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Shopify @ FASHIONTECH Berlin: So baust du dein Business in der Ära des Direct-to-Consumer (D2C) auf

Direct-to-Consumer Beispiel

Zwei Tage ganz unter dem Stern von Mode und Technologie – auf der diesjährigen FASHIONTECH Berlin war Shopify zum ersten Mal mit eigenem Stand und Masterclass am Start. Europas führende Technologiekonferenz für die Modeindustrie beschäftigt sich mit Themen rund um Innovationen und Digitalisierung. Der beste Platz also, um zukünftigen und bestehenden Unternehmern und Unternehmerinnen im Fashion-Business ein Shopsystem vorzustellen, dass den neuen Anforderungen des Handels gewachsen ist.

Alle Vorteile von Shopify kannst du übrigens in diesem Beitrag nachlesen!


In einer Masterclass erhielten Besucher der FASHIONTECH von Shopify-Partner und Tante-E-Gründer Adrian Piegsa und der gitti-Gründerin Jennifer Baum-Minkus tiefe Einblicke.

Die Inhalte dieser Masterclass möchten wir euch nachfolgend vorstellen und erklären, was ein Online-Business heutzutage ausmacht.

Die neue Ära des Handels – bereits mittendrin

Eins ist klar: wir befinden uns bereits mittendrin im neuen Zeitalter des Handels. Das zeigen auch zahlreiche internationale Brands. Kylie Cosmetics beispielsweise, die Beauty-Marke der jüngsten Selfmade-Milliardärin Kylie Jenner, deren Produkte innerhalb einer Minute ausverkauft waren. Auch das Unternehmen Allbirds, eine Schuhmarke, die nach nur zwei Jahren mit 1,4 Milliarden Dollar bewertet wird, sowie Gymshark, eines der am schnellsten wachsende Unternehmen Großbritanniens, gehören zu diesen Beispielen.

Aber auch in Deutschland gibt es zahlreiche gute Vorbilder. Dazu zählen beispielsweise distorted people, eine der beliebtesten Münchner Modemarken, bei der die Fußballer von Bayern München und andere Prominente ein- und ausgehen.

Lesetipp: Die gesamte Erfolgsstory von Distorted People liest du hier.

Ein gutes Beispiel ist außerdem die 2015 gegründete Brand Paul Valentine aus Ludwigshafen am Rhein. 2018 zählte die Marke zu den Top 20 der am schnellsten wachsenden deutschen Instagram-Accounts – neben BMW, Snipes oder Netflix.

All diese Marken haben nicht nur gemeinsam, dass sie als Shopsystem Shopify einsetzen, als D2C-Marken repräsentieren sie eine neue Ära des Einzelhandels.


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D2C - direkter Kundenkontakt statt Zwischenhändler

D2C steht für Direct-to-Consumer und beschreibt eine neue Art des Kundenkontakts im Handel. Zuvor bestand eine Dreierbeziehung zwischen Kunden, die ein Produkt kaufen wollen, Geschäftsinhabern, die das Produkt erstellen und verkaufen möchten, und Einzelhändlern, die die Produkte anbieten. Bei dieser Konstellation besteht keine direkte Verbindung zwischen Kunden und Geschäftsinhabern.

In der Ära des Direct-to-Consumer ändert sich das. Der Händler verkauft direkt an den Käufer. Der Käufer kann sich die Marke, von der er kaufen will, selbst auswählen und sich mit ihr identifizieren. Es besteht also eine direkte Beziehung zueinander.

7 Dinge, die du von der neuen D2C-Generation lernen kannst

Kanalunabhängig

Es gibt keinen Unterschied zwischen den verschiedenen Kanälen wie online oder offline. Im D2C trittst du mit deinem Publikum in Kontakt und engagierst dich, wo und wie auch immer du willst.

Auf die Community bedacht

Kunden werden nicht nur als Kunden angesehen, sondern du baust dir hier eine Gemeinschaft um deine Marke herum auf, die auf Interessen basiert. Du stehst in direkter Kommunikation oder beziehst deine Community sogar in die Entscheidungen ein wie bei einer Co-Kreation.

Kundenwissen

Durch diese direkte Kommunikation lernst du sehr viel über deine Kunden und viel mehr als bei anderen Modellen.

Social Media & Markenbotschafter

Im D2C spielen soziale Medien eine große Rolle, um in das tägliche Leben der Community einzutreten und einen Kernstamm aufzubauen. Außerdem kannst du sie nutzen, um Markenbotschafter zu finden, die deine Marke fördern.

Drops

Darunter versteht man eine Marketingtechnik, um Produkte auf den Markt zu bringen und eine Knappheit zu schaffen. C'est normal, Kylie Cosmetics und viele andere Marken nutzen diese Technik.

Authentizität

Menschen wollen von Menschen kaufen. Der Gründer oder die Gründerin ist oft das Gesicht der Marke. Dieses Gesicht spiegelt den Antrieb, die Werte und Überzeugungen der Marke wider, mit denen sich die Kunden identifizieren können.

Flexibilität und Offenheit zum Ausprobieren

D2C-Marken zeichnet eine gewisse Agilität aus. Sie probieren neue Dinge aus, um zu sehen, ob sie funktionieren. Wenn sie funktionieren, halten sie daran fest. Wenn nicht, stoppen sie die Maßnahme, ziehen ihre Lehren daraus und testen etwas Neues.

Lesetipp: Auch das Traditionsunternehmen Giesswein krempelte die eigene Strategie kurzerhand auf D2C um. Wie das gelang, steht in diesem Interview.

