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Wie das Juweliergeschäft Krumtünger durch COVID-19 nach 100 Jahren mit Ladengeschäft online durchstartet

Wir konnten einfach nicht genug bekommen und haben für euch eine weitere COVID-19 Sonderfolge unseres Podcasts aufgenommen. Dafür haben wir uns mit Andrea Treibenreif von Krumtünger getroffen. Sie betreibt das 100 Jahre alte Juweliergeschäft bereits in vierter Generation gemeinsam mit ihrem Mann in Rosenheim.

In der heutigen Folge erzählt sie uns, wie sie und ihr Mann durch eine Corona-Infektion am eigenen Leib von heute auf morgen ihren Store in Rosenheim schließen mussten und wie sie durch die Unterstützung von Sternglas aus der Not heraus ihr eigenes Online-Business starteten. 

Die komplette Transkription dieser Folge findest du hier.

      
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    Show Notes

    Von heute auf morgen geschlossen

    Manuel Fritsch: Seit mehr als 100 Jahren steht Krumtünger für ein etabliertes Juweliergeschäft in Mitten von Rosenheim. Seit kurzem aber auch im E-Commerce - Wie kam es dazu?

    Andrea Treibenreif: Alles begann im Februar 2020. Zu dieser Zeit war ich geschäftlich auf einer Messe und habe eine große Anzahl von Uhren der Firma Sternglas für unser Juweliergeschäft bestellt. Wie vereinbart trafen diese dann auch pünktlich im März ein. Doch drei Tage später dann der Schock - das Gesundheitsamt musste unsere Firma schließen, weil mein Mann und ich uns mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Nun standen wir da und durften von jetzt auf gleich nicht mehr in unseren Laden rein. Und so fing eigentlich alles an.

    Wir saßen nun auf der frisch gelieferten Ware und jegliche Einnahmequelle blieb aus.

    Kurze Zeit später hat mich der Vertreter von Sternglas angerufen und hat gefragt, wie es uns geht mit der Ware und ob alles ordnungsgemäß angekommen sei. Das konnte ich bestätigen und äußerte ihm auch meine Ängste und Sorgen, wie es nun weitergehen soll, jetzt wo wir in Quarantäne sind und die Leute sich auf die Onlineshops stürzen. 

    In einem unserer Podcasts aus der ersten Staffel haben wir auch mit dem Gründer von Sternglas gesprochen, hör ihn dir hier einfach an. 

    Manuel: Ihr habt den Virus also tatsächlich hautnah miterlebt. Ich hoffe ihr habt den Virus gut überstanden?

    Andrea: Es ist uns eigentlich sehr gut gegangen, wir hatten den Virus wie eine Grippe, aber wir waren so beschäftigt mit den ganzen Regeln von unserem Geschäftsbetrieb, dass wir eigentlich gar keine Zeit hatten, krank zu sein.

    Manuel: Andere Unternehmer hatten das "Glück" sich vorher auf den Lockdown vorbereiten zu können, bei euch gab es dieses "Privileg" nicht, da euer Laden noch vor dem Lockdown schließen musste. Seid ihr davon ausgegangen, dass, sobald ihr aus der Quarantäne raus seid, alles wieder normal weitergeht?

    Andrea: Ja, aber da ist es dann täglich wirklich in den Medien rundgegangen und immer mehr Fälle sind aufgetreten. Ich glaube, Italien und Österreich hatten schon die Geschäfte geschlossen und dann haben wir uns eigentlich gedacht, dass das bei uns auch so weitergeht.

    "Und ich denke, jeder hat sich gedacht, er ist im falschen Film. Also was passiert da überhaupt? Das gibt es nicht."

    Manuel: Also zum einen die Sorgen, dass es einem gesundheitlich nicht gut geht und dann noch die Sorgen wie es denn jetzt weiter geht und wann ihr euer Geschäft wieder öffnen dürft?

    Andrea: Es war sehr belastend, denn es sind natürlich jeden Tag unsere normalen Rechnungen eingetrudelt. Auch unsere Mitarbeiter waren sehr verängstigt und jeder hat sich gefragt was mit ihm passiert und wie sie am besten damit umgehen. 

    Das Krumtünger-Team rund um die Geschäftsführer Andrea & Thomas Treibenreif

    Der Einstieg in den E-Commerce - aus der Not heraus

    Manuel: Und dann die Idee, nun aufs Online-Geschäft auszuweichen. Hattet ihr in der Vergangenheit schon mal drüber nachgedacht oder war das eigentlich nie ein Thema in eurer Branche?

    Andrea: Wir haben uns schon öfters drüber unterhalten und haben immer gedacht, dass es für die Zukunft einfach wichtig ist, dass man zweigleisig fährt mit einem Shop und einem Ladengeschäft. Wir haben uns oft erkundigt. Aber der Aufwand ist riesig, wenn der Shop gut ausschauen und gut funktionieren soll.Und die Kosten waren auch nicht unerheblich. Ich denke, jeder ist mit seinem täglichen Geschäftsbetrieb gefangen. Entweder man lässt das von jemandem machen oder man hat mehr Zeit und kann sich damit beschäftigen - und das war bei mir eigentlich nicht der Fall. 

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    Manuel: In einem Podcast mit Sternglas haben wir erfahren, dass diese auch die Idee gehabt haben, Juweliere und Ladengeschäfte während COVID-19 zu unterstützen. Ist diese Idee durch das Telefonat entstanden, oder sind die dann schon direkt mit dieser Idee auf euch zugekommen?

    Hör hier direkt in unseren neuesten Podcast mit Sternglas rein! 

