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Warum Verkaufsschilder rot sind: Wie du die Farblehre in deinem Laden und Onlineshop anwenden kannst

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Wir alle sehen täglich Schaufenster voller Verkaufsschilder, die fabelhafte Deals und unglaublichen Rabatt versprechen. Ist dir schon einmal aufgefallen, dass die meisten Schilder rot sind?

Dafür gibt es eine einfache Erklärung: Bestimmte Farben verkaufen mehr Ware. Welches Farbklima du für deinen Laden, deine E-Commerce-Site und dein Logo auswählst, hat Einfluss auf deine Verkaufszahlen und darauf, ob potentielle Kunden auch wirklich einen Kauf tätigen.

Es gibt eine spezifische Psychologie der Farben: Wie Menschen auf Farben in ihrem Umfeld reagieren ist eine seit Jahrhunderten gut erforschte und getestet Wissenschaft. Lass uns diese Erkenntnisse für dein Business umsetzen.

Da Farben also einen wichtigen Stellenwert in unserer Psyche haben, können Händler wissenschaftliche Grundlagen nutzen, um ihren Absatz anzukurbeln. Ob also dein Ladengeschäft oder dein Display einen neuen Anstrich braucht oder ob du gerade über das Motiv für deine nächste Fenstergestaltung nachdenkst— die Farbgebung kann die Kaufentscheidungen deiner Kunden entscheidend beeinflussen.

Wir zeigen dir, wie du die richtigen Farb-Entscheidungen triffst.

Warum Farben wichtig sind

Wenn du immer noch nicht ganz überzeugt bist, dass deine Farbauswahl einen realen Umsatz-Unterschied macht, bedenke Folgendes: Wenn eine mögliche Kundin zum ersten Mal in deinen Laden kommt, bildet sie sich innerhalb von 90 Sekunden unbewusst eine Meinung zu deiner Marke und deinem Produkt. Und nun rate mal, inwieweit dieser erste Eindruck allein farbabhängig ist? Laut Wissenschaft ungefähr 62 bis 90 Prozent.

Was den Einsatz noch erhöht, ist die Tatsache, dass 52 Prozent der Kunden nicht wiederkommen, wenn sie die Ästhetik nicht anspricht. Wenn dich das immer noch nicht davon überzeugt, wie wichtig Farben sind, sollte Folgendes deine Meinung ändern: 93 Prozent der Kaufentscheidungen werden über den optischen Auftritt entschieden, und 85 Prozent der Verbraucher nennen Farbe als Hauptgrund für einen Kauf.

Why Color Matters

Ein weiterer Kernbereich, in dem Farbe für Händler entscheidend ist, ist die visuelle Werbung. Zum Beispiel spielt Farbe eine bedeutende Rolle dabei, wie oft Anzeigen gelesen werden – nämlich 42 Prozent häufiger als Schwarz-Weiß -Anzeigen. Zudem erhöhen Farben das Verständnis sowie Lese- und Auffassungsvermögen erheblich.

Egal ob es um dein“Öffnungszeiten”- oder “Wir haben geöffnet/geschlossen”-Schild geht oder deine Schlussverkaufsankündigung, gestaltest du deine Werbung bunt, wenn dein Angebot ins Auge fallen soll.

Why Color Matters

Der Einfluss der Farben

Auch wenn es schwer nachvollziehbar sein mag, dass Farben das Verbraucher-Verhalten so stark beeinflussen: Die Farbgebung ist ein wichtiger Parameter, der uns alle bewusst und unbewusst beeinflusst.

Es ist womöglich nachvollziehbar, dass die Farbe Blau ein Gefühl von Vertrauen und Verlässlichkeit erzeugt (vergleiche Begriffe wie “Königsblau”, “Royalblau”, “blaublütig”). Häufig sehen wir Blau in den Logos von Finanzinstitutionen. Laut einer Studie im Journal of Business Research ist es sogar 15 Prozent wahrscheinlicher, dass Kunden zu Läden mit blauer Farbgestaltung gehen als mit Orangetönen. Unser instinktives Verständnis der Farblehre lässt sich also bestätigen.

Hier ist ein Beispiel zur Farbe Rosa, die allgemein für beruhigend gehalten wird. Laut einer Studie im Journal of Orthomolecular Psychiatry haben Wissenschaftler herausgefunden, dass sich das Hormonsystem von Menschen, die Rosa sehen, verlangsamt und sich ihre Muskeln entspannen.

Um es auf den Punkt zu bringen: Rosa entspannt und tut wohl. Erinnere ich mich da nicht an eine rosa Cremedose aus meiner Kindheit? Ach ja: “bebe Zartpflege”.

bebe Zartpflege  

Hört sich verrückt an, oder? Aber das ist das Tolle an Farben und ihrer Wirkung auf unsere Psyche.

