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Wie der Paul Mitchell Exklusivdistributeur lokale Friseurläden in der Corona-Krise mit einem Affiliate-Programm unterstützt

Im März 2020 ordnete die Bundesregierung aufgrund der steigenden Neuinfektionen des Coronavirus eine deutschlandweite Schließung aller Friseursalons an. Diese Maßnahme sollte die Ausbreitung des Virus verlangsamen und die Sicherheit der Menschen gewährleisten. Während die Krise beispiellose Auswirkungen auf den Einzelnen hatte, waren die Auswirkungen für Saloninhaber & Mitarbeiter der Friseurbranche besonders verheerend. Da "nicht-essentielle" Dienstleister nun vom einen auf den anderen Moment gezwungen waren, ihre Türen zu schließen, um die Verbreitung von COVID-19 zu bekämpfen, bestanden kaum Möglichkeiten, die Einnahmeausfälle in den Salons auszugleichen.

In folgendem Interview sprechen wir mit Noah Wild. Er ist Geschäftsführer der Wild Beauty GmbH und der Exklusivdistributeur der erfolgreichen Haarpflege-Serie Paul Mitchell in Deutschland, Österreich und vielen anderen Ländern. Um betroffene Friseursalons während der Pandemie zu unterstützen, hat Noah ein besonderes Affiliate-Programm gestartet.

Wir wollten digital für den Kunden da sein und ihm zeigen, dass Internet in der heutigen Zeit keine Konkurrenz für ihn ist, sondern eher eine Unterstützung.


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Geschäftsführer und Exklusivdistributeur, wie können diese Verantwortlichkeiten Hand in Hand funktionieren?

Noah Wild, Geschäftsführter & Distributeur

Mit Wild Beauty betreiben meine Schwester Mira und ich eine Vertriebsgesellschaft für professionelle, friseurexklusive Haarkosmetikmarken in zweiter Generation in Seeheim-Jugenheim. Derzeit betreuen wir über 5.000 Friseursalons im deutschsprachigen Raum und haben uns ein Team mit 100 Mitarbeitern aufgebaut. Wir sind der Exklusivdistributeur für die professionelle Haarpflege-Marke Paul Mitchell in Deutschland & Österreich und General-Ansprechpartner und -Importeur für viele weitere Länder in Europa.

Unser Zentrallage ist in Gernsheim, eine halbe Stunde von unserer Firmenzentrale weg. Dort haben wir ein eigenes Lager aufgebaut für alle Produkte, die wir führen und wöchentlich aus Amerika importieren um sie später an unsere Salons zu versenden.

Mit dem Onlineshop habt ihr den Einstieg ins E-Commerce-Geschäft gewagt. Wie kam es zu diesem recht spontanen Einstieg?

Wir arbeiten schon seit über 10 Jahren mit Kunden zusammen, die auch einen eigenen Onlineshop haben und darüber unsere Produkte vertreiben. Aufgrund dessen, dass Paul Mitchell nun schon Vielfach bei unseren autorisierten Partnern vorhanden ist, war uns bewusst, dass die Nachfrage bereits gesättigt ist. Mit dem Eintritt der Corona-Krise haben wir uns aber dazu entschlossen, das Ganze nochmal neu zu betrachten, da nicht absehbar war, wie lang stationäre Salons geschlossen bleiben.

Im Rahmen der Schließung wurde uns nun klar, dass der lokale Friseur entsprechend ein ziemlich großes Problem hat. Weder kann er seine Kunden bedienen bzw. seine Dienstleistung erfüllen, noch kann er Produkte verkaufen. Für einen Salon ist es recht kompliziert, sich selbst auf digitalem Weg aus dieser Situation zu holen, denn das ist einfach nicht seine Homezone. Deswegen empfanden wir es als sinnvoll doch einen eigenen Onlineshop zu eröffnen. Natürlich haben wir dabei auch an unsere Salons gedacht. Dazu etablierten wir ein Affiliate-Programm, bei dem alle unsere Salons einen Zuordnungscode bekommen. Diesen geben sie an ihre Kunden weiter. Sobald der Endverbraucher in unserem Shop bestellt und den Code eingibt, verdient der Salon etwas daran mit. 

Wir wollten unseren Friseuren zeigen, dass wir ihnen ein treuer Partner sind und neue Möglichkeiten an die Hand geben, ihre Endverbraucher zu bedienen.