Direct-to-Consumer am Beispiel gitti

Auf der FASHIONTECH-Masterclass hieß Adrian Jennifer von gitti willkommen. Die Geschäftsfrau hat eine beeindruckende Lebensgeschichte: Vom einen auf den anderen Tag kündigte sie ihren Manager-Job, mit dem sie im Jahr über 100.000 Euro verdiente. Stattdessen fing Jennifer an, sich zu fragen, was sie machen würde, wenn sie keine Angst hätte. Das Erste, was Jennifer in den Sinn kam, war: Glitzer-Nagellack. Auch wenn sie selbst das Gefühl hatte, dass das irgendwie "peinlich" war – vor allem in politisch und umwelttechnisch wichtigen Zeiten – ließ sie der Gedanke nicht los. Und Jennifer begann zu recherchieren.


gitti-Gründerin Jennifer Baum-Minkus

Eine erste Erkenntnis folgte: Die meisten Nagellacke auf dem Markt enthalten giftige Inhaltsstoffe, die im Verdacht stehen, ernsthafte Gesundheitsprobleme zu verursachen und bereits zwei Stunden nach dem Auftragen im Körper gemessen werden können. Da die globale Nachfrage nach natürlichen Inhaltsstoffen auf dem Kosmetikmarkt stetig steigt, wusste Jennifer was zu tun war.

Ende April 2019 startete sie mit ihrem Unternehmen gitti die erste Kollektion im Onlineshop. In weniger als zwei Stunden war der Shop ausverkauft. Bereits vor dem Launch hatte gitti 1.000 E-Mail-Abonnenten auf einer Warteliste gesammelt.

Nicht immer geöffnet: Der Onlineshop von gitti ist exklusiv und limitiert.

Seit der Markteinführung wurden Produkte von gitti von führenden Influencern in Zeitschriften, Zeitungen und im Fernsehen von Deutschland bis Japan vorgestellt. Es entstand ein regelrechter Hype. In sieben Tagen konnten über 165.000 Euro an Einnahmen generiert werden – und das alles ohne Marketing-Budget.

Was ist das Geheimnis von gitti?

Das Team um gitti ist bei Vertrieb und Marketing äußerst clever vorgegangen. Wichtig war dabei zu jeder Zeit, dass ein Gefühl der Zugehörigkeit geschaffen, eine Beziehung aufgebaut und eine Experience geboten wurde.

Einige Punkte haben besonders dazu beigetragen, dass ein Hype entstanden ist und könnten auch für deinen Erfolg interessant sein:

Exklusiver Onlineshop

Der gitti-Onlineshop ist regulär geschlossen und öffnet nur einmal pro Monat. Um Zugang zu erhalten, müssen Interessenten sich auf einer E-Mail-Liste registrieren. Der begrenzte Zugang fördert die Spannung.

Limitierte Ausgaben

Alle Kollektionen sind limitiert. Sobald die Produkte ausverkauft sind, schließt der Shop wieder. Mehr als 60 Prozent der Einnahmen werden innerhalb der ersten vier Stunden nach Shop-Öffnung erzielt - einige Kunden stellen sogar ihren Wecker für den Verkauf. Diese Limitierung hat geholfen, einen Hype für ein Produkt auszulösen, das normalerweise 24 Stunden in Drogerien gekauft werden kann.

Einzigartiger Ansatz

Sowohl der Onlineshop als auch der Newsletter sind sehr einfach gehalten. Kunden werden nicht zugespamt. Wenn ein Newsletter versendet wird, wissen die Kunden, dass es wichtig ist. Dadurch kann eine Newsletter-Konversionsrate von etwa 20 Prozent ermöglicht werden.

Community

Das Wichtigste für gitti ist jedoch die Community, sie steht im Mittelpunkt aller Aktivitäten. Sie verbreitet die Botschaft und den gitti-Vibe auf der ganzen Welt. Das Geschäft floriert dadurch vor allem durch Mund-zu-Mund-Propaganda und Viralität.

Die Community hat das Unternehmen bereits vor der Gründung unterstützt, als Jennifer mit 400 Frauen eine Umfrage dazu durchführte, was ihnen bei Nagellack wichtig ist. Die erste kleine Gemeinschaft war damit geboren.

In dem anschließend erstellten Instagram-Konto teilte sie jeden Schritt ihrer Reise mit ihren Followern und bezog sie in jede Entscheidungsfindung mit ein. Aus der Community wurde so ein erweitertes Team. Außerdem ist alles so ausgerichtet, dass Kunden eigene Inhalte generieren und in den sozialen Medien weitertragen können.

Um den Gemeinschaftsgedanken zu stärken, werden regelmäßig Live-Tests durchgeführt, bei denen die Community einbezogen wird. gitti lädt dazu Kunden in das Büro ein, um Kollektionen zu testen. So unterstützt die Community das Unternehmen nach wie vor bei Produktverbesserung und Neuentwicklungen.

Sowohl die Masterclass als auch dieser Blogbeitrag sollen angehenden Entrepreneuren zur Inspiration dienen. Es ist so leicht wie nie ein eigenes Online-Business zu gründen – auch oder vor allem in Zeiten des neuen Handels. Also worauf wartest du noch?


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Which method is right for you?Über die Autorin: Caroline Dohrmann ist Online-Marketing-Managerin und Content-Enthusiastin. Wenn sie nicht gerade Shopify-Händlern und Händlerinnen die besten Geheimtipps in Interviews entlockt, schreibt sie im Blog über die Shopify-Community, Social Media und was das Online-Marketing gerade bewegt.