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CO2-Kompensation: Ein Leitfaden für den Auswahlprozess von Shopify

Shopify's Carbon Offsets Strategy

Beim Thema CO2-Ausgleich gibt es aktuell jede Menge Verwirrung. Im laufenden Experiment zur Bekämpfung des Klimawandels hat die CO2-Kompensation sowohl an Popularität gewonnen als auch für Kontroversen gesorgt.

Shopify hat vor kurzem Optionen für Händler und Käufer eingeführt, um die CO2-Emissionen durch ausgelieferte Bestellungen auszugleichen:

  • Offset: Eine Shopify-App, die es Händlern ermöglicht, sich für die Kompensation der Zustellung sämtlicher Bestellungen zu entscheiden.
  • Shop: Für jede Bestellung, die über Shop Pay gekauft wird, kompensiert Shopify alle durch die Auslieferung entstandenen Emissionen.

Was ist eine CO2-Kompensation tatsächlich, wie funktioniert sie und woher wissen wir, dass sie wirksam ist? Dieser Blogbeitrag führt dich in die Kompensationsstrategie von Shopify ein und zeigt dir, wie wir unsere Klimaschutzprojekte ausgewählt haben.

Inhaltsverzeichnis

  1. CO2-Kompensation erklärt
  2. Warum Shopify CO2-Kompensationen erwirbt
  3. Die Auswirkungen des Handels auf die CO2-Emissionen
  4. Wie haben wir unseren Partner für die CO2-Kompensation ausgewählt?
  5. Die Geschichte von Pachama
  6. Wie Pachama Technologie zur Maximierung des CO2-Ausgleichs einsetzt
  7. Die Anatomie einer Kompensation
  8. Warum bestehende Wälder schützen, anstatt neue Bäume zu pflanzen?
  9. CO2-Kompensation ist keine Lösung für den Klimawandel

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CO2-Kompensation erklärt

Stell dir vor, du hast gerade eine ziemlich Sauerei verursacht und einen Farbeimer verschüttet. Nun weißt du aber nicht, wie man diese Farbe beseitigt. Vielleicht möchtest du es auch einfach nicht selber tun. Anstatt die Reinigung also selbst zu übernehmen, bezahlst du jemanden, der eine andere Dose verschütteter Farbe irgendwo anders aufräumt oder verhindert, dass eine weitere Farbdose verschüttet wird. Die von dir verschüttete Farbe ist immer noch da. Aber die Zahl der insgesamt in der Welt verschütteten Farbeimer ist die gleiche wie vor deinem Missgeschick. So sieht Kompensation für Kohlendioxid-Emissionen (CO2) aus, die wir in die Atmosphäre freisetzen.

Die gute Nachricht ist, dass dies eine sehr grobe Analogie ist. Im Szenario mit dem Farbeimer würdest du immer noch einen Bogen um die verschüttete Farbe machen und niemals den Nutzen deiner delegierten Reinigung sehen. Bei der Entnahme von Kohlenstoff aus der Atmosphäre ist dies jedoch anders. Sie ist für den gesamten Planeten von Vorteil, unabhängig davon, wo auf der Welt sie stattfindet. Menschen, Unternehmen und Regierungen können berechnen, wie viel CO2 sie durch Dinge wie das tägliche Leben und den Geschäftsbetrieb emittiert haben. Anschließend können sie dafür bezahlen, dass diese Menge CO2 aufgefangen oder vermieden wird. Die Kompensationen werden pro Tonne CO2 verkauft, wobei die Preisspanne enorm ist – von wenigen Dollar pro Tonne bis zu Hunderten von Dollar. Das alles hängt von der Größe des Kompensationsprojekts, der verwendeten Technologie und dem Land ab, in dem es umgesetzt wird.

Kompensationen sind keine perfekte Lösung, aber ein notwendiges Instrument.

Wahrscheinlich hast du schon Kritik an solchen Kompensationen gehört:

  • „Sie befreien die Menschen nur von ihren Schuldgefühlen und zügeln das emissionsverursachende Verhalten nicht wirklich.“
  • „Es ist schwierig, die Auswirkungen eines CO2-Ausgleichs zu validieren und zu quantifizieren.
  • „Es gibt schwarze Schafe, die das System ausnutzen und mehr Treibhausgasemissionen verursachen, als sie es sonst getan hätten, nur um mit ihrer Eindämmung Geld zu verdienen.“
  • „Es gibt eine große Bandbreite von Preisen für verschiedene CO2-Kompensationen. Jedoch sind viele von ihnen sehr teuer (was sie zu einer unrealistischen Option macht) oder sehr billig (können sie für einen so niedrigen Preis wirklich etwas bewirken?).