Wir haben das Beteiligungssystem unter dem Namen Benefit Locals eingeführt. Wir möchten unseren Friseuren als Zeichen der Wertschätzung die Möglichkeit geben, etwas mitzuverdienen - auch wenn die Leute woanders kaufen.

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Wie kann man als Salon an dem Programm teilhaben? 

Wir haben für dieses Affiliate-Programm eine Anmelde-Seite erstellt. Die einzige Voraussetzung, um am Programm teilzunehmen ist, dass man Teil des Kunden-Spektrums von Wild Beauty und Paul Mitchell ist. Hat man sich dann registriert, bekommt man einen Link von uns und kann diesen ganz einfach an seine Kunden weitergeben. Diesen kann man dann auch auf Social Media, Visitenkarten oder der eigenen Webseite einbauen. 

Wie wurde das System von euren Locals angenommen und welches Feedback gab es? 

Das Feedback unserer Salons war sehr positiv. Die Frage ist natürlich, was die Endkunden jetzt draus machen.

Dieses ganze Thema war enorm emotional, denn für die Salons war es wichtig zu sehen, dass sie einen Partner haben, der für sie kämpft, verlässlich ist und wirklich für sie da ist. Innerhalb von zwei Wochen haben wir eine neue Website aufgesetzt und das zeigt natürlich, dass wir schnell handlungsfähig sind. 

Das war sicher vor allem für die Salons ein bedeutender Schritt, die keinen eigenen Onlineshop haben?

Der durchschnittliche Friseur hat drei, vier Mitarbeiter, steht selbst hinter dem Stuhl und macht zusätzlich Rezeption - natürlich hätte dieser gar nicht die Kapazitäten, sich einen eigenen Webshop aufzubauen, selbst zu liefern und zu berechnen. Deswegen ist das eigentlich für den Gesamtmarkt ein Mehrwert, da der Friseur weder Aufwand hat, noch Shops umsetzen oder irgendwas versenden muss. Er kann einfach nur partizipieren und das ist eine schöne Sache.

Lesetipp: Wir haben bereits mit vielen spannenden Shopify-Händlern gesprochen. Alle Erfolgsgeschichten findest du hier.

Wie hat sich das vom Aufwand widergespiegelt? Musstet ihr euer Personal aufstocken oder seid ihr mit dem vorhandenen ausgekommen?

Das Business rund um das Affiliate-Programm läuft eher so nebenher mit. Auch bei Wild Beauty war es natürlich so, dass wir mit dem Coronavirus und der plötzlichen Salonschließung von heute auf morgen weniger zu tun hatten und weniger Aufträge bearbeitet werden mussten. Es gab natürlich auch Kurzarbeit bei uns. Wir haben dann aber Leute bei uns als Projektteams von drei, vier Leuten zusammengestellt, die uns beim vorbereiten des Webseiten-Launch unterstützt haben. Gemeinsam mit der Agentur zusammen haben wir sie dann zwei Wochen später live geschaltet und seitdem läuft das von der Betreuung nebenher mit. 

Wir mussten keine weiteren on-top Kapazitäten schaffen, da glücklicherweise vieles von der Abwicklung automatisiert und ganz easy funktioniert.

Lesetipp: Bei dir steht auch ein Shop-Launch bevor? Welche 10 Schritte du dabei beachten musst, erklären wir hier.

Seht ihr das Programm als Krisenlösung oder soll dieses auch zukünftig weitergeführt werden?

Für uns war es während der Zeit der Salonsschließungen ein extrem guter Moment, um zu kommunizieren, dass wir den Salons dabei etwas Gutes tun und sie unterstützen. Die Salons haben dadurch auch gemerkt, dass unser Onlineshop kein Konkurrent ist. Wir haben das auf jeden Fall so geplant, dass wir das fortführen, denn es ist natürlich auch für uns ein strategisches Mittel und ein Wettbewerbsvorteil bei der Akquise. 

Es gibt kaum Lieferanten, die Kunden so eine digitale Partnerschaft anbieten. Das ist etwas, das bisher sehr untypisch ist.

Wir können so einfach zeigen, dass wir auch online ein moderner Partner sind. 


Wie andere Shopify-Händler*innen mit der Covid-19-Krise umgehen, erfährst du übrigens in unserem Podcast. Hier kannst du ihn hören!