Rate mal, warum alle Rabatt- und Räumungsverkaufs-Schilder rot sind. In einer Studie in der Zeitschrift Emotion stellt Professor Andrew Elliot heraus, dass wir schneller und energischer reagieren, wenn wir “rot sehen”. Das liegt daran, dass Rot bestimmte physische Reaktionen verstärkt, weil es in unseren Köpfen als Warnsignal verankert ist. Einzelhändler benutzen diese Einsicht, um die Aufmerksamkeit ihrer Kunden zu erregen und eine Kaufentscheidung auszulösen. 

The Influence of Color

Eine weitere interessante Fallstudie war der Marketing-Versuch der Marke Heinz, ihr berühmtes Ketchup von Rot auf Grün umzustellen. Auslösen wollten sie damit Assoziationen zu Gesundheit, Ruhe und Wohlstand. Das Ergebnis? Mehr als $23 Millionen Umsatzplus allein im ersten Monat – der höchste Zuwachs in der Firmengeschichte.

The Influence of Color

Wie Verbraucher Farben empfinden

Nun wissen wir, warum Farben wichtig sind. Aber wie kannst du das konkret ein- und umsetzen? Die Entscheidungsfindung zu deinem perfekten Farbkonzept beginnt mit der Frage “Was ist die Hauptzielgruppe für meine Marke?” Wendest du dich an Kinder, Teenager, (junge) Erwachsene oder Senioren? Von deiner Kundendemografie, Käuferprofil und Verhaltensweisen hängt deine Farbwahl entscheidend ab.

Welches Farbklima du wählst, kann entscheiden, welchen Kundentypen du anziehst, wobei bestimmte Farbzusammenstellungen für eine Art Ladenlokal vorteilhafter sein können als für eine andere.

Schauen wir uns genauer an, was ich damit meine:

How Consumers Relate to Color

Zudem gibt es kleine geschlechtsspezifische Unterschiede bei den Farbpräferenzen (s. Grafik unten). Das kann sich als nützlich erweisen, wenn dein Geschäft mehr auf ein Geschlecht abzielt.

How Consumers Relate to Color

Wähle dein Farbkonzept

Gehen wir deine Farbauswahl praktisch an. Es gibt natürlich verschiedene Herangehensweisen, wie dir jeder Designer oder Künstler bestätigen wird, aber hier sind die häufigsten Ansätze, wie du dein Konzept aufziehen kannst. 

Dein Farbklima kann bestehen aus:

  • Monochromatischen Farben: Das sind unterschiedliche Farbtöne derselben Grundfarbe.
  • Komplementärfarben: Diese Farben stehen sich im Farbkreis gegenüber, z. B. rot und grün.
  • Analoge Farben: Diese Farben liegen nebeneinander im Farbkreis, z. B. orange, gelb, hellgrün.
  • Triadische Farben: Bei diesem Farbschema liegen die Farben in einem 120-Grad-Winkel (oder Dreieck) zueinander im Farbkreis, z. B. violett, orange, grün.
  • Split-Komplementäre Farben: Diese Farbschema beinhaltet eine Grundfarbe und zwei im Farbkreis neben der Komplementärfarbe liegende Farben, z. B. rot (und statt der Komplementärfarbe grün die daneben liegenden) türkis und hellgrün.
  • Rechteck-Farben: Bei diesem Farbschema kombinierst du vier Farben, die aus je zwei Komplementärpaaren ein Rechteck bilden, z. B. rot, orange, mittelblau, grün.
  • Quadrat-Farben: Dieses Farbschema besteht aus vier Farben, die im Farbkreis ein Quadrat ergeben, z. B. rot, dunkelgelb, dunkelblau, grün.

Wie Verbraucher auf einzelne Farben reagieren

Schaust du dir zum Schluss diese englische Infografik von Marketo an, die aufzeigt, wie Verbraucher auf einzelne Farben reagieren. Das ist besonders aufschlussreich für Anfänger und zur Bestimmung deiner Logo-Farbe. Du kannst diese Anleitung aber genauso gut einsetzen, wenn du Grund- und Akzent-Farben für deinen Laden finden willst.

Link: True Colors: What your Brand Colors Say About Your Business

Wie hast du deine Farben ausgewählt?

Das war eine Menge an Informationen zur Farbwissenschaft im Handelskontext. Ich würde gern erfahren, wie du die Farbauswahl für deine Marke, dein Produkt und insbesondere dein Geschäft getroffen hast. Oder lass mich wissen, welche Studie, Erkenntnis, Statistik oder Grafik für dich in diesem Post am meisten herausstach und wie das deine Einstellung zum Einfluss von Farben auf das Konsumentenverhalten verändert hat.

(Fotos: Marketo, KISSMetrics, WebPageFX, bebe Zartpflege)


Which method is right for you?Geposted von Hendrik Breuer: Hendrik ist Redakteur des deutschen Shopify-Blogs. Möchtest du einen Gastbeitrag veröffentlichen? Dann lies bitte zuerst diesen Leitfaden. Hendrik erreichst du übrigens auch auf Twitter.

Dieser Artikel von Humayun Khan erschien ursprünglich auf Englisch im Shopify.com-Blog und wurde lokalisiert.