Kompensationen sind also keine perfekte Lösung, aber ein notwendiges Instrument, vor allem solange wir keine bessere Technologie zur Minderung von Emissionen entwickeln.

Warum Shopify CO2-Kompensationen erwirbt

Shopify hat den CO2-Ausgleich als eine Taktik angenommen, die Teil einer größeren Strategie ist:

  1. Reduzierung direkter Emissionen so weit wie möglich.
  2. Kompensation aller verbleibenden Emissionen.

Um es klar zu sagen: Kompensationen sind kein Ersatz für Maßnahmen zur Reduzierung unseres CO2-Fußabdrucks. Vielmehr sind sie ein letzter Ausweg, um Emissionen auszugleichen, die wir derzeit nicht vermeiden können. Der Geschäftsbetrieb und die Plattform von Shopify sind klimaneutral. Wir unternehmen Schritte, um unsere Emissionen zu reduzieren, indem wir umweltfreundliche Büros schaffen und auf unseren CO2-Fußabdruck achten. Allerdings zahlen wir auch, um unsere Emissionen durch Dinge wie die Stromversorgung unserer Büros, Rechenzentren, Mitarbeiter und Geschäftsreisen auszugleichen. Unsere Verantwortung geht jedoch weit darüber hinaus. Shop and Offset ermöglichen es uns, Händlern und Käufern auf unserer Plattform eine CO2-Kompensation anzubieten.

Lesetipp: Shop Pay ist der schnellste und am besten konvertierende Checkout im Internet. Hier erfährst du mehr.

Das ist die Stärke eines Plattformunternehmens: Wir können mehr als eine Million Händler rund um den Globus erreichen, die Shopify nutzen, sowie Hunderte Millionen von Käufern, die bei ihnen einkaufen. Die Kehrseite dieses Vorteils besteht darin, dass unsere Plattform eine Menge CO2-Emissionen durch Bestellungen verursacht, die in die ganze Welt verschickt werden.

Die Auswirkungen des Handels auf die CO2-Emissionen

Im vergangenen Jahr haben Shopify-Händler 1,1 Milliarden Pakete verschickt, die über eine Billion Kilometer zurückgelegt haben. Eine Billion. Stell dir vor, wie weit das ist. Wahrscheinlich wird dir das schwer fallen, weil die Zahl einfach zu unfassbar hoch ist. Diese Entfernung würde dich 25 Millionen Mal um die Erde bringen. Sie würde dich von der Sonne zum entferntesten Planeten unseres Sonnensystems, Neptun, führen. Und zurück. 100 Mal.

Wie der Shopify-Händler pandoo Nachhaltigkeit salonfähig macht, liest du in dieser Erfolgsstory.

Im vergangenen Jahr haben Shopify-Händler 1,1 Milliarden Pakete verschickt, die über eine Billion Kilometer zurückgelegt haben.

An dieser Stelle ein wichtiger Hinweis: Wir sind uns nicht ganz sicher, welche Entfernung ein durchschnittliches Paket zurücklegt, aber wir haben für unsere Berechnungen eine konservative Schätzung von 1.000 Kilometern pro Paket gewählt. Trotz dieser langen Reisen ist die globale Lieferkette heute so effizient, dass ein Paket, das 2.000 Kilometer von Texas nach New York reist, ungefähr so viel CO2 wie eine Fahrt von drei Kilometern in einem durchschnittlichen Auto verursacht. Aber dennoch kann man nicht ignorieren, was für eine gewaltige Entfernung eine Billion Kilometer ist und wie viel CO2 auf diesem Weg ausgestoßen wird. Für jedes versandte Paket wird in etwa ein Kilogramm CO2 in die Atmosphäre ausgestoßen. Diese Berechnung ist keine exakte Wissenschaft. Unser Datenteam basiert diese Schätzung auf der Grundlage von Faktoren wie der durchschnittlichen Beförderungsdistanz, der Versandmethode und dem Paketgewicht.

Was bedeutet das? Ein Kilogramm CO2 entspricht dem Äquivalent einer 43-Watt-Glühlampe, die anderthalb Tage lang eingeschaltet bleibt. Wenn man diesen Wert mit unserem Maßstab kombiniert, ist das ein Problem. Über eine Milliarde Sendungen schalten jedes Jahr eine Milliarde Glühlampen ein.