Wie habt ihr das System in so kurzer Zeit an eure Locals kommunizieren können? 

Wir haben auf Facebook einen Insider-Club, eine exklusive Kundengruppe, wo Nutzer nur durch eine Einladung reinkommen. Knapp 2000 unserer Kunden sind dort mittlerweile drin. Dort haben wir ein- bis zweimal die Woche Webinare angeboten und unsere Nutzer dann auch anschließend im Rahmen der Schließung über unser Programm informiert. Daneben haben wir Newsletter rausgesendet und Broschüren gemacht, die anschließend über den Außendienst verteilt worden sind. Außerdem haben wir in der Kundenzeitschrift und in der Angebotszeitschrift darauf hingewiesen. Also prinzipiell haben wir eigentlich alle Plattformen, die wir haben, sowohl stationär als auch online genutzt. 

... Und wie war das mit den Verbrauchern? 

Wir haben das auf der Facebook-Seite gepusht. Wir haben mittlerweile auch öfters mal Anzeigen geschalten, was wir in der Vergangenheit eher vermieden haben.

Wir wollen auch nicht in den Markt hinein und den Friseuren das Wasser abgraben.

Ich denke, dass wir das ganz smart hinbekommen haben und wir die Kunden extrem unterstützt haben. Wir haben zum Beispiel auch begonnen, unseren Kunden, die sich für das Programm angemeldet haben, auf ihren Salon zugeschnittene Salon-Werbemittel zuzuschicken. Eine Art Mediapaket kostenfrei als Unterstützung im Rhythmus von zwei Wochen. 

Was passiert mit dem Onlineshop, jetzt wo wo die Salons alle wieder geöffnet haben und sich selbst finanzieren können? 

Der wird weiter bestehen bleiben, nachdem wir jetzt nach Jahren des Überlegens den Sprung gewagt haben.

Gerade für die Markenbildung ist es natürlich sinnvoll einen eigenen Shop zu haben.

Es war in der Vergangenheit bereits oftmals für den Endverbraucher schwierig zu verstehen, weshalb er sich auf paul-mitchell.de informieren, aber nicht direkt einkaufen kann. 

Nutzt ihr für das Affiliat-Programm eine spezielle App?

Wir haben uns ganz verschiedene Apps bei Shopify angesehen und uns im Nachhinein für Goaffpro entschieden. Das war tatsächlich die einzige App, die uns da den Vorteil bietet, zu zeigen, dass sich ein Salon beteiligt.

Affiliate ist ein kompliziertes Thema und oftmals wird das auch nicht korrekt kommuniziert. Meistens wird es eher "geheim" gehandhabt. Wir wollen mit Benefit Locals klar zeigen, wer davon profitiert. Dabei war Goaffpro das einzige Tool, wo du wirklich grafisch explizit hervorheben kannst, dass du gerade mit Salon-Beteiligung einkaufst. Das war uns sehr wichtig.


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Wie habt ihr es innerhalb von zwei Wochen geschafft, einen Shop aufzubauen?

Familie Wild betreibt in zweiter Generation die Wild Beauty Vertriebsgesellschaft

Wir haben uns relativ lange davor schon mit den verschiedenen Shopsystemen beschäftigt und uns gefragt, welche Systeme es gibt und wie die Agentur-Landschaft derzeit aussieht. Deshalb wussten wir ziemlich schnell, welches System und welchen Implementierungspartner wir auswählen wollen.

Wir haben uns einen Partner gesucht, der weniger das Interesse hatte, einen mehrwöchigen Workshop zu verkaufen, sondern direkt ans Brainstorming und anschließend an die Umsetzung geht.

Für die Umsetzung wurden ein paar Nachtschichten eingelegt und fertig war das Ding. Da braucht man tatsächlich einfach den richtigen Partner, der wirklich Lust drauf hat, so ein Projekt durchzuziehen. In unserem Fall war das Fellam. In Sachen Shopsystem hatten wir mit Shopify die perfekte Out-of-the-Box-Lösung. Es wird einem so viel geboten, was der Händler am Ende nur noch customizen muss. Es gibt äußerst wenige Sachen, die von Grund konzipiert werden müssen und das hat die Projektlaufzeit total beschleunigt.

Das wäre mit einem anderen System überhaupt nicht möglich gewesen.