    Andrea: Ich denke, dass wir die ersten waren, weil der Herr Opitz eben mit mir dieses Telefonat geführt hatte, als ich wirklich sehr verzweifelt und schlecht gelaunt war. Ein paar Tage später hat er mich dann zurückgerufen und gesagt, er hätte das mit seiner Firma besprochen und sie haben da eine Idee. 

    Dann sind wir einfach so verblieben, dass wir erstmal darüber nachdenken. Und sie haben mir gesagt, dass sie mir eine Mail mit dem Ablauf schicken und mir dann zwei Damen an meine Seite stellen, die sich gut auskennen und die das Ganze mit mir zusammen machen.

    Ich hatte die Befürchtung, dass ich das nicht schaffe, da ich einfach am PC auch nicht so super fit bin. Dann haben die beiden gelacht und gesagt, dass wir das zusammen schaffen.

    Dann habe ich mich darauf eingelassen, und wenn es nicht gegangen wäre, dann wäre es eben so gewesen.

    Manuel: Dann hat auch alles gekappt und ihr habt euch dann mit den beiden Damen warmgespielt? 

    Andrea: Ja, sie haben mir den Anfang eingerichtet mit zehn Artikeln, wo man einfach die Beispiele schon ein bisschen gesehen hat, wie das alles dort funktioniert. Ich habe eine super Anleitung bekommen und das Tolle war, ich konnte wirklich immer anrufen und fragen und die waren immer nett und ich bin mir auch nie dumm vorgekommen und es hat dann echt funktioniert.

    Ich habe das dann einfach mal ausprobiert, so wie das auf der Anleitung gestanden hat, und dann hat das funktioniert.

    Es ist schon so, also ich tue mich einfach leichter, wenn ich mit jemand darüber reden kann und nicht alles nur online nachlesen kann. Es ist für mich einfacher. Wenn man jemanden fragen kann, ist das immer ein gutes Gefühl.


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    Manuel: Wie lange hat es denn dann gedauert, bis der Shop dann wirklich online ging? 

    Andrea: Das war wirklich sehr, sehr schnell, dass es mir selber schon richtig unheimlich war. Ich denke, dass wir nach ein, zwei Wochen schon gestartet sind.

    Der Krumtünger-Onlineshop heute ...

    Manuel: Hättet ihr sicher auch nicht gedacht, dass das alles so schnell geht, oder?

    Andrea: Es waren halt wenig Artikel, aber wir haben dann sofort über Facebook und Instagram Werbung gemacht und an unserem Schaufenster ein Plakat aufgehängt. Und von den Kunden kamen da auch tolle Reaktionen. Anfangs war der Shop noch nicht bekannt, also waren es zunächst dann viele aus dem Bekannten- und Freundeskreis, die das gelesen haben am Schaufenster oder auf Facebook. Und hier gab es direkt positives Feedback.

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    Manuel: Und hat es dann auch was zum Umsatz beigetragen? 

    Andrea: Viele haben geschaut und dann aber angerufen und haben gesagt, dass sie die Sachen toll finden und vorbeikommen, sobald wir wieder öffnen. Und es war tatsächlich so. Ich denke es ist schwierig, ein solches Produkt rein über den Onlineshop zu vertreiben. Und das war eigentlich auch immer unser Wunsch, weil wir lieber die Leute beraten als anonym über einen Onlineshop zu verkaufen.

    Manuel: Ist ja auch klar, gerade wenn man jetzt einen Verlobungsring oder eine schöne Kette sucht, will man diese auch angezogen sehen. Aber trotzdem hat der Onlineshop super als eine Art Schaufenster funktioniert, oder?

    Andrea: Genau, es funktioniert gut und ich denke, es wird immer wichtiger. Wir müssen da unbedingt dabeibleiben, aufstocken und unsere ganze Logistik anpassen. Ich denke, das größere Problem ist die Warenwirtschaft, denn mit wenig Artikeln ist das relativ unkompliziert. Also denke ich, der Weg müsste sein, das an die Warenwirtschaft anzuhängen, damit es auch besser handelbar ist.

    Das hätten wir ohne die Krise wahrscheinlich nie geschafft.

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    Manuel: Also ich denke auch, dass das eine Grundlage ist, die euch auch in der Zukunft etwas bringen wird. Das war jetzt nicht nur eine kurze Maßnahme für die Krise.

    Andrea: Genau, und ich denke, dass immer mehr Menschen sich das Produkt zunächst im Internet anschauen und dann vielleicht trotzdem in ein Geschäft gehen um das Original anzuschauen. Nicht jeder will im Internet bestellen, aber viele wollen sich im Internet ein paar Informationen holen.

    Manuel: Das heißt, ihr pflegt jetzt auch weiter alle Produkte ein oder gibt es da eine bestimmte Auswahl welche Produkte in den Shop kommen?

    Andrea: Ja. Bis jetzt haben wir wirklich wöchentlich Ware eingepflegt. Jetzt läuft der normale Geschäftsbetrieb wieder, zwar langsamer als vorher, aber es wird wieder schwieriger dafür Zeit zu finden. Darum müssen wir derzeit schauen, wie wir das irgendwie stemmen können.


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    Manuel: Das klingt doch nach einem erfolgreichen Start in den E-Commerce ohne großartige Probleme?

    Andrea: Genau, muss ich wirklich sagen! Ich hätte nicht gedacht, dass das dann wirklich so klappt. Aber es ist auch wirklich so schön geworden.

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    Which method is right for you?Über die Autorin: Caroline Dohrmann ist Online-Marketing-Managerin und Content-Enthusiastin. Wenn sie nicht gerade Shopify-Händlern und Händlerinnen die besten Geheimtipps in Interviews entlockt, schreibt sie im Blog über die Shopify-Community, Social Media und was das Online-Marketing gerade bewegt.
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