Über eine Milliarde Sendungen entspricht dem Einschalten von einer Milliarde Glühbirnen pro Jahr.

Wir ignorieren diese negativen Auswirkungen nicht, sondern ergreifen aktiv Maßnahmen, um sie auszugleichen.

Wie haben wir unseren Partner für die CO2-Kompensation ausgewählt?

Es gibt so viele verschiedene Arten des CO2-Ausgleichs, bei denen die verschiedensten Methoden und Technologien zum Einsatz kommen. Es ist schier überwältigend. Kompensationen können Projekte umfassen, die CO2 in langfristigen Reservoirs wie Bäumen, Böden oder Feuchtgebieten speichern. Dabei kann es sich um Projekte handeln, die die Emissionen von Orten wie Mülldeponien, landwirtschaftlichen Betrieben oder Produktionsanlagen reduzieren. Es gibt auch Projekte, die so undurchsichtig sind, dass sich deren Funktionsweise kaum nachvollziehen lässt. Wir wussten, dass wir mit einem Unternehmen zusammenarbeiten mussten, das auf eine Reihe unserer Ziele einzahlen würde. Vor allem aber war uns klar, dass es einige wichtige Prinzipien berücksichtigen musste:

Shopify's Prinzipien für die Auswahl von Kohlenstoff-Kompensationen

  • Zusätzlichkeit: Die CO2-Kompensation muss zu einer Reduzierung der CO2-Emissionen führen, die sonst nicht stattgefunden hätten. Das bedeutet beispielsweise keine Investitionen in bereits geschützte Nationalparks.
  • Dauerhaftigkeit: Es sollte sich hierbei um keine kurzfristige Lösung handeln. Das eingefangene und in der Kompensation abgebildete CO2 muss für immer oder für eine sehr, sehr lange Zeit gespeichert werden.
  • Keine Doppelzählung: Kompensationen sind eine einmalige Angelegenheit. Ihre Wirkung lässt sich nicht zweimal erfassen.
  • Überwachung und Verifizierung: Gute Kompensationen müssen das tun, was sie tun sollen – und das muss überprüft werden können.
  • Skalierbarkeit: Wir wollten in Projekte investieren, die skalierbar sind und schnell Ergebnisse liefern können. Gleichzeitig sollte eine Abhängigkeit von manuellen Prozessen vermieden werden, die viel Zeit und Ressourcen in Anspruch nehmen.

Über diese Kriterien hinaus wollten wir jedoch eine Lösung, die mit der Mission unseres Unternehmens übereinstimmt. Wir glauben, dass Probleme mit Hilfe von Technologie gelöst werden können, dass Unternehmertum eine der größten Formen des Selbstausdrucks ist und dass niemand besser ein Unternehmen leiten kann, als jemand, der wirklich mit Leidenschaft bei der Sache ist. Das klingt vielleicht nach Plattitüden – ist es aber nicht. Unser Team nutzte diese Maßgaben, um viele verschiedene Unternehmen zu bewerten, die gute Arbeit leisten. Wir schauen uns immer noch viele davon an, aber letztendlich hat sich Shopify für Pachama entschieden, um CO2-Kompensationen für unsere Apps Shop und Offset zu erwerben.

Wir wollten eine Lösung, die mit der Mission unseres Unternehmens übereinstimmt.

Die Entscheidung hatte viele Gründe. Der wichtigste davon war jedoch die Art und Weise, wie Pachama Technologie einsetzt, um die Kompensation anders zu gestalten und so die Geldmenge zu maximieren, die tatsächlich in die entsprechenden Projekte fließt. Es gab einige Faktoren, die als potenzielle Warnsignale betrachtet werden könnten. So ist Pachama letztendlich ein Start-up und arbeitet mit einem Team von 10 Personen. Außerdem sind sie im Moment unser einziger Partner für die CO2-Kompensation für Offset und Shop. Viele würden uns klugerweise raten, unsere Kompensationsanstrengungen zu diversifizieren (bleib dran - mehr folgt in Kürze). Pachama stach jedoch für uns als unternehmerisches, technologieorientiertes Unternehmen heraus. Die Tatsache, dass das Team klein ist, bedeutet, dass es agil ist und dass jede einzelne Person aus einem bestimmten Grund zu diesem Team gehört.