Lesetipp: Du willst mehr über Shopify erfahren? Was unser Shopsystem kann und welche Vorteile es mit sich bringt, klären wir hier.

Wie seid ihr darauf gekommen, dass Shopify für eure Projekte das passende Tool ist?

Für einige unserer anderen Projekt wären tatsächlich auch andere Systeme denkbar gewesen. Wir haben aber gesagt, wenn wir uns jetzt mit der Absicht hinsetzen, in 2 Wochen live zu sein und es sofort an die Umsetzung gehen soll - das hätten wir mit keinem anderen System so niveauvoll hinbekommen. Einem wird so viel geboten und außerdem ist vieles ganz einfach auf Knopfdruck installiert.

Wenn es um die Geschwindigkeit von der Idee zur Umsetzung geht, zu vertretbaren Kosten, ist Shopify einfach unschlagbar.

Gab es noch irgendwelche Hürden bei der Umsetzung?

Das Interessanteste und Forderndste war tatsächlich, ein vernünftiges Affiliate-Tool zu finden. Das war bis zum Ende ein riesen Baustein, der nicht 100 Prozent klar lösbar war. Dann haben wir aber zum Glück etwas gefunden, was uns keine Bauchschmerzen mehr macht und unseren Ansprüchen genügt. 

Wir haben das Affiliate-System soweit auch gut in unser ERP integrieren können, wodurch auch Artikel inklusive Preisen aus dem Shop rausgezogen werden. Bestellungen werden derzeit noch manuell nachbearbeitet, da wir diese noch nicht in der automatischen Weiterverarbeitung haben, dafür haben wir aber den Versand durch Weiterverarbeitung automatisiert. Insofern sind wir mit der Implementierungen auch sehr glücklich und bei Bedarf kann man das natürlich auch noch ausbauen.


Lade dir hier unsere Übersicht aller Warenwirtschaftssysteme herunter und vergleiche alle Features, die dir zur Verfügung stehen:

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Mit dem Schritt in den E-Commerce: Was hat sich für Paul Mitchell & Wild Beauty verändert?

Wir haben dadurch jetzt den direkten Kontakt zum Endverbraucher und sind dadurch viel näher am Markt dran.

Was jetzt Nachfrage und Steuerung angeht, haben wir bisher immer den Salon als Zwischenhändler gehabt, wodurch wir bisher kein direktes Markt-Feedback bekommen haben. Jetzt können wir durch geballte Kundenrückmeldungen viel einfacher Aktionen optimieren. Außerdem haben wir durch diesen eigenen Shop, einfach einen Vorteil für uns in der Branche den Kunden gegenüber, was natürlich ein smarter Nebeneffekt ist.

Gibt es konkrete To-Dos, die in nächster Zeit anstehen oder läuft euer Business jetzt as usual? 

Unser Ziel ist es, Friseuren in Zukunft die Möglichkeit zu geben, ihren Endverbrauchern Einkaufsgutscheine für den Shop zu verkaufen. Grade sind wir dabei, das in unserem System umzusetzen. Außerdem wollen wir in Zukunft das Thema Shopify-Geschenkverpackungen weiter nach vorne bringen und unseren Käufern somit das Unboxing etwas näherbringen.

Was würdest du Branchenfremden auf den Weg geben, die den Schritt ,gerade noch zu Corona-Zeiten, in den E-Commerce gehen wollen? 

Aus der Erfahrung heraus kann ich sagen, dass ich es echt bemerkenswert finde, dass man in so kurzer Projektlaufzeit so ein Ding live bekommen kann.

Wenn man das hinbekommt in der Form, mit allem was da dran hängt und dass dann auch entsprechend gescheit kommuniziert, bekommt der Endverbraucher ein ganz anderes Gefühl. Ich würde außerdem sagen, dass es sehr nützlich war, mit einer Agentur zusammenzuarbeiten. Hier jemanden zu finden, der selbst total Bock auf das ganze Thema hat und unterstützt, ist wirklich gold wert. 


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Which method is right for you?Über die Autorin: Marie Stier ist Online-Marketing-Managerin mit den Schwerpunkten Contentmanagement und Suchmaschinenmarketing. Im Shopify-Blog schreibt sie über spannende Erfolgsstories von Shopify-Händlern und berichtet über die neuesten Trends rund um Social Media, Online Marketing und den E-Commerce.