Höhe klettern zu lassen. Jeder Euro, den Sie innerhalb der laufenden Kosten in Ihrem Unternehmen einsparen können, wirkt sich unmittelbar auf Ihre Kalkulation, auf Ihre Verkaufspreise und auf Ihre Gewinne aus.

In diesem Zusammenhang sollten Sie auch das Potenzial regelmäßiger Verhandlungen mit Ihren Lieferanten nicht unterschätzen. Nicht umsonst lautet eine alte Kaufmannsweisheit, dass der Gewinn beim Einkauf gemacht wird. Initiieren Sie daher in überschaubaren Abständen Verhandlungsgespräche mit all Ihren Lieferanten und bemühen Sie sich dabei aktiv um günstige Konditionen. Hierbei empfiehlt es sich, immer genau darüber informiert zu sein, wie sich der Umsatz mit dem jeweiligen Hersteller oder Großhändler in der letzten Zeit entwickelt hat. So können Sie Ihre Argumente für bessere Preise und Konditionen optimal unterfüttern. Legen Sie vor solchen Verhandlungsgesprächen immer ganz genau fest, was Sie am Ende erreichen wollen und lassen Sie sich dabei das Heft nicht aus der Hand nehmen. Je überzeugter Sie hier auftreten, desto besser werden die gewährten Konditionen ausfallen.


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Which method is right for you?Über den Autor: Sebastian Huke ist seit 10 Jahren im E-Commerce aktiv und gibt sein Wissen gerne weiter. Er ist Marketing Manager beim Portal DropShipping.de, wo er Unternehmern den Start in die Online-Welt erleichtern möchte.

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