Die Geschichte von Pachama

Der CEO von Pachama Diego Saez-Gil wurde im Norden Argentiniens, am Fuße des Amazonas-Regenwaldes, geboren. Er wuchs umgeben von Bäumen und Bergen auf. Nach seinem Universitätsabschluss zog er in die USA und beschloss, Entrepreneur zu werden. Er gründete zwei Unternehmen. Das erste war eine App für Hostelbuchungen – ein Tool, das er sich gewünscht hätte, als er noch selbst mit dem Rucksack unterwegs war. Diese App verkaufte er schließlich an das Tourismusunternehmen Flight Centre. Sein nächstes Projekt war Bluesmart, das über GPS verfolgbare Gepäckstücke anbot. Die Idee dafür kam ihm, nachdem er einen Koffer voller Geschenke für seine Familie und Freunde verloren hatte. Fun Fact: Nach einer Crowdfunding-Runde eröffnete Diego einen Shopify-Store, um darüber sein Gepäck zu verkaufen. Als die Telefonexplosionen von Samsung zu Einschränkungen bei Lithium-Ionen-Akkus in Flugzeugen führten, wurden Diegos batteriebetriebene Koffer vom Flugbetrieb ausgeschlossen. Es war eine harte Zeit. Letztendlich verkaufte er die Patente des Unternehmens an Travelpro und beschloss, dass es Zeit für eine neue Herausforderung war.

Pachama ist eine Kurzform von Pachamama, der Göttin der Erde.

Diego entschied sich zunächst für ein Sabbatical und unternahm einen Road-Trip mit seinen beiden Brüdern. Dieser führte ihn durch den Regenwald seiner Heimat Argentinien bis hinauf nach Peru. „Der Amazonas war unglaublich“, sagt er. Jedoch sei es herzzerreißend, die Abholzung an seinen Grenzen zu sehen. Ganze Ökosysteme verschwanden vom Angesicht der Erde. Und so entschied er sich für sein nächstes Projekt. Die Forschung sagte ihm, dass stehende Wälder 30 % aller jährlichen CO2-Emissionen des Menschen aufnehmen – und trotzdem fällen wir sie. Aufgrund seiner Erfahrung in Technologieunternehmen entschied er sich, Technologie zur Lösung dieses Problems einzusetzen. Diego wählte den Namen Pachama als Kurzform von Pachamama, der Göttin der Erde, die von den indigenen Völkern Argentiniens verehrt wird. Diese Menschen glauben, dass die Erde lebendig ist und dass wir sie ehren und schützen müssen.

Lesetipp: Schokolade gegen den Klimawandel: Wie ein nachhaltiges Social-Start-up aus Dresden den Schokoriegel neu erfindet, erfährst du hier.

Wie Pachama Technologie zur Maximierung des CO2-Ausgleichs einsetzt

In der Vergangenheit war es eine rein manuelle Aufgabe, Bäume für den CO2-Ausgleich durch Aufforstung zu vermessen. Man muss Leute in den Wald schicken, um Probeparzellen zu bestimmen, die Bäume zu zählen, sie mit einem Maßband händisch zu vermessen und zu überprüfen, wie viel CO2 sich tatsächlich diesem Wald befindet. Es ist teuer, langsam und fehleranfällig. Außerdem würde ein Unternehmen dies nur etwa alle fünf Jahre tun, um für eine Zertifizierung in Frage zu kommen. In der Folge sind die erfassten Information fast umgehend veraltet. Dieser manuelle Verifizierungsprozess kann wegen des erforderlichen Personalaufwands Hunderttausende von Dollar kosten.

Inzwischen haben wir jedoch eine riesige Anzahl von Satelliten, die nahezu ständig Fotos von der Erde machen. Wir verfügen über maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz, die bei der Verarbeitung all dieser Bilder helfen können. Darüber lassen sich Algorithmen entwickeln, um Vorhersagen über die CO2-Menge in einem bestimmten Gebiet zu treffen. Es gibt auch Technologien wie LIDAR (Light Detection and Ranging), eine dem Radar verwandte Methode zur optischen Abstands- und Geschwindigkeitsmessung. Damit lässt sich eine Umgebung dreidimensional abtasten, indem mit dem Einsatz von Laserstrahlen Entfernungen gemessen werden. Auch Drohnen dürfen in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden, die mittlerweile enorme Distanzen zurücklegen können.

Pachama verwendet mehrere Arten von Technologie, um ihren Offset-Verifizierungsprozess effizienter zu gestalten.„Unser Ziel war es, all diese Technologien, zusammenzubringen und sie dazu zu nutzen, diese Branche effizienter, transparenter und glaubwürdiger zu machen“, erklärt Diego. Und genau das ist unsere Leidenschaft: passionierte Entrepreneure, die modernste Technologien auf neuartige Weise nutzen, um massive Probleme zu lösen, die noch nie zuvor gelöst wurden. Anstatt nur ein einziges Aufforstungsprojekt zu unterstützen, setzt Pachama einen Patchwork-Ansatz um und baut einen Marktplatz mit verschiedenen Projekten aus der ganzen Welt auf.

Das ist unsere Leidenschaft: passionierte Entrepreneure, die modernste Technologien nutzen, um Probleme zu lösen, die noch nie gelöst wurden.

Genauso wie Shopify den Commerce demokratisiert, wollen wir auch die Art und Weise demokratisieren, wie Forst- und Landwirte Zugang zu Unternehmen und Menschen erhalten, die sich zunehmend mit dem Ausgleich ihrer CO2-Emissionen befassen. Das ist der einzige Weg, um das Ganze skalieren zu können.“ Ihr Ziel ist es, dass Zehntausende neuer Waldschutzprojekte auf der ganzen Welt entstehen und Pachama als Bindeglied fungiert.

Pachama uses LIDAR technology to calculate biomass density in forests.Pachama verwendet Technologien wie LIDAR, um die Biomassedichte in den Wäldern zu berechnen, die deren Projekte schützen. 

Bäume sind keine perfekte Lösung. Sie können abgebrannt, gerodet oder von Schädlingen befallen werden. Bei der Berechnung der Gesamtzahl der Bäume in einem Schutzgebiet gibt es zudem ein hohes Fehlerpotenzial. Es gibt sogar Studien, die zeigen, dass Wälder aufgrund von Dürren und höheren Temperaturen ihre Fähigkeit zur CO2-Aufnahme verlieren. Allerdings lässt es sich nicht leugnen, dass die Erhaltung unserer bestehenden Wälder und das Aufforsten mit neuen Bäumen gut für unseren Planeten ist. Sie unterstützen Bauern und Landbesitzer auf der ganzen Welt und sorgen dafür, dass alle Lebewesen in ihrem Inneren ihre Heimat behalten.

Die Anatomie einer Kompensation

Wir haben bisher zwei Aufforstungsprojekte mit Pachama ausgewählt, eines für unsere Offset-App und eines für Shop. Händler, die unsere Offset-App nutzen, werden in das Jari Pará-Waldschutzprojekt im Amazonas-Regenwald investieren. Dieses Projekt umfasst 496.988 Hektar Tropenwald in Brasilien, ein Gebiet von der Größe des Bundesstaates Delaware, in dem mehr als 2.400 Arten der Tier- und Pflanzenwelt geschützt werden. Wenn du einen Kauf über Shop Pay tätigst, kompensiert Shopify den Versand deines Pakets über das Brazil Nut Concession Forest Conservation Project, das mehr als 291.566 Hektar Tropenwald in Peru schützt und 14,5 Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermeidet. Dieses Projekt besteht aus 143 Parzellen, die von 377 Paranussbauern bewirtschaftet werden. Bei beiden Projekten handelt es sich um nach dem Verified Carbon Standard zertifizierte Projekte, die von Pachama mit Hilfe von maschinellem Lernen, Satellitenbildern und Fernüberwachungstechnologie überwacht werden. Unser Preis pro Tonne deckt die Projektkosten für den Schutz des bestehenden Waldes, die Erhöhung der Biomasse durch verbesserte Waldbewirtschaftungspraktiken und die Überprüfung des Projektfortschritts. Wir wollen uns aber einmal genauer anschauen, wohin das Geld fließt. Am Ende des Tages ist auch Pachama ein Unternehmen. Für jeden Dollar, den Shopify bei Pachama investiert, gehen 20 Cent als Provision an Pachama. 80 Cent fließen direkt in ihre Aufforstungsprojekte – genauer gesagt an die Menschen, die das Land besitzen und die Bäume schützen.

Pachama's commission on each offset dollarDie 20 % für Pachama werden auf verschiedene Kostenstellen aufgeteilt, darunter:

  • Bezahlung von Satellitenbildern und -daten (von Planet und Maxar)
  • Erstprüfung der Projektqualität und kontinuierliche Überwachung im Anschluss
  • F&E: Pachama verfügt über ein Team von Doktoranden, Datenwissenschaftlern und Ingenieuren, die daran arbeiten, die oben genannten Prozesse zu optimieren und neue Technologien zur Messung der CO2-Biomasse von Waldparzellen zu entwickeln.
  • Erstellung benutzerdefinierter Impact-Seiten
  • Personalausstattung

Die restlichen 80 Prozent, die den Projekten zugeteilt werden, werden von Fall zu Fall aufgeschlüsselt. Als Beispiel hier eine Aufschlüsselung der jährlichen Betriebskosten eines anonymisierten Projekts:

Aufschlüsselung der Betriebskosten eines Aufforstungsprojekts.Die durch ein Projekt wie dieses erzielten Einnahmen hängen von der Größe des Projekts, der Anzahl der Gutschriften, die verkauft werden sollen (oder können), und dem dafür veranschlagten Preis ab. Der Start und die Überprüfung eines jeden Projekts ist mit hohen Vorlaufkosten verbunden. Zudem fallen beträchtliche Ausgaben für die laufende Überwachung an. Ein großer Teil des vom Projektentwickler einbehaltenen Gewinns wird für regelmäßige Überprüfungen und Audits durch externe Partner zurückgestellt (die je nach Projektgröße und Standort erheblich variieren). Der Rest wird zwischen dem Projektentwickler und den Landeigentümern aufgeteilt.

Wie die Shopify-Agentur Greenblut die Welt mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit grüner macht, kannst du hier lesen.

Warum bestehende Wälder schützen, anstatt neue Bäume zu pflanzen?

Die kurze Antwort ist, dass beide Aktionen unerlässlich sind – und wir tun beides. Weltweit hat es viel Bewegung in Bezug auf das Pflanzen von Bäumen gegeben, wie z. B. die „Trillion-Trees-Initiative“ und das Engagement von Shopify-CEO Tobi Lütke, 1.000.001 Bäume zu pflanzen. Gleichzeitig ist es aber unglaublich wichtig, Wälder mit altem Baumbestand zu schützen. Neue Bäume brauchen Jahre, um ihre kohlenstoffabsorbierenden Kräfte zu entfalten, wogegen ausgewachsene Wälder diese Aufgabe bereits erfüllen. Darüber hinaus sind die bestehenden Amazonaswälder Heimat von 10 % der weltweit bekannten Arten (mit allein über 2,5 Millionen Insektenarten) und 40.000 verschiedenen Pflanzen. Viele davon sind die Grundlage für wichtige pharmazeutische Medikamente. Die Bewahrung dieser Ökosysteme und die Unterstützung lokaler Gemeinschaften, die sie schützen, sind ebenfalls hervorragende Nebeneffekte der Erhaltung bestehender Bäume. Leider führt die illegale Rodung des Regenwaldes zur Abholzung von drei Fussballfeldern pro Minute. So haben wir bereits rund 17 % des gesamten Waldes verloren. Projekte wie diese versuchen, diesen Verlust zu verlangsamen und zu verhindern.

CO2-Kompensation ist keine Lösung für den Klimawandel

Die CO2-Kompensation allein wird das Problem der globalen Erwärmung nicht lösen.  Wir retten den Planeten nicht, indem wir in solche Programme investieren. Wir reduzieren jedoch die Gesamtmenge des von uns ausgestoßenen CO2. Und wenn mehr Leute das auch tun würden, wären unsere Klimaziele viel leichter zu erreichen. Es gibt eine Milliarde Hektar Land auf der Erde, auf denen wir Bäume pflanzen können, ohne die Landwirtschaft zu beeinträchtigen. Dies würde 1,2 Billionen Bäume ermöglichen, die mehr als 200 Gigatonnen CO2 aus der Atmosphäre einfangen könnten. Dadurch könnte ein Jahrzehnt des Schadens, den wir bereits angerichtet haben, kompensiert werden, so eine Studie aus der Schweiz. Das ist nicht annähernd genug. Es ist jedoch ein Anfang. Wir werden weiterhin das ausgleichen, was wir nicht beseitigen können, und wir werden weiterhin in andere Lösungen investieren, um herauszufinden, was am besten funktioniert.

Bleibe dran, um mehr über den Nachhaltigkeitsfonds von Shopify und die klimaorientierten Technologien, in die wir investieren, zu erfahren.

Illustration von Borja Bonaque


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Which method is right for you?Geposted von Hendrik Breuer: Hendrik ist Redakteur des deutschen Shopify-Blogs. Möchtest du einen Gastbeitrag veröffentlichen? Dann lies bitte zuerst diesen Leitfaden.

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf Englisch im Shopify.com-Blog und wurde übersetzt